Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Assistelle Radiologie
nebelbrise
21.03.2024, 14:41
Hallo :)
Ich werde voraussichtlich Anfang Oktober mit dem Studium in Österreich fertig und interessiere mich für Radiologie. Da ich aber wenig Lust auf die Basisausbildung habe, würde ich dann gerne in Deutschland arbeiten. Kann vielleicht jemand berichten, wie da die Situation so aussieht? Bekommt man leicht eine Stelle? Sollte ich mich jetzt schon bewerben? Sollte ich erst mal ein Jahr Innere machen und mich dann bewerben? Und sollte ich mich für Innere auch schon jetzt bewerben?
Außerdem, wie sind denn die Arbeitsbedingungen in Deutschland so? Wie viele Stunden am Tag und in der Woche sind die Regel?
Zusammengefasst: Unterschiedlich.
In die Radiologie reinzukommen ist grundsätzlich etwas schwieriger als in Massenfächer wie z. B. Innere oder Chirurgie. Letztere haben einen höheren Personaldurchsatz, meist eine höhere Arbeitsbelastung und schlechtere Arbeitsbedingungen, auch viele Überstunden. Der Arbeitsalltag in der Radiologie ist besser planbar und viel Arbeit kann auch auf den nächsten Tag geschoben werden, sodass man eher pünktlich Feierabend machen kann.
Grundsätzlich sind aber auch die Arbeitsbedingungen in beliebten Städten manchmal schwieriger, weil Arbeitgeber genug Bewerber haben und mehr Aufopferung erwarten können. In der Provinz sind sie häufig so verzweifelt, dass sie jeden einstellen, der Deutsch spricht. Auch in der Radiologie bekommt man dort eher was. Als Einsteiger hat man den Nachteil, dass man noch nicht dienstfähig ist, sodass Erfahrene häufig bevorzugt werden.
Also: Versuchs einfach. Du kannst schon früh anfangen, Kontakte mit Chefärzten zu knüpfen, um berücksichtigt zu werden, falls erst später eine Stelle frei wird. Meist wollen die ihre Stellen aber erst besetzen, wenn sie eine haben, und dann am besten von heute auf morgen. Nach einem Jahr in der Inneren nimmt man dich aber auch gerne, weil du dann schon ein bisschen klinische Erfahrung hast und in deiner Karriere nicht nur Fachidiot für Bilder wirst. Kann ich eigentlich jedem empfehlen, auch wenns anstrengend wird. Umso mehr freut man sich dann nacher über seinen lässigen Bildschirmjob.
xenopus laevis
21.03.2024, 20:37
In den peripheren Häusern kein Problem! Aber bewerbe dich einfach! Solange du flexibel bist, wirst du was bekommen.
TaraTamm
22.03.2024, 17:37
Ich kann dir offenbar keine PN schicken. Wenn du mir eine Möglichkeit gibst dich privat zu kontaktieren, kann ich dir einen Maximalversorger mit breitem Spektrum empfehlen, bei dem Ende des Jahres vermutlich mindestens 3 Rad Assistentenstellen frei werden. Guter Lerneffekt, allerdings kein pünktlicher Feierabend. Unbezahlte Überstunden und Dienste unter Vollauslastung ohne Freizeitausgleich.
Und warum sollte man sich unbezahlte Überstunden antun? Gerade in der Radiologie ist es ja wirklich lächerlich einfach zu beweisen, dass du noch da warst. Meldung ans Gewerbeaufsichtsamt, wenn die Befunduhrzeiten mit Arbeitszeitdokumentation vergleichen, hagelt es Bußgelder für jeden einzelnen Verstoß.
Züschata
22.03.2024, 22:12
Ich kann dir offenbar keine PN schicken. Wenn du mir eine Möglichkeit gibst dich privat zu kontaktieren, kann ich dir einen Maximalversorger mit breitem Spektrum empfehlen, bei dem Ende des Jahres vermutlich mindestens 3 Rad Assistentenstellen frei werden. Guter Lerneffekt, allerdings kein pünktlicher Feierabend. Unbezahlte Überstunden und Dienste unter Vollauslastung ohne Freizeitausgleich.
Traumjob 😂😂😂
Erlkönigin
22.03.2024, 22:17
Die Arbeitsbedingungen sind recht abteilungsabhängig. Generell gilt wohl als Faustregel, je größer die Stadt und je maximalversorgerisch das Krankenhaus, desto anstrengender und ausbeuterischer.
Ich arbeite in einem Feld-Wald-und-Wiesen-Schwerpunktversorger (mit voller WBA) und wir haben tatsächlich einigermaßen Tarifvertrag und arbeitsrechtskonforme Arbeitsbedingungen und Zeiten. Überstunden gibt es, aber die werden dann in Gleitzeit abgefeiert.
Der Nachteil an kleineren Abteilungen ist, dass man relativ früh in den Dienst muss, weil es eben nicht so viele Assis gibt - zumindest ist das bei uns so. Dafür haben wir im Großen und Ganzen recht fürsorgliche (und nah am Krankenhaus wohnende) Oberärzte, die einem mit Rat und notfalls Tat zur Seite stehen.
Dafür hat man halt ein einem "normalen" kommunalen Haus nicht den Prestigebonus und wird vermutlich auch kein Professor für Radiologie mehr. Bei uns gehen die fertigen Fachärzte, die nicht bleiben, in der Regel in die Niederlassung oder zu anderen kommunalen Häusern.
Als kompletter Berufsanfänger ist es wohl wirklich etwas schwieriger. Ich würde mich an Deiner Stelle parallel für Radiologie und ein Plan B Fach bewerben. Wobei es bestimmt auch auf Anhieb in der Radiologie klappt, wenn Du örtlich ungebunden bist und es nicht der fancy Maximalversorger sein muss.
