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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gehaltsniveau für FA Innere in Praxen und MVZs



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ehem-user-04-01-2024-1151
04.11.2023, 15:25
Warum arbeiten OÄ dann überhaupt noch nach Tarif, wenn man in vielen KH fast das doppelte verdienen kann und das schon relativ früh in der Karriere?

Mometasonfuroat
04.11.2023, 15:25
Also jetzt muss ich einmal fragen was ihr denn als OA als adäquat betrachtet wenn manche hier 140-150k als lächerlich bezeichnen

rafiki
04.11.2023, 15:59
Was adäquat ist, hängt sehr vom Einzelfall ab.

Was ich kürzlich erfahren habe, von einem kaum erfahrenen OA, nicht promoviert, keine Zusatzqualifikationen, wenig leistungsfähig, der in einer Reha-Klinik mit gemütlicher 40-Stunden-Woche (und wirklich nicht Mehrarbeit) auf 180k kommt, finde ich nicht adäquat. Ist aber durch ein gesuchtes Fach in etwas abgelegenem Gebiet (aber zentral in DL) bedingt.

sweetashoney
04.11.2023, 16:28
Darf ich auch mal fragen, wieviel ihr bei Umsatzbeteiligung/Privatbeteiligung als Angestellter in % bekommt?

Ich bin FÄ Innere+Zusatzbezeichnung Geriatrie (ambulant leider nicht so interessant, da man Kooperation mit Logopäden/Ergotherapeuten,etc. braucht) und arbeite seit 3 Jahren in einer Praxis. Mache alle Sonos inkl Carotidenschall und Echos bei Privaten, hab die Zulassung für Polygraphie+HKS, betreue 1 Altenheim. Konnte 90,000€/Jahr,50€-Tankgutschein/Monat und 35h-Woche raushandeln,will aber jetzt nochmal nachverhandeln. Habe mir echt viele Praxen angesehen und das war das beste Angebot. War zuvor oberärztlich tätig und einige Praxen haben mir die Weiterbildung Allgemeinmedizin mit einem Gehalt von 6000€/Monat angeboten-echt traurig!

Meine Chefs haben mir auch schon mal einen Dienstwagen angeboten, aber außer, dass es uu ihren Betriebsausgaben gerechnet wird, stellt es für mich keinen Vorteil da. Wurde mir verkauft als etwas, damit ich möglichst viel bekomme und keine Steuern zahlen muss. Da muss man echt aufpassen, tlw. sind das nur leere Phrasen.

Was könnt ihr mir denn für eine Gehaltsverhandlung empfehlen, sodass es für beide Seiten fair ist? (Aber so wie ich es lese, lasse ich mich etwas über den Tisch ziehen, vielleicht wird es doch Zeit für eine eigene Praxis…)

Mometasonfuroat
04.11.2023, 16:49
Ich habe zwei mal versucht nochmal nach 1-2 Jahren nachzubehandeln - keine Chance. Selbst als ich einmal ein gutes Gegenangebot vorgelegt hatte wollte man mir nur um 2-4% entgegen kommen von Istgehalt. Bin dann letztlich gegangen und mache es jetzt tatsächlich immer so. Ist jetzt mein dritter AG innerhalb von 2 Jahren.

denkstdu
04.11.2023, 17:35
Ich muss sagen ich bekomme sogar etwas weniger als 90000 pro Jahr auf eine volle Stelle. Mache aber auch nicht alle Sonos und habe sonst jeine Zusatzqualifikation.Nachverhandlung hat nach fast 3 Jahren Anstellung auch geklappt.Aktuell tue ich mich nicht ab bei der Arbeit, ich überarbeite mich nicht, komme pünktlich raus.
Das Team passt und somit stresst es mich gerade nicht was Neues zu suchen.
Ist mit 15h pro Wochen neben der Tätigkeit in der Arbeitsmedizin auch die Zweittätigkeit.Und man muss auch ehrlich sein, erst einmal jemanden finden der einen nur 1,5 Tage einstellt war schwierig vor 4 Jahren.

Mometasonfuroat
04.11.2023, 17:58
Das hab ich jetzt nicht verstanden denksfdu. Arbeitest du jetzt nur 15 Std für 90k? Da würde ich mich auch nicht beschweren.

denkstdu
04.11.2023, 18:24
Nein sorry dumm ausgedrückt auf eine volle Stelle hochgerechnet

Tramaldol
04.11.2023, 21:22
Also OA Tarifvertrag an kommunalren Häusern ist ab Apriil in der letzten Stufe 120k und der ersten Stufe 104k. Dies alles ohne Dienste, Poolbeteiligung; kommunale Häuser können auch direkt in Stufe III einstufen.
Dann 100k im MVZ ist kein Top-Gehalt. Würde ich nur machen, wenn man dann weniger Arbeitszeit hat oder man generell keinen Wert auf Gehalt legt. Der Trend für OA in den Krankenhäusern (außer Uniklinik) ist irgendwo zwischen 150-180k im Einsteigersegment. Da sind hier 100k Jahresgehalt kein Top-Angebot, wenn selbst der Tarifvertrag OA im kommunalen Krankenhaus mehr bietet.

