Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hausarzt/Chef nie da
Seit circa 5 Monaten arbeite ich als Quereinsteiger,FA Urologie in einer Hausarztpraxis in der Oberpfalz.Die Praxis besteht mit mir aus insgesamt 4 Ärzten.Mein Weiterbilder ist FA für Allgemeinmedizin-seine Frau praktische Ärztin.Beide haben jeweils einen eigenen Kassensitz.Zudem gibt es noch einen Angestellten FA,der arbeitet auf den Sitz der praktischen Ärztin.Die Realität sieht nun so aus, dass ich 2 Tage komplett alleine in der Praxis bin und an einem Tag circa 1 Stunde parallel mit einem der anderen Ärzte/dazu kommen Hausbesuche.Ich habe eine 50 Prozent Stelle,und arbeite 20 Stunden die Woche.Mein Chef macht nur etwa 4 Stunden die Woche Sprechstunde.Sollte so eine Weiterbildung aussehen?Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?Meine Stelle wird von der KV gefördert.
So lernst du nix und als Quereinsteiger brauchst du noch mehr fachliche (Internistische) Supervision. Die ärztliche Kommunikation beherrschst du schon auf fachärztlichem Niveau. Da die Weiterbildungszeit eine Umgebung zum ausprobieren und nachfragen darstellen soll, würde ich die Stelle wechsel. Eine weitere Anfahrt ist eine lohnende Investition. Ich hatte 25h Sprechzeiten abgedeckt, wurde aber mit zusätzlichen HB und Selbststudiumszeit voll vergütet. Das entschädigte etwas die fehlende Supervision und archaische Medizin (Stichwort Foster bei COPD). Habe in der Freizeit viele FoBis besucht (kostet aber auch Geld). Wenn du nur 50% kriegst, wirst du vorne und hinten verarscht. Der angestellte Kollege fühlt sich wahrscheinlich auch verarscht, hat wenig Lust dir was bei zu bringen, deine Chefs sind auch nur auf maximalen Komfort aus (Stichwort System gedribbelt). Such dir einen Weiterbilder aus, der selbst Facharztprüfer ist oder im allgemeinmedizinischen Institut der lokalen Uni arbeitet. Die haben eher ein Curriculum für Einsteiger....
DrSkywalker
23.06.2024, 06:41
Schnell weg da, in solch krassen Fällen auch unbedingt mal der Ärztekammer melden, so jemand sollte nicht weiterbilden dürfen, auf keinen Fall.
Wie viel Schaden da erzeugt wird, Wahnsinn. Am Ende kommt da ein schlechter Hausarzt und sehr viele sehr schlecht versorgte Patienten raus, weil der Inhaber ein fauler Hund ist.
Danke für Eure Antworten.Das Problem in einer Praxis im Vergleich zum Krankenhaus ist ja,dass man so wenig Austausch mit Kollegen hat.So weiß man am Ende nicht wie es eigentlich sein sollte.Von Seiten meines Chefs und seiner Frau die als praktische Ärztin dort arbeitet wird natürlich so getan als sei es ganz normal,dass ich 2 Tage alleine arbeite-sie seien schließlich immer telefonisch erreichbar und zur Not auch schnell vor Ort.Ich kenne mich mit den ganzen KV und Weiterbildungsrichtlinien zugegebener Maßen nicht gut aus,in der Klinik könnte ich immer darauf vertrauen,dass alles rechtskonform abläuft. Mal abgesehen von der fehlenden Weiterbildung-darf mein Chef das überhaupt-bei vollem Kassensitz hauptsächlich den WBA für sich arbeiten lassen?theoretisch verwirkt er sich durch seine geringe Anwesenheit ja auch die Weiterbildungsermächtigung?Har jemand einen Tipp wie man sich dennoch einigermaßen im Guten trennen kann?Bei einer Kündigung würden die Beiden aus allen Wolken fallen…da sie irgendwie fest damit rechnen,dass ich 3 Jahre,als 18 Monate in 50 % dort bleibe…demnach planen sie auch schon großzügig ihre Urlaube…ja,ja..,beim Schreiben merke ich es selbst..,
Das nennt man Gaslighting, was deine Chefs machen. Du bist leider dafür empfänglich und muss unbedingt daran arbeiten, damit dich die ganzen Borderliner später in der eigenen Praxis nicht fertig machen. Verbuche es als Lehrerfahrung, unterschreib ne andere Stelle und kündige dann. Lass dich nicht auf ein zu langes Gespräch ein, sie werden dir den Himmel versprechen um dich dort zu behalten und werden nach kurzer Zeit wieder in ihr altes Muster zurück fallen. Es ist nicht erlaubt durch einen WBA sich selber Arbeit zu ersparen oder die Praxis auszubauen. Ist aber eine Grauzone, wo ein Auge zugedrückt wird, da sonst WBAs sehr unattraktiv werden. Im Guten auseinander gehen hieße für mich schon alleine, dass du sie nicht anzeigst. Es hat ja auch haftungsrechliche Konsequenzen, da es auch eine Übernahmeverschulden deinerseits ist. Und überleg Mal, auf welche Seite sich die Haftpflicht vom Chef stellen würde. Auf die Seite des Kundens oder eines random WBA ...
Das klingt, wie von den anderen schon erläutert, nicht gut.
Gibt es vielleicht in Deiner Region eine Gruppe für Allgemeinmediziner (m/w/d) in Weiterbildung ? Wir haben in Berlin zum Beispiel die „WABe“, das ist ein unabhängiger Arbeitskreis. Da kann man sich gut austauschen.
