darthmojito
07.10.2024, 17:15
Hallo zusammen,
ich bin aktuell etwas ratlos! Habe vor etwa einem Jahr M3 gemacht und hatte zeitgleich schon nach einer Stelle gesucht. Hatte 5 verschiedene Maximalversorger mit überwiegend Initiativbewerbungen angeschrieben, darunter auch 3 Unikliniken (ein Haus im Süden Deutschlands, der Rest in Mitte/Norden, nur eine Bewerbung war auf eine Stellenausschreibung hin, der Rest waren Initiativbewerbungen). Habe da im letzten Jahr von allen Kliniken recht zügige Rückmeldungen erhalten und wurde tatsächlich auch von allen Kliniken mindestens zum Bewerbungsgespräch eingeladen, bei den meisten habe ich danach auch hospitieren können, weil das Interesse von beiden Seiten weiterhin da war. Ein einziges Haus hatte mir direkt nach dem Bewerbungsgespräch abgesagt, weil sie sich für jemand anderen entschieden hatten. Letztendlich hatte ich dann am Ende mehrere Zusagen, habe dann zum Jahresanfang eine Stelle an einer der drei Unikliniken angetreten.
Dort hat sich jetzt aber im Verlauf meiner Zeit da vieles als... nicht so rosig herausgestellt (teilweise wirklich miese Bedingungen gerade in der Akut-Abteilung, sehr hohe Dienstbelastung, einige herablassende Oberärzte, die einen teilweise für den kleinsten Fehler richtig zur Sau machen, selbst im Schichtdienst in der Akut-Abteilung sind Überstunden die absolute Regel und nicht die Ausnahme, weil wir unterbesetzt sind, auf Normalstation häufen sich die Überstunden erst recht an, Überstunden werden aber größtenteils nicht bezahlt und vom FZA kann man erst recht nur träumen... und das alles, ohne dass eine zeitnahe Aussicht auf Besserung bestünde. In der Hospitation kam das alles irgendwie weniger schlimm rüber, als es jetzt ist (vielleicht bin ich als Berufsanfängerin auch ein Stück zu naiv gewesen und habe bei der Hospitation zu wenig ganz ins genaueste Detail nachgehakt). Hinzu kommt: Ich bin für diese Stelle in eine neue Stadt gezogen, hatte aber bisher eigentlich genau null Gelegenheit, irgendwie tiefergehende soziale Kontakte dort zu knüpfen, weil ich meistens völlig fertig von der Arbeit bin und es den anderen Assistenten da ähnlich geht.
Also, lange Rede, kurzer Sinn: ich bin insgesamt mit der Gesamtsituation nicht so wirklich zufrieden und hatte daher vor, mich so zu Beginn des nächsten Jahres (also nach mindestens einem Jahr in der jetzigen Stelle) nochmal umzuorientieren - idealerweise in der Stadt, wo ich studiert habe, da ich da wenigstens Freunde habe. Wäre irgendeine Stelle in meiner Studienstadt genauso nervig wie die jetzige Stelle, wäre es halt durch die Anwesenheit guter Freunde irgendwie immer noch erträglicher. (Einfach mal ins Blaue hinein umzuziehen war vielleicht auch eine meiner naiveren Ideen, aber ich hatte im PJ mehrere Tertiale extern gemacht und da jeweils immer super viel Anschluss gefunden, daher war ich irgendwie optimistisch.)
Ich habe also mal in die gängigen Jobbörsen geguckt und habe tatsächlich auch für "mein" Fach in besagter Studienstadt 6 (!!) verschiedene ausgeschriebene Assistentenstellen gefunden. Ich hab mich dann für alle davon einfach mal beworben. Und - tja - das Ganze ist jetzt 6 Wochen her und ich habe in der Zeit von einer einzigen Klinik überhaupt eine Rückmeldung bekommen. Da wurde ich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen, wo ich quasi schon mit den Worten begrüßt wurde: "also wir hatten jetzt schon ganz viele Gespräche, da gab es auch schon spannende Kandidaten, aber wir haben ja möglicherweise auch mehr als eine Stelle frei, also mal sehen, nur, dass sie schon mal wissen..."
Es kam dann nur einen Tag nach dem Gespräch auch prompt die Absage: Man könne mir leider keine Stelle anbieten.
