Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Coaching für Ärzte sinnvoll?
Hallo, ich glaube ich habe meine Karriere etwas gegen die Wand gefahren. Ich habe im Netz jetzt nach Coachings für Ärzte gesucht und bin zb auf Prof. Dr. Wolfgang Köpfen gestoßen. Hat jemand Erfahrungen mit so etwas?Ich habe leider keine Arzt Familie oder Mentoren. Was haltet ihr von coachings?
Relaxometrie
06.07.2024, 19:02
Möchtest Du Werbung für diesen Herrn machen? Es gibt 1000e Coaches, da musst Du keinen Namen erwähnen, wenn es Dir darum geht, zu fragen, ob ein Coaching grundsätzlich sinnvoll wäre.
Sorry, das war nicht meine Absicht, dachte er sei bekannt und jemand hätte Erfahrung. Aber ich wollte definitiv keine Werbung machen sondern nur nachfragen.
][truba][
06.07.2024, 20:57
Komischer Post. Was „war“ denn deine „Karriere“? Warum ist sie an die Wand gefahren und warum sollte ein Coaching (für was genau?) dabei helfen?
Hey also bei dem Post geht es mir eher darum zu fragen, ob jemand mal ein coaching in anspruch genommen hat und wie die erfahrungen damit waren. Ich selbst möchte hier kein coaching erhalten sondern eher nur meinungen dazu hören.
Feuerblick
06.07.2024, 21:49
Naja, aber WAS soll denn gecoacht werden?
Naja ich habe einige vllt nicht so günstige Entscheidungen bezüglich meiner Karriere getroffen und ich wollte evaluieren lassen, welche Chancen ich habe, wie ich vorgehen soll etc. Ich will hier auch nicht von Mitgliedern gecoacht werden sondern eher wie gesagt fragen, ob jemand erfahrungen mit coachings hat weil die person sowas mal in Anspruch genommen hat
Feuerblick
06.07.2024, 22:49
Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass du hier viele Erfahrungen finden wirst.
Es gibt solche Coaches, die spezialisiert sind auf Mitarbeiter im Gesundheitswesen, aber eher für solche in hohen Führungspositionen. Die Beratung, die du suchst, wäre eher zu finden bei erfahrenen und wohlgesinnten Kollegen bzw. Mentoren. Aber eine Karriere "gegen die Wand" zu fahren, ist so eigentlich gar nicht möglich in Deutschland, es sei denn, du hattest dich auf einen ganz genauen Korridor festgelegt, der sich nun so nicht ergibt. Dann wäre es aber eher ein Thema der Flexibilität vs. Rigidität bzw. Anpassungsfähigkeit an neue Situationen oder Umgang mit Enttäuschungen.
Kommt halt drauf an wie man "an die Wand fahren" definiert.
Ich hab meine Karriere auch an die Wand gefahren. Bin Oberarzt in einem Krankenhaus, hab keinen Professorentitel, bin örtlich unflexibel und BWL interessiert mich nicht wirklich. Ich werde keine höhere Position mehr bekommen. Quasi an die Wand gefahren.
Die alternative Betrachtungsweise wäre dass ich mein Karriereziel erreicht hab. Alles eine Frage der Perspektive.
Aber nochmal ganz ehrlich: was sollen das denn alles für Ziele sein die man ggf. erreichen will? Praxisinhaber oder Chefärzte sind sicherlich spannende Ziele, dafür braucht's meiner Meinung nach aber kein allgemeines Coaching. In meinem Fach gibt es von der eigenen Fachgesellschaft Coaching für Leute die Chefärzte werden wollen. Und bzgl. Niederlassung, wer das anstrebt, gibt es so unglaublich viele Angebote wie man das macht und auf was man achten soll.
Was würde das Coaching also bringen? Was für Leute die in eine andere Richtung wollen. Krankenhausleitung vielleicht. Find ich persönlich so speziell, da macht das vielleicht Sinn. Da muss man aber meiner Meinung nach auch vor allem zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.
Also bei mir geht es nicht darum Professorin zu werden. Ich möchte nur wissen, wie ich eine Promotion nachholen kann, um für die Klinik meiner Heimatstadt attraktiver zu werden. Da ich nicht meine gesamte Weiterbildung 600 km entfernt im Kaff getrennt von Familie, Partner und Freunden verbringen will. Ich habe leider als Studentin nicht so viel für meine Karriere (wilde 20er) getan und darf das jetzt ausbaden.
Feuerblick
07.07.2024, 11:17
Dafür brauchst du keinen Coach sondern Engagement… von dir selbst. Schau dich nach Promotionsstellen um und mach. Und überleg dir vor allem, ob in deiner Heimatnähe nicht vielleicht pendelbare NICHT-Unis sind in deinem Fach. Gesunder Menschenverstand und Flexibilität helfen da. Bekomm ich jetzt das Honorar?
Also das was du schreibst habe ich mir natürlich auch schon überlegt. Dort wo ich derzeit arbeite könnte ich promovieren. Problem: Mein Chef und andere OA haben nicht den besten Ruf was Betreuung angeht, so erzählten es mir ehemaligen Studenten. Wenn ich in die Promotionsdatenbank schaue, sehe ich, dass viele mehrere Jahre (ca. 5-8) gebraucht haben, um die Arbeit fertig zu stellen. Habe sogar Kontakt zu einer ehemaligen Doktorandin aufgenommen, die 8 Jahre gebraucht hat und ich sage mal so, die Geschichte klingt wirklich nicht danach, dass man das selbst erleben möchte. Falls ich dort etwas zustande bekommen wollen wöllte, müsste ich also meine gesamte Weiterbildung + FA-Zeit dort verbringen. Das möchte ich allerdings nicht. Wäre dann mitte 30 und eigentlich würde ich gerne auch mal mit meinem Partner zusammenleben und vllt in den nächsten Jahren Familienplanung angehen, was man so in der 30er macht, aber das würde ja ins Wasser fallen.
