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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neuester Trend - Medizinstudium in fortgeschrittenem Alter?



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Sidewinder
07.02.2004, 18:47
Aber eines vergisst du dabei: es geht nicht nur um die BEREITSCHAFT, sich das Studium was kosten zu lassen, sondern es geht auch um die MÖGLICHKEIT, es sich was kosten zu lassen...es kann durchus sein, dass jemand sagt, er wäre bereit 500 Euro pro Semester zu zahlen, aber vielleicht hat er nicht die Möglichkeit dazu!!
Ich persönlich wüsste nicht, wo ich jedes Jahr 20000 Euro (!!!!!!) herbringen soll....
Überleg dir mal, wo das hinführen würde...die Leute, die dann von Mami und Papi 20000 Euro jedes Jahr in den A***** geschoben bekommen, die können es sich dann leisten an bestimmt Unis zu studieren, während die anderen schauen können, wo sie bleiben!!
Das beißt sich aber gewaltig mit dem, was du vorher über Leistung gesagt hast, weil ein gutes Abitur nicht gleichzeitig heißt, dass das nötige Geld da ist!

Also ich muss es NOCHMAL sagen, mich ärgert das mit der "Bereitschaft"...klar wäre ich BEREIT mir mein Studium was kosten zu lassen, aber ich hätte gar nicht die MÖGLICHKEIT dazu!! Ich meine, ich wüsste noch nichtmal, wo ich 500 Euro zusätzlich für jedes Semester herkriegen sollte, wenn das als Studiengebühr eingeführt wird!
Wie soll das denn machbar sein??
Ich komme halt nicht aus "Verhältnissen" in denen ich zu Hause einfach mal anklingeln kann und dann fließt das Geld schon rüber...ich habe genügen Kosten wegen Wohnung und Leben, die Bücher muss ich mir auch noch irgendwie kaufen und dann würde ich schon gerne jedes Monat noch ein paar Euro zur Seite schaffen...und es läuft bei Gott schon knapp genug...ich habe nun das Glück, dass ich es nicht nötig habe nebenher noch arbeiten zu müssen, aber ich kenne genug Kommilitonen, die sich neben dem Studium noch den Hintern aufreißen um Geld zu verdienen und das macht die ganze Sache nicht einfacher!
Also irgendwie ärgert mcih das ganze jetzt....von wegen BEREITSCHAFT sich das Studium was kosten zu lassen...
Tut mir leid!

Hellequin
07.02.2004, 18:48
Original geschrieben von hobbes
Immer wieder schön die forumeigene Spitzfindigkeiten!
*gggg*


Seit wann sorgt sich Vater Staat primär für Zweitausbildungen und verhindert gleichzeitig eine Erstausbildung?
Tut er das den? 2% der Studienplätze werden an Zweitstudienbewerber vergeben, wobei dabei zu bedenken ist das es ja Gebiete gibt, wo eine Doppelqualifikation nötig oder zumindestens förderlich ist(MKG-Chirugie, Forschung etc.). Von den 25% der Plätze die nach Wartezeit vergeben werden gehen ebenfalls ein Großteil der Plätze an Leute unter 25. Im Endeffekt, reden wir von einer Anzahl von schätzungsweise 5%. Deswegen so ein Aufstand. Sollte man vielleicht einfach im Rahmen des Interessenausgleiches sehen.


Die Ausbildung hat zum Zweck Mediziner für die Zukunft auszubilden, welche wiederum die Leistung erbringen, welche sich der Steuerzahler erhofft, nämlich die Pflege von Kranken. Natürlich besteht diesbezüglich kein Zwang zur Berufsausübung (das ist auch gut so), aber die möglichst lange und qualitativ gute Berufsausübung ist eben doch das Ziel.
Theoretisch sicherlich richtig, aber in der Praxis wandert halt mittlerweile ein steigender Anteil ins Ausland oder in Nichtkurative Felder ab. Und was ist dann besser, ein 26jähriger Assistenzarzt im Ausland, oder ein 50jähriger hier in der Klinik?

