Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berufshaftpflicht-Versicherung
ROYALWITHCHEESE
13.07.2024, 20:06
Hallo zusammen,
während der Assistenzarztzeit im KH hatte ich über die Dt. Ä.Vers. eine Berufshaftpflicht für ca 70€/jahr. Jetzt als angestellter Facharzt in einer hausärztlichen Praxis ist diese nicht mehr adäquat lt der Versicherung und wird sich verteuern. Ich habe jetzt allerdings schon von mehreren Seiten gehört, dass solch eine Berufshaftpflicht (von mir abgeschlossen) eigentlich gar nicht nötig ist, da man ja ohnehin über den Arbeitgeber versichert ist, und die zusätzliche Versicherung nur für äußerst grobe Fahrlässigkeit nötig wäre. Hat da jemand genauere Informationen und Hintergrundwissen?
Das ist eher für die Absicherung von Notfällen außerhalb Deiner Arbeitsstelle gedacht.
Man lässt sich eine Bestätigung über die Versicherung des AG geben und geht mit dieser dann zu seiner eigenen Versicherung. Die macht dann eine "Restabsicherung".
Bei mir, als Krankenhausarzt, ist das laut Versicherungsbedingungen eine "Restrisikoversicherung ohne Praxisvertretungen" mit dem Kommentar "Nicht mitversichert sind Praxisvertretungen" für diejenigen die den Satz davor nicht verstanden haben und dann sind halt versichert: Freundschaftsdienste im Bekannten-/Verwandtenkreis, bis zu 60 Notarztdienste (nicht LNA), Betreuung von Koronarsportgruppen, bis zu 60 Gutachten, erweiterter Strafrechtsschutz usw...
Und Achtung, manche Haftpflichtversicherungen des Arbeitgebers decken auch nicht alles ab.
Die meines Arbeitgebers z.B. keine grobe Fahrlässigkeit. Logischerweise wird der Vorwurf der groben Fahrlässigkeit dann sehr schnell in den Raum gestellt, so dass für den Deliquenten nur die gerichtliche/gutachterliche Klärung über den Grad der Fahrlässigkeit bleibt.
Und ein Kollege flüstert mir gerade: Unbedingt klären, ob Schäden durch Cyberkriminalität mitversichert sind!!
Alptraumszenario: Du schleust versehentlich einen Virus ins Netzwerk ein, alle Daten sind futsch und müssen aufwändig wiederhergestellt werden. Der Betrieb liegt für vier Wochen komplett lahm. Und dein Arbeitgeber will plötzlich einen zweistelligen Millionenbetrag als Schadensersatz von dir.
Lormologie
15.07.2024, 20:28
Ich wollte den Thread gerne mal für meine spezielle Frage zur Berufshaftpflicht nutzen:
Bin FA für Neurologie und mache gerade noch den FA für Psychiatrie dazu, bin also weiterhin als Weiterbildungsassistent tätig. Trotzdem musste meine Berufshaftpflicht auf einen FA-Tarif umgestellt werden.
Jetzt will ich zur Ergänzung von Weiterbildungsinhalten für 8 Wochen in eine benachbarte Klinik rotieren. Mein Arbeitgeber stellt mich dafür unter fortgesetzter Gehaltszahlung frei, aber die Haftpflichtversicherung meines Hauses deckt meine Tätigkeit dort nicht ab. Damit mir die Zahlen bescheinigt werden, muss ich sie natürlich vor Ort selbst erbringen, eine reine Hospitation kann es daher nicht werden.
Habt ihr einen Tipp, wie sowas in meiner privaten Arzthaftpflicht formuliert sein muss? Kann man für so einen Zeitraum eine separate Versicherung nur zu diesem Zweck abschließen? kenne mich da leider gar nicht aus und habe von der deutschen Ärzteversicherung bisher auch nur vage formulierte teure Vorschläge zur Aufstockung meiner Versicherung erhalten. (würde mich damit gar nicht abgesichert fühlen) wo kann man sowas auf Plausibilität prüfen lassen?
