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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie Geld beiseitelegen?



hanna:95
17.08.2024, 13:16
Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich habe diesen Monat etwas ungeplant meine erste Stelle angetreten und stehe nun vor der Herausforderung, etwas Geld für das Rentendasein beiseitezulegen.

Geplant ist etwa ein Drittel des Nettolohns, ist das ein guter Maßstab oder zu viel oder zu wenig?

Gelesen habe ich viel über Aktien und ETFs. Leider habe ich davon keine Ahnung und ich denke ohne Ahnung sollte man davon die Finger lassen. Auch habe ich gelesen, dass es bei den ETFs kürzlich einen Crash gab und einige ziemlich viel verloren haben.

Mein Bankberater meinte, Bundesanleihen mit Anfangs hoher und später kürzerer Laufzeit seien für mich optimal.

Von einer Kollegin weiß ich, dass sie freiwillig mehr in die Versorgungskasse einzahlt und damit später einen höheren Rentenanspruch hat.

Wieder ein anderer hat gemeint, jeden Monat einfach Betrag X auf einem extra Konto zur Seite legen...

Mir ist klar, dass es kein Universalrezept gibt und jeder andere Voraussetzungen und Ziele hat. Leider habe ich mich bislang nie mit solchen Themen beschäftigt.

Von daher wäre ich über jeden Tipp oder Lesestoff dankbar [-::-]


Liebe Grüße
Hanna

rafiki
17.08.2024, 13:34
Geplant ist etwa ein Drittel des Nettolohns, ist das ein guter Maßstab oder zu viel oder zu wenig?

Viel zu wenig. Aber vielleicht musst du erstmal richtig verdienen.



Gelesen habe ich viel über Aktien und ETFs.

Beides Unfug.




Wieder ein anderer hat gemeint, jeden Monat einfach Betrag X auf einem extra Konto zur Seite legen...

Gibt es wirklich so dumme Leute?

StuartProwerFaktor
17.08.2024, 15:02
Wie so oft besteht die Antwort erstmal auch aus Gegenfragen:
1. Wie anspruchsvoll ist dein Lebensstil?
2. Selbstständigkeit angedacht oder dauerhaft angestellt?
3. Was für ein Typ bist du? Willst du dich gegen alles inklusive Berufsunfähigkeit und Alien-Invasion absichern?
4. Kinder geplant?
5. Wirst du safe was relevantes erben?

Willst du überhaupt keine Abschnitte von einem eher ausladenden Lebensstil machen, brauchst du ca. 80% deines Nettoeinkommens als Rente (ich käme z.B. vermutlich mit ca. 40-50% aus). Um diese 80% zu erreichen ist eine Sparquote von ca. 15% des Einkommens p.a. nötig. Jetzt ein paar Zahlenspiele:
325.000 gespartes Kapital bei 4% Rendite ermöglichen dir z.B. die Entnahme von 1500 Euro pro Monat, und das Geld reicht 30 Jahre (bei 1100 sogar ewig).
325.000 Kapital bei 7% Rendite ermöglichen sogar 2100 Euro für 30 Jahre.
Diese Zahlen kannst du jetzt ja auch skalieren. 4% ist absolut realistisch, da dürfte vermutlich in etwa auch die Größenordnung des Versorgungswerks sein, von dem du auch eine brauchbare Rente bekommst. 7% sind mit Aktien vermutlich auch möglich wenn man die Dividendensteigerungsrate betrachtet.
Da du als Arzt in aller Regel gut verdienst, ist bei einem langen Arbeitsleben (> 30 Jahren) auch eine vernünftige Streuung möglich (also neben Aktien auch eine Immobilie z.B.).
Was man sich auch noch bewusst machen muss, je nach dem was für ein Arzt du wirst, kannst du im Alter ja auch noch etwas Teilzeit arbeiten, es spricht ja nichts dagegen, z.B. eine Woche im Monat zu arbeiten oder 2 Tage die Woche - dann dürfte das mit der Kohle wirklich kein Problem mehr sein.

Kackbratze
17.08.2024, 17:23
Es gibt hier einen Thread zu dem Thema. Da kann man sich mal einlesen und dann gezielt Fragen stellen.

