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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ärztegehälter bleiben Politikum



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Kackbratze
10.11.2024, 22:54
Ich sehe auch nicht das Problem für mehr Geld mehr zu arbeiten. Freiwillig.

ppmi
12.11.2024, 20:33
Das Problem an der ganzen Zeitbegradigung ist ja, dass in den meisten kleinen Kliniken in strukturschwachen Gebieten, wo die Krankenhäuser ohnehin schon kurz vor oder bereits in der Insolvenz stehen, ohnehin nur das absolute Mindestmaß an Dienstärzten anwesend ist. Alles andere wäre viel zu teuer aus Sicht der Verwaltung. Einer muss aber da sein, somit lässt sich da wohl eher nix reduzieren und das bei tendentiell eher steigendem Patientenaufkommen, da die überforderten Pflgekräfte in den Altenheimen sich häufig nicht anders zu helfen wissen, als die 112 zu wählen.

Die Regelung mit 2 WEs ist aber doch recht sinnvoll, denn das Wochenende ist oft die einzige Zeit, in der ich meine ganze Familie versammelt und wach vorfinde. Insofern hätte ich da schon gern so oft wie möglich frei und 2 x ist besser als 0x!

TaraTamm
12.11.2024, 21:59
Die Regelung mit 2 WEs ist aber doch recht sinnvoll, denn das Wochenende ist oft die einzige Zeit, in der ich meine ganze Familie versammelt und wach vorfinde. Insofern hätte ich da schon gern so oft wie möglich frei und 2 x ist besser als 0x!

Die Arbeit an den Wochenenden wird dadurch aber nicht weniger. Das einzige was weniger wird ist die Flexibilität bei der Verteilung.

Ich bezweifle zumindest, dass es viele Häuser gibt, die nur wegen dieser Regelung mehr Ärzte eingestellt haben.

Dafür dürfen nun an manchen Häusern die Kollegen, die gerne viele WE-Dienste machen, das nicht mehr tun und dafür müssen andere mehr Dienste machen, für die das zum Beispiel aus familiären Gründen sehr ungünstig ist. Dieses Problem war ja auch schon hier im Forum Thema.

Das war von vorne herein eine komplett unsinnige und undurchdachte Forderung, die der MB letztlich nur durchgesetzt hat, um davon abzulenken, dass man mal wieder keine ordentliche Tarifrunde aushandeln konnte. Die Arbeitgeberseite lacht sich ins Fäustchen.

Kackbratze
12.11.2024, 22:43
Das war von vorne herein eine komplett unsinnige und undurchdachte Forderung, die der MB letztlich nur durchgesetzt hat, um davon abzulenken, dass man mal wieder keine ordentliche Tarifrunde aushandeln konnte. Die Arbeitgeberseite lacht sich ins Fäustchen.

Korrekt. Es wurden nicht mehr Ärzte eingestellt um das abzupuffern.

herschus
29.11.2024, 20:41
Es ist schon krass, wie viele Medien einfach mit Zahlen um sich werfen – etwa hier: https://taz.de/Aertzehonorare-sind-gestiegen/!5061139/. Der Leser kann sich vor lauter Zahlen gar nicht mehr damit auseinandersetzen, wie viel Mediziner arbeiten, welche Art von Arbeit geleistet wird und worauf man auch verzichtet.

TaraTamm
29.11.2024, 21:47
Es ist schon krass, wie viele Medien einfach mit Zahlen um sich werfen – etwa hier: https://taz.de/Aertzehonorare-sind-gestiegen/!5061139/. Der Leser kann sich vor lauter Zahlen gar nicht mehr damit auseinandersetzen, wie viel Mediziner arbeiten, welche Art von Arbeit geleistet wird und worauf man auch verzichtet.

Ist halt auch ein in 5 Minuten zusammengeschriebener Artikel in einem Schmierblatt.

Und knapp 14k brutto als Selbstständiger mit in der Regel mehreren Angestellten ist halt auch nicht besonders viel. Ein Handwerksbetrieb in ähnlicher Größe dürfte da ganz gut mithalten können.

Tramaldol
29.11.2024, 22:45
Was willst du damit sagen? Sollen jetzt alle Angestellten im Gesundheitswesen zum Wohle des Volkes auf Lebensqualität bzw. gerechte Bezahlung verzichten? Was gibt es denn noch für Sparmaßnahmen?
Solange man kostenlos in diesem Land 24/7 wegen Lappalien einen Arzt aufsuchen kann, wird sich nichts ändern und die Kosten weiter steigen. Aber das wird dann zu politisch hier.