Zur Situation in der Heimat: die Stellensituation ist sehr prekär, es gibt nicht sehr viel Auswahl, nicht viele Optionen zum pendeln. Ich bewerbe mich immer wieder und mit Glück wird das irgendwann klappen. Nur ist es einfach eine sehr unschöne Situation. Ich überlege auch, ob ich mir eine berufliche Auszeit für eine heimatnahe Promotion nehmen soll (6-9 Monate, retrospektive Studie), finanziell wäre es drin. Allerdings weiß ich nicht, ob das so sinnvoll ist oder ob sich ein Prof dafür erwärmen ließe. Oder ob dann sowieso mein Lebenslauf noch weiter in den Keller geht wegen der Auszeit.
Aber eine Karriere "gegen die Wand" zu fahren, ist so eigentlich gar nicht möglich in Deutschland, es sei denn, du hattest dich auf einen ganz genauen Korridor festgelegt, der sich nun so nicht ergibt. Dann wäre es aber eher ein Thema der Flexibilität vs. Rigidität bzw. Anpassungsfähigkeit an neue Situationen oder Umgang mit Enttäuschungen.Wäre schön, wenn es für Rigidität usw. Coaching gäbe. Viele, die hier (oder auch auf Insta usw.) zu Berufsbeginn/bei der Jobsuche schreiben, haben diese Probleme. Wenn das dann so Menschen sind, die hier im Forum mehrere Accounts erstellen, nur um dasselbe Thema erneut wenig zielführend zu diskutieren, und auch 1-2 Jahren das Problem nicht gelöst haben, dann sind das Menschen, die ich auch nicht einstellen wollte. Ein sowieso unattraktives Profil wird dur noch unattraktiver. Fast track zur andauernden Unzufriedenheit.
Bonnerin
07.07.2024, 12:05
Also bei mir geht es nicht darum Professorin zu werden. Ich möchte nur wissen, wie ich eine Promotion nachholen kann, um für die Klinik meiner Heimatstadt attraktiver zu werden. Da ich nicht meine gesamte Weiterbildung 600 km entfernt im Kaff getrennt von Familie, Partner und Freunden verbringen will. Ich habe leider als Studentin nicht so viel für meine Karriere (wilde 20er) getan und darf das jetzt ausbaden.
Und dafür Geld an irgendwen verpulvern, der dir dann genau das sagt, was hier auch alle sagen?
Ich verstehe, dass 600km Fernbeziehung schon nervig sind. Aber dann schau halt, ob es z.B. Angebote in so 100 - 150km Entfernung gibt. Das wäre privat dann leichter, sich am Wochenende oder mal nach dem Dienst zu sehen.
Ansonsten ist halt auch immer die Frage, was langfristig das Ziel ist. Forscherambitionen höre ich keine raus. Warum also Uni? Weil es ein kleines Fach ist, dass es nur da gibt? Dann ist aber die Frage, was langfristig das Ziel ist. An der Uni bleiben ist ja (WissZeitVG etc.) nicht für alle eine Option. Ist das Endziel eine Stelle in einer Praxis? Dann spar dir den Ärger und zieh einfach in die Nähe der Heimat und dann eben nach dem Facharzt komplett dahin zurück. Je nach Fach sind ja auch ambulante Zeiten möglich, gerade, wenn du schon stationäre Erfahrung hast.
Edit: Die Zeiten der sehr aufwandsarmen rrein retrospektiven rite-Promotionen sind ohnehin vorbei nach den ganzen Skandalen.
Ja kleines Fach und die Subspezialisierung gibt es auch nur an der Uni. Ich habe kein Problem damit mehrere jahre an einer aufwendigen retrospektiven Arbeit zu sitzen, nur eben nicht, wenn ich dafür länger so weit weg sein muss. Ich mag spannende und aufwendige Medizin, ambulante Arbeit finde ich nicht so toll. Ich bin schon ein richtiger Klinik-Mensch, deshalb wäre es auch ein guter Arbeitsplatz für mich. Forschungsambitionen sind ggf. da aber nicht so extrem, ich möchte in erster Linie eine gute Ärztin werden, aber hochtechnologisierte Medizin finde ich einfach super spannend, deshalb möchte ich an die Uni.
Coxy-Baby
07.07.2024, 17:16
Dann machs doch einfach, ohne jetzt deine ganze Vita zu kennen wird eine sichere Beratung eh schwierig und wenn du keine Kollegen/Freunde hast mit denen du diese Themen besprechen kannst dann hau die Kohle doch fürs coaching raus, ich drück die Daumen dass es etwas bringt......
Stuntman Mike
08.07.2024, 20:15
… 600 km entfernt im Kaff getrennt von Familie, Partner und Freunden ...
Ist dein Partner örtlich denn gar nicht flexibel? Gebe zu bedenken, wegen eines Jobs bis Mitte 30 mit dem Kinderkriegen zu warten, kann sich leider auch rächen…
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