Solara
07.02.2004, 18:49
Hi,

alles schön und gut mit den Studiengebühren ... warum aber sollen wir Studenten zahlen, wenn nicht zweifelsfrei feststeht, dass das Geld einzig und allein den Unis zugute kommt!!!

Warum sollen gerade wir als Medizinstudenten, die sowieso erst spät anfangen, überhaupt (richtig) Geld zu verdienen, mit solchen hohen Beträge die Löcher der diversen Landeshaushalte stopfen?

Bayern bspw. kassiert ab Sommer 04 von den Studenten zusätzlich je Semester € 50.- Verwaltungsgebühren ... da könnte man denken, okay, die Unis haben einen riesigen Verwaltungsaufwand mit den vielen Studenten und so ein Fuffi ist ja nicht die Welt ..... ABER:

Das Geld fließt direkt zum Herrn Finanzminister :-dagegen !!!
Wer sagt uns denn nun bitte, wo Studiengebühren hinfließen???


zu den Studenten ab 42:

diese Diskussion ist doch nicht wirklich nötig!! Wieviele 42-jährige kennt ihr denn, die noch anfangen zu studieren??? Lasst das mal 3-4 Leute pro Uni/Semester sein (hochgegriffen) !!!

Diese Leute haben ca. 20 Jahre Steuern gezahlt, Kinder großgezogen etc.
Gerade diese Gruppe von Studenten hat sich ein finanziell sicheres Polster geschaffen, um das Abenteuer Med.Studium noch auf sich nehmen zu können oder haben durch einen, bereits lange im Arbeitsleben stehenden, Partner einen finanziellen Rückhalt!!!

Oder meint ihr wirklich ;-) : Tja, ihr hattet eure Chance, als ihr 20 wart, hättet ihr sie mal damals genutzt??

Bei Erstsemestern jenseits der 40 ist es meines Ermessen eher der Fall, dass die allg. Hochschulreife auf dem 2.Bildungsweg nachgemacht wurde, und sich dann postwendend beworben wurde...

Schönen Abend,
Solara

hobbes
07.02.2004, 20:08
Es ist durchwegs nichts so, dass ich den älteren Studenten nicht ihr Zweitstudium gönnen möchte. Es geht einzig darum, dass es nicht angeht, dass diese bevorteiligt werden in Bezug auf die Wartesemester-Lösung. Hier muss eine Gleichbehandlung erfolgen, im Sinne von Wartesemester gilt erst ab der Einschreibung. (Im Übrigen bin ich ein absoluter Gegner der Wartesemester .. dazu mehr an anderer Stelle).

Der Problematik des späten Studienbeginns sollte sich jeder der Betroffenen bewusst sein. Aber ich bin keineswegs dafür Medizin als Zweitausbildung einzuschränken oder zu erschweren - es geht mir um die Chancengleichheit.

:-meinung

Hellequin
07.02.2004, 20:38
öhm, mit Einschreibung meinst du die Erstbewerbung bei der ZVS oder? Hört sich für mich nach noch mehr Bürokratie an. Was ist z.B mit den Leuten die nach der ersten ZVS-Absage eine Ausbildung anfangen, kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung stehend eine Zusage bekommen, ihre Ausbildung aber noch zu Ende machen wollen? Verlust der WS wenn sie ablehnen? Fände ich sehr ungerecht.



Hier muss eine Gleichbehandlung erfolgen, im Sinne von Wartesemester gilt erst ab der Einschreibung.
Wir haben doch eine Gleichbehandlung. Die Wartezeit gilt für jeden ab dem Zeitpunkt wo er sein Abi macht. Jemand aufgrund seines Alters zu bevorzugen oder zu benachteiligen, wäre eine Ungleichbehandlung.

hobbes
07.02.2004, 21:54
Nein, das ist keine Gleichstellung. Wenn es einem erst mit 42 in den Sinn kommt: Doch ich möchte Medizin zu studieren, dann hat der nicht 22 Jahre auf seinen Studienplatz GEWARTET. Der 20jährige der 2 Jahre auf den Platz warten muss, der WARTET dann aber wirklich (selbst dann wenn die Wartezeit einigermassen sinnvoll zu überbrücken weiss). Mein Vorschlag beinhaltet überhaupt keine Benachteiligungen und ist ja auch vollkommen altersunabhängig.

