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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sinnkrise 3.0 Innere Medizin



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Tramaldol
14.01.2024, 16:29
[truba][;2274468']
Es nervt einfach immens bei jeder Bemerkung dahingehend, dass an mancher Stelle vielleicht auch weniger motivierte Kollegen zu finden sind (was ja auch völlig ok ist) die Verantwortung auf alle Fachärzte, Oberärzte und Chefärzte abzuschieben. Selbst wenn Weiterbildung in Deutschland insgesamt schlecht ist.

Hast du noch nie einen weniger motivierten Weiterbildungsassistenten gesehen?

Wer garantiert den FA Standard und kriegt die dicke Kohle. Richtig. Der CA und die OA und darum ist es verdammt nochmal ihre Pflicht und Verantwortung und nicht die irgendwelcher Assis. Wenn sie da irgendwelche Faulpelze anstellen und nicht in der Probezeit rauskegeln...selbst schuld. Ihre Verantwortung. Dafür werden die Kackbratzen auch bezahlt.


Ja, jeder, wie er mag. Ich habe damals das Bedsideteaching (das weit darüber hinaus ging, was ein 0815-Assi in seiner normalen Arbeitszeit bekam, und das war auch schon eine Menge) sehr genossen. Dafür bin ich selbstverständlich extra geblieben.

Gerade am Anfang ist es doch illusorisch ohne etwas Extraarbeit reinzukommen, wie bei jedem Job. Zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen werden absichtlich auf 17 Uhr gelegt und damit außerhalb der Arbeitszeit.

jheller
14.01.2024, 17:28
Hallo blebainen,

ich suche einen Lernpartner, der mit mir für den FA Innere Medizin lernt.

Können gern über Online Videogespräch Facharztprotokolle / Fälle durchsprechen, wenn du magst.

Melde dich gerne bei mir.

Freue mich,

Jonas

JAK1
15.01.2024, 10:57
Ja, jeder, wie er mag. Ich habe damals das Bedsideteaching (das weit darüber hinaus ging, was ein 0815-Assi in seiner normalen Arbeitszeit bekam, und das war auch schon eine Menge) sehr genossen. Dafür bin ich selbstverständlich extra geblieben. Ähnliches würde ich bei Chirurgen erwarten, die wirklich etwas lernen wollen. Natürlich nicht, wenn das Interesse lediglich ist, seinen FA zu machen und bestenfalls Mittelmaß zu bleiben. Übrigens ist das Ergebnis meiner Anstrengungen jetzt Verdienst von weit über einer Viertelmillion bei 40-Stunden-Woche.

Aber eben dann nicht jammern, wenn keine exzellente Ausbildung. Die kann man sich nämlich suchen, aber es ist ein Geben und Nehmen, und zwar deshalb unabhängig vom Träger einer Einrichtung, weil die "Lehrer" dort auch nur angestellt sind und ihr Pensum erbringen müssen.

Ohne dir deine Leistungen abzusprechen, die sicherlich zu deinem hohen Gehalt geführt haben, sollte man doch bedenken, dass das sicherlich multifaktoriell entstanden ist (Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, die richtige Fachrichtung machen, gutes Verhandlungsgeschick, der richtige Chef etc.). Wenn ich mir die OÄ so am Uniklinik anschaue, dann glaube ich kaum, dass da viele übertariflich bezahlt werden und das trotz PD, länger dableiben, danach ins Labor etc. Ich glaube die Zeiten sind einfach vorbei, in denen man 250.000 Euro verdient. Da stelle ich mir dann aber die Frage ob sich so ein Full-Commitment lohnt, wenn am Ende doch mit hoher Wahrscheinlichkeit nur ein Tarifgehalt rauskommt?

