Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : OA Gehalt - aktueller Stand
Ist das wirklich so? Dachte immer es sei anders herum. Wenn ja, warum hat sich das jetzt gedreht?
In der Psychiatrie kann man keine technischen Zusatzuntersuchungen anbieten.
Auch dürfte die Dichte an Privatpatient:innen nicht so hoch sein, aufgrund der langen chronischen Erkrankungen.
Der Unterschied machen die PT Leistungen. Die sind nicht Budgetiert und werden als Einzelleistungen quasi 1:1 vergütet. Zudem sind die Kosten oft geringer als andere Praxen, weil man insgesamt weniger technische Gerätschaften und Sprechstundebedarf, Laborleistungen etc. benötigt. Privatpatienten sind in der PT inzwischen eher unterversorgt. Es gibt Psychotherapeuten, die nur noch gKV Patienten annehmen, weil die Vergütung besser ist und der bürokratische Aufwand geringer. Andere Praxen rechnen deshalb auch perse mit Faktor 2,6-2,8 ab und nehmen die dann nur an, wenn sie ihre Behandlungsminuten ausgereizt haben. Es gibt zwar auch Privatpraxen. Aber Beihilfe Patienten können nur von Fachärzten bzw. psychologischen Psychotherapeuten behandelt werden und die gibt auch nicht wie Sand am Meer.
Medierror123
08.11.2023, 18:51
Kennt jemand die beruflichen Chancen als Oberarzt in der Kardiologie? Auch bezüglich von AT Verträgen? Ich habe immer den Eindruck, dass viele Kardio machen und es deshalb schwieriger ist außertariflich bezahlt zu werden. Einfach weil es kein wirklich unterversorgtes Fach ist und es genügend Bewerber auf OA Stellen gibt. Ich rede jetzt auch nicht von einem OA, der die ganze Zeit am kathetern ist.
ehem-user-04-01-2024-1151
08.11.2023, 19:34
In der KJP sind viele Leistungen jetzt auch nicht mehr budgetiert. Arbeite nebenbei in einer Praxis
Aus eigenem Interesse - bin noch neu im Fach: Was bedeutet das konkret für die Praxis / die Vergütung in der KJP?
Tramaldol
11.11.2023, 00:47
Gut, Anästhesie ist jetzt auch nicht unbedingt ein Mangelfach, aber zumindest in meiner Gegend im Ballungsraum Rhein-Main werden teils händeringend Kollegen mit der ZB Intensivmedizin gesucht, weil das ja erlösrelevant ist, bzw. weiter werden wird.
Dennoch war es mir nicht möglich, mehr als Tarifgehalt auszuhandeln bei meiner OA-Stelle, wenn ich einigermaßen erträgliche Arbeitsbedingungen haben will. (...) ich habe immer noch das Gefühl, dass das weibliche Geschlecht von vornherein schlechtere Chancen bei Gehaltsverhandlungen hat, auch wenn man bereits dem vorrangig gebärfähigen Alter entkommen ist.
Wie sagte mein Ex-Chef so schön: "Hier werden alle nach dem gleichen Tarif bezahlt!"
Meine Antwort, da ich von mehreren männlichen Kollegen wusste, die Höherstufungen erreicht hatten: "Ja, manche mehr und andere weniger."
Wie du selbst sagst, ist Anästhesie kein klassisch ausgeprägtes Mangelfach und auch nicht unbedingt ein ambulantes Fach. Ein Anästhesie MVZ mit Kassensitzen, die es zu besetzen gilt, kenne ich nicht.
Aber natürlich muss auch so eine Anästhesieklinik mehr oder weniger laufen und anscheinend findet sich da immer noch ausreichend Personal. Mancher Chirurg würde jetzt einschreiten und sagen, er kenne viele Anästhesiekliniken, die die Chefs nicht im Griff haben und all seine OPs würden daher ausfallen. Oder zumindest manche.
Ich kenne aus meinem Semester auch einige Leute, die Anästhesie gemacht haben und letztendlich eine OA Stelle bekommen haben, oft erst nach langer Zeit als einfacher FA in der Klinik. Alles zum Tarif. Gut Leben kann man davon auch. Zusätzlich kann man noch Notarzt fahren.
Wenn man höhergestuft eingestellt werden will und der Chef nicht will, dann muss man auch so konsequent sein und den Job liegen lassen. Auch bei AT gibt es Verhandlungsgeschick. Da gibt es Leute, die sitzen auf ihrem alten Gehalt, was sie 2010 ausgehandelt haben und Leute, die selbstbewusst zu Beginn sehr gut verhandelt haben. Wenn es Null Bewerber gibt und empfindlich Einnahmen wegfallen, überlegt man e sich als Chef dann doch.
Ich fand Anästhesie nach dem Notfallpraktikum hochinteressant. Doch als man all die anderen Fächer gesehen hat, wie Innere (komplexer, Hintergründe verstehen) oder Chirurgie (schnell sichtbare Ergebnisse, Handwerk), war das Interesse dahin.
Ein Anästhesie MVZ mit Kassensitzen, die es zu besetzen gilt, kenne ich nicht.
Ich schon. Die machen ambulante Chirurgie für HNOler, Varizen-OPs, Gyn-Sachen etc. Läuft ganz gut.
Zusätzlich kann man noch Notarzt fahren.
Kann man auch als Urologe, Neurochirurg oder Pädiater. Völlig egal.
