PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : FA Allgemeinmedizin ohne zwei Jahre Praxis



Seiten : [1] 2

doc2020
23.09.2024, 06:54
Liebe Community,

gibt es in einem Bundesland die Möglichkeit den FA für Allgemeinmedizin zu machen ohne zwei Jahre Praxis bspw. nur 18 Monate. Die Frage bezieht sich auf den Erstfacharzt, nicht den zweiten FA… Danke

Nefazodon
23.09.2024, 11:51
Ich glaube, dass Du mit diesem Ansinnen kein Glück haben wirst. Zwar sind die Ärztekammern prinzipiell unabhängig voneinander, jedoch gibt es die Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer, an die sich eigentlich alle halten. Und in der sind 24 Monate vorgeschrieben.

Eine kurze Recherche auf den Seiten von 3 verschiedenen Ärztekammern bestätigt diese Vermutung. Alle 3 Ärztekammern, bei denen ich das überprüft habe, haben in ihrer Weiterbildungsordnung die Zeiten der Musterweiterbildungsordnung übernommen.
Das ist ja schließlich auch deren Sinn.

Ich denke daher nicht, dass es irgendeine ärztekammer gibt, bei der Du nur 18 Monate ambulante Tätigkeit ableisten musst.
Aber es steht dir natürlich frei, das für alle 17 Ärztekammern kurz selbst zu recherchieren.:-nix

Warum überhaupt die Frage wenn ich das fragen darf?

_calendula_
23.09.2024, 12:08
In Berlin sind es 18 Monate, soweit ich weiß.

Die WBO sind im Detail verschieden. Aber ob man wegen 18 vs 24 Monaten in der Allgemeinmedizischen Praxis in den Bereich einer anderen Kammer zieht?
Entscheidend ist ja dann auch, ob es einem in den 1.5 - 2 Jahren in der Praxis gefällt, wie die WB abläuft und die Rücksprache mit den FÄ.

Trenn
23.09.2024, 14:20
Man kann den Internisten machen und sich hausärztlich niederlassen. Nachteil ist man kann nur 1 Jahr weiterbilden.

Nefazodon
23.09.2024, 22:18
In Berlin sind es 18 Monate, soweit ich weiß.



Ach, sieh mal an. Calendula hat Recht. In der Weiterbildungsordnung der ÄK Berlin stehen tatsächlich nur 18 Monate, hab das gerade gecheckt.

Na dann, auf nach Berlin!

Heerestorte
24.09.2024, 06:07
Man kann den Internisten machen und sich hausärztlich niederlassen. Nachteil ist man kann nur 1 Jahr weiterbilden.

Nachteil ist auch, dass man dann nicht FA Allgemeinmedizin ist ;-)

Teevee
24.09.2024, 07:19
Nachteil ist auch, dass man dann nicht FA Allgemeinmedizin ist ;-)

Was hat man denn für Nachteile, außer dass man keine volle WB Befugnis hat? Man kann sich doch (zumindest in Bayern, soweit ich weiß) als FA Innere auch auf einen Hausarztsitz niederlassen und auch alles abrechnen, was auch ein FA Allg.med. abrechnen kann.

hebdo
24.09.2024, 07:46
Ich glaube das war etwas ironisch gemeint. Aber ich finde auch den FA für Allgemeinmedizin mit einer soliden internistischen Basis (24 Monate) und etwas Chirurgie, Derma, Pädiatrie, Psychosomatik etc. besser als Hausarzt geeignet. Besonders auf dem Land.

Heerestorte
24.09.2024, 07:55
Nein, das war nicht ironisch. Wenn der TE halt nach dem Facharzt Allgemeinmedizin fragt, dann den FA Innere vorzuschlagen, nicht so ganz passend. Denn ich denke, dass der TE das mit FA Innere als HA wissen wird.

davo
24.09.2024, 16:28
Die große Frage ist ja v.a., warum jemand Allgemeinmediziner ohne Zeit in der Allgemeinmedizin werden will. Ist ja irgendwie etwas widersprüchlich.

Insofern könnte es durchaus sein, dass der TE das mit dem hausärztlichen Internisten noch gar nicht wusste.

Deshalb meine Frage an den TE: Wohin soll die Reise denn überhaupt gehen? Was sind deine beruflichen Ziele? Denn nur so kann man dir überhaupt sinnvolle Tipps geben.

