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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Klage gegen PJ



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Nefazodon
07.11.2023, 13:51
Es gibt zwar Leute, die sich gegen das System gestellt haben, aber die sind meist hinterher VERklagt worden (Dr. med. Dr. phil. Clemens Bartholdy) und haben nicht für Alle die Dinge zum positiven verändern können.

@Kackbratze: Ironie bitte kennzeichnen. Gert Postel glaubt das wirklich.

Endoplasmatisches Reticulum
07.11.2023, 14:36
Man stelle sich vor, es würde höchstrichterlich entschieden, dass PJler besser bezahlt werden müssen. Das System würde kollabieren.
Die Betriebskosten würden steigen und konsekutiv die DRGs. Nach Neujahr fährt der kaufmännische Direktor im Tesla vor und die Presse-Abteilung der Klinik publiziert ein prätentiöses Eigenlob auf die Nachhaltigkeit. Gleichzeitig wird der tägliche Essensgutschein von 3,20 € in der Campus Suite gestrichen. Man ist ja nicht Krösus. (Die Betriebskantine war schon vor 2 Jahren bei der letzten Klinikfusion wegrationalisiert worden. Aber ist okay. Das Essen dort war eh kurz davor, sich von alleine zu bewegen.)

Dooly
07.11.2023, 18:22
Nach 5 Jahren Studium und 2 Staatsexamen arbeitet man in der Klinik eine VollzeitstelleDas lese ich öfter und frage mich jedes Mal, ob man solche Daten einmal sauber erhoben hat. In meiner Bubble ist das nämlich meilenweit von der Realität entfernt. Wie ist es im Schnitt? Wie ist die Streuung? Wie viele Stunden sind PJs vor Ort anwesend und welche Aufgaben erledigen sie?


@dooly Denkst du an so was ähnliches wie das HIPSTA in der Uniklinik Heidelberg?kenne HIPSTA leider nicht. Tiefergehende Gedanken habe ich mir allerdings nicht gemacht.

Sosylos
07.11.2023, 18:49
HIPSTA ist eine interprofessionelle Ausbildungsstation der im Bereich Chirurgie, wo PJ-ler und Pflegeschüler zusammen die Station managen.
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/kliniken-institute/institute/abteilung-allgemeinmedizin-und-versorgungsforschung/leistungsspektrum/bsc-interprofessionelle-gesundheitsversorgung/interprofessionelles-lernen/hipsta-ip

Dooly
07.11.2023, 19:28
Spannend, und schon 6 Jahre als Modellprojekt aber nicht ansatzweise irgendwie in die Breite geschafft? Nicht mal in HD in anderen Fächern? Spontan könnte ich mir das Konzept sehr gut für Blockpraktikum oder eine der letzten Famulaturen vorstellen. Fürs PJ, als allerletzten Schritt, bevor man in die freie Wildbahn gerät, ist mir das zu weit weg vom Arbeitsalltag. Wie wird das ganze begleitet?

Endoplasmatisches Reticulum
07.11.2023, 19:37
PJs mit Pflegeschülern in einen Karton zu stecken und gemeinsam Erwachsene spielen zu lassen ist eine Demontage. Ich würde mich da veräppelt fühlen. Allerdings wohl immer noch besser als das durchschnittliche Chirurgie-Tertial, von daher: Wer's mag ...

Dooly
28.11.2023, 21:36
Der Youtube Algorithmus hat mir gerade folgendes vorgeschlagen: https://youtu.be/Dhx3_Hj6nVw?si=8X5S_xv-i5xNyGjk Am UKD gibt es nun auch ein Ausbildungskonzept, bei dem PJs und Pflegeazubis 6 Patient*innen versorgen sollen. IDA heißt das Projekt und wird anscheinend in der Kinderklinik umgesetzt.

davo
29.11.2023, 11:49
Ich kenne HIPSTA leider nicht persönlich, aber die meisten Bewertungen der HIPSTA-Station auf pj-ranking.de sind hervorragend. Dürfte also deutlich lehrreicher sein als fast jedes normale PJ-Tertial in der Chirurgie.

Das Problem ist, dass solche Prestigeprojekte oft einen viel besseren Personalschlüssel (fachärztlich, pflegerisch, etc.) haben als reguläre Stationen, und dass dort oft viel engagiertere Leute (Fachärzte, Pflegekräfte, etc.) eingesetzt werden als auf regulären Stationen. Es ist also naiv zu glauben, dass man die dort gemachten positiven Erfahrungen problemlos im großen Maßstab umsetzen könnte.