"Okay", dachte ich mir, ich hatte mich ja immerhin bei 5 weiteren Kliniken beworben - und nach meiner Erfahrung aus dem letzten Jahr war es ja so, dass sogar auf Initiativbewerbungen immer eine zügige Rückmeldung nach spätestens 10 Tagen kam - und auf die eine ausgeschriebene Stelle sogar noch schneller. Ich dachte mir (vielleicht wieder naiv): "diese Stellen sind ja jetzt alle ausgeschrieben, da wird sich also bestimmt irgendwer bald melden.
Tja, denkste. Es sind seitdem inzwischen 6 Wochen vergangen und von diesen 5 Kliniken hat keine einzige (!) überhaupt auf meine Bewerbung reagiert. Sprich, es kam einfach - gar nichts zurück. Eben nicht mal eine Absage von wegen "wir können Sie leider im Auswahlverfahren nicht berücksichtigen, können Ihnen leider kein Gespräch anbieten" usw.
Irgendwie macht mich das ein bisschen kirre. Vor allem, weil eben einfach so gar nichts kommt - völlig anders als das vor einem Jahr noch der Fall war. Inzwischen würde ich mich sogar über 5 definitive Absagen ernsthaft freuen - einfach, weil ich dann einen Funken Gewissheit hätte. Ich hatte nach einigen Wochen bei den betreffenden Kliniken auch mal per Mail nachgefragt - auch da keine Reaktion. :-nix
Ich verstehe das irgendwie nicht. Bin ich jetzt durch eine ärztliche Tätigkeit von 1 Jahr Dauer an einer anderen Klinik für alle anderen Häuser automatisch so unattraktiv geworden, dass ich plötzlich haufenweise solcher Nullreaktionen begegne? Ist so etwas auf dem ärztlichen Bewerbungsmarkt so üblich wie Sand am Meer und ich hatte letztes Jahr einfach nur extremes Glück? Und vor allem ist die Frage, die sich mir immer wieder aufdrängt: Was mache ich jetzt falsch, was ich letztes Jahr richtig gemacht habe?
(Ich habe übrigens in den Bewerbungen natürlich nichts Negatives über den derzeitigen Arbeitgeber gesagt und meinen Wechselwunsch immer positiv begründet).
ich bin aktuell etwas ratlos! Habe vor etwa einem Jahr M3 gemacht und hatte zeitgleich schon nach einer Stelle gesucht. Hatte 5 verschiedene Maximalversorger mit überwiegend Initiativbewerbungen angeschrieben, darunter auch 3 Unikliniken (ein Haus im Süden Deutschlands, der Rest in Mitte/Norden, nur eine Bewerbung war auf eine Stellenausschreibung hin, der Rest waren Initiativbewerbungen). Habe da im letzten Jahr von allen Kliniken recht zügige Rückmeldungen erhalten und wurde tatsächlich auch von allen Kliniken mindestens zum Bewerbungsgespräch eingeladen, bei den meisten habe ich danach auch hospitieren können, weil das Interesse von beiden Seiten weiterhin da war. Ein einziges Haus hatte mir direkt nach dem Bewerbungsgespräch abgesagt, weil sie sich für jemand anderen entschieden hatten. Letztendlich hatte ich dann am Ende mehrere Zusagen, habe dann zum Jahresanfang eine Stelle an einer der drei Unikliniken angetreten.
Dort hat sich jetzt aber im Verlauf meiner Zeit da vieles als... nicht so rosig herausgestellt (teilweise wirklich miese Bedingungen gerade in der Akut-Abteilung, sehr hohe Dienstbelastung, einige herablassende Oberärzte, die einen teilweise für den kleinsten Fehler richtig zur Sau machen, selbst im Schichtdienst in der Akut-Abteilung sind Überstunden die absolute Regel und nicht die Ausnahme, weil wir unterbesetzt sind, auf Normalstation häufen sich die Überstunden erst recht an, Überstunden werden aber größtenteils nicht bezahlt und vom FZA kann man erst recht nur träumen... und das alles, ohne dass eine zeitnahe Aussicht auf Besserung bestünde. In der Hospitation kam das alles irgendwie weniger schlimm rüber, als es jetzt ist (vielleicht bin ich als Berufsanfängerin auch ein Stück zu naiv gewesen und habe bei der Hospitation zu wenig ganz ins genaueste Detail nachgehakt). Hinzu kommt: Ich bin für diese Stelle in eine neue Stadt gezogen, hatte aber bisher eigentlich genau null Gelegenheit, irgendwie tiefergehende soziale Kontakte dort zu knüpfen, weil ich meistens völlig fertig von der Arbeit bin und es den anderen Assistenten da ähnlich geht.