Luccas
07.02.2004, 22:33
Ich sehe nicht so wirklich, wo das Problem liegen soll, wenn man sich einen bestimmten Studienort auch "erkaufen" kann, sofern man grundsätzlich die Qualifikation mitbringt, überhaupt einen Studienplatz zu kriegen. Wenn ich die Bereitschaft habe, der Uni pro Jahr 20.000 € zu zahlen und ich die Qualifikation habe, die der Uni genügt, dann ist es doch klar, daß mich die Uni lieber nimmt als denjenigen, der garnichts oder wenig bezahlen will. Letztlich muss das auch nicht am nicht vorhandenem Geld scheitern, denn es kommt nur auf die Finazierungsmöglichkeiten an. Es gibt ja auch die Möglichkeit nachgelagerter Studiengebühren, wo man erst bezahlt, wenn man fertig ist. Das heißt, wer gar kein Geld hat, aber gut genug ist, bekommt eben einen Kredit über 100.000 € eingeräumt, den er erst nach Studienabschluß zurückzahlen muss. Dann kommt es eben nur auf die BEREITSCHAFT zur Zahlung an, eben auch zur Inkaufnahme von hohen Schulden. Wer die nicht bereit ist aufzunehmen, wird dann eben Abstand von attraktiven Orten nehmen müssen. Den Anspruch eines gänzlich kostenlosen Studiums kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Wer nichteinmal 500 € pro Semester zahlen will (also wirklich Peanuts), dessen Motivation kann so groß ja auch nicht sein.

Luccas
07.02.2004, 22:43
Zum Thema Studium im Alter möchte ich noch folgendes sagen: Leute, die bei Studienbeginn 40 sind, finde ich schon bewundernswert. Wer sich in diesem Alter noch für so einen Neustart motivieren kann, ist doch schon etwas besonderes, und so jemand kann auch aufgrund seiner Lebenserfahrung in anderen Bereichen außerhalb der Medizin wohl nur als Bereicherung verstanden werden. Anders sieht es mit dem üblichen Wartezeitstudenten aus, der mit vielleicht 24 zum Studium zugelassen wird. Dabei handelt es sich ja gerade nicht um den Berufswechsler, der Mitte oder Ende Zwanzig erkennt, dass er nocheinmal von vorne anfangen möchte und für ihn die Medizin das richtige ist. Sojemand hätte ja vielleicht sogar nach dem Abitur direkt aufgrund seiner Noten zugelassen werden können. Deshalb finde ich diese Motivation durchaus nachvollziehbar und hier sollte man auch nicht unbedingt Beschränkungen anlegen. Der übliche Wartezeitzugelassene ist aber eben gar kein Berufswechsler, sondern wollte meist von Anfang an medizin studieren, war aber nicht qualifiziert genug aufgrund seines schlechten Abiturs. Diese Leute sind diejenigen, wo ich kein Verständnis für habe, dass sie zugelassen werden. Denn sie werden ja nicht qualifizierter, nur weil sie älter werden.

test
07.02.2004, 22:54
Irgendwie bekommt man den Eindruck du überlegst dir immer was neues, von dem du dir erhoffst, dass es am provokativsten ist. Erst die absolute Leistungsverteilung dann plötzlich ist die Leistung nich mehr wichtig sondern nur noch Geld.
Ich glaube das mit Studienplatzwahl nach Geld ist das schwachsínnigste was ich je gehört habe und ich glaube jede weitere Diskussion mit dir über dieses Thema ist verschwendete Zeit :-sleppy

