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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Klinisches Jahr in der Radio - für die Weiterbildung in Humangenetik?



Pollito
12.07.2024, 17:25
Hallo allerseits,

ich habe überall nach einem vergleichbaren Thread gesucht, aber leider nichts gefunden. Deshalb versuche ich es mal auf diesem Wege.

Ich liebäugele so ein bisschen mit der FA-Weiterbildung Humangenetik. Leider sind auch dort die Plätze sehr rar. In der WBO steht, dass - am besten vorab - ein klinisches Jahr in der unmittelbaren Pat.-Versorgung abgeleistet werden soll. Ich würde dieses gerne in der Radio/NUK absolvieren. Ich bin mir aber nicht so sicher, ob dies für ein Platz dort ausreicht. Laut WBO sind dies beides Fächer der unmittelbaren Pat.-Versorgung, also müsste es formal anerkannt werden. Ich finde die Fächer auch nicht ganz unpassend, immerhin hat man auch mit Neuro, Pädiatrie, Gyn etc.. zu tun.

Jedoch frage ich mich, wie realistisch die Chancen stehen, einen Platz in der Humangenetik zu bekommen, wenn man vorher sein klinisches Jahr in einem eher patientenfremden Fach wie Radio absolviert hat?

Vielleicht habt ihr da mehr Erfahrungen... Oder ist vielleicht sogar Jemand hier, der in der Humangenetik arbeitet bzw. gearbeitet hat?! Oder ist man auf der "sichereren Seite", wenn man das Jahr eher in der Gyn, Neuro, Auge, HNO oder Innere macht?

Über Erfahrungsberichte oder Bewerbungstipps würde ich mich sehr freuen! LG

Zilia
12.07.2024, 18:32
Radiologie ist doch als Fach der UPV anerkannt (zumindest in Berlin).Also sollte das kein Problem sein. Ich selbst mache nicht dieses Fach. Aber ich glaube, es kommt ganz gut, wenn man bei der Bewerbung seine Diss schon fertig hat. Der einzige Humangenetiker, den ich kenne, hat Innere gemacht (etwas über 1 Jahr) und vorher war er WBA in der Radio (ein paar Monate).

Jule-Aline
13.07.2024, 08:19
Also ich habe in der Humangenetik promoviert. Die Weiterbildungsassistenten hatten entweder der FA Pädiatrie oder waren in der Pädiatrie tätig. Auch mir wurde das empfohlen.
Neurologie passt auch ganz gut.Eine
Hospitation in der Humangenetik ist sicher nicht verkehrt.Da kannst du auch mit den Leuten reden.

Tramaldol
13.07.2024, 17:37
Mag ja sein, dass die Ärztekammern mit ihrer "hervorragenden" (=nicht) Weiterbildung Radiologie als ein Fach der unmittelbaren Patientenversorgung deklarieren.
Jedoch ist es eher ein "Servicefach" in der Regel ohne Station, oder wenn mit Station auf oberflächlichem Niveau. Man lernt als WBA Radiologische und hoffentlich auch Neuroradiolosiche Diagnostik, die zwar auch relevant ist für Humangenetik, aber in anderen Fächern kann man durchaus mehr sehen. Eine Pneumonie behandeln oder einen Patient ausführlich untersuchen, Anamnese erheben, ist eher nicht das Feld der Radiologie. Da gibt's ja offiziell das Feld "Klinische Angaben" für, auch wenn es in der Realität dann oft nicht so gut klappt damit.
Mehr Lernen für den klinischen Alltag vor dem Hintergrund FA Humangenetik tut man definitiv in der Inneren oder Pädiatrie so als Basics.

h3nni
14.07.2024, 11:11
Die Allgemeinmedizin ohne Station und als "Servicefach" im Sinne einer Wegweiser-Funktion ist also auch keine unmittelbare Patientenversorgung.

anignu
14.07.2024, 14:16
Die Allgemeinmedizin ohne Station und als "Servicefach" im Sinne einer Wegweiser-Funktion ist also auch keine unmittelbare Patientenversorgung.
Willst du provozieren oder warum schreibst du so einen Schmarrn?
Lass Tramaldol doch seinen eigenen Mist verzapfen. Ob man die Radiologen nun als rein vor dem Bildschirm sitzende, den eigentlichen Patienten nicht kennende Bildinterpreten oder sie als Teil eines Behandlungsteams sieht bleibt jedem selbst überlassen. Die Bundesärztekammer hat dazu ihre eigene Bewertung abgegeben und in der WBO diese Bewertung festgeschrieben (Radiologie = unmittelbare Patientenversorgung). Das ist einfach mal eine Tatsache. Egal ob man das toll oder nicht so toll findet. Und es gibt auch radiologische Abteilungen mit eigenen Betten, ich glaub das weiß Tramadol nur noch.