Moosachat
23.03.2024, 10:27
Eine Assistelle in dem Fach zu finden sollte problemlos klappen, solange es nicht eine beliebte Großstadt sein muss (das wiederum ist schwieriger). Das Fach leidet nicht unter einem so extremen Personalmangel wie Innere oder Psychiatrie und es kommt etwas mehr auf Glück an, dass gerade in dem Moment, in dem du suchst, eine Stelle frei wird. Aber grundsätzlich ist die Stellensituation für Ärzte mit guten Deutschkenntnissen, durchschnittlichem Lebenslauf und etwas örtlicher Flexibilität eher unkompliziert.
Wenn du erst im Oktober fertig wirst, ist es für eine Bewerbung meiner Meinung nach jetzt noch zu früh. Ich würde max. 3-4 Monate vor gewünschtem Jobbeginn anfangen zu suchen, weil die meisten Chefs ihre freien Stellen wie Docdean schon sagte erst besetzen, wenn sie wirklich definitiv frei sind und die Nachbesetzung eigentlich schon eilt.
1 Jahr Innere schadet fachlich nicht, aber das ist nichts, was man ohne Begeisterung fürs Fach mal eben so ein Jahr lang durchzieht. Da muss man aufgrund der Arbeitsbedingungen schon leidensfähig sein und wenn du dir schon sicher bist, dass du Radio machen willst, würde ich direkt dort beginnen.
Und du musst auch nicht die erstbeste Radio-Stelle annehmen, die man dir anbietet. Wenn du rechtzeitig mit der Stellensuche beginnst, kannst du viel hospitieren, dir vieles ansehen, vergleichen. Sprich mit den Assis unter 4 Augen, stelle konkrete Fragen (also nicht nur: Gibt es viele Überstunden? Sondern auch: Wie viele Überstunden hast du letzte Woche gemacht? Um wie viel Uhr warst du Mo/ Di /Mi raus? Oft kommt auf die erste Frage sowas wie "Es geht, nicht so viele." und auf die 2./ 3. heißt es dann, "Jaaa also letzte Woche war eine AUSNAHME, weil wir unterbesetzt waren..." etc. Don't fall for that.
Tramaldol
23.03.2024, 10:30
Also auch in großen Unikliniken ist es oft möglich was zu bekommen, manche haben sogar Dauerausschreibungen. Ob man dann da bleiben will (Karriere steht vor Arbeitsbedingungen) , ist einem selbst überlassen.
Achja und gerade an Unikliniken gibt es wegen WissZeitGesetz leider immer noch die Möglichkeit befristete Verträge von 1-3 Jahren zu schließen, die natürlich nicht immer verlängert werden. Es ist auch so immer viel Rotation und Personalwechsel an Unikliniken, auch im MTRA Bereich. Also ist auch immer wieder was frei.
nebelbrise
23.03.2024, 16:33
Nachdem hier jetzt das Wort "Dienst" gefallen ist, meint ihr, es wäre doch sinnvoll, einfach die 9 Monate Basisausbildung in Österreich zu machen? Danach wäre ich ja fit für Dienste. Wären dann meine Chancen in größeren Städten besser? Ich würde eigentlich für den Anfang schon gerne in einem größeren Haus in einer Stadt arbeiten, um einen breiten Überblick zu bekommen
Aktivier mal unter "Aktionen" -> "Einstellungen" -> "Einstellungen ändern" -> "Private Nachrichten" den Empfang privater Nachrichten.
Erlkönigin
23.03.2024, 16:54
Nachdem hier jetzt das Wort "Dienst" gefallen ist, meint ihr, es wäre doch sinnvoll, einfach die 9 Monate Basisausbildung in Österreich zu machen? Danach wäre ich ja fit für Dienste. Wären dann meine Chancen in größeren Städten besser? Ich würde eigentlich für den Anfang schon gerne in einem größeren Haus in einer Stadt arbeiten, um einen breiten Überblick zu bekommen
Radiologische Dienste sind ja nochmal anders als Innere Dienste. Du/wir befunden ja im Dienst Bilder. Ich glaube nicht, dass Du dafür nach neun Monaten Basisausbildung fit bist.
Außerdem ist es imho genau umgekehrt. Am Anfang musst Du ja sowieso die "Brot und Butter"Radiologie lernen. Das geht genau so gut an einem kommunalen Haus. Eher später für Spezialisierungen und die Bildgebung seltener Krankheiten "braucht" man dann Uniklinik und Maximalversorger.
nebelbrise
23.03.2024, 16:59
Danke, hab's jetzt aktiviert
nebelbrise
23.03.2024, 17:02
Radiologische Dienste sind ja nochmal anders als Innere Dienste. Du/wir befunden ja im Dienst Bilder. Ich glaube nicht, dass Du dafür nach neun Monaten Basisausbildung fit bist.
Außerdem ist es imho genau umgekehrt. Am Anfang musst Du ja sowieso die "Brot und Butter"Radiologie lernen. Das geht genau so gut an einem kommunalen Haus. Eher später für Spezialisierungen und die Bildgebung seltener Krankheiten "braucht" man dann Uniklinik und Maximalversorger.
Okay ja, das klingt einleuchtend. Also wenn ich mich einfach deutschlandweit bei kommunalen Krankenhäusern bewerbe, sollte ich auch ohne Erfahrung einen Job finden?
Erlkönigin
23.03.2024, 17:05
Ich würde es so machen und die kommunalen Häuser mit voller WBA priorisieren, damit es nicht zu klein ist und Du nicht unter Zugzwang stehst, falls es Dir dort doch gut gefällt und/oder an der Uniklinik gerade keine Stelle frei ist. Am besten auch mal hospitieren.
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