Nefazodon
15.07.2024, 22:00
@Lormologie: Kannst Du das nicht mit dem benachbarten Haus klären? Wenn Du dort Leistungen erbringst (die ja letztlich auch abgerechnet werden) solltest Du auch dort versichert sein....
Das würde ich erfragen und mir dann auch schriftlich geben lassen....
Matzexc1
16.07.2024, 05:46
Entweder das benachbarte Haus hat eine entsprechende Versicherung oder du meldest dich bei einem Verischerungsberater oder Versicherungsberaterin
Lormologie
30.07.2024, 20:14
Ich wollte ein kurzes Update geben, wie es jetzt gelöst wurde. Leider habe ich von Versicherungsberatern der Deutschen Ärzteversicherung nur kostenintensive Nonsense-Vorschläge bekommen.
Dann habe ich meinen Versicherungsschein mal mit dem von zwei Kolleginnen verglichen und festgestellt, dass diese einen Zusatzpassus über freiberufliche Tätigkeiten hatten, der Hospitationen ohne eigenes Mitwirken und Praktika unter Aufsicht an 60 Tagen im Jahr einschließt.
Auf mein Nachfragen konnte genau diese Formulierung dann sogar kostenlos in meinem Versicherungsschein ergänzt werden. Das soll einer verstehen.
Könnt ihr mir vielleicht Tipps zu anderen Versicherungsunternehmen geben, bei denen ihr eure Berufshaftpflicht habt? ich möchte nach diesem Beratungsvakuum gerne zum nächsten Zeitpunkt meine Versicherungen bei der DÄV kündigen. Dass der Marburger Bund sogar für die DÄV wirbt, wundert mich umso mehr.
Lormologie
30.07.2024, 20:17
Falls es außerdem noch für jemanden relevant ist: es stimmt nicht, dass man nach dem FA keinen Assistenzarzttarif für die Berufshaftpflicht mehr bekommt. Wenn man eine Tätigkeit im vorhandenen FA ausschließt, kann man weiterhin zum Assistenzarzttarif mit gekoppelter Privathaftpflicht versichert werden.
Mir war das wegen der manchmal nicht gut trennbaren Inhalte von Neurologie und Psychiatrie letztlich zu riskant, aber wenn etwas weiter auseinander liegt, wäre es eine günstige Möglichkeit. Auch dazu wurde ich falsch beraten. :-wand
Matzexc1
31.07.2024, 05:43
Ich wollte ein kurzes Update geben, wie es jetzt gelöst wurde. Leider habe ich von Versicherungsberatern der Deutschen Ärzteversicherung nur kostenintensive Nonsense-Vorschläge bekommen.
Dann habe ich meinen Versicherungsschein mal mit dem von zwei Kolleginnen verglichen und festgestellt, dass diese einen Zusatzpassus über freiberufliche Tätigkeiten hatten, der Hospitationen ohne eigenes Mitwirken und Praktika unter Aufsicht an 60 Tagen im Jahr einschließt.
Auf mein Nachfragen konnte genau diese Formulierung dann sogar kostenlos in meinem Versicherungsschein ergänzt werden. Das soll einer verstehen.
Könnt ihr mir vielleicht Tipps zu anderen Versicherungsunternehmen geben, bei denen ihr eure Berufshaftpflicht habt? ich möchte nach diesem Beratungsvakuum gerne zum nächsten Zeitpunkt meine Versicherungen bei der DÄV kündigen. Dass der Marburger Bund sogar für die DÄV wirbt, wundert mich umso mehr.
Ich bin damals über MLP bei der Domcura gelandet(Versicherer ist die Alte leipziger), sich von ersteren beraten lassen ist wie bei der DÄF. Entweder selbst Angebote einholen und dann über eine versicherungsberater/in beraten lassen oder freie Versicherungsmakler/in
Die DÄF Beraterin ist übrigens keine Beraterin sondern Verkäuferin
Außer DÄF und Domcura gibt es noch die HDI, die berufsverbände bieten auch Haftpflichtversicherungen an
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