Auch die Uniklinik kann übrigens ein paar kleinere Goodies (Einstufung in der letzten Stufe, ggfs. Poolbeteiligung) bieten, ihr Haupt-Goodie ist jedoch die Möglichkeit der Karriere mit Habil und dann Chef alio loco in großen Maximalversorger.

FirebirdUSA
04.11.2023, 22:37
Naja wo soll das Geld herkommen? 3.5% Steigerung des Vergütungsvolumens ... da muss man schon viel IGeLn (& das dann auch wollen), um das Gehalt der Angestellten anzupassen....

Evil
05.11.2023, 09:42
Warum habt ihr Hausarztsitze? Der Koloskopierer hier am Ort hat auch einen Hausarztsitz, Arbeitet aber null hausärztlich,
Keine Hausbesuche etc. Was soll das?
Zuweiser.

Tom123321
05.11.2023, 16:19
Sind diese Angaben für einen frischen OA mit 40 Stundenwoche? Oder ist das für OÄ mit 15+ Jahren Erfahrung bzw. 60 Stundenwoche? 150.000/Jahr für 60 Stunden/Woche wäre mehr oder weniger Tarifgehalt...
Wie sieht es eigentlich in der Nephro so aus? Hab großes interesse dran, aber man findet Online keine Info über die Aussichten, außer dass es praktisch unmöglich ist sich niederzulassen.

DrSkywalker
05.11.2023, 18:32
Zuweiser.

Ja, allerdings habe ich den Vorteil nicht verstanden? Rechnen die dann die hausärztliche Behandlung und die internistische ab? Wenn ja, ist das legal?

Das System ist so skurril, wer es am besten beherrscht und sich schlau darin bewegt gewinnt, wer ehrlich naiv seine Arbeit macht verliert.

Christoph_A
06.11.2023, 09:24
Ja, allerdings habe ich den Vorteil nicht verstanden? Rechnen die dann die hausärztliche Behandlung und die internistische ab? Wenn ja, ist das legal?

Das System ist so skurril, wer es am besten beherrscht und sich schlau darin bewegt gewinnt, wer ehrlich naiv seine Arbeit macht verliert.

@Dr. Skywalker: Entschuldige bitte die späte Antwort, war letzte Woche auf einem Kongress und nur sehr sporadisch im Forum.
Weil D gefragt hattest, wir haben unsere allgemeinmedizinischen Sitze nicht aus zuweiserischen sondern abrechnungstechnischen Gründen. Viele Leistungen, die wir ansonsten umsonst erbringen würden (Wiedervorstellungen von Patienten nach Medikamentenänderungen, LZ-EKG/RR Besprechungen, Ergometrien etc.) kann man auf diese Sitze auslagern, das ist monetär durchaus lukrativ. Denke, daß das der Gastroenterologe bei Euch auch so macht.

DrSkywalker
06.11.2023, 10:14
Interessant, danke für die Antwort. Echt bitter, dass solche Kunstgriffe nötig sind, um seine Arbeit bezahlt zu bekommen.

In gesperrten Gebieten aber schlecht für die Patienten, finden trotz überversorgung keinen Hausarzt, vielleicht auch ein Grund dafür?

Christoph_A
06.11.2023, 10:37
Interessant, danke für die Antwort. Echt bitter, dass solche Kunstgriffe nötig sind, um seine Arbeit bezahlt zu bekommen.

In gesperrten Gebieten aber schlecht für die Patienten, finden trotz überversorgung keinen Hausarzt, vielleicht auch ein Grund dafür?