Ich hab auch Fachliteratur in meiner Freizeit gelesen und bin länger dageblieben, aber richtig finanziell gelohnt hat sich das bisher nicht und als richtig habe ich das auch nie empfunden. Das Leben besteht aus deutlich mehr als nur Arbeit.

rafiki
15.01.2024, 11:25
Klar besteht das Leben aus mehr als der Medizin. Gerade deshalb ist es ja sinnvoll, viel zu verdienen bei nicht zu viel Arbeit....
Und klar, wer unbedingt seinen Selbstwert an der Uni aufbessern muss, hat sich bewusst dafür entschieden und gegen gutes Verdienen. Ich habe es in der Assizeit gerade ein halbes Jahr an einer Uniklinik ausgehalten, bis ich gemerkt hatte, wie schlechte klinische Medizin dort gemacht und nur Papern hinterhergerannt wird. Das wollte ich nicht.
Es hängt nicht so sehr vom Fach ab, ich denke in nahezu jedem Gebiet lässt sich finanziell bei guter Leistung, notfalls in einer Nische, etwas erreichen.

Tramaldol
15.01.2024, 22:57
Wenn ich mir die OÄ so am Uniklinik anschaue, dann glaube ich kaum, dass da viele übertariflich bezahlt werden und das trotz PD, länger dableiben, danach ins Labor etc.
(...)in denen man 250.000 Euro verdient. Da stelle ich mir dann aber die Frage ob sich so ein Full-Commitment lohnt, wenn am Ende doch mit hoher Wahrscheinlichkeit nur ein Tarifgehalt rauskommt?

Ich hab auch Fachliteratur in meiner Freizeit gelesen und bin länger dageblieben, aber richtig finanziell gelohnt hat sich das bisher nicht und als richtig habe ich das auch nie empfunden. Das Leben besteht aus deutlich mehr als nur Arbeit.

Naja die Uniklinik ist doch dafür da PD/Prof und Karriere zu machen. Dafür gibts da eben nur Tarif. Außer man ist Ltd. OA oder ggfs Beteiligung an einem MVZ der Klinik.

Irgendwann ist es Zeit die heiligen Hallen der Uni zu verlassen und zu schauen, was es noch so gibt. Und wie du selbst sagst: der richtige Ort, richtige Zeit, richtiges Fach und etwas Glück. Wenn man jedoch an der Uni oder andere Stelle hängenbleibt, selbst schuld. Arbeitgeber bevorzugen immer noch die Bewerbung statt Headhunter oder in der Community mal fragen.


Ich habe es in der Assizeit gerade ein halbes Jahr an einer Uniklinik ausgehalten, bis ich gemerkt hatte, wie schlechte klinische Medizin dort gemacht und nur Papern hinterhergerannt wird. .

Kenne ich nicht so von den Unikliniken. Da wird sich schon um gute Medizin in der Regel bemüht. Ich hätte mir etwas mehr Förderung bei Paper &Co gewünscht. Hängt extrem vom Fach und Leitung der Abteilung ab, auch bei Unikliniken. Vom Saftladen bis zu Top-Adressen. Leider. Und die Chefs der Top-Adressen haben nicht mal die alten Verträge. Schämen sollten sich diese faulen Chef-Säcke, die nur das Geld nehmen und die Zeit absitzen.

h3nni
27.01.2024, 21:32
Ja, jeder, wie er mag. Ich habe damals das Bedsideteaching (das weit darüber hinaus ging, was ein 0815-Assi in seiner normalen Arbeitszeit bekam, und das war auch schon eine Menge) sehr genossen. Dafür bin ich selbstverständlich extra geblieben. Ähnliches würde ich bei Chirurgen erwarten, die wirklich etwas lernen wollen.

Das ist ja auch geil. Wenn dein Oberarzt allerdings den ganzen Tag woanders (Interventionen machen) ist und pünktlich um 15:30 die Hallen verlässt, wieso sollte ich dann für Aufklärungen und Briefe bis 18:30 bleiben, wenn ich nichts davon habe, zumal ich ja keine Gesichtspflege betreiben kann?

