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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Internistische hausärztliche Versorgung, SOPs?



Johannes-556
18.08.2024, 17:48
Liebes Forum,
ich melde mich bei euch mit einer kurzen Frage.
Ich bin frisch gebackener Internist und wechsele in einem Monat von der Klinik in ein internistisches/hausärztliches MVZ.
Ich freue mich sehr darauf, mein bisheriges Wissen anwenden zu können.

Anfangs werde ich sicherlich reguläre hausärztliche Patienten behandeln. Diesbezüglich wollte ich mich bei erkundigen ob ihr mir Literatur bzgl. Arbeitsabläufen/SOPs empfehlen könnt. Ich habe in meinen Klinikjahren viel gesehen und gelernt, aber natürlich hat man in der Praxis weniger sofort verfügbare Diagnostik.
Konkret denke ich zum Beispiel an folgende Patientenfälle:
- Husten, V.a. bronchialen Infekt, fieberfrei, jung/gesund, keine Laborabnahme —> ab wann antibiotische Therapie?
- Einmalige Hämatochezie, einweisen oder ambulant FA weiterempfehlen?
- Subjektive Palpitationen, jung/gesund —> LZ EKG ambulant oder FA? Einweisen?

Das sind jetzt nur kurz angerissene fiktive Fälle? Ich hoffe ihr wisst was ich meine. Pragmatische aber leitliniengerechte Medizin. Sicherlich übersieht man gelegentlich das eine oder andere - dass man aber sagen kann man hat sich an allgemein „gültige“ Flowcharts gehalten.

Herzlichen Dank!

LG Johannes

Trenn
18.08.2024, 19:26
Melde dich mal bei Deximed an. Das ist für Hausärzte geschrieben und die Diagnostik ist in einen Teil für Hausärzte (wobei vieles auch das Laborbudget sprengen kann) und einen Teil für Spezialisten. Amboss hat alles drin, aber man muss es mit Notizen selbst ordnen und Anpassen. Degam-Leitlinien sind super, aber sind auch nur 20-30 Krankheiten.
Als Hausarzt machst du pragmatische Medizin an Leitlinien angelehnt.

Zu deinen Beispielen:
1) Antibiose? wenn sie wiederkommen (alternativ dann Labor, PCT ist budgetneutral). Oder wenn sie unbedingt darauf bestehen. Oftmals kennen die ihren Verlauf (außer die kommen nur wegen ne Au), oder du bist ein sch***-Arzt und die kommen net mehr wieder...
2) ggf. DRU und jüngere ambulant abklären. Ältere unter OAK ggf. einweisen. HB kannste auch machen. (Wenn sie zu krank sind, wollen die niedergelassenen sie auch nicht gerne spiegeln)
3) Je nach dem, ob du ein Gerät hast. Ich hab ein Gerät, darf es aber als Allgemeinmediziner nicht auswerten. Ergo geht der Chip mit Überweisung statt der ganze Patient zum Internisten.

Du siehst, viele Entscheidungen sind nicht medizinisch geprägt und du muss deine "Region"Standards (Verfügbarkeit von Fachärzten etc) kennen lernen. Lerne von den älteren Kollegen, die haben sich ihrem Schicksal gefügt und wissen, wie man ein Burnout vermeiden kann....