RussianAngel
24.09.2024, 17:14
Die große Frage ist ja v.a., warum jemand Allgemeinmediziner ohne Zeit in der Allgemeinmedizin werden will. Ist ja irgendwie etwas widersprüchlich.

Insofern könnte es durchaus sein, dass der TE das mit dem hausärztlichen Internisten noch gar nicht wusste.

Deshalb meine Frage an den TE: Wohin soll die Reise denn überhaupt gehen? Was sind deine beruflichen Ziele? Denn nur so kann man dir überhaupt sinnvolle Tipps geben.

Das habe ich mich auch gefragt...Wenn man in einer Hausarztpraxis den Rest seines Lebens arbeiten wollen würde, sollte nicht die Frage eher sein: wie mache ich weniger Klinik-Jahre? :)

doc2020
24.09.2024, 18:34
Die große Frage ist ja v.a., warum jemand Allgemeinmediziner ohne Zeit in der Allgemeinmedizin werden will. Ist ja irgendwie etwas widersprüchlich.

Insofern könnte es durchaus sein, dass der TE das mit dem hausärztlichen Internisten noch gar nicht wusste.

Deshalb meine Frage an den TE: Wohin soll die Reise denn überhaupt gehen? Was sind deine beruflichen Ziele? Denn nur so kann man dir überhaupt sinnvolle Tipps geben.

Mein Ansinnen ist es möglichst schnell zum Facharzt zu kommen. Habe 36 Monate Anästhesie davon 6 Monate ITS und 12 Monate Innere. Nach zwei Jahren Praxis hätte ich den Facharzt für Allgemeinmedizin, würde mich aber auch freuen wenn es nur 18 oder gar 12 Monate wären. Denn nach den zwei Jahren Praxis hätte ich dann ja schon 72 Monate Weiterbildung weg...

davo
25.09.2024, 05:21
Aha. Du hast also einfach lange was anderes gemacht (dir fehlen ja nur noch 12 Monate für den Anästhesiologie-FA) und möchtest jetzt erst Allgemeinmedizin machen.

Naja, da musst du halt einfach mal eine halbe Stunde investieren und dir die 17 Weiterbildungsordnungen anschauen, dann weißt du es. Wahrscheinlich werden es aber bei allen 17 Landesärztekammern jeweils 24 Monate sein.

Ich glaube aber nicht, dass es sinnvoll wäre, ausgerechnet beim Punkt Praxis zu sparen. Gerade in deinem Fall nicht. Du hast nie Derma gemacht, du hast nie HNO gemacht, du hast nie Psychiatrie gemacht, du hast nie Gyn gemacht, du hast nie Pädiatrie gemacht - sehr viele Krankheitsbilder werden für dich also in der Praxiszeit komplett neu sein. Außerdem wird es auch einige Zeit lang dauern, bis du in Sachen Praxisorganisation, Abrechnung usw. so halbwegs fit bist. Das würde ich also eher als zwei sehr wichtige, zwei sehr lehrreiche Jahre ansehen. Wenn du da knauserst, würdest du dir am Ende wahrscheinlich nur selbst schaden - denn als fertiger Allgemeinmediziner bist du in der Regel Einzelkämpfer und hast niemanden mehr, den du fragen kannst, mit dem du Patienten besprechen kannst.

Außerdem stellt sich mir die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, auch noch die 12 Monate Anästhesiologie für den Abschluss des Anästhesiologie-Facharztes zu investieren.

Heerestorte
25.09.2024, 06:38
In Baden-Württemberg würden sogar 6 Monate ITS reichen, wenn die 12 Monate Innere auf den FA Anästhesie angerechnet würden. Dann hat er/sie nämlich genau die 60 Monate voll.

Aber ja, ansonsten sehe ich es wie davo. Die Diversität der Fächer ist für gute AfAs einfach wichtig.

doc2020
25.09.2024, 06:56
In Baden-Württemberg würden sogar 6 Monate ITS reichen, wenn die 12 Monate Innere auf den FA Anästhesie angerechnet würden. Dann hat er/sie nämlich genau die 60 Monate voll.

Aber ja, ansonsten sehe ich es wie davo. Die Diversität der Fächer ist für gute AfAs einfach wichtig.