Tramaldol
12.11.2023, 07:16
Ich schon. Die machen ambulante Chirurgie für HNOler, Varizen-OPs, Gyn-Sachen etc. Läuft ganz gut.
Du meinst sie machen die Anästhesie für ambulante Chirurgie im Auftrag der Chirurgen.
Ja möglicherweise ist das eine Option für die gescholtenen Anästhesisten.
Kann man auch als Urologe, Neurochirurg oder Pädiater. Völlig egal.
Ja stimmt, oder Internist oder Chirurg.
Aber in der Anästhesie ist es am weitesten verbeitet "vom Gefühl".
Ich kenne keine niedergelassenen Urologen, Neurochirurgen oder Pädiater, die nebenbei Notarzt fahren. Die Pädiater/Urologen sind mit ihrer Praxis und Familie genug beschäftigt und die niedergelassenen Neurochirurgen sind irgendwelche Koryphäen, die das nicht zusätzlich noch neben ihren Wirbelsäulen - OPs machen. Zumindest ist in meinem Bekanntenkreis so. Sicherlich mag's auch den Notarzt-fahrenden Neurochirug irgendwo geben.
Tramaldol
12.11.2023, 07:48
Insgesamt sind die Gehälter schon sehr intransparent. Das ist schade, man weiß nicht genau, was man fordern kann, weil man nicht weiß, was andere verdienen. Dabei wird's doch alles über Krankenkassenbeiträge aus der GKV bzw. Beihilfe (=Staat) /PKV bei den Privaten finanziert. Die Unikliniken und städtischen Häuser kriegen ihre Finanzmittel auch aus Steuermitteln. Da dürfte die Frage nach dem Wirtschaften und Gehältern erlaubt sein, egal ob Geschäftsführer oder Klinikdirektor. Selbst bei den öffentlich rechtlichen werden die Gehälter genannt. Im Gehaltsreport wird für CA zwischen 177-360k angegeben. Für die höchsten Tiere bei den CA in den Unikliniken gibt es "keine belastbaren Zahlen". Schade. Die Transparenz müsste doch möglich sein. Finde die Idee über Gehälter und Geld (insbesondere da es sich um weitgehend öffentliche Gelder und Beiträgen zu Pflichtversicherungen handelt) zu schweigen suboptimal.
https://www.academics.de/ratgeber/gehalt-aerzte-uniklinik-krankenhaus#subnav_chefarzt-gehalt_im_uniklinikum
Du meinst sie machen die Anästhesie für ambulante Chirurgie im Auftrag der Chirurgen.
Ja möglicherweise ist das eine Option für die gescholtenen Anästhesisten.
Nein, andersrum.
Die Anästhesisten haben die Kassensitze und betreiben die OP-Sääle, die Chirurgen buchen sich Slots bzw. OP-Kapazitäten. Es handelt sich um ein Anästhesie-MVZ zu dem man kommen kann um sich Leistungen zu buchen.
Tramaldol
12.11.2023, 18:43
Tolle Sache. Und wieviel gibt's da zu verdienen?
Ich rede jetzt auch nicht von einem OA, der die ganze Zeit am kathetern ist.
Was man immer und immer wieder über die Kardiologie hört ist, dass die HKL halt fast das ganze Geld bringen. Mehr HKLs, mehr Katheter = mehr Geld. Als nicht interventioneller Kardiologe bist du für die Kliniken also lange nicht so attraktiv.
Thomas24
12.11.2023, 21:52
Tolle Sache. Und wieviel gibt's da zu verdienen?
Wenn die Anästhesisten das OP Zentrum betreiben und sich die Operateure bei Ihnen einmieten, dann liquidieren die Anästhesisten die mitgebrachten Patienten der Operateure selbst nach EBM und GOÄ.
Alles weitere ist nach Absprache. Wird der Aufwachraum auch von den Anästhesisten abgerechnet oder von den Operateuren?
Wie teuer ist der Slot? Ist es eine reine Vermietung der Räumlichkeiten? Abrechnung nach Zeit oder nach Fällen?
Wird nur der OP vermietet, oder auch Serviceleistungen drumherum (Stellen von Op Assistenz*, Sterilisation der Siebe*) etc.
*Oft wird nur die reine Raumvermietung angeboten, weil nicht Gewerbesteuerpflichtig. Bei Überlassen von Personal für die Op Assistenz bzw. sonstigen Dienstleistungen für die eingemieteten Operateure (z.B. Sterilisation der Siebe) fällt meistens nicht mehr unter freiberufliche Tätigkeit = Gewerbesteuerpflicht für das gesamte OP Zentrum. Abgesehen von den mittlerweile sehr hohen Auflagen für die Durchführung von Sterilisationsdienstleistungen für Dritte (Haftungsthematik).
Das Geschäftsmodell kann für die Anästhesisten sehr lukrativ sein.
Danke Thomas, das ist mehr als ich darüber hätte schreiben können.
@Thomas24: Jetzt weiss Tramaldol aber immer noch nicht, was es da genau "zu verdienen" gibt.:-luigi
Tramaldol
15.11.2023, 15:51
Ich war von einem normalen angestellten Anästhesisten ausgegangen, nicht Leitung / Inhaber,
Die Intransparenz hat für AG Vorteile bei der Lohngestaltung. Und so lässt sich bei den Personalkostem sparen.
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