Das wiederum ist nicht mein Problem, sondern das der Politik. Ich mache die Regeln nicht, bekomme viele Leistungen, die ich erbringe nicht adäquat vergütet respektive sogar noch, durch Überschreitung der Budgetgrenzen (vulgo: Bestrafung für Fleiß) gestrichen und gratis noch die Vorhaltungen Covidkalles als Kirsche auf den Kuchen dazu serviert.
Daher halten wir es für legitim und nicht verwerflich, jedes Schlupfloch auszunutzen, das sich findet.
Hier sind die Allgemeinmedizinersitze aufgrund der Demoskopie nicht gesperrt, sind einige frei und gerade im Landkreis relativ günstig.

hebdo
06.11.2023, 11:45
Ich habe als OA Kardiologie ohne interventionelle Tätigkeit inkl. Dienste ~120.000€ bekommen.
Die Zahlen >140.000€ als OA in der Inneren Medizin sind doch eher die Ausnahme als die Regel - gerade ohne spezielle Kenntnisse. Ich glaube aber schon, dass es solche hohen Gehälter stellenweise gibt.

Ein Kollege hat bei einem privaten Träger als interventioneller Kardiologe 160.000€ inkl. 12 Dienste/Monat bekommen.

Die Nephrologie befindet sich gerade in den letzten Jahren im Umbruch. Hätte das vor 3 Jahren auch nicht gedacht. Da bewegt sich einiges. Zum einen stecken viele der etablierten Dialyseanbieter in finanziellen Schwierigkeiten - vor allem das KfH und Nephrocare (Fresenius). Beide haben in den letzten Jahren einige Zentren geschlossen. Auch der Personalmangel im Bereich Pflege und etwas weniger bei den Ärzten macht sich bemerkbar.
Ich verfolge den Stellenmarkt seit etwa 5-6 Jahren und entdecke immer mehr Angebote mit Teilhaberschaft.
Zum anderen kommen aber auch neue private Investoren auf den Markt, die eine Teilhaberschaft anbieten.
Beim Gehalt im Angestelltenverhältnis gibt es so Richtwerte: Einstieg 120.000€, Leitung >150.000€. Üblicherweise arbeitet ein Nephrologe aber auch mind. 40h, etwa 2 Samstage, hat eine Rufbereitschaft und betreut Krankenhäuser.

Tramaldol
06.11.2023, 21:37
Ich habe als OA Kardiologie ohne interventionelle Tätigkeit inkl. Dienste ~120.000€ bekommen.
Die Zahlen >140.000€ als OA in der Inneren Medizin sind doch eher die Ausnahme als die Regel - gerade ohne spezielle Kenntnisse. Ich glaube aber schon, dass es solche hohen Gehälter stellenweise gibt.


Aber die 120k, die du damals hattest, ist schon etwas her oder. 2018 ein gutes Gehalt. Nun gibt es viel Inflation usw. seit Covid und dem unsäglichen Krieg in der Ukraine. Es ist alles teurer.
Ich bin nicht so sehr in der Inneren unterwegs. Möglicherweise ist das Gehaltsniveau da niedriger wegen der relativ hohen Anzahl an Kandidaten (Spekulation).



Ein Kollege hat bei einem privaten Träger als interventioneller Kardiologe 160.000€ inkl. 12 Dienste/Monat bekommen.


Naja, eher Grundgehalt 160 plus 12 Dienste extra vergütet wäre ein besserer Deal gewesen aus meiner Sicht. Vor Covid hätte ich gesagt, super Deal. Grundsätzlich ist es eh nicht falsch den Tarifvertrag plus Bonus zu vereinbaren, dann sparen sich beide Seiten nervige Nachverhandlungen.




Beim Gehalt im Angestelltenverhältnis gibt es so Richtwerte: Einstieg 120.000€, Leitung >150.000€. Üblicherweise arbeitet ein Nephrologe aber auch mind. 40h, etwa 2 Samstage, hat eine Rufbereitschaft und betreut Krankenhäuser.

Dito. Vor Covid hätte ich gesagt: 1A Deal. Jetzt ist das Geld weniger Wert. Man verhungert nicht, aber es ist auch kein toller Deal.

anignu
06.11.2023, 22:37
Ein Kollege hat bei einem privaten Träger als interventioneller Kardiologe 160.000€ inkl. 12 Dienste/Monat bekommen.
Also zu Tode kathetern...

Beim Gehalt im Angestelltenverhältnis gibt es so Richtwerte: Einstieg 120.000€, Leitung >150.000€. Üblicherweise arbeitet ein Nephrologe aber auch mind. 40h, etwa 2 Samstage, hat eine Rufbereitschaft und betreut Krankenhäuser.
Einstieg 120t€ bleibt auch dabei wenn nicht Leitung, oder? Und dann 120t€, 2 Wochenenden, Rufbereitschaft, <40h/Woche, Krankenhausbetreuung.... Mei, wer's mag...

freak1
07.11.2023, 09:00
12 Interventionshintergründe im Monat wären - je nach Aufkommen - für mich ein Grund sofort das Haus zu verlassen. Egal für wie viel Geld.