Ich persönlich würde, wenn ich Pollito wäre, mir vor allem ein Fach raussuchen mit dem ich leben könnte falls es mit der Humangenetik nichts wird. Also falls man nach ein-drei Jahren immer noch keinen Platz in der Humangenetik gefunden hat. Denn es wäre doch blöd wenn man z.B. in der Pädiatrie beginnt bloß weil man glaub das würde der Karriere was bringen, dann aus Versehen keine Humangenetik-Stelle bekommt und sich dann überlegen muss ob man ein Fach das man nicht mag weitermacht oder nochmal wechselt auf ein wieder völlig anderes Fach.

Tramaldol
14.07.2024, 22:00
Und es gibt auch radiologische Abteilungen mit eigenen Betten, ich glaub das weiß Tramadol nur noch.
(...) aus Versehen keine Humangenetik-Stelle bekommt und sich dann überlegen muss ob man ein Fach das man nicht mag weitermacht oder nochmal wechselt auf ein wieder völlig anderes Fach.

a) ja die Radio Stationen gibt es, aber da sind die Leute nur wegen der Prozedur stationär. Es sind eher einzelne Betten. Also Blutabnahme, Zugang; Vllt gibt es ein paar Schmerztropfen + Brief. Bei größeren Problemen (z.B. Infektionen, dekompensierte Herzinsuffizient oder zunehmender Ikterus oder selbst schwer einzustellende Schmerzen) wird der Patient in eine andere passende Abteilung verlegt, die sowas täglich behandelt. Letztendlich auch sinnvoll
Früher als Rad/Nuk/Strahlen ein Fach waren, da war das natürlich schon etwas mehr klinische Arbeit und es gab vor allem die stationären Patienten der Nuk und Strahlen.

Habe ich geschrieben, wenn die ÄK das als unmittelbare Patientenversorgung ansieht (die meisten Radiologien haben keine Betten)....bitteschön. Entspricht dem vorhandenen "Niveau".

b) Humangenetik sicherlich Exotenfach. Aber hey mit Mobilität und der Tatsache Mehr Stellen als Bewerber klappt das schon, wenn man will.

c) Die Erfahrung, dass die meisten "Quereinsteiger" Humangenetik aus der Inneren oder Päd kommen, habe ich auch gemacht. Meist schon Promotion in der Humangenetik angefangen. Es gibt aber tatsächlich auch Ausschreibungen zur WB.

anignu
18.07.2024, 09:41
Bei größeren Problemen (z.B. Infektionen, dekompensierte Herzinsuffizient oder zunehmender Ikterus oder selbst schwer einzustellende Schmerzen) wird der Patient in eine andere passende Abteilung verlegt, die sowas täglich behandelt.
Das macht so gut wie JEDE Fachrichtung so. Die Grenzen zur Verlegung in andere Fachabteilungen werden halt unterschiedlich gezogen. Auch wir, als Gefäßchirurgen und unsere Leute sind regelmäßig schwer krank, verlegen Patienten bei größeren Problemen in die andere passende Abteilung die sowas täglich behandelt. Macht auch Sinn.

Tramaldol
20.07.2024, 21:13
Das macht so gut wie JEDE Fachrichtung so. Die Grenzen zur Verlegung in andere Fachabteilungen werden halt unterschiedlich gezogen. Auch wir, als Gefäßchirurgen und unsere Leute sind regelmäßig schwer krank, verlegen Patienten bei größeren Problemen in die andere passende Abteilung die sowas täglich behandelt. Macht auch Sinn.

Na man muss doch nicht direkt verlegen bei mehreren Baustellen. Auch eine konsiliarische Betreuung ist durchaus möglich.
Wie gesagt Radiostationen gibt es oftmals garnicht, oder eher klein. Es ist nunmal kein Fach mit großen Stationen.