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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ist es für die Diss schlimm, bei einer Publikation nur als Coautor gelistet zu sein?



ibag
23.07.2024, 17:31
Da ich wie viele andere eigentlich keine Ahnung habe, was ich da tue frage ich hier:

Ist es schlimm, wenn die Ergebnisse der Doktorarbeit als Paper veröffentlicht worden sind und ich "nur" als Co-Autor gelistet bin?
Muss ich jetzt, um beispielweise die Grafen verwenden zu können, die Erlaubnis beim Journal einholen?

Außerdem sind ja der Methodikteil und die Ergebnisse 1:1 das selbe. Erwähne die Publikation am Anfang, reicht das oder muss ich jetzt bei jedem Ergebnis noch Fußnoten setzen? Ich versuche zu paraphrasieren, es hört sich jedoch echt ähnlich an.
Ich schreibe halt ne andere Introduction, nen langen Background, ne andere Discussion und mach noch eine Sekundäranalyse der Daten..

Mein Betreuer meinte nur: "joa is oft so, schreib halt bloß nicht Wort für Wort ab"

Ist das echt so? Mach ich mir zu viele Sorgen?

Kandra
24.07.2024, 14:08
War bei mir genauso und war kein Problem. Du frägst beim Journal um Erlaubnis, die Graphen verwenden zu dürfen, das ist aber Formsache. Am Ende der Diss kommt eine Erklärung hin, dass Teile der Arbeit bereits im Journal xy veröffentlicht wurden und ich habe die Publikation dann bei jedem unveränderten Graphen als Quelle angegeben („bereits veröffentlicht in xy…“)

davo
24.07.2024, 20:51
Zum Thema nur Co-Autor:

Genau so funktioniert medizinische Forschung - der, der die eigentliche Arbeit gemacht hat, ist oft weder Erst- noch Letztautor. Es brauchen ja auch die, die wissenschaftlich mittlerweile dead wood sind, weiterhin viele Publikationen, damit der Lebenslauf gut ausschaut :-))

Das verstößt zwar natürlich gegen eine der Grundregeln des wissenschaftlichen Arbeitens und der good scientific practice, aber ist in der medizinischen Forschung leider tatsächlich Alltag, und es ist ein offenes Geheimnis, dass es tagtäglich geschieht, obwohl es natürlich zutiefst unmoralisch ist. Wahrscheinlich wird das in Sachen Promotion auch OK so sein, aber ich würde sicherheitshalber trotzdem mal nachlesen, was eure Promotionsordnung dazu so sagt. Theoretisch wäre es nämlich schon denkbar, dass die Promotionsordnung sagt, dass das nur dann möglich ist, wenn man Erstautor ist.

Zum Thema Doktorarbeit schon als Paper veröffentlicht:

Dass man in dieser Situation dann sinnlos umformuliert, ist leider tatsächlich üblich - hauptsächlich dadurch bedingt, dass deutsche Unis, anders als britische Unis, keine Promotion durch Publikationen zulassen.

Und ja, für alle Graphen usw. brauchst du dann natürlich die Genehmigung des Journals.

_calendula_
25.08.2024, 11:00
Publikationspromotion gibt es auch in Deutschland. Dafür benötigt man z.B. eine Erstautorenschaft eines Papers in einem für das Fach relevanten peer-reviewed Journal. Eine Einleitung muss man noch ergänzend verfassen, aber für Methoden, Results und Diskussion zählt die Publikation.

Erstautorenschaft benötigt man nur für die Publikationspromotion. Für eine herkömmliche Promotion würde ich es sogar eher aufwertend sehen, wenn die Daten publiziert sind. Das bedeutet, dass die Ergebnisse als relevant genug bewertet um sie zu publizieren.

Interfect
31.08.2024, 07:50
Dass man in dieser Situation dann sinnlos umformuliert, ist leider tatsächlich üblich - hauptsächlich dadurch bedingt, dass deutsche Unis, anders als britische Unis, keine Promotion durch Publikationen zulassen.

Also an meiner Uni in Deutschland kann man auch publikationsbasiert promoviert werden. In Medizin ist das zwar etwas seltener, aber praktisch alle rer nats machen das.

Bonnerin
31.08.2024, 08:19
Also an meiner Uni in Deutschland kann man auch publikationsbasiert promoviert werden. In Medizin ist das zwar etwas seltener, aber praktisch alle rer nats machen das.

Das kann man aber (zumindest bei uns) nur mit einer Erstautorenschaft, nicht, wenn man nur irgendwo als Co-Autor gelistet ist.

FirebirdUSA
04.09.2024, 07:21
... und bei uns musst du aufzeigen, welcher Teil der Arbeit von dir ist (und warum du dann ggf nicht Erstautor warst). Das die Daten Teil einer Publikation sind ist üblich, wenn die Publikation nur aus deinen Ergebnissen besteht wäre das zumindest bei uns ein Problem (war aber früher so üblich).
Und ja du musst übernommene Abschnitte
und Grafiken zitieren, sowie für Grafiken eine Genehmigung einholen (für viele Verlage z.B. über copyright.com; in der Regel für Dr Arbeit aber kostenlos)