Also, lange Rede, kurzer Sinn: ich bin insgesamt mit der Gesamtsituation nicht so wirklich zufrieden und hatte daher vor, mich so zu Beginn des nächsten Jahres (also nach mindestens einem Jahr in der jetzigen Stelle) nochmal umzuorientieren - idealerweise in der Stadt, wo ich studiert habe, da ich da wenigstens Freunde habe. Wäre irgendeine Stelle in meiner Studienstadt genauso nervig wie die jetzige Stelle, wäre es halt durch die Anwesenheit guter Freunde irgendwie immer noch erträglicher. (Einfach mal ins Blaue hinein umzuziehen war vielleicht auch eine meiner naiveren Ideen, aber ich hatte im PJ mehrere Tertiale extern gemacht und da jeweils immer super viel Anschluss gefunden, daher war ich irgendwie optimistisch.)
Ich habe also mal in die gängigen Jobbörsen geguckt und habe tatsächlich auch für "mein" Fach in besagter Studienstadt 6 (!!) verschiedene ausgeschriebene Assistentenstellen gefunden. Ich hab mich dann für alle davon einfach mal beworben. Und - tja - das Ganze ist jetzt 6 Wochen her und ich habe in der Zeit von einer einzigen Klinik überhaupt eine Rückmeldung bekommen. Da wurde ich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen, wo ich quasi schon mit den Worten begrüßt wurde: "also wir hatten jetzt schon ganz viele Gespräche, da gab es auch schon spannende Kandidaten, aber wir haben ja möglicherweise auch mehr als eine Stelle frei, also mal sehen, nur, dass sie schon mal wissen..."
Es kam dann nur einen Tag nach dem Gespräch auch prompt die Absage: Man könne mir leider keine Stelle anbieten.
"Okay", dachte ich mir, ich hatte mich ja immerhin bei 5 weiteren Kliniken beworben - und nach meiner Erfahrung aus dem letzten Jahr war es ja so, dass sogar auf Initiativbewerbungen immer eine zügige Rückmeldung nach spätestens 10 Tagen kam - und auf die eine ausgeschriebene Stelle sogar noch schneller. Ich dachte mir (vielleicht wieder naiv): "diese Stellen sind ja jetzt alle ausgeschrieben, da wird sich also bestimmt irgendwer bald melden.
Tja, denkste. Es sind seitdem inzwischen 6 Wochen vergangen und von diesen 5 Kliniken hat keine einzige (!) überhaupt auf meine Bewerbung reagiert. Sprich, es kam einfach - gar nichts zurück. Eben nicht mal eine Absage von wegen "wir können Sie leider im Auswahlverfahren nicht berücksichtigen, können Ihnen leider kein Gespräch anbieten" usw.
Irgendwie macht mich das ein bisschen kirre. Vor allem, weil eben einfach so gar nichts kommt - völlig anders als das vor einem Jahr noch der Fall war. Inzwischen würde ich mich sogar über 5 definitive Absagen ernsthaft freuen - einfach, weil ich dann einen Funken Gewissheit hätte. Ich hatte nach einigen Wochen bei den betreffenden Kliniken auch mal per Mail nachgefragt - auch da keine Reaktion. :-nix
Ich verstehe das irgendwie nicht. Bin ich jetzt durch eine ärztliche Tätigkeit von 1 Jahr Dauer an einer anderen Klinik für alle anderen Häuser automatisch so unattraktiv geworden, dass ich plötzlich haufenweise solcher Nullreaktionen begegne? Ist so etwas auf dem ärztlichen Bewerbungsmarkt so üblich wie Sand am Meer und ich hatte letztes Jahr einfach nur extremes Glück? Und vor allem ist die Frage, die sich mir immer wieder aufdrängt: Was mache ich jetzt falsch, was ich letztes Jahr richtig gemacht habe?
(Ich habe übrigens in den Bewerbungen natürlich nichts Negatives über den derzeitigen Arbeitgeber gesagt und meinen Wechselwunsch immer positiv begründet).