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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vorübergehende Dienstunfähigkeit nach OP?



Monstera
24.11.2023, 21:02
Hallo zusammen,
ich wurde vor kurzem operiert und bin nun für voraussichtlich ein paar Wochen in meiner Mobilität eingeschränkt, d.h. ich kann z.B. nicht schnell laufen oder lange stehen bzw. ich bekomme dann Schmerzen, da die OP an einer Extremität erfolgt ist. Die Details sind mir ein wenig zu privat, um sie hier zu teilen. Ich möchte bald wieder arbeiten, da ich insgesamt kaum Schmerzen habe und überwiegend im Sitzen arbeite und im Arztzimmer hoffentlich meine Extremität hochlagern kann. Den normalen Stationsalltag kriege ich hoffentlich irgendwie hin und für Notfälle sind ja genügend Kolleg*innen in der Nähe, die schnell reagieren können.

Nun bin ich etwas ratlos was die Dienste angeht, da ich nicht weiß, ob ich aktuell physisch in der Lage bin 24h-Dienste zu leisten mit diesem "Handicap", da man, wenn es dumm läuft, 24 h lang durch das ganze Haus (großes Klinikum) laufen muss, um Patienten zu versorgen. Die mehrere Stunden Ruhezeit, die eigentlich vorgeschrieben ist, bekommt man quasi nie. Auch Visitendienste decken mehrere Stationen und viel Lauferei ab.
Leider sind wir schlecht besetzt und ich möchte die Kolleg*innen nicht im Stich lassen, andererseits kann ich nichts für die Operation (hatte einen Unfall und dessen Folgen wurden behandelt). Ich wäre auch bereit, in Zukunft häufiger einzuspringen als Ausgleich, allerdings bringt das aktuell in der angespannten Personalsituation in der Weihnachtszeit nicht viel.

Ich habe vor, es mit den Diensten mal zu probieren, um das Team zu entlasten, allerdings weiß ich nicht, ob ich Probleme bekommen kann, wenn ich nicht schnell genug bei einem kritisch kranken Patienten sein kann (bisher musste ich nie rennen, aber theoretisch sollte ich das vielleicht können?). Ich möchte natürlich auf keinen Fall, dass mein Handicap zum Schaden bei Patienten führt.

Was würdet ihr machen? War schonmal jemand in einer ähnlichen Situation?

Ich werde mich natürlich umgehend nach meiner Krankschreibung beim betriebsärztlichen Dienst vorstellen, aber vielleicht hat jemand bis dahin hilfreichen Input.

Vielen Dank!

AlexDo86
24.11.2023, 21:42
An erster Stelle steht deine Genesung. Verzögert sich diese, fällst du langfristig aus oder bist länger gehandicapt.
Noble Gesten dem Team zu Liebe sind Unsinn. Es wird dir niemand danken.
Du kannst dein Team im Zweifel auch aus dem Homeoffice unterstützen.
Wenn du wieder fit bist, kannst du wieder durchstarten…

Nefazodon
24.11.2023, 21:57
Wer krank ist, ist krank!

Und für eine Krankheit, für die man nichts kann, muss man auch keinen Ausgleich anbieten, ala später mehr Dienste!

Das ist Unsinn, und muss dringend aus den Köpfen raus!

AlexDo86 hat Recht. Heldentaten wird dir niemand danken.

Monstera
24.11.2023, 22:27
Vielen Dank für euer Feedback! Rational gebe ich euch total recht, leider meldet sich mein schlechtes Gewissen schon bei einem Tag Krankheit. So auch, sollte ich jetzt einige Wochen keine Dienste leisten können. Vielleicht bin ich ja schneller als gedacht fit, aber ich werde dennoch einen Termin beim Betriebsarzt/-ärztin vereinbaren, um mich abzusichern.

In der Klinik, in der ich arbeite, habe ich noch nie von Home Office für Assistenzärzt*innen gehört, wie geht das bei euch? Diese Option käme wie gerufen.

