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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vergütung Rufbereitschaft



Doctora
03.06.2024, 19:12
Hallo zusammen,

ich hatte in meinen bisherigen Kliniken als Dienstmodelle entweder Schichtdienst oder Bereitschaftsdienst; jetzt in der neuen tariflichen Anstellung (kleiner privater Träger) habe ich 24h-RUFbereitschaften. Diese Rufbereitschaften werden mit einem pauschalen Entgelt (285,- Euro/ 24h) OHNE zusätzliche Entlohnung unregelmäßig anfallender Aktivzeiten bezahlt.

Ich habe mir durchgelesen, was im Tarifvertrag VKA dazu steht bzgl. 2fach (unterwöchig) bzw. 4fachem Stundenlohn (am WE) als Pauschale mit zzgl. bezahlten Aktivzeitenentgelt etc. Bei einem angenommenem Stundenlohn von zB 35 Euro wären das 70 Euro Rufbereitschaftspauschale für einen mindestens-12h-Hintergrund unterwöchig bzw. 140 Euro am Wochenende? Gilt das dann, speziell am Wochenende auch für 24h? Oder wird bei 24h dann gedoppelt oder gelten dann z.B. diese 140 Euro für den ganzen Wochenentag?

Wie ist das so bei Euch?
Haben viele von euch so ein Pauschalmodell wie oben beschrieben, also etwas mehr Geld aber halt ohne Vergütung von anfallenden Arbeitsstunden? Ich persönlch - da halt doch öfters was an Aktivzeit anfällt - finde diese Form der Bezahlung der 24h Bereitschaft als gerade mal am Mindestlohn orientiert (24h x 12,4 Euro) und fühle mich veralbert.

Wie seht ihr das?

Mondschein
03.06.2024, 19:52
Du meinst echte Rufbereitschaft, also zu Hause sitzen und angerufen werden? Wir haben auch Pauschalen (Uniklinik TV-Ä) und wenn wir reinkommen, stempeln wir "Rufdienst Einsatz" und es wird extra vergütet. Anrufe sind so ne Sache, die müssen wir dann händisch nachtragen, macht man meist nicht für jede kleine/ kurze Frage, aber für eine halbe Stunde Telefonat früh um vier lass ich das auf jeden Fall nachtragen und bezahlen.

freak1
03.06.2024, 20:13
Zumal beim Einsatz dann dein Stundenlohn + Nachtzuschläge etc anfällt. Für mich ein untragbares Dienstmodell, außer es kommt wirklich nur 1 x Anruf alle 10 Dienste.

Doctora
03.06.2024, 20:27
Nein, es ist "all in", also das oben erwähnte Pauschalentgelt für 24h-Rufbereitschaft inklusive irgendwelcher vor-Ort-in-der-Klinik-Aktiv-Arbeitszeit. Also wenn abgefordert wird, geht man in die Klinik arbeiten, aber ohne dass zusätzlich irgendwas als Aktivzeit zusätzlich gezahlt wird, also wirklich wirklich pauschal. Anscheinend gibt es in jedem zweiten Dienst irgendwelche Aktivzeiten, mehr oder minder lange. Telefonische Arbeit a la "Home Office" spielt keine Rolle da es ein Hands-On-Job ist.

freak1
03.06.2024, 20:40
Was für ein Tarifvertrag gilt da? Das widerspricht ziemlich sicher jeder Definition von Rufbereitschaft die es dort gibt. Freut sich natürlich die Klinik, billiger als 12€/h all-inklusive und dann auch noch 24-72h am Stück.

Kannst das ja auch mal anonym ans Gewerbeaufsichtsamt melden, dass wird die sicher interessieren.

anignu
04.06.2024, 00:34
Meine erste Frage wäre:
ist die Rufbereitschaft tatsächlich im Tarifvertrag genau so geregelt oder handelt es sich da um eine "Ergänzung" bzw. Nebenabrede?

Ob das gut oder schlecht ist hängt vor allem davon ab ob man viele Einsätze hat. Es gibt solche Modelle, ich kenn solche Modelle, bei allen Modellen die ich in der Richtung kenne ist aber die Bezahlung höher.
Und das bei Mondschein und Freak1 mit den Anrufen ist auch nur im Uni-Tarifvertrag so schlecht. Im TVÄ VKA wird die Summe der Anrufe auf die nächste Stunde gerundet. Ein einziger Anruf mit 2 Minuten reicht für eine ganze Stunde Bezahlung. Und es kommen schon sehr regelmäßig 1-2 Anrufe im Dienst...