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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage zu erster Stelle "stationäre/unmittelbare Patientenversorgung"und Logbuch



prb_med
26.08.2024, 11:57
Hallo an Alle und erstmal einen schönen Start in die Woche,

Ich hoffe, dass ich hier richtig poste, da dies mein erster Beitrag im Forum ist.

Ich habe mein Examen hinter mich gebracht und auch sie Zeit danach ausgiebig genießen können. Nun bin ich am Bewerben für meine erste Stelle, habe aber einige Fragen zum richtigen Vorgehen:

1. Ich strebe eine Weiterbildung in der Labormedizin an und brauche hierfür stationäre Patientenversorgung (nicht zwanghaft in der Inneren, auch wenn das sicherlich die meisten empfehlen würden). Nun weiß ich bereits den Unterschied zwischen unmittelbarer und stationärer Versorgung (steht ja auch in der WBO), aber wollte Euch mal zu folgendem Sachverhalt befragen: Aktuell liebäugele ich mit einer Stelle in der Strahlentherapie, um den stationären Teil zu absolvieren und möchte mir dabei offenlassen, dass ich - bei Gefallen - doch meine Weiterbildung in diesem Fach komplett absolviere und damit der Labormedizin den Rücken zukehre. Sollte ich mich deshalb auf ausgeschriebene WB-Stellen bewerben oder wäre es eher fair, gleich offen zu kommunizieren, dass man eventuell nur ein stationäres Jahr absolvieren will?

2. Aus eben genannten Sachverhalt, frage ich mich, wie das mit dem Logbuch laufen soll. Wenn ich mir dies abzeichnen lasse, kann ich ja schlecht das von der Labormedizin hinlegen. Ist es möglich später dann die Sachen umschreiben zu lassen, ohne dass der (eventuell aufgrund meiner Kündigung frustrierte) Chef ein neues Logbuch abzeichnen muss?

Ich bin halt total unsicher, ob man gleich alle Karten auf den Tisch legen soll. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sowohl die Planoffenlegung bei Bewerbung als auch das Geheimhalten Vor- und Nachteile birgt.

Ich habe bereits im Labor hospitiert und bin eigentlich ganz angetan von dem Bereich, würde aber gerne auch mal Strahlentherapie sehen und dachte, dass ich das vielleicht gleich mit dem stationären Berufseinstieg verbinden könnte.

An alle, die Antworten, schon einmal vielen, vielen Dank. Ich hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt.

Liebe Grüße

Bonnerin
26.08.2024, 14:51
Ich strebe eine Weiterbildung in der Labormedizin an

Gute Wahl.


Sollte ich mich deshalb auf ausgeschriebene WB-Stellen bewerben oder wäre es eher fair, gleich offen zu kommunizieren, dass man eventuell nur ein stationäres Jahr absolvieren will?

Keinesfalls kommunizieren, dass das nur für ein Jahr geplant ist. Mit Ausnahme von Allgemeinmedizin (Stichwort KV-Förderung) werden "Fremdjahre" nicht von externer Stelle bezahlt. Das ist dann halt Pech für den Arbeitgeber, dass du dich nach 12 Monaten doch für was Anderes entschieden hast.


Aus eben genannten Sachverhalt, frage ich mich, wie das mit dem Logbuch laufen soll. Wenn ich mir dies abzeichnen lasse, kann ich ja schlecht das von der Labormedizin hinlegen. Ist es möglich später dann die Sachen umschreiben zu lassen, ohne dass der (eventuell aufgrund meiner Kündigung frustrierte) Chef ein neues Logbuch abzeichnen muss?

Warum umschreiben? Alle, die ich kenne, haben halt 2 Logbücher vorgelegt zur Prüfung: Labormedizin bzw. Transfusionsmedizin bzw. Mibi/Viro und das Fach der Patientenversorgung. Kommt sicher auf die Kammer an, aber so kenne ich es.


Ich bin halt total unsicher, ob man gleich alle Karten auf den Tisch legen soll. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sowohl die Planoffenlegung bei Bewerbung als auch das Geheimhalten Vor- und Nachteile birgt.

Was soll den der Vorteil von Offenlegen sein? Damit katapultierst du dich höchstens selbst direkt ins Aus. Einzige Ausnahme, falls du initial ne Stelle in der Labormedizin bekommst, in der explizit die 12 Monate Rotation in die Patientenversorgung gelistet sind. Das ist aber eine große Ausnahme. Mibi/Viro und Transfusionsmedizin sind als Rotationen bei sehr vielen Weiterbildern abgedeckt, die Patientenversorgung aber i.d.R. nicht.

Nefazodon
26.08.2024, 15:56
Ich bin halt total unsicher, ob man gleich alle Karten auf den Tisch legen soll. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sowohl die Planoffenlegung bei Bewerbung als auch das Geheimhalten Vor- und Nachteile birgt.

Ich würde davon abraten in diesem Fall mit offenen Karten zu spielen.
Welchen Vorteil sollte das haben?
Dass sich leute nach einem Jahr umentscheiden und weggehen kommt vor. Da sehe ich kein Problem.

prb_med
26.08.2024, 20:35
Okay, super vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen. Ich habe mir das auch schon so gedacht und dachte aber, dass man für die FÄ-Prüfung "ein" einziges Logbuch vorlegen muss. Da hatte ich dann Sorge, dass eventuell der/die Chef/in vielleicht aus trotz Sachen nicht abzeichnet bzw. nicht ins entsprechende Logbuch umwidmet. Aber wenn man dann auch einfach beide vorlegen kann, ist das natürlich praktisch.

Also nochmal vielen, vielen Dank. Habt noch einen schönen Abend. 😊👍

Choranaptyxis
26.08.2024, 20:43
Mein Verständnis zum Logbuch ist, dass der Weiterbilder nur in dem Logbuch abzeichnen kann, für das er die Weiterbildungsberechtigung bestitzt. Sprich der Strahlenmediziner kann nur in diesem abzeichnen und nicht im Labormedizin-Logbuch. Wenn man schon im Hinterkopf hat zu wechseln und bestimmte Zahlen für das neue Fach erfüllen konnte, die aber im aktuellen Logbuch nicht drinnen stehen, muss man diese selbst ergänzen, aber kann nicht einfach das andere Logbuch sich ebenfalls abzeichnen lassen.

Dooly
26.08.2024, 21:14
Ich hatte auch so gedacht, aber das stimmt das nicht immer, Chora. Wir hatten das schon mal: https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?109274-2-eLogb%FCcher-parallel-f%FChren
Zwei Logbücher geht, muss man aber nicht. Es kann auch immer sein, dass es unterschiedlich ist bei den einzelnen Kammern.