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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pseudophakie Lichtreaktion



Digi2612
26.06.2024, 19:05
Guten Abend liebe Kolleg/-innen,

Ich habe eine kurze Frage zu Patienten mit Kunstlinsen (in diesem Fall beidseits) nach Katarakt-Operation:
Ich hatte heute den Eindruck, dass die Lichtreaktion, sowohl Miosis als auch Mydriasis, bei diesem Patienten nach Untersuchung mit der Diagnostikleuchte nicht ausreichend bzw. garnicht funktioniert hat. Da stellt sich mir die Frage, wie das sein kann? Die Kunstlinse wird doch in den Kapselsack implantiert - davon sollte doch eigentlich die Iris und damit die entsprechende Muskulatur unberührt bleiben, oder? Ist ein solches Phänomen bei Pseudophakie plausibel oder vollkommen ausgeschlossen?

Danke und liebe Grüße
Digi2612

Feuerblick
26.06.2024, 19:35
Wenn die OP nicht gerade erst letzte Woche war, müsste die Lichtreaktion normal funktionieren. Die Iris wird nur in ganz seltenen Fällen wirklich dauerhaft beeinträchtigt. Beidseits aber eher nicht.
Was aber sein kann: Alte Menschen (und Cat-Operierte sind ja nun eher nicht jung) haben per se eher enge Pupillen, die rein über die Lichtreaktion nicht mehr so richtig große Bewegungen zeigen.

Thomas24
26.06.2024, 22:37
Guten Abend liebe Kolleg/-innen,

Ich habe eine kurze Frage zu Patienten mit Kunstlinsen (in diesem Fall beidseits) nach Katarakt-Operation:
Ich hatte heute den Eindruck, dass die Lichtreaktion, sowohl Miosis als auch Mydriasis, bei diesem Patienten nach Untersuchung mit der Diagnostikleuchte nicht ausreichend bzw. garnicht funktioniert hat. Da stellt sich mir die Frage, wie das sein kann? Die Kunstlinse wird doch in den Kapselsack implantiert - davon sollte doch eigentlich die Iris und damit die entsprechende Muskulatur unberührt bleiben, oder? Ist ein solches Phänomen bei Pseudophakie plausibel oder vollkommen ausgeschlossen?

Danke und liebe Grüße
Digi2612

Generell: ob ein Patient pseudophak ist oder nicht, lässt sich zum einen anamnestisch (wobei nicht immer so ganz sicher..."ich hatte da mal was mit einem Laser...") eruieren, zum anderen wird jedem Patienten ein Implantatausweis ausgehändigt, zum Dritten sieht man ein leichtes "Schimmern" durch den Kunststoff in der Pupillarebene.

Die Operation kann -wenn Sie nicht atraumatisch- abläuft, durchaus zu dauerhaften Beeinträchtigungen der efferenten Bahn führen. Insb. wenn die Pupille intraoperativ manuell erweitert werden musste, um einen ausreichenden Einblick zu gewähren (insb. bei Tamsulosin Einnahme), darüber hinaus bei abgelaufenen entzündlichen Reaktionen mit Synechisierungen in der Vergangenheit und ähnlichem.
Darüber hinaus hat Funkel es ja schon erwähnt: im Alter überwiegt bei der Mehrzahl der Patienten eine miotische Grundweite, während in der Jugend schön weite Pupillen der Regelfall ist.

Digi2612
27.06.2024, 19:00
Vielen Dank für eure ausführlichen Antworten - die haben mir schon sehr geholfen. :)

Viele Grüße
Digi2612