Tramaldol
23.06.2024, 11:20
Dass es überhaupt sowas geben darf.
Schon wenn ich "Praktische Ärztin oder Arzt" (=Keine FA Ausbildung) höre, sollten die Alarmglocken angehen. Den Beruf gibts ja aus gutem Grund schon lange net mehr und die, diese Bezeichnung noch haben, sollten doch alle so langsam ausgetrudelt haben.
Relaxometrie
23.06.2024, 11:31
Seit circa 5 Monaten arbeite ich als Quereinsteiger,FA Urologie in einer Hausarztpraxis in der Oberpfalz.Die Praxis besteht mit mir aus insgesamt 4 Ärzten.Mein Weiterbilder ist FA für Allgemeinmedizin-seine Frau praktische Ärztin.Beide haben jeweils einen eigenen Kassensitz.Zudem gibt es noch einen Angestellten FA,der arbeitet auf den Sitz der praktischen Ärztin.Die Realität sieht nun so aus, dass ich 2 Tage komplett alleine in der Praxis bin und an einem Tag circa 1 Stunde parallel mit einem der anderen Ärzte/dazu kommen Hausbesuche.Ich habe eine 50 Prozent Stelle,und arbeite 20 Stunden die Woche.Mein Chef macht nur etwa 4 Stunden die Woche Sprechstunde.Sollte so eine Weiterbildung aussehen?Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?Meine Stelle wird von der KV gefördert.
Irgendwie passt das alles nicht zusammen. Wieviele Stunden pro Woche arbeitet denn die praktische Ärztin?
Haben die KV-Sitz-Inhaber wirklich eine Weiterbildungsermächtigung?
Hatten sie vor Dir schonmal einen Weiterbildungsassistenten?
Kommt doch einfach drauf an, was auf dem Papier steht. Und wenn die Gewerbeaufsicht (oder whatever bei der KV ist), sind die MFAs instruiert zu erzählen, dass der Chef grade auf Hausbesuch ist. Wir haben hier in der Gegend auch so ne Kollegin, die fast nie in ihrer Einzelpraxis ist. WBAs hat sie immer noch, obwohl schon zweimal die Aussicht zu Besuch war. Man trägt seine Sprechstundenzeiten selbst in das Portal der KV ein. Und man kann "nach Vereinbarung" angeben, dann werden auch Sprechzeiten unter 25h akzeptiert... Und wenn die Chefs OP einlullen könnten, die schaffen es auch sich bei der KV raus zu reden ;-p Wie viele Sitze haben sie. Bei 2 mit angestelltem Arzt geht es sogar auf bzw. ist nicht mehr nachvollziehbar...
Danke für Eure Antworten.Das Problem in einer Praxis im Vergleich zum Krankenhaus ist ja,dass man so wenig Austausch mit Kollegen hat.So weiß man am Ende nicht wie es eigentlich sein sollte.Von Seiten meines Chefs und seiner Frau die als praktische Ärztin dort arbeitet wird natürlich so getan als sei es ganz normal,dass ich 2 Tage alleine arbeite-sie seien schließlich immer telefonisch erreichbar und zur Not auch schnell vor Ort.Ich kenne mich mit den ganzen KV und Weiterbildungsrichtlinien zugegebener Maßen nicht gut aus,in der Klinik könnte ich immer darauf vertrauen,dass alles rechtskonform abläuft. Mal abgesehen von der fehlenden Weiterbildung-darf mein Chef das überhaupt-bei vollem Kassensitz hauptsächlich den WBA für sich arbeiten lassen?theoretisch verwirkt er sich durch seine geringe Anwesenheit ja auch die Weiterbildungsermächtigung?Har jemand einen Tipp wie man sich dennoch einigermaßen im Guten trennen kann?Bei einer Kündigung würden die Beiden aus allen Wolken fallen…da sie irgendwie fest damit rechnen,dass ich 3 Jahre,als 18 Monate in 50 % dort bleibe…demnach planen sie auch schon großzügig ihre Urlaube…ja,ja..,beim Schreiben merke ich es selbst..,
Im Prinzip muss man ja einfach sagen: Nicht dein Problem. So kann man einfach kein guter Hausarzt werden - und so haben die Patienten einfach keine gute hausärztliche Versorgung. Ganz unabhängig davon, ob das legal ist oder nicht, und welche rechtlichen Tricks und Lücken die Praxisinhaber da vielleicht nutzen, sollte man sich darauf also einfach nicht einlassen.
Der FA für Allgemeinmedizin,also mein Chef hat die Weiterbildung für 18 Monate und einen KV Sitz.Vor mir waren schon mal 2 WBA da-beide auch sehr sehr gutmütig,die das mit sich machen ließen.Die praktische Ärztin hat auch einen Sitz und arbeitet circa 24 Stunden-der Angestellte Arzt mit circa 14 Stunden auf den Sitz der Prakt.Ärztin…
Relaxometrie
23.06.2024, 17:21
Aber wenn die "praktische Ärztin" 24 Stunden/ Woche arbeitet, muss doch niemand anderes auf ihrem Sitz arbeiten.
Naja, egal.
Ich würde an Deiner Stelle dringend auf Stellensuche gehen und die Praxis wechseln.
Oder Du reihst Dich als "Weiterbildungsassistent Nr. 3" in dieses unsägliche Konzept ein.
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