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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mkg oder Urulogie



Student321
16.10.2024, 17:21
Hallo Zusammen
Ich bin ein Medizinstudent aus dem dritten Jahr und mache mir langsam so meine Überlegungen wie das ganze so nach dem Studium weitergehen soll. Ich schwanke im Moment zwischen zwei Fächern: der Urulogie und der MKG-Chirurgie. Ich möchte mich auf jeden Fall irgendwann selbstständig machen. Auf der Urulogie sind mir vor allem die Leute extrem sympathisch, and der MKG finde ich das Fach total spannend. Mir ist bewusst dass ich in der MKG noch Zahnmedizin draufmachen müsste, das macht mir auch ein wenig angst dass ich wenn ich fertig bin zu alt sein werde. (Mit 25 schliesse ich mein Humanmedizinstudium ab -> also bin ich mit gut 33 mit dem Facharzt für MKG fertig wenns gut läuft? 3 Jahre Zahni + 5 Jahre Facharzt). Ich bin etwas unentschlossen und wollte einfach mal fragen, denkt ihr es macht sinn ein Fach wie Urulogie zu wählen, nur weil die Leute da sympathisch sind? Und macht so eine lange Ausbildung zum MKG überhaupt finanziell Sinn? (Man kann ja auch nicht dauerstudi sein und auf kosten der Eltern leben).

thequeenofcells
16.10.2024, 17:28
Sympathisch können Leute überall sein, du sollst nach dem wählen, was dir Spaß macht.

Ich rate jedenfalls von einem Fach ab, dessen Namen man nicht ordentlich weiß... UrOlogie heißt der Spaß (und macht durchaus Bock, zumindest was ich bis jetzt erlebt habe).

Student321
16.10.2024, 19:11
Danke für die Antwort, mit dem UrUlogie hasst du mich leider erwischt :p. Zum Glück kommt es ja nicht nur auf die Rechtschreibung bei der Facharztwahl an. Es macht mir halt einfach auch mehr Spass mit netten Leuten zusammenzuarbeiten, wie in der Urologie, wo einem auch gerne mal was beigebracht wird. Die MKGler bei denen ich bis jetzt hospitiert habe waren alles ziemliche Kellerasseln, dafür war das Fachliche einfach super interessant.

thequeenofcells
17.10.2024, 01:51
Danke für die Antwort, mit dem UrUlogie hasst du mich leider erwischt :p. Zum Glück kommt es ja nicht nur auf die Rechtschreibung bei der Facharztwahl an. Es macht mir halt einfach auch mehr Spass mit netten Leuten zusammenzuarbeiten, wie in der Urologie, wo einem auch gerne mal was beigebracht wird. Die MKGler bei denen ich bis jetzt hospitiert habe waren alles ziemliche Kellerasseln, dafür war das Fachliche einfach super interessant.

Ich finde, dass du nicht nach Sympathie entscheiden soll. Jetzt sind sie cool aber du wirst nicht die nächsten 30 Jahre mit denselben Leuten arbeiten. Der nächste Chef kann ein kompletter Reinfall sein, etc.

Ich würde immer nach Interesse gehen (was ich auch tue). An der Klinik, wo ich meinen FA machen werde, ist mein Wunschfach ein Sammelsurium aus Ego/Burnout und sehr schrägen Leuten, aber das Fach hat mich halt fest im Griff 😁

Umzugskarton
17.10.2024, 05:38
Also NUR nach Sympathie zu gehen finde ich nicht unbedingt richtig. Nach meiner Erfahrung sind MKGler allerdings meistens super nette und entspannte Kollegen.
Ich würde hier den anderen Recht geben und finde auch, dass man zunächst immer mit der Fachrichtung anfangen sollte, die einen am meisten interessiert. Wechseln kann man ja nach 1-2 Jahren dann immer noch. Letzteres ist allerdings bei MKG schwierig, da man ja noch ein zusätzliches Studium braucht…
Deswegen solltest du es dir in deinem Fall gut überlegen. Ggf nochmal hospitieren in beiden Fächern und evtl. sogar an anderen Häusern.
Denn auch wenn ich sage, man sollte immer zunächst nach dem Interesse am Fach gehen, ist es in der Realität doch so, dass es ganz viele andere Faktoren gibt, die darüber entscheiden ob man langfristig in dem Fach glücklich wird. Sprich Arbeitsbelastung, Workflow, Niederlassungsmöglichkeiten, Spaß an Interventionen/Operationen, Zukunftsperspektiven, Weiterbildungsmöglichleiten, Spezialisierungen und eben auch die Peer Group! Wenn man erstmal anfängt zu arbeiten, rückt das eigentliche fachliche Interesse tatsächlich oft in den Hintergrund, vor allem wenn die restlichen Punkte einem nicht zusagen.