Ja es sollten Leistungen der Krankenversicherung abgeschafft werden. Eine Basicsversorgung, aber nicht 3x am Tag Herzkatheter, wenn ein Cardio CT es auch tut (aber schlechter honoriert wird) und die Privaten bitte weg (sind hauptsächlich Beamte drin und viele Alte wollen zur Rente wieder raus mit Tipps und Tricks)

hebdo
08.01.2025, 21:39
Gehaltsreport 2025 der Jobplattform Stepstone

„Mit einem Medianeinkommen von fast 99.000 Euro gehören Ärzte laut einem Report zu den Bestverdienern.
….
Zum Vergleich: Vollzeitarbeitnehmer bekommen im Median rund 45.800 Euro brutto jährlich.
…

Auf Rang zwei nach Ärzten liegt die Berufsgruppe Banken & Versicherungen (59.500 Euro), gefolgt von Ingenieuren (58.500 Euro) und Unternehmensberatern (58.250 Euro).

Angestellte im Groß- und Einzelhandel (37.750 Euro) und im Gastgewerbe (37.250 Euro) bilden die Schlusslichter.“

https://www.spiegel.de/karriere/stepstone-gehaltsreport-aerzte-sind-spitzenverdiener-a-1db957c7-8781-4e29-ac57-5ea360a71517

Bender B. Rodriguez
09.01.2025, 04:27
Werden da selbständige und angestellte Ärzte zusammengefasst? Schade dass nicht die Stundenlöhne verglichen wurden.

crossie
09.01.2025, 07:58
Es werden ja auch Ärzte gegen Vollzeitarbeitnehmer verglichen. Ich bin tatsächlich auch ein fauler Arzt, mach nur 80%. Hab dadurch zwar trotzdem ca. 180 Stunden, aber macht ja nichts..

Ich versuche mittlerweile, solchen Unfug zu ignorieren.

Tweety8008
09.01.2025, 09:01
Die Gemeinschaft der Ärzte könnte dem Schwachsinn aber auch einen Riegel vorschieben, wenn es selbst ordentliche Daten sammeln und publizieren würde. Am besten auf Basis von Steuererklärungen und dann analysiert nach:

- angestellt Klinik vs angestellt Praxis vs selbstständig
- bei Angestellten: AA vs FA vs leitender Arzt
- geteilt nach Fachrichtungen
- nach Bundesland
- und immer nur gesamtes Bruttoeinkommen inkl Boni, ärztlicher Nebentätigkeiten, passives Einkommen, etc.
- Stundenzahl pro Woche/Monat

Aber sowas ist politisch ja nicht gewollt. Dann würde man einige horrende Zahlen sehen, die den Durchschnitt weit nach oben reißen.

Bis dahin müssen wir weiterhin schwachsinnige Reports akzeptieren, wo alles durcheinander geschmissen wird.

Kackbratze
09.01.2025, 21:19
Und wer soll diesen Datenwust (also erstmal 16 Bundesländer, danach dann alle Klinikärzte in den 4 Gruppen WBA/FA/OA/lOA und jede Fachrichtung. Aufgeschlüsselt noch nach 1. Jahr, 3. Jahr, 5. Jahr. Dann kommen die angestellten Praxisärzte mit allen Fachrichtungen, danach die Praxisbesitzer. Nebentabellen mit Nebeneinkünften, passives Einkommen (was hat mein Immobilienportfolio da zu suchen?!?) und die Bonuszahlungen).

Das ist zu komplex für unsere neue schwarz-weisse Welt.
Ärzte sind reich und korrupt muss reichen.

ehem-user-19-05-2025-1430
10.01.2025, 05:38
Die Daten sind doch alle erhoben über die Finanzämter. Es wäre ein leichtes sie alle zu veröffentlichen wie es in Schweden seit Jahren und Jahrzehnten Standard ist. Will hier halt niemand da so Steuerhinterziehung erschwert bzw soziale Ungerechtigkeit transparent wird.

Muss tatsächlich gestehen dass es mir als Hausarzt auch spontan unangenehm wäre, da die Patienten das Einkommen denke ich deutlich niedriger einschätzen...

grundsätzlich bin ich dennoch für eine transparenz der steuerdaten. Am Anfang wäre es krass aber nach kurzer Zeit gewöhnt man sich dran. Manch einer wird sich auch wundern was der ein oder andere leitende Ingenieur beim Maschinenbaumittelständler nebenan mit nach Hause nimmt... Wird in einem Land das blackrockmerz zum Kanzler wählt nie kommen aber man darf ja träumen.

Matzexc1
10.01.2025, 06:01
Der Traum würde bei jedem Kanzler unerfüllt bleiben da es sicher überraschen würde was Politiker nach Hause schleppen die permanent was von Gerechtigkeit und fairer Belastung der starken Schultern reden

rafiki
10.01.2025, 06:22
Muss tatsächlich gestehen dass es mir als Hausarzt auch spontan unangenehm wäre, da die Patienten das Einkommen denke ich deutlich niedriger einschätzen...


