Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verdienst als Angestellter Facharzt für Psychiatrie in einer Substitutionspraxis
Hallo ihr alle,
Ich habe so viele verschiedene Aussagen zu dem Thema gelesen und wollte mal fragen, ob mir da jemand weiterhelfen kann:
Wie groß wäre mein Verdienst brutto und jährlich ungefähr als Angestellte Fachärztin für Psychiatrie in einer Suchtmedizinischen Schwerpunktpraxis, mit Substitut Vergabe, ggf auch Dimorphinprogramm?
Ist die Suchtmedizinischem lukrativ? Ich lese unterschiedliches und teilweise auch, dass man damit weniger verdient als in einer hausärztlichen Praxis ohne Suchtmedizinischem Versorgung.
Hat da jemand Erfahrungen?
Und was könnte ich als Einstiegsgehalt verlangen?
Dein Verdienst hängt ausschließlich von deinen Verhandlungen ab. Die Substitution ist außerordentlich lukrativ, weit mehr als die meisten anderen Gebiete.
Nefazodon
04.10.2024, 07:49
Dein Verdienst hängt ausschließlich von deinen Verhandlungen ab.
Aussagen in diese Richtung tätigst Du öfter.
Du wirst aber zugeben müssen, dass sie bei individuellen Verhandlungen nur bedingt nützlich sind.
Kannst Du für die/den TE und alle interessierten Mitleser mal eine Hausnummer nennen?
Danke für deine Rückmeldung! Worauf stützen sich deine Aussagen? Ich finde kaum etwas online dazu und habe eher Artikel darüber gelesen, dass Allgemeinmediziner mit der Substitution aufhören, weil nicht ausreichend lukrativ. Das Gegenteil habe ich natürlich auch schon gelesen.
Was wäre so ein erwartbarer Reinertrag einer Substitutionspraxis? Das gibt es vermutlich sehr unterschiedliche Zahlen, aber mal als Orientierung.
Wäre OA Gehalt nach universitärem Tarifvertrag als Einstiegsgehalt für einen angestellten Psychiater in einer Substitutionspraxis realistisch/ möglich?
Ich habe längere Zeit als Assistenzärztin auf der Suchtstation gearbeitet und mag die Arbeit dort eigentlich. Im Moment denke ich aber auch darüber nach die Facharztrichtung zu wechseln, da man doch bessere Verdienstmöglichkeiten hat bei anderem Facharzt.
Wäre OA Gehalt nach universitärem Tarifvertrag als Einstiegsgehalt für einen angestellten Psychiater in einer Substitutionspraxis realistisch/ möglich?
Da würde sich der Inhaber die Hände reiben.
Hast du denn selber mit Substitutionspraxen Erfahrung? Oder Bekannte?
Mir würde es helfen, wenn ich ein bisschen konkreter wüsste, worauf sich deine Aussagen stützen.
Finde OA Gehalt nach Facharzt direkt für einen Psychiater eigentlich ganz gut. Will mich aber auch nicht unter Wert verkaufen.
Ich weiß, dass man in der Praxis extrabudgetär relativ viel pro Substiuiertem Pat bekommt. Vor allem im
Diamorphinprogramm. Das können dann teilweise 900-1200€ pro Quartal pro Patient sein. Das ist vermutlich viel? Haha, ich kenne mich so schlecht aus.
Finde OA Gehalt nach Facharzt direkt für einen Psychiater eigentlich ganz gut. Will mich aber auch nicht unter Wert verkaufen.
Das ist nicht "ganz gut", sondern Standard.
Das können dann teilweise 900-1200€ pro Quartal pro Patient sein.
Nur noch extrapolierend auf die erwählte Praxis anwenden und du kannst den Umsatz abschätzen.
Ich habe keine Erfahrungen mit Substitution, aber ich weiß, welche Verdienstmöglichkeiten es gibt. Das hat etwas mit Prinzipien des Marktes zu tun und natürlich damit, wie man sich selbst einschätzt im Verhältnis zu diesem Markt.
