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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anstellung MVZ Gynäkologie - Gehaltsniveau



changer
11.09.2024, 15:54
Hallo miteinander,

ist aktuell ein Brutto-Gehalt vergleichbar mit den gängigen Klinik-Tarifwerken bei Anstellung in einem ausschließlich gynäkologischem MVZ (keine OPs) für FÄ/FA Gyn mit mehrjähriger Berufserfahrung realisierbar?
Angeboten wurde deutlich weniger...
Dreht sich hier gerade die Lage?

Wie waren oder sind Eure Erfahrungen?

Viele Grüße,
changer

Kaas
12.09.2024, 13:20
MVZ-Gehälter hängen wesentlich vom MVZ-Betreiber ab und davon, wieviel des Umsatzes die halt selber noch einstreichen wollen. In meinem Fachgebiet (Psychiatrie) gibt es mir bekannte Kollegen, die nichtmal ein Klinik-Facharztgehalt bekommen und andere, die deutlich mehr als ein hohes Oberarztgehalt rausgehandelt haben. Eine Freundin meiner Eltern ist Gynäkologin in einem MVZ, die lacht über das Gehalt ihres Mannes (Oberarzt in der Anästhesie). Mit weniger als einem guten Oberarztgehalt würde ich mich in der GYN jedenfalls nicht zufrieden geben. Darüber hinaus können MVZs oft wesentlich mehr zahlen, als sie es anfangs zugeben wollen.

remix_
12.09.2024, 15:19
sehr wichtig zur klärung dieser frage ist wohl die region bzw großstadt oder land

Lakemond
12.09.2024, 15:34
Und was wurde dir angeboten?

rafiki
12.09.2024, 20:20
gibt es mir bekannte Kollegen, die nichtmal ein Klinik-Facharztgehalt bekommen

Warum tut man so etwas? Das ist ja nicht nur selbstschädigend, sondern auch für andere nicht hilfreich.

Kaas
14.09.2024, 11:38
Der Betreffende wollte unbedingt aus der Klinik raus und keine Dienste mehr machen und hat überhaupt nicht versucht zu verhandeln beim Gespräch über das Gehalt. Die haben ihm wohl irgendwelche Zahlen vorgelegt, die angeblich belegen sollten, warum mehr Gehalt nicht erwirtschaftet werden kann und er hat dann erstmal zugesagt. Finde ich auch unmöglich.

Ich arbeite auch in einem MVZ und sollte Gehaltsvorstellungen angeben bei der Bewerbung. Hatte dann eine Spanne genannt (mittleres Facharztgehalt bis maximales tarifliches Oberarztgehalt). Nachdem das Bewerbungsgespräch aber gut gelaufen und erkennbar war, dass die mich gerne einstellen wollen, einfach gesagt, dass ich den oberen Wert anstrebe. Die haben kurz rumgedruckst, ich hab das dann aber letztlich ohne Probleme bekommen. Und ich glaube eigentlich sogar, dass ich noch etwas mehr hätte rausholen können.

Wenn das MVZ selbst einem erstmal ein Gehalt anbietet, ist sicher fast immer noch sehr viel Luft nach oben! Einfach sagen „Ich will das aber“ klappt dabei natürlich nicht, man muss schon Argumente haben oder Vergleichswerte.

Wenn einem weniger als ein Facharzt-Tarifgehalt angeboten wird, sollte man aus meiner Sicht übrigens höflich aber auch sehr klar formulieren, dass das absolut unangemessen ist.

Trenn
14.09.2024, 15:46
Es spricht doch nichts dagegen, in einem MVZ als Zwischenlösung mit niedrigem Gehalt anzufangen, wenn man sofort aus der Klinik raus muss. Spätestens nach einem Jahr ambulant hat man so viel mehr Erfahrung, sich ausprobiert was geht und nicht geht und kann sich im Zweifelsfall auch weg bewerben, wenn der Arbeitgeber nicht leistungsgerecht vergütet (man kennt ja dann die Zahlen und die eigene Performance, kann dann besser argumentieren). Das was man weniger verdient hat kann man ggf. auch durch eine Gewinnbeteiligung wieder wett machen, weil man dann weißt, wie es geht.

changer
14.09.2024, 18:03
Erstmal Danke für Eure Beiträge und Einschätzungen.
Ich suche in einer bayerischen Großstadt.
Habe bisher zwei Angebote vorliegen, in einer Spanne von ca. 8400€ bis ca 9000€ Brutto, hierzu kämen dann "Erfolgszulagen", wobei ich hier sehr skeptisch bin, da ich die Berechnung der "Erfolge" nicht überprüfen kann. Somit erscheint das irgendwie willkürlich und unplanbar. Oder habt Ihr für die Berechnung der Zulagen speziell verhandelt oder Tipps?

Trenn
14.09.2024, 18:33
Kenne Verträge wo zb. gesagt wird bis Summe X Umsatz Grundgehalt, ab Summe X drüber so viel Prozent dazu, ab Summe X drüber dann mehr Prozente. Das treibt einen dazu mehr Igel verkaufen zu wollen (denke in der Gyn ist es mit den ganzen Zusatz-Vorsorgen möglich sei es Brust-Ultraschall, Trisomie21-Diagnostik, 3d Ultraschall etc.). Ich könnte jetzt nur abschätzen, was in der Allgemeinmedizin machbare Summen sind, Gyn habe ich keinen Plan. Deine Ziffern wirst du einsehen können, weil du selbst kodieren wirst. Das ist nicht so "unkontrollierbar". Nur welche Schwellen ein guter Deal ist, hängt von KV und auch vom Wohnort ab (Gutverdiener und Akademiker mit mehr "geriatrischen" Schwangerschaften werden mehr in Vorsorgeuntersuchungen investieren...). Kannst mal niedergelassenen Kollegen in der Umgebung fragen, was machbar ist.