Wie kommst du darauf?

ehem-user-19-05-2025-1430
10.01.2025, 12:26
Wie kommst du darauf?

Mhm durch den persönlichen Kontakt tagtäglich :D
Es wird ja schon hin und wieder in der Öffentlichkeit das Bild des verarmenden landarzts gezeichnet, der kaum über die Runden kommt während der Facharzt in saus und braust lebt. Wenn man dann nachlesen kann dass der Dorfarzt 250k versteuert jedes Jahr...

Macht das klassische Physiotherapie- bzw unnötiges-Labor-Verweigerungsgespräch nicht einfacher :P

Fürs Protokoll: bin für die transparenz aber wäre bestimmt ungewohnt die ersten Jährchen...

Rudiologe
10.01.2025, 13:34
250k versteuern? Moment mal...mein alter Dorf-Hausarzt lag mir immer in den Ohren, dass man heutzutage kaum mehr von dem Beruf als Praxisinhaber leben kann! :)

Trenn
10.01.2025, 14:37
Mhm durch den persönlichen Kontakt tagtäglich :D
Es wird ja schon hin und wieder in der Öffentlichkeit das Bild des verarmenden landarzts gezeichnet, der kaum über die Runden kommt während der Facharzt in saus und braust lebt. Wenn man dann nachlesen kann dass der Dorfarzt 250k versteuert jedes Jahr...

Macht das klassische Physiotherapie- bzw unnötiges-Labor-Verweigerungsgespräch nicht einfacher :P

Fürs Protokoll: bin für die transparenz aber wäre bestimmt ungewohnt die ersten Jährchen...

Soll der Hausarzt, nur weil er gut wirtschaftet, Labor und Physio aus der eigenen Tasche zahlen? Denn nichts anderes wäre ein Regress. Es gibt genug Ausnahmeindikationen mit Extrabudgetierung. Quartalsweise Massagen verordnen soll auch nicht zu Lasten der Allgemeinheit erfolgen. Inhaber von Meisterbetriebe machen bestimmt auch um die 200k Gewinn, verkaufen den Betrieb für ne halbe Million und da sind die Leute auch nicht neidisch. Ich finde den Lohn als Praxisinhaber schon gerechtfertigt, da man wegen Verwaltung, Personalsachen etc. z.T. genau so lange arbeitet wie aufgrund der medizinischen Aufgaben.

ehem-user-19-05-2025-1430
10.01.2025, 15:50
Soll der Hausarzt, nur weil er gut wirtschaftet, Labor und Physio aus der eigenen Tasche zahlen? Denn nichts anderes wäre ein Regress. Es gibt genug Ausnahmeindikationen mit Extrabudgetierung. Quartalsweise Massagen verordnen soll auch nicht zu Lasten der Allgemeinheit erfolgen. Inhaber von Meisterbetriebe machen bestimmt auch um die 200k Gewinn, verkaufen den Betrieb für ne halbe Million und da sind die Leute auch nicht neidisch. Ich finde den Lohn als Praxisinhaber schon gerechtfertigt, da man wegen Verwaltung, Personalsachen etc. z.T. genau so lange arbeitet wie aufgrund der medizinischen Aufgaben.

ich hab auch gar kein problem mit dem lohn, so war das nicht gemeint. würde für viel weniger den job auch nicht machen wollen, wegen dem von dir genannten aufwand und im vergleich zu dem was leitende arzte in der klinik oder leitende MINTler in der Wirtschaft mit nach hause nehmen. aktuell ist die sitatuation halt die des genannten reingewinns während man gleichzeitig von teilen der patienten als altruistischer bettelmönch idealist wahrgenommen wird....und das finde ich subjektiv sehr angenehm.... das wäre dann halt zumindest anders :)

fürs protokoll: bin weiterhin für transparenz aber das ändert ja nichts an meiner beobachtun der jetzigen situation

Tweety8008
12.01.2025, 17:38
Die Daten sind doch alle erhoben über die Finanzämter. Es wäre ein leichtes sie alle zu veröffentlichen wie es in Schweden seit Jahren und Jahrzehnten Standard ist. Will hier halt niemand da so Steuerhinterziehung erschwert bzw soziale Ungerechtigkeit transparent wird.

Dies.

Genauso wie Klauseln (auch in meinem eigenen Arbeitsvertrag), wie z.B. "Ihr Gehalt, Tweety8008, unterliegt absoluter Diskretion und darf mit niemandem besprochen werden ..."