HannibaI
28.01.2024, 09:07
Von einem wirklich am Fach interessierten AA würde ich auch erwarten, für 1:1-Lehre, die über den Standard hinausgeht, länger da zu sein, ohne Überstundenvergütung.

Ohne Überstundenvergütung? Warum sollte man auf tausende Euro im Monat verzichten? (VKA: 100 Überstunden ausgezahlt ca. 3000 brutto).
Ich lasse mir eigentlich monatlich 50 Überstunden auszahlen und habe so etwas über tausend netto mehr im Monat. Maximalversorger mit echter Arbeitszeiterfassung.

rafiki
28.01.2024, 11:45
@h3nni: Das musst du mit deinem OA klären, da kann dir dieses Forum nicht helfen.

@Hannibal: Hilfreich ist, #23 ganz zu lesen und zu verstehen.

h3nni
28.01.2024, 16:58
Es war keine wirkliche Frage, eher ein Hinweis, dass nicht überall Oberärzte so hilfreich sind, dass man mit ihnen nach Feierabend lernen könnte.

anignu
29.01.2024, 00:39
Weil auch die Oberärzte irgendwann Feierabend haben?

h3nni
29.01.2024, 13:21
Fair Point.

Wenn man allerdings von Station aus 0 an Sachen partizipieren kann, die einen weiterbringen (Sono, OP, usw), wäre es ja wünschenswert, trotzdem irgendwie eine Weiterbildung zu erhalten. Wenn das dann weder (wie bei rafiki) nach Feierabend erfolgt noch sonst irgendwie, sehe ich keine gute Perspektive.
Zumal: OÄ gehen um 15:30, ÄiW um 18:00, ist das sinnvoll? Ich finde nicht.

Endoplasmatisches Reticulum
29.01.2024, 13:35
......

RussianAngel
29.01.2024, 16:28
Dazu sage ich nur: soll ich Euch sagen, wie oft ich von irgendeinem OA gehört habe: ich erkläre zu viel, es ist nicht meine Aufgabe, Dir das beizubringen etc. etc. ��

rafiki
29.01.2024, 17:04
Wie schon des öfteren wiederholt: auch OÄ haben ihr Pensum zu absolvieren. Ich selbst bleibe gerne länger als meine normale Arbeitszeit, wenn ich dann Assis etwas beibringen darf. Müssen die nur auch wollen....hat man leider nicht so oft, war bei mir früher anders - ich kann jetzt was, was nicht nur für meine Pat. schön ist, sondern mich echt befriedigt und sich vor allen Dingen monetär bemerkbar macht.

Aber so richtig begreifen tun diese Logik viele Jungspunde offensichtlich nicht. Wollen lieber sozialistische Abbruchhalde. Gruselig.

RussianAngel
29.01.2024, 21:28
Aber so richtig begreifen tun diese Logik viele Jungspunde offensichtlich nicht. Wollen lieber sozialistische Abbruchhalde. Gruselig.

Klar, für einen Stundenlohn niedriger als dieses einer Putzkraft mache ich stets unbezahlte Überstunden :)
Es ist sicher sehr individuell, aber die meisten OAs, die ich hatte, waren eher hinderlich bei der Weiterbildung, abgesehen von paar Lt. OAs und CAs

Trenn
29.01.2024, 21:48
Man kann seine Weiterbildungszeit auch mit minimalem Aufwand hinter sich bringen und dann als Facharzt unsicher sein. Oder man kann die Weiterbildungszeit als Lehrjahre verstehen, die Möglichkeiten nutzen und zeitnah nach dem Facharzt als Oberarzt oder Niedergelassener durchstarten und Reibach machen. Es ist eine Investition in die eigene Zukunft. Faule Studenten habe ich in meiner Klinikzeit nach kurzer Zeit weniger erklärt, interessierte Leute hilft man lieber mehr. So wird es sich auch bis zum Oberarzt und Chefarzt durchziehen. Man braucht leider einen Förderer, in der Uni ist es ja noch offensichtlicher, dass es auch viel auf Sympathie ankommt.