Tramaldol
22.10.2024, 23:13
ich finde beide Fächer nicht sehr toll.
MKG Chirurgen im Krankenhaus sind schon...ein eigener Typ; in der MKG Praxis ist es viel Routine und nicht die großen OPs (typisch Ambulantes Arbeiten). Bei Konsilen arbeiteten die ihren Kram aber schon ab. Machten auch selbst mal Folgetermine.

Urologie finde ich als Fach auch nicht so toll. Und was man da für Leute hat, da staunt man echt. Zum einen gibts zuviele urologische Kliniken, aber auch Praxen, zum anderen sind die Leute auch speziell. Da steht nicht der Mensch im Vordergrund, sondern die Auslastung des DaVinci Roboter.
Bei Konsilen wurde das Nötigste gemacht. Sich um den anstehenden Wechsel ihrer Harnleiterschienen in 6 Monaten zu kümmern...zu viel verlangt. Notwendige Diagnostik...nicht so wichtig. Ihre eigenen Leitlinien, sind ja nur Leitlinien...der Finanzfluss leitet auch.

anignu
23.10.2024, 23:54
in der MKG Praxis ist es viel Routine und nicht die großen OPs (typisch Ambulantes Arbeiten). Bei Konsilen arbeiteten die ihren Kram aber schon ab. Machten auch selbst mal Folgetermine.
Ich war mal in einem Haus in dem die Unfallchirurgen regelmäßig für die ganzen Gesichtsfrakturen die MKG-ler am nächsten Tag hinzugezogen haben. Die MKGler hatten eine Praxis und dann eben die Gesichtsfrakturen der Klinik als Belegärzte operiert. So klein waren diese OPs jetzt nicht unbedingt. Ist aber natürlich auch nicht die ganz große Tumorchirurgie im Gesicht mit Lappenplastiken etc. wie man sie aus MKG-Unikliniken kennt, aber auch nicht diese "erweiterte Zahnarztmedizin" die man den MKGlern in Praxen gern unterstellt.

Bei Konsilen wurde das Nötigste gemacht. Sich um den anstehenden Wechsel ihrer Harnleiterschienen in 6 Monaten zu kümmern...zu viel verlangt. Notwendige Diagnostik...nicht so wichtig. Ihre eigenen Leitlinien, sind ja nur Leitlinien...der Finanzfluss leitet auch.
Also sorry, das sind pauschale Unterstellungen einem Fach gegenüber die ich so nicht teilen kann. Ich hab sehr positive Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Urologen gemacht und das genaue Gegenteil war/ist der Fall. Und solche pauschalen Unterstellungen kann man bei entsprechender persönlicher Erfahrung ja auf jedes Fach übertragen.
"es wird nur das Nötigste gemacht, notwendige Diagnostik egal, Leitlinien egal, Finanzfluss das einzig Wichtige... genauso läuft es in der ..." und jetz setz irgendeine Fachrichtung ein die du grad bashen willst. Apropos: wo bleibt das übliche sinnlose Chirurgie-Bashing?

Aber jetzt mal wieder zurück zum Thema:
in jedem Fach hat man spezielle Patienten und man muss diese Patienten mögen oder zumindest gut mit ihnen umgehen können. Kinder zum Beispiel, tun mir immer echt leid, ich mag es nicht wenns denen schlecht geht, ich will nie Pädiater werden. Ortho-Patienten, jammern mir zu viel, nervt mich, will ich nicht. MKG-Patienten: viele Raucher dabei, auch eher nicht so die gepflegten Patienten, geht, kommt ich damit zurecht. Uro-Patienten, muss man auch olfaktorisch mögen, sind auch eher so regelmäßige Gäste. Gefäßpatienten, auch viele Raucher und eher weniger gepflegt, dafür aber häufig sehr dankbar und regelmäßige Gäste. Und Gefäßpatienten muss man auch olfaktorisch manchmal abkönnen. usw... und so kannst du durchgehen und dir neben dem eigentlichen Fach, das einen natürlich interessiert, auch überlegen ob man die Patienten dazu auch mag.