Sidewinder
07.02.2004, 23:11
Und ich will auch noch was sagen, bevor ich mich aus diesem Thread zurückziehe?
500 Euro sind Peanuts?
Ach ja??
Jetzt sag ich dir mal was, meine Motivation Medizin zu studieren ist riesig und entsprechend stresse ich mich auch rein und engagiere mich für mein Studium und ja, wenn ich jedes Semester 500 Euro auftreiben müsste, dann würde ich das wohl irgendwie tun, damit ich weiterstudieren kann, aber PEANUTS sind 500 Euro für mich NICHT!
Und das hat mit meiner Motivation auch rein GAR NICHTS zu tun!
Ich habe leider niemanden, der mir dieses Geld einfach mal so geben könnte und sich nebenbei mal noch so einen Job suchen, der mit dem Studium vereinbar ist, das ist auch nicht ganz so leicht und ich bin bestimmt keiner, der jetzt zu faul ist, was zu tun, aber es ist nicht immer so einfach, das Studium selber ist stressig genug!
Ich find's toll, dass tausend Mark für dich Peanuts sind, aber es gibt eben Leute, die haben's nicht so Dicke!
So, das ist mein abschließender Kommentar, denn irgendwie dreht sich dieser Thread im Kreis und Luccas versuch glaube ich wirklich nur noch zu provozieren!
Viel Spaß noch hier!

Luccas
08.02.2004, 00:00
@ Test
Es geht mir hier keineswegs um Provokation, sondern um konstruktive Lösungswege. Im übrigen werden ja weltweit die verschiedensten Modelle praktiziert. Überlegenswert könnte zB. das in Australien übliche Modell sein. Die Hälfte der Plätze geht nur nach Leistung, die andere nur nach Geld. Diejenigen, die über Leistung hereinkommen werden dann eben über die Gebühren der weniger begabten, aber zahlungskräftigeren Studenten eben mitfinanziert. So ein Modell ist aber nicht "schwachsinnig", wie Du es formulierst. Es ist vielleicht in Deutschland schwer vermittelbar, dannoch sollte man doch wohl verschiedene Ansätze durchdenken.

@ sidewinder
Also ich kenne wenige, die große Probleme hätten, € 500 aufzubringen. Ein Handy, Urlaub, eine eigene Wohnung und ein eigenes Auto können sich meist auch diejenigen leisten, die immer über Geldknappheit jammern. Dann sollte eben weniger unnöig konsumiert werden, wenn einem das Studium wichtig ist.

Maynard
08.02.2004, 10:34
@Sidewinder

wie, 500€ sind für dich keine peanuts? also ich zünde mir mit 500€ scheinen immer meine zigarren an!

:-D


@Luccas

also mir gehen deine "lösungswege" auch echt langsam etwas zu weit. Keine 24 jährigen abiturienten mehr zulassen, dicke gebühren... Die beiträge sind sowas von überzogen und aus der luft gegriffen. Und provokant klingt das allemal. Wahrscheinlich ist dies aber genau dein ziel, weil du wohl selbst ein gescheiterter BWL abbrecher bist, der mit seinem leben nicht klar kommt und nun andere studenten oder leute, die es werden wollen, hier mit überflüssigen beiträgen überhäufst. Es wird langsam langweilig...
:-sleppy :-sleppy :-sleppy
Hört dir denn ausserhalb des forums niemand zu?

:-???

Sidewinder
08.02.2004, 10:58
Original geschrieben von Maynard
@Sidewinder

wie, 500€ sind für dich keine peanuts? also ich zünde mir mit 500€ scheinen immer meine zigarren an!

:-D

ACH SO!!!!
Die 500 Euro Scheine sind die Dinger, mit denen man sich die Zigarren anzündet...Mensch, sag das doch gleich, wenn ich das gewußt hätte, dann hätte ich mich gar nicht aufregen müssen!
;-)

Maynard
08.02.2004, 19:54
Soviel dann zum thema "studiengebühren", "elite unis" und "woanders ist alles besser"!


Auch an US-Hochschulen wird das Geld knapp (Stern.de) (http://www.stern.de/campus-karriere/uni/index.html?eid=518534&id=518922&nv=ex_L3_ct)