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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Assistenzärztin in einer Reha Klinik?



Kiwisissi
27.09.2024, 16:46
Hey :)
Ich bin Berufsanfängerin und würde gerne Internistin werden.
Eine Bekannte von meinen Eltern ist Chefärztin in einer kardiologischen Rehaklinik und hat mir angeboten mich doch dort zu bewerben.
Dies habe ich jetzt getan und wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Die Klink würde mir extrem gut gefallen.
Jetzt habe ich aber Angst, dass eine Rehaklinik für den Anfang nicht sinnvoll ist…
Hat jemand von euch Erfahrung damit?
LG

hebdo
28.09.2024, 06:48
Im Prinzip wirst du in einer Reha-Klinik einen Großteil der inneren Medizin, Krankheitsbilder, Diagnostik und Therapie nicht sehen. Das ist eine ganz andere Medizin und Art zu Arbeiten. Kommt eben immer auf deine Ziele und Anspruch an.

Du musst auch schauen, in welchem Umfang die Weiterbildungsermächtigung für dein Fachgebiet vorliegt.

Nilani
28.09.2024, 07:11
Also ich arbeite in einer Rehaklinik, war aber vorher 3 Jahre in der Akutklinik. Das fand ich schon recht hilfreich, da man sicherer war, was Notfälle angeht und, in meinem Fall (orthopädisch, rheumatologisch), auch vorher die ganzen OPs gesehen und den ersten postoperativen Verlauf mitbekommen hat. Wichtig wäre auch, was anerkannt wird für die Weiterbildung zum Internisten. Für den Reha-Mediziner z.B. müsstest du nach der neuen WBO sowieso jeweils 1 Jahr Innere und Chirurgie in der Akutmedizin machen, vorher wäre das Reha-Jahr anerkannt worden. Bis zum Facharzt wirst du dort sicher nicht hinkommen. Schwer zu sagen, manchen fällt so ein Einstieg dort vielleicht leichter, als in der Akut-Inneren, aber die Umstellung später wird dafür umso schwieriger werden. Kommt auch ein bisschen drauf an, was man so hat an Diagnostik und Co. Die Chance für Notfälle ist in der Kardiologie-Reha definitiv auch größer (als z.B. bei mir in der Rheumatologie), auch von daher wäre vermutlich ein Blick in die Akutmedizin gut.

Pippo866
30.09.2024, 19:53
Ich schließe mich der Frage mal an - Ich mache aktuell akute Innere zwecks Facharztausbildung für Allgemeinmedizin, allerdings übernehmen die Assistenzärzte bei uns keinerlei Funktionen.
Auch beim Ultraschall gibt es keine Supervision, keine Einarbeitung und man macht es mal so "nebenher", wenn man Zeit hat (was wiederum nicht oft vorkommt). Ansonsten fordert man die Untersuchung an, die dann vom OA in der Funktion durchgeführt wird.

Lange Rede kurzer Sinn - Wie sind eure Erfahrungen diesbezüglich in Rehakliniken? In meiner Umgebung gäbe es eine für Hämatologie/Onkologie.

pashtunwali
06.10.2024, 19:48
Kannst du mal berichten, wie so der Alltag in der Kardio-Reha aussieht?
Echos etc. wurden ja meist schon in der Akut-Klinik durchgeführt und man bekommt ja die Patienten nach N/STEMI oder Bypass OP?
Welche Aufgaben hat man dann noch als Arzt, da die Medikamente ja bereits schon eingestellt sind und die ganze Diagnostik schon gelaufen ist oder?

h3nni
08.10.2024, 13:10
Vormittags Visite, bei der die Patienten zu einem aufs zimmer kommen, teilweise Echos (in meiner Reha hat jeder Patient zumindest vor Entlassung ein Echo bekommen), teilweise andere Funktionsdiagnostik (Ergometrie).
Diagnostik kann man ja auch erneuern bzw ausbauen, mal ein formales LZ-EKG machen, ein neues EKG wegen Veränderungen post Infarkt als baseline für den Aufenthalt usw.
Medikamente sind nicht notwendigerweise gut eingestellt (oder einzelne Gruppen fehlen noch komplett), sodass ich einen erneuten Blick und ggf aufdosieren sinnvoll finde.

Und man kriegt nicht nur AHBs nach Interventionen (aber auch da Klappen, Bypasshebestellen, die noch nicht hübsch sind), auch HB bei Herzinsuffizienz oä.

Nachmittags Aufnahmen, gut Zeit dafür, Planung der Therapie.

Ein Oberarzt (aus der Nephrologie im selben Haus) meinte, eigentlich ist bei der Reha die Therapie das Entscheidende und die Ärzte schauen nur, dass nichts absolut schiefgeht.
Wobei man vielleicht PostTx schon mehr zu tun hat, Spiegel abnimmt, Einstellung macht (in Abstimmung mit dem Zentrum) usw.

Viel ist auch Edukation, Vorträge halten für Sport, Herzgesundes Leben usw. "Muss ich dieses ASS wirklich lebenslang nehmen?"