Rudiologe
04.10.2024, 12:06
Hohes Oberarztgehalt (also letzte Erfahrungsstufe) für den Anfang ist ok und sollte locker drin sein. In einer Diamorphinambulanz aber eher mehr. Wenn die außer dir keine anderen Bewerber haben (was nicht unwahrscheinlich ist) würde ich dann aber zeitnah nachverhandeln, spätestens nach einem Jahr. Die "normale" Substitution ist schon sehr lukrativ und wird komplett extrabudgetär abgerechnet. Für die Diamorphinbehandlung bekommen die Praxen nochmal ein Vielfaches. Ich meine in Erinnerung zu haben, dass die diamorphingestützte Behandlung in Praxen pro Behandlungstag mit ca. 40 Euro abgerechnet wird (extrabudgetär, wie gesagt). Da die Patienten jeden Tag in die Praxis kommen, kannst du dir das mal selbst ausrechnen. Ich schick dir später mal ne PN mit weiteren Infos aus erster Hand von einer "normalen Subsitutionspraxis".
Rudiologe
04.10.2024, 13:29
@Pelyn: deine PNs sind deaktiviert.
Bender B. Rodriguez
04.10.2024, 14:15
Könntest du mir die PN auch schicken? Bin ebenfalls an Details interessiert.
Cool, danke für deine Nachricht! Habe gerade meine PNs aktiviert. Bin interessiert an deinen Infos, danke!
Ja, habe auch gelesen, dass die Suchtmedizin ein riesiges Problem hinsichtlich des Nachwuchses hat. Hatte gedacht, das könnte vielleicht auch am Gehalt liegen… aber das klingt ja alles sehr gut. Hätte da nämlich eigentlich viel Lust drauf, auch wenn es manchmal sehr herausfordernd ist ;)
Züschata
04.10.2024, 17:33
Mich würde die PN auch interessieren!
Wenn es keine allzu großen Umstände macht, würde ich mich die PN auch interessieren :)
ewerts211
31.10.2024, 13:39
Etwas spät, aber mich würde es auch sehr interessieren, gerne PN :-)
Ich reihe mich auch ein. Würde mich sehr über Infos per PN freuen!
Rudiologe
01.11.2024, 09:53
Leute, ich bin hier und über PNs derart zugebombt worden mit Anfragen, dass ich nicht individuell antworten kann. Hier mal ein Beispiel für eine Quartalsabrechnung aus Rheinland Pfalz.
https://www.kv-rlp.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=4867&token=844eb321040048472283051e7806350c414d5560
Das gilt für „normale“ Substitutionspatienten. Bei Substitution mit Diamorphin gibt es pro Patienten und Tag ca. 40 Euro extrabudgetär. Substitution wird in Deutschland hauptsächlich von Hausärzten und Internisten betrieben. Psychiater werden händeringend gesucht. Wer mit einem Oberarztgehalt einsteigt, sollte nach ca. 2 Quartalen nachverhandeln. Also sobald man einen guten Überblick über den Umsatz hat. An entsprechenden Standorten und mit Qualifikation halte ich für Psychiater 120-140k Jahresgehalt für realistisch. Wie immer wird es aber auch Arbeitsgeber geben, die einem da erstmal den Vogel zeigen. Große MVZs, die teilweise 250 Leute und mehr substituieren, sollten mehr zahlen als die Hausarztpraxis mit 10-50 Substitutionspatienten.
cubitaba
01.11.2024, 19:32
Dein Verdienst hängt ausschließlich von deinen Verhandlungen ab. Die Substitution ist außerordentlich lukrativ, weit mehr als die meisten anderen Gebiete.
Dem kann ich nur zustimmen! Ich habe mich in das Harvard-Konzept eingelesen und letztes Jahr als Psychiatrie FA im 1. Jahr ein Gehalt von 340000 €/a ausgehandelt zzgl. Boni, obwohl ich eigentlich nur 120000 € wollte. Ich kann es immer wieder nur sagen: richtiger Zeitpunkt, selbstbewusstes Auftreten und auch etwas Arroganz, dann kann man eigentlich jedes Gehalt aushandeln!
Viel Glück!
Rudiologe
01.11.2024, 21:43
10000-20000 Euro Umsatz pro Quartal wie es in der Abrechnung steht, sind aber doch gar nicht so viel. Wie rechnet sich für einen MVZ-Betreiber der angestellte Facharzt? Das Gehalt des FA läge ja über dem Jahresumsatz der Substitution
Das ist extrabudgetär und eine Beispielrechnung. 80.000 Euro extrabudgetär pro Arzt und Jahr ist viel aus meiner Sicht. In Bremen bekommt man pro Subtitutionspatient etwa 1800 Euro pro Jahr. Pro Arztsitz dürfen 50 Patienten substituiert werden. Macht dann 90.000 Euro. Dazu kommt der ganz normale Umsatz aus den KV- und Privatleistungen. Die man im übrigen natürlich auch für die Substitutionspatienten zusätzlich abrechnet.
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