Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : S.aureus
Hallo,liebe Mitglieder der Foren!ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit der Frage wie ich Initial auf die Nachricht reagiere,dass in der Blutkultur S.aureus nachgewiesen wurde (Differenzierung steht aus).Einige Quellen empfehlen,dass man direkt mit Vanco anfängt,andere würde Vanco und Ceftriaxon starten.
Wie ist eure Erfahrung?
Nefazodon
29.07.2024, 23:57
Ich würde sagen, das hängt auch vom AZ des Patienten ab, oder?
Und: wurden mehrere Kulturen abgenommen und sind alle positiv?
Bonnerin
30.07.2024, 05:25
Hallo,liebe Mitglieder der Foren!ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit der Frage wie ich Initial auf die Nachricht reagiere,dass in der Blutkultur S.aureus nachgewiesen wurde (Differenzierung steht aus).Einige Quellen empfehlen,dass man direkt mit Vanco anfängt,andere würde Vanco und Ceftriaxon starten.
Wie ist eure Erfahrung?
Bei den Mikrobiologen anrufen und nett fragen, bzw. die Therapie besprechen. Antibiotic Stewardship ist ein großer Teil der Mibi.
Bei uns gibt es ein ABS-Team, das legt bei sowas die Therapie fest...
Und ich würde auch sagen "hängt vom Gesundheitszustand und vom bisherigen Verlauf ab".
Beispiele? Hab ich einen Patienten dem ich Blutkultur abgenommen und initial irgendwas Richtung Penizilline oder Cephalosporine gegeben hab und in den letzten 1-2 Tagen sanken die Entzündungszeichen dadurch und der Patient ist stabil... warum sollte ich dann ohne Differenzierung sofort auf Vanco + Ceftriaxon umsteigen? Dann doch lieber warten auf die Differenzierung und vielleicht kommt sogar raus dass Flucloxacillin völlig ausreichend ist... Und das Gegenteil ist ein Patient der unter der bisherigen Antibiose sich sogar verschlechtert. Da würde man dann eher eskalieren.
Und der Verlauf der Blutkulturen ist ja auch immer entscheidend. Bei uns gibt es die Blutkulturen mit 3 Nachrichten: 1. positiv mit Haufenkokken. 2. positiv mit Staph. aureus. 3. positiv mit Staph. aureus und der Resistenztestung. Und in jeder der drei Stufen kann man sich überlegen was man tut. Und will man 3x das Antibiotikum wechseln?
Kackbratze
30.07.2024, 08:41
Wie ist eure Erfahrung?
Klinik und Ursprungsmöglichkeiten kontrollieren. Wenn ich auf jeden ersten MiBi-Befund gleich was draufkippe kann ich schnell eine unabsichtlich kontaminierte Blutkultur zu einem echten Problem werden lassen.
Das ist der Trick des Arzt-Daseins. Mehr als nur stumpfe Leitlinien, sonst kann auch ChatGTP die Visite machen. Mit allen Folgen.
Welche Quellen empfehlen denn Vanco oder Ceftriaxon?
1. Wahl ist Flucloxacillin, alternativ Cefazolin.
Vancomycin ist in Wirkung und Nebenwirkungsprofil unterlegen.
S. aureus muss man immer behandeln und darf man nie als Kontamination werten
S. aureus muss man immer behandeln und darf man nie als Kontamination werten
Das erinnert mich ans IMPP und deren Kreuzelfragen. Gabs da nicht mal den Spruch "Wenn immer dasteht ist es immer falsch?"
1. Wahl ist Flucloxacillin, alternativ Cefazolin.
Vancomycin ist in Wirkung und Nebenwirkungsprofil unterlegen.
Bitte bissl Differenzierung.
Das ist erste Wahl wenn das Antibiogramm da ist, es sich um eine unkomplizierte SA-Bakteriämie handelt und der Abstrich nicht von einem nicht sanierbaren Implantat kommt... merkst was?
Kennst du das Antibiogramm nicht, der Patient verschlechtert sich und hat infizierte Implantate dann würde man im Zweifel möglicherweise dennoch auf Vancomycin eskalieren. Man muss sich halt das Gesamtbild anschauen.
Das erinnert mich ans IMPP und deren Kreuzelfragen. Gabs da nicht mal den Spruch "Wenn immer dasteht ist es immer falsch?"
Der reine Mibi-Befund als solcher muss tatsächlich nicht immer behandelt werden, man sollte schon differenzieren, ob es Fehlerquellen gibt oder ob es sich um eine tatsächliche s.a. Bakteriämie handelt. Letztere muss tatsächlich immer behandelt werden, auch bei asymptomatischem Patienten.
Mir fällt jedenfalls keine realistische Konstellation ein, in der man eine watch-and-wait Strategie bei einer s.a. Bakteriämie fahren würde, egal ob asymptomatisch oder symptomatisch
S. aureus muss man immer behandeln und darf man nie als Kontamination werten
Der reine Mibi-Befund als solcher muss tatsächlich nicht immer behandelt werden, man sollte schon differenzieren, ob es Fehlerquellen gibt oder ob es sich um eine tatsächliche s.a. Bakteriämie handelt.
Lies dir einfach die beiden Zitate nochmal durch.
DA1994 schreibt "darf nie als Kontamination gewertet werden" und du schreibst "man sollte schon differenzieren ob es Fehlerquellen gibt".
Merkst was?
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