Bankberater sind meist unter den schlechtesten "Beratern", weil sie nicht Berater sondern Verkäufer sind. Und deine Geldanlage ist sein neues Auto. Und ihm ist es egal, wie Du in der Rente lebst, solange er sein Auto finanziert hat.

sammy123
17.08.2024, 18:11
Es ist sehr gut, sich bereits am Anfang des Berufslebens mit Finanzen zu beschäftigen! Ich kann dir sehr die Inhalte von "Finanztip" empfehlen (z.B. auf Youtube). Zunächst geht es, wie bereits erwähnt, darum herauszufinden, wie dein persönlicher Lebensentwurf aussieht (Immobilie? Familie? Work-Life-Balance?). Danach richtet sich, wieviel zu sparen kannst. Eine Sparquote von einem Drittel deines Nettolohns ist bereits sehr gut. Dann solltest auch herausfinden, wie dein persönliches Risiko-Profil aussieht, denn danach richtet sich, wieviel du in welche Anlageklasse investieren solltest. Breit diversifizierte Aktien-ETFs (z.B. MSCI World) sind grundsätzliche eine gute Idee, sofern du langfristig dabeibleiben kannst. Ein konservatives Portfolio wäre z.B. 1/3 ETF und 2/3 "sichere" Anlageklassen wie Tages- oder Festgeld. Von "Bankberatern" würde ich ebenfalls Abstand nehmen. Falls du unbedingt eine Beratung möchtest, solltest du eine unabhängige Honorarberatung in Anspruch nehmen.

Trenn
17.08.2024, 18:57
Investiere in deiner eigenen Ausbildung, noch hat man in den Zwanzigern Zeit und die fluide Intelligenz neues effektiv zu lernen. Als angestellter Facharzt kann man sein Gehalt dann besser verhandeln. Eine eigene Praxis hat auch eine sehr heute Rendite, was meinst du, wieso so viele MVZs aus dem Boden sprießen? Das sind speziellere Sachen, was Ärzte anders als andere machen können. Ansonsten breit diversifizieren. Kenne aber viele Ärzte, die im Alter noch paar Tage im Monat ärztlich sind aus Langeweile. Macht auch ein, zwei tausend Euro aus. Wenn ich zu krank bin um allgemeinmedizinisch zu schaffen, werde ich auch zu krank zum Reisen sein. Dann brauche ich auch nicht mehr viel Geld....

rafiki
17.08.2024, 19:11
Bankberater sind meist unter den schlechtesten "Beratern", weil sie nicht Berater sondern Verkäufer sind.

Nicht unbedingt. Meiner ist Beamter und bekommt daher keine extra Tantiemen. Ist aber extrem erfahren, so dass hohe Rendite resultieren.

milz
17.08.2024, 20:31
Diversifizieren.
z.B. Tagesgeld für den Notgroschen + 1 Welt-ETF (z.B. A1JX52) als Sparplan laufen lassen, kaufen und halten! + ggf. Gold + Immo zum Eigengebrauch.
Und selber schlau machen. Youtube-Videos von Finanzfluss usw.
Nicht auf Bankberater reinfallen.

TaraTamm
17.08.2024, 21:03
Dirk Müller Premium Fonds ;-)

Matzexc1
18.08.2024, 12:59
Dirk Müller Premium Fonds ;-)
Ein Glück das du das nicht ernst meinst

Matzexc1
18.08.2024, 13:06
Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich habe diesen Monat etwas ungeplant meine erste Stelle angetreten und stehe nun vor der Herausforderung, etwas Geld für das Rentendasein beiseitezulegen.

Geplant ist etwa ein Drittel des Nettolohns, ist das ein guter Maßstab oder zu viel oder zu wenig?

Gelesen habe ich viel über Aktien und ETFs. Leider habe ich davon keine Ahnung und ich denke ohne Ahnung sollte man davon die Finger lassen. Auch habe ich gelesen, dass es bei den ETFs kürzlich einen Crash gab und einige ziemlich viel verloren haben.

Mein Bankberater meinte, Bundesanleihen mit Anfangs hoher und später kürzerer Laufzeit seien für mich optimal.

Von einer Kollegin weiß ich, dass sie freiwillig mehr in die Versorgungskasse einzahlt und damit später einen höheren Rentenanspruch hat.

Wieder ein anderer hat gemeint, jeden Monat einfach Betrag X auf einem extra Konto zur Seite legen...

Mir ist klar, dass es kein Universalrezept gibt und jeder andere Voraussetzungen und Ziele hat. Leider habe ich mich bislang nie mit solchen Themen beschäftigt.

Von daher wäre ich über jeden Tipp oder Lesestoff dankbar [-::-]


Liebe Grüße
Hanna

Meine Empfehlungen:
1) 3 Monate Haushaltsbuch führen um einen Überblick über deine Finanzen zu haben
2)Finanztip und das extraetf Magazin. Was Crashs angeht: die meisten sind nach einiger Zeit vergessen wenn man ordentliche ETF ausgewählt hat, der Cannabis Themen etf ist es nicht. Je komplizierter du es machen willst desto mehr Zeit brauchst du um es zu lernen.
3) es gibt im Forum eine Thread Wie spart oder investiert ihr. Etwas älter aber gut
4) Ich habe eine Bank für Konsum und Alltag(Giro und Sparkonto für größere Konsumausgaben zB Reise) eine für das Investieren und Broker alles getrennt.
5) Finanzblogroll dort findest du die deutschsprachigen Finanzblogs mit sehr viel Inhalt
6) Investiere ins dich selbst, Fortbildung, Weiterbildung usw

Tweety8008
18.08.2024, 14:00
Zitat: "Aktien und ETFs"



Beides Unfug.


