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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Habilitation innerhalb von 9 Jahren nach dem Erhalt der Promotionsurkunde?



Physioanatom
11.10.2024, 20:56
Hallo in die Runde,

ich habe mich mal mit dieser Frage auseinandergesetzt, ob es eine Frist gibt, innerhalb derer man nach dem Erhalt der Promotionsurkunde seine Habilitation abgeschlossen haben muss. Dabei habe ich manchmal 9 Jahre als Angabe gefunden. Zum Beispiel: https://www.academics.de/ratgeber/habilitation-medizin

Ich kann diese Angabe aber in den eingesehenen Habilitationsordnungen einiger Universitäten nicht wiederfinden. Weiß jemand was dazu?

Danke!

Dooly
11.10.2024, 22:13
Der Artikel ist scheiße geschrieben, da stehen die 9 Jahre im Kontext WissZeitVG. Das hat nichts mit Habilitationsordnungen zu tun. Bei uns gibt’s auch keine Frist nach Promotion. Nur nen Zeitrahmen, indem die Voraussetzungen erbracht werden müssen, z. B. X Impact Punkte in X Jahren oder X Lehrestunden in den letzten 2 Jahren vor Habil. Man kann nicht 10 Jahre lang kleckernd Impact sammeln oder Lehre von vor 5 Jahren anrechnen lassen. Frag mich gerade, ob eine Frist nach Promotion sinnvoll wäre. Im Schnitt habilitiert man sich mit ca. Mitte Ende 30, Anfang 40. Ne 9-Jahresfrist würde zu viele disqualifizieren.

Bonnerin
12.10.2024, 08:37
Ich kenne aus meinem Umfeld Personen, die das mit den Klecker-Impact genauso gemacht haben. So alle 2 Jahre mal ein Paper, wenn sie gerade Zeit hatten.

Bei uns scheint die Lehre tatsächlich das größere Problem zu sein, da es nicht reicht, wenn man einfach einen Kurs unterrichtet, man muss auch explizit im Vorlesungsverzeichnis als Dozent für den Kurs aufgeführt werden. Je nach Klinik bzw. Institut ist das wohl nicht so einfach.

Generell ist das Nadelöhr aber - wie oben bereits gesagt - das WissZeitVG. Wenn man es schafft, nach FA und Promotion eine unbefristete Stelle zu bekommen hat man durchaus mehr Zeit. Sonst drängt halt das Ende der befristeten Verträge (auch, wenn es da Möglichkeiten gibt, wenn von Klinik/Institut gewollt).

Dooly
12.10.2024, 09:08
Lehre ist bei uns auch absolut das Problem. Veranstaltungen/Bachelors/Masters usw. bekommt man mittlerweile genug, aber die Zeit reicht einfach nicht und die Lehre Punkte verfallen auch ständig. Man sollte schon Gas geben, um nicht im Hamsterrad festzustecken. Vorlesungen halten die Professor*innen die kommen dann auf ihre Lehrverpflichtung. Wir haben immer vor und nach dem Semester unsere Lehrerfassung. Ich finde Lehre wird immer ätzender und fällt immer schwerer, weil’s einen selbst auch echt nicht vorwärts bringt. Im Gegensatz dazu wird Forschung immer leichter umso mehr man macht.

Physioanatom
12.10.2024, 13:04
Ok, danke schon mal für eure Antworten!
Also, ich nehme mit:
1. Es gibt per se keine Frist in der Medizin, dass man 9 Jahre nach Erhalt der Promotionsurkunde seine Habilitation abgeschlossen haben muss.
2. De facto sind die befristeten Verträge an Uniklinika das Problem, d.h. man bekommt den Vertrag nicht verlängert, sodass dieser ausläuft, bevor man seine Habilitation abgeschlossen hat. Muss man dann zwangsläufig seine Habilitation in der Abteilung abbrechen?

ypb94
12.10.2024, 14:54
Guck einfach in die Habilitationsordnung deiner Fakultät… Es gibt hier keine generelle Antwort.

Dooly
12.10.2024, 20:34
Nein, du verstehst nicht, und bringst in Zusammenhang, was nicht zusammengehört. WissZeitVG ist natürlich Pain aber die Anstellung ist in dem Sinne kein Problem. Grundsätzlich ist es möglich zu habilitieren, ohne an der entsprechenden Fakultät angestellt zu sein. Infrastruktur für Lehre und Forschung (und meiner Meinung nach auch für Netzwerk) sind an einer Uniklinik besser. Teilweise wird an Nicht-Unis eine Habil praktisch unmöglich, weil man nur mit Klinik keine guten Publikationen als Erst-/Letztautor*in hinbekommt, geschweige denn ein gescheites Lehrkonzept umsetzen kann. Was meinst du überhaupt mit „das Problem“? Dass Habils manchmal lange dauern oder dass man diese nicht abschließt oder was? Herausforderungen, sich zu habilitieren sind, wie z. B. oben bereits gesagt, die Lehre und Zeit neben der Routine.

P. S.: Mein Eindruck ist, dass eine Beschäftigung an einer Uniklinik nach Ausschöpfen der Befristung nach WissZeitVG recht häufig ist. Drittmittel-Befristungen gehen immer. Es sind meiner Beobachtung nach zahlreiche Leute über das WissZeitVG hinaus an den Unikliniken befristet angestellt und natürlich teilweise auch auf Hausstellen unbefristet. Wie ist das denn so bei euch? Üblich oder auch Nadelöhr?