AlexDo86
24.11.2023, 22:54
Was hat der Betriebsarzt damit zu tun? Krankmeldung durch den Hausarzt/ den behandelnden Arzt und gut.
Mach dir nicht so viele Gedanken…

-edit-

anignu
25.11.2023, 00:01
Noble Gesten dem Team zu Liebe sind Unsinn. Es wird dir niemand danken.
Heldentaten wird dir niemand danken.
Ich wollte auch noch schreiben: niemand dankt es dir wenn du dich kaputt machst. Setz klare Grenzen und kümmere dich primär um deine Gesundheit.

Lakemond
25.11.2023, 07:10
Du kannst dein Team im Zweifel auch aus dem Homeoffice unterstützen.


In welcher deutschen Klinik hast du das schon mal gesehen???

Lakemond
25.11.2023, 07:12
Bei uns waren nicht selten Assistenten längerfristig krank und haben zB aus dem Homeoffice Briefe diktiert/angepasst. Im Stationsalltag hat uns das eine Menge Arbeit abgenommen.

Und waren sie krankgeschrieben und trotzdem gearbeitet oder wie lief es denn? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man 40 Stunden in der Woche Briefe diktiert.

Endoplasmatisches Reticulum
25.11.2023, 09:59
......

davo
25.11.2023, 10:22
Wenn man krank ist, dann arbeitet man nicht. So wie jeder andere Mensch auch.

Man sollte das Medizinstudium wohl um eine Pflichtlehrveranstaltung "Selbstfürsorge" erweitern...

AlexDo86
25.11.2023, 11:02
Phänomenal gutes Modell vom Arbeitgeber!
Lohnfortzahlung an die Krankenkasse abtreten, aber weiter Arbeitsleistungen kassieren.
Die Mutter bescheuerter Ärzte ist wohl immer schwanger ...

Es war ein Angebot seitens der Assistenten selbst, das kam nicht vom Arbeitgeber. Darüber, wie das genau geregelt war, kann ich jedoch nichts berichten.

Monstera
25.11.2023, 17:19
Ich sehe das aus eigener Erfahrung etwas anders. Man kann locker im Home Office arbeiten, wenn man sich z.B. eine Fraktur einer Extremität zugezogen hat. In der Praxis ist es leider so, dass man mehrere Wochen krank geschrieben wird (weil Stationsalltag mit Krücken nicht möglich) und komplett ausfällt, was meiner Meinung nach verschwendete Arbeitskraft ist. Ähnliches gilt für Schwangere, da sind die Konzepte auch nicht ausgereift, was dann schnell zum Berufsverbot führt.
Natürlich kann man bei einer Influenza-, Covid-Erkrankung o.ä. nicht arbeiten, aber warum nicht nach einer OP/Verletzung?

Nefazodon
25.11.2023, 17:46
Natürlich kann man bei einer Influenza-, Covid-Erkrankung o.ä. nicht arbeiten, aber warum nicht nach einer OP/Verletzung?

Naja, z.B. weil:

-man Zeit und Ruhe braucht um sich zu erholen
-andere Tätigkeiten im Haushalt mit Verletzung ja auch anstrengender werden, man also zusätzliche Energie nur für die normale Lebensführung braucht
-der Arbeitgeber in der Regel kein Recht hat, die Diagnose zu erfahren, wegen der Du krankgeschrieben bist. Wird er in deinem Fall vermutlich wissen, ist auch egal, spricht aber gegen ein differenzierteres Vorgehen bei Krankschreibungen. Das Ganze darf nicht zu einer Rechtfertigungspflicht für den AN führen, warum er denn nicht von zuhause arbeiten kann...

Deine Einstellung ist nett und pflichtbewusst.
Aber mach dir bitte keinerlei Illusionen: Das dankt dir keiner!

Solltest Du mal längerfristig erkranken und dadurch ausfallen, wird der AG jede sich ihm bietende rechtliche Möglichkeit nutzen, dich loszuwerden, egal wie sehr Du dich vorher angestrengt hast.
Und fällst Du irgendwann dauerhaft aus (Krankheit, Tod....) wird man sich schon 6 Monate später nicht mehr an dich und deinen Einsatz erinnern.

Insofern...zügele dein schlechtes Gewissen und werde in Ruhe gesund.