Danke dir für den Tipp. Ich habe mir gerade die Weiterbildungsordnung in Baden-Württemberg angeguckt. Bist du dir sicher mit den 6 Monaten ITS? Welche Weiterbildungsordnung ist das?

Heerestorte
25.09.2024, 08:26
Danke dir für den Tipp. Ich habe mir gerade die Weiterbildungsordnung in Baden-Württemberg angeguckt. Bist du dir sicher mit den 6 Monaten ITS? Welche Weiterbildungsordnung ist das?

Die von 2020. Hast du 36 Monate Anästhesie plus 6 Monate ITS oder 36 Anästhesie und davon 6 ITS. Wenn ersteres dann geht das mit den 6 Monaten Rest. Weil insgesamt braucht man 12.

doc2020
25.09.2024, 08:45
Die von 2020. Hast du 36 Monate Anästhesie plus 6 Monate ITS oder 36 Anästhesie und davon 6 ITS. Wenn ersteres dann geht das mit den 6 Monaten Rest. Weil insgesamt braucht man 12.

Ich habe 30 !! (korrigiert) Monate Anästhesie + 6 Monate anästhesiologische ITS + 12 Monate Innere + bald 6 Monate Allgemeinmedizin Praxis (läuft gerade).

Hier der Link zur WBO, da lese ich das trotzdem nicht so raus… irgendwie verstehe ich es nicht

https://files.aerztekammer-bw.de/8c7bbdbedf79e703/6299b16a3100/WBO2020.pdf#page29

freestyler
25.09.2024, 20:10
Aha. Du hast also einfach lange was anderes gemacht (dir fehlen ja nur noch 12 Monate für den Anästhesiologie-FA) und möchtest jetzt erst Allgemeinmedizin machen.

Naja, da musst du halt einfach mal eine halbe Stunde investieren und dir die 17 Weiterbildungsordnungen anschauen, dann weißt du es. Wahrscheinlich werden es aber bei allen 17 Landesärztekammern jeweils 24 Monate sein.

Ich glaube aber nicht, dass es sinnvoll wäre, ausgerechnet beim Punkt Praxis zu sparen. Gerade in deinem Fall nicht. Du hast nie Derma gemacht, du hast nie HNO gemacht, du hast nie Psychiatrie gemacht, du hast nie Gyn gemacht, du hast nie Pädiatrie gemacht - sehr viele Krankheitsbilder werden für dich also in der Praxiszeit komplett neu sein. Außerdem wird es auch einige Zeit lang dauern, bis du in Sachen Praxisorganisation, Abrechnung usw. so halbwegs fit bist. Das würde ich also eher als zwei sehr wichtige, zwei sehr lehrreiche Jahre ansehen. Wenn du da knauserst, würdest du dir am Ende wahrscheinlich nur selbst schaden - denn als fertiger Allgemeinmediziner bist du in der Regel Einzelkämpfer und hast niemanden mehr, den du fragen kannst, mit dem du Patienten besprechen kannst.

Außerdem stellt sich mir die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, auch noch die 12 Monate Anästhesiologie für den Abschluss des Anästhesiologie-Facharztes zu investieren.

Derma wäre schon ganz vorteilhaft, aber eher in der Niederlassung. HNO lernt man nebenbei finde ich, vor allem in der Kinderarztpraxis. Pädiatrie finde ich sowieso sehr wichtig für die Hausarztpraxis. Ich weiß gar nicht warum internistische Hausärzte Kinder behandeln dürfen. Wofür braucht man Gyn in der Hausarztpraxis?

h3nni
27.09.2024, 11:50
Die Hälfte der Patienten hat Gyn-Organe mit potentiellen Beschwerden und man kann wohl mit einem Jahr Gyn Empfängnisberatung und Cervix-Ca-Screening anbieten.

Evil
27.09.2024, 15:36
Was hat man denn für Nachteile, außer dass man keine volle WB Befugnis hat? Man kann sich doch (zumindest in Bayern, soweit ich weiß) als FA Innere auch auf einen Hausarztsitz niederlassen und auch alles abrechnen, was auch ein FA Allg.med. abrechnen kann.
Das stimmt nicht ganz. Um beispielsweise die Psychosomatik-Ziffern abrechnen zu können, musst Du als Internist die Kurse extra machen, als angehender Allgemeinmediziner sind die im Rahmen der Weiterbildung verpflichtend.