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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : H24 Tag 1 A77/ B103 - Migränöser Infarkt



Unregistriert
09.10.2024, 14:01
Wenn ich die IHS Klassifikation richtig verstehe erfüllt die junge Frau die Kriterien für einen migränösen Infarkt nicht.
(Beim Sport, keine Kopfschmerzen, letzte Migräne vor 2 Wochen, typische Aura eher retinal)

Voraussetzungen:
Ein oder mehrere im Laufe einer typischen Migräneattacke mit Aura einsetzende Aurasymptom(e) verbunden mit einer in der zerebralen Bildgebung nachgewiesenen ischämischen Läsion in einem relevanten Areal.

Diagnostische Kriterien:

A. Migräneattacke, die die Kriterien B und C erfüllt
B. Die aktuelle Attacke bei einem Patienten mit 1.2 Migräne mit Aura ist typisch für frühere Attacken, mit der Ausnahme, dass ein B. oder mehrere Aurasymptom(e) für >60 Minuten persistieren1
C. Die zerebrale Bildgebung zeigt einen ischämischen Infarkt in einem relevanten Hirnareal
D. Nicht besser erklärt durch eine andere Diagnose.

(https://ichd-3.org/de/1-migrane/1-4-migraenekomplikationen/1-4-3-migraenoeser-infarkt/)

Wäre dann nicht eher Antwort A "embolischer Infarkt ohne klare Quelle" richtig?

Alternativ sehr weit hergeholt Antwort D "lakunärer Infarkt" (passt zur Symptomatik aber nicht wirklich zum Bild) z.B. als Erstmanifestation einer CADASIL.

Unregistriert
09.10.2024, 14:23
Auf dem Bild war ein CRT-D dargestellt, also ein 3 Kammer Schrittmacher. Sowas wird bei HF <35 LVEF + LSB eingebaut. Somit ist m.E nach (und laut Leitlinie HF) hier Antwort D als Richtig zu markieren.

Riffy
11.10.2024, 19:03
Die wahrscheinlichste Diagnose in diesem Fall ist eine Migräne mit Aura und ischämischem Schlaganfall (Migränöser Infarkt).

Hier sind die wichtigsten Hinweise, die diese Diagnose stützen:

Plötzliche neurologische Symptome: Die Patientin hatte eine plötzliche Schwäche und Gefühllosigkeit in der linken oberen Extremität, die teilweise wieder abklangen, aber eine feinmotorische Störung zurückließen. Dies könnte auf einen ischämischen Schlaganfall hinweisen, da der MRT-Befund einen subakuten kortikalen Infarkt zeigt.
Migräneanamnese: Die Patientin leidet regelmäßig unter halbseitigen Kopfschmerzen, begleitet von Übelkeit und Sehstörungen (flimmernde Sehstörungen), die typisch für Migräne mit Aura sind. Diese Auren können oft mit neurologischen Symptomen einhergehen, wie sie bei der Patientin auftraten.
Befund im MRT: Der subakute Infarkt in der operkulären Zentralregion der rechten Hirnhälfte erklärt die linksseitigen Symptome und passt zu einem Schlaganfall. Migränepatienten mit Aura haben ein leicht erhöhtes Risiko für Schlaganfälle, insbesondere wenn vaskuläre Risikofaktoren vorliegen, obwohl bei dieser Patientin keine wesentlichen vaskulären oder kardialen Pathologien gefunden wurden.
Unauffällige Gefäß- und Herzuntersuchungen: Die unauffälligen Befunde der MR-Angiografie und Doppler-Duplex-Sonografie sowie die Echokardiografien (transthorakal und transösophageal) schließen andere Ursachen wie kardioembolische Ereignisse oder größere Gefäßpathologien aus.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kombination aus einer bekannten Migräneanamnese mit Aura und der plötzlichen neurologischen Symptomatik, gefolgt von einem MRT-Befund eines subakuten Infarkts, am ehesten auf einen migränösen Infarkt hindeutet.