Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bush und Blair für Friedensnobelpreis nominiert
Feuerblick
03.02.2004, 17:51
Naja, Lila, ob es soviel besser ist, sein Wissen vom propagandistisch sicherlich noch mehr geprägten amerikanischen Soldaten zu beziehen, ist für mich doch sehr fraglich.
Meines Wissens haben die Amerikaner übrigens inzwischen mehr oder weniger zugegeben, daß es KEINE Massenvernichtungswaffen gab...
Aber mal abgesehen davon halte ich es für ziemlich daneben, einem Menschen den Friedensnobelpreis geben zu wollen, der aus welchen Gründen auch immer einen Krieg angezettelt hat. Egal, ob der damit Frieden erreicht hat (der de facto im Irak NICHT existiert. Denn Frieden hat nichts mit täglichen Anschlägen der "Befreiten" auf ihre Befreier zu tun, oder lebe ich mal wieder in der falschen Welt?)...
Der genannte Soldat ist erstens ein sehr unpolitischer Mensch (so seltsam das in dieser Situation sein mag), aber ich glaube natürlich dem was er berichtet. Nicht zuletzt, das ARD und ZDF Reporter ausschliesslich an Interviews mit den Soldaten interessiert sind, die gerne mal loswerden wollen, wie ******** alles ist und dass sie gerne nach Hause wollen.
Die Anschläge sind natürlich alles, was man hier mitbekommt. Sie halten sich allerdings erstens in Grenzen und sind auf das Gebiet um Bagdad und Tikrit beschränkt, in denen sich die wenigen übriggebliebenen Saddam-Anhänger befinden und kommen nicht etwa von der absolut überwiegenden Mehrzahl der Iraker, die angeblich so wütend über die Besatzer sind.
Ich will damit nur sagen, dass immer nur die Meldungen ankommen, die für uns ausgewählt werden. Die deutschen Medien sind halt in diesem speziellen Fall die unsachlichsten.
Selbst die amerikanischen Medien (inklusive der z.b. sehr Bush-feindlichen NY Times) sind da informativer.
Ich finde es unabhängig von meiner persönlichen Meinung einfach erschreckend, dass alle einer globalen Meinung anhängen, egal bei welchem Informationsstand.
Feuerblick
03.02.2004, 18:29
Meiner Meinung nach ist in einem Land so lange kein Frieden, solange es täglich Tote gibt. Egal, ob das ein Gebiet oder das gesamte Land betrifft...
Und Krieg ist bestimmt nicht die Methode der Wahl, um Frieden zu erreichen (auch wenn es sicher ein wirksames Mittel sein kann) und dann auch noch einen Preis dafür zu bekommen. Ich würde als ehemaliger Preisträger in diesem Falle (der hoffentlich nicht eintritt!) meinen Preis zurückgeben!
Auch glaube ich, daß niemand unpolitisch ist, der in die Sache selbst verwickelt ist! Aber du hast schon Recht, daß die jeweiligen Medien sehr einseitig berichten. Deshalb ziehe ich es in der Regel auch vor, die Nachrichten aus diversen Ländern zu kombinieren, um ein vernünftiges Bild zu bekommen.
"Aber du hast schon Recht, daß die jeweiligen Medien sehr einseitig berichten. Deshalb ziehe ich es in der Regel auch vor, die Nachrichten aus diversen Ländern zu kombinieren, um ein vernünftiges Bild zu bekommen."
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Das ist ja auch mein eigentlicher Punkt.
Man kann jede Meinung vertreten, wenn man sich zu informieren und sachlich zu bleiben versucht.
Im übrigen war der besagte Soldat sogar gegen den Krieg (nicht nur weil er hin musste).
Zum eigentlichen Thema:
einen Friedensnobelpreis hätte natürlich eher jemand verdient, der es geschafft hat ohne irgendwelche Gewalt etwas für Frieden zu tun. Das sollte immer das beachtenswerteste sein.
luckyblue
03.02.2004, 18:52
Selbst die amerikanischen Medien (inklusive der z.b. sehr Bush-feindlichen NY Times) sind da informativer
Das ist schlicht und ergreifend purer Schwachsinn.
Und von wegen gefälschte Tatsachen.... die Geheimdienstberichte (auch vomDeutschen Geheimdienst bestätigt),
Nee klar. Alles handfeste Indizien. Deshalb jetzt auch selbst auf Anordnung Bush' eine diesbezügliche Untersuchung. Radikalstmöglich aufklären, lückenlos. Nur komisch, dass Ergebnisse nicht vor Ablauf von 18 Monaten erwartet werden und die Präsidentschaftswahlen vor Fristende über die Bühne gehen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
erschreckend, dass alle einer globalen Meinung anhängen, egal bei welchem Informationsstand.