WTF?

Tweety8008
18.08.2024, 14:06
Hallo Hanna,

ich bin laut deinem Nicknamen wohl 4 Jahre älter als du, aber ich mache es so:

(1) Ärzteversorgung. Auf jeden Fall solltest du aus der gesetzlichen Deutschen Rentenversicherung raus. Wer weiß, wie mies die für uns in 35J sein wird und wo wir da noch leben werden.

(2) Fixbetrag jeden Monat in kostenlose Sparpläne (Bei mir ist es der SP500 ETF, ein Halbleiter ETF, und eine Immobilienaktie).

(3) Mehr oder weniger ein Fixbetrag jeden Monat auf ein Tagesgeldkonto (gibt aktuell 3.75%), für Notfälle oder Sondertilgung der Wohnung.

(4) Ein Fixbeitrag jeden Monat Kreditrate an die Bank für die Wohnung. Je nach dem, wo du wohnst, wie teuer es ist, und wie lange du an deinem aktuellen Ort wohnen bleiben willst, könnte es sich lohnen, eine kleine Wohnung jetzt zu kaufen. Aber sehr individuell.

Zusätzlich: Meine Firma zahlt gekoppelt an mein Gehalt steuerfrei einen Fixbeitrag jeden Monat in eine betriebliche Altersvorsorge (BAV), auch "Eichel Rente" genannt. Sind ca. 700€ im Monat. Ich zahle vom Brutto 2000€ dazu, damit die Firma nochmal 2000€ selbst draufpackt. Also könntest du dich bei deinem Arbeitgeber informieren, ob es ähnliche Modelle gibt? Ich nehme an, du bist noch nicht selbstständig tätig.

Thomas24
18.08.2024, 22:58
Es gibt hier im Forum einen älteren Thread dazu, in dem alles ausführlich durchgekaut worden ist.
Einfach mal durchlesen und man erhält einen guten Überblick, inkl. Ressourcen/ Links/ Literaturempfehlungen, wo man sich bei Interesse weiter informieren kann.

Matzexc1
19.08.2024, 06:23
https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?103494-Wie-spart-oder-investiert-ihr/page365

hanna:95
19.08.2024, 10:37
Danke für alle Ratschläge, den Thread hab ich jetzt auch gefunden. Ist viel Lesestoff...
Ich habe im Moment leider ziemlich viele Fixkosten (Miete, Rückzahlung Studienkredit, Rate Auto, ggf. Rückzahlung Stipendium)
Ich werde jetzt am Monatsende erst mal alles was übrig bleibt auf ein Tagesgeldkonto überweisen und mir in den kommenden Wochen Gedanken machen.

Langfristiger Plan ist Fachärztin, dann Kinderpause, Niederlassung bzw. ambulante Anstellung und an dem Ort dann auch eine feste Bleibe suchen. Leider ist gerade beruflich wieder einiges durcheinander geraten...

Liebe Grüße
Hanna

McLaren422
19.08.2024, 21:45
und das vor kurzem war kein "Crash". Das war eine Kurskorrektur und "Geld verloren" hat da auch keiner, es sei denn, er hat wirklich im Minus verkauft. Das soll man aber nicht machen, so ein MSCI World ETF kann eigentlich gar nicht pleite gehen. Solche Korrekturen sind ein guter Einstiegspunkt. ;)

Nilani
20.08.2024, 12:06
Auch wenn das hier einige anders sehen werden, werfe ich mal noch das Buch "Madame Moneypenny" von Natasha Wegelin in den Raum. Das hat bei mir das Bewusstsein mit dem Umgang mit Geld, ETFs usw nochmal verändert. Es geht da um finanzielle Unabhängigkeit der Frauen, ist auch gut, wenn Kinder geplant sind (Karriereknick, Frau bleibt schön in Teilzeit zu Hause usw). Ist auch schon etwas älter, aber so als Einstieg ganz gut und es gibt das Buch häufig in den örtlichen Bibliotheken.

Tweety8008
20.08.2024, 23:13
Ich kann noch das Buch (Audiobuch) "The White Coat Investor" empfehlen. Es ist zwar schon 10+ Jahre alt und geht primär um Amerikanische Ärzte, aber Geld ist am Ende ja überall gleich auf der Welt.

https://www.amazon.de/White-Coat-Investor-Personal-Investing/dp/0991433106

Habe das früher mal während meiner Residency gehört im Auto.