Egal bei welchem Informationsstand - das ist keine globale Angelegenheit, das ist mehr die Attitüde der Bush-Administration.
Und nur weil sich die Anschläge auf Bagdad und Tikrit beschränken, sollte man sie nicht klein reden!!!! Immerhin hört man wirklich alle paar TAGE, dass schon wieder US Soldaten ums Leben gekommen sind. Und wer sagt, dass sich nicht eine Art "Terrornetzwerk" (Oh Gott! ich klinge schon wie Bush) bildet, dass später auch woanders operiert? Bzw. warum sollten sie, wenn doch in Bagdad die Musik spielt?
Froschkönig
03.02.2004, 19:58
Original geschrieben von Lila
Leute, mann kann sich ja über vieles aufregen. Aber man sollte dabei nicht all sein Wissen aus den in letzter Zeit erschreckend propagandistischen deutschen Nachrichten nehmen.
Und im Irak herrscht natürlich kein Krieg mehr, es sind sehr viel weniger unschuldige Menschen umgekommen als viele es vielleicht gern sehen würden.
Der Punkt hier ist nicht, ob vielleicht mehr oder weniger Menschen ohne Krieg gestorben wären. Und irgendwann wird vielleicht allen dieser Krieg als Notwendigkeit erscheinen.
ABER wenn etwas Friedensnobelpreis heißt, sollte man den um keinen Preis für die Anzettelung eines Krieges erhalten. Punkt. Meine Meinung. Gebt denen den Pullitzer-Preis für die vorgelgten Beweise, damit wäre ich eher einverstanden :-D
Aber andererseits müssen die den wohl imer wieder mal verleihen, damit keiner seine Existenz vergißt und wenn die sich Streng an MEINE Meinung hielten, würde das Ding wohl jedes Jahr an den Dalai-Lhama gehen ;-)
Original geschrieben von luckyblue
Das ist schlicht und ergreifend purer Schwachsinn.
Danke. Sehr fundierte Meinung, das.
Original geschrieben von luckyblue
Nee klar. Alles handfeste Indizien. Deshalb jetzt auch selbst auf Anordnung Bush' eine diesbezügliche Untersuchung. Radikalstmöglich aufklären, lückenlos. Nur komisch, dass Ergebnisse nicht vor Ablauf von 18 Monaten erwartet werden und die Präsidentschaftswahlen vor Fristende über die Bühne gehen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Das Schröder das Vorhandensein der Waffen auch für wahrscheinlich hielt (oder dies behauptete) heisst ja noch lange nicht, dass es sie auch geben muss.
Original geschrieben von Janine
Und nur weil sich die Anschläge auf Bagdad und Tikrit beschränken, sollte man sie nicht klein reden!!!! Immerhin hört man wirklich alle paar TAGE, dass schon wieder US Soldaten ums Leben gekommen sind. Und wer sagt, dass sich nicht eine Art "Terrornetzwerk" (Oh Gott! ich klinge schon wie Bush) bildet, dass später auch woanders operiert? Bzw. warum sollten sie, wenn doch in Bagdad die Musik spielt?
DAS ist Schwachsinn....
Froschkönig
03.02.2004, 22:46
Original geschrieben von Janine
Immerhin hört man wirklich alle paar TAGE, dass schon wieder US Soldaten ums Leben gekommen sind.
Äh das alleine ist noch nicht wirklich bedenklich. Der TOD der SOldaten selbst sagt nix aus. In den letzten 8 Jahren sind zahllose Bundeswehrsoldaten im Ausland umgekommen.....Autounfälle, vergessene Minen, Flugzeug- und Hubschrauberabstürze UND eifersüchtige Ehemänner (kein Witz)
DAS ist Schwachsinn....
Wieso? Die Anschläge haben ja oft offizielle Gebäude, Beamte der Übergangsregierung, "Westler" aller Art und sonstwas als Ziel und wenn das meiste davon nun mal auf Bagdad konzentriert ist, gibt's halt auch nur da Anschläge! Und wie gesagt: kannst du garantieren, dass es nicht noch mehr Anschläge werden? Auch wenn der Großteil der Bevölkerung den Amis jetzt dankbar ist - einige sind es scheinbar nicht und sprengen sich deswegen in die Luft. Und wenn das weiterhin so bleibt, die Menschen weiterhin in Angst Leben müssen und die tollen Amerikaner nicht die erhoffte schnelle Wendung bringen (infrastukturmäßig sieht's nämlich nach wie vor nicht so toll aus im Irak), kann sich die Stimmung der Bevölkerung auch wieder ändern...
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