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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ärztegehälter bleiben Politikum



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Tweety8008
12.01.2025, 17:40
Das ist zu komplex für unsere neue schwarz-weisse Welt.
Ärzte sind reich und korrupt muss reichen.

Wenn du keine transparenten Studien zu Arztgehältern haben willst, auch wenn diese natürlich Aufwand erfordern, dann musst du weiterhin mit beknackten Schlagzeilen mit verfälschten "Gehältern" leben.

Du kannst dich nicht beschweren, aber dann nichts dagegen unternehmen.

"Don't Bring Me Problems, Bring Me Solutions."

Thomas24
12.01.2025, 20:01
Die Daten sind doch alle erhoben über die Finanzämter. Es wäre ein leichtes sie alle zu veröffentlichen wie es in Schweden seit Jahren und Jahrzehnten Standard ist. Will hier halt niemand da so Steuerhinterziehung erschwert bzw soziale Ungerechtigkeit transparent wird.

Muss tatsächlich gestehen dass es mir als Hausarzt auch spontan unangenehm wäre, da die Patienten das Einkommen denke ich deutlich niedriger einschätzen...

grundsätzlich bin ich dennoch für eine transparenz der steuerdaten. Am Anfang wäre es krass aber nach kurzer Zeit gewöhnt man sich dran. Manch einer wird sich auch wundern was der ein oder andere leitende Ingenieur beim Maschinenbaumittelständler nebenan mit nach Hause nimmt... Wird in einem Land das blackrockmerz zum Kanzler wählt nie kommen aber man darf ja träumen.

In wiefern ist denn der Transparenz damit gedient, dass Steuerdaten veröffentlicht werden? Das zu versteuernde Einkommen kann ab einer gewissen Höhe gut gestaltet werden, geschicktes Nutzen von Investitionsabzugsbeträgen, Verrechnung mit Verlusten aus Vermietung und Verpachtung, aufwändigere Renovierungen in Immobilien, Darlehen im Familienkreis (mit entsprechend hoher Verzinsung), Vorsorgeaufwendungen, Spenden etc. Und schwupps, ist die Zahl auf dem Papier ganz kleingerechnet...

Eine interessantere Metrik wäre Vermögen anstatt Einkommen messen zu wollen.

Tweety8008
12.01.2025, 21:06
Das Vermögen halte ich ich wieder rum für komplett irrelevant. Was nützt es mir zu wissen, ob ein Arzt plötzlich 1.5 Mrd aufm Konto hat, nur weil z.B. Tante Klatten ihm gerade (erbsteuerfrei natürlich) einen Haufen BMW Aktien aus NS-Zeiten vererbt hat?

Option 1: Einkommen der Ärzte wird nicht mehr weiter diskutiert und bleibt verschleiert und Zeitungen drucken weiter Müll, je nach politischer Agenda (“Wir verdienen zu wenig.. nur 3€/h während der Bereitschaft” vs “Ärzte leben in Saus und Braus”), und wir nehmen es so hin.

Option 2: Einkommen aus ärztlicher und Arzt-naher Arbeit (Beratungen/Honorare/etc) werden objektiv wissenschaftlich veröffentlicht.

hebdo
13.01.2025, 10:52
Ich habe die Daten gepostet, weil ich grundsätzlich auf ein paar Dinge aufmerksam machen wollte.

Zum einen wollte ich das Märchen widerlegen, dass ALLE BWL‘er, Juristen, Ingenieure deutlich besser verdienen und wenig arbeiten. Der Neid auf andere ist nicht angebracht. Man kann als Arzt in der Selbstständigkeit mit seinem fachärztlichen Handwerkszeug und ein wenig Geschäftssinn (erfolg-)reich sein. Die Weiterbildung muss trotz langem Studium einfach als Lehrzeit angesehen werden.

Deshalb sollten wir uns für eine strukturiere Weiterbildung und das konsequente Einhalten der Arbeitszeitgesetze einsetzen. Dann sind wir Ärzte sicher zufriedener und müssen nicht immer neidvoll auf die Bürojobs schauen.

Ich glaube auch nicht, dass ein Patient seinem Hausarzt auf dem Land, der eine gute Versorgung für die Region anbietet einen Porsche und ein großes Haus mit Swimmingpool misgönnt. Da wird doch eher kritischer auf die Manager geschaut.

Kackbratze
13.01.2025, 22:50
"Don't Bring Me Problems, Bring Me Solutions."

Als ob eine öffentliche Statistik der Steuerdaten die SPD davon abhalten würde, alle mit 97k brutto Jahresgehalt als "reich und Spitzensteuersatzwürdig" zu beurteilen. Oder die Grünen davon abhält, ALLES einfach mal pauschal mit Sozialabgaben zusätzlich zu belasten.

Und solange sowas passiert, ist es egal, welche Daten auftauchen, die politischen Vollblinsen nutzen Alles um die Staatseinnahmen und ihren eigenen "Gerechtigkeitssinn" zu befriedigen.

Tweety8008
13.01.2025, 23:47
Als ob eine öffentliche Statistik der Steuerdaten die SPD davon abhalten würde, alle mit 97k brutto Jahresgehalt als "reich und Spitzensteuersatzwürdig" zu beurteilen. Oder die Grünen davon abhält, ALLES einfach mal pauschal mit Sozialabgaben zusätzlich zu belasten.

Und solange sowas passiert, ist es egal, welche Daten auftauchen, die politischen Vollblinsen nutzen Alles um die Staatseinnahmen und ihren eigenen "Gerechtigkeitssinn" zu befriedigen.

Keine Sorge. Ich hasse Rot-Grün genauso wie du. Meine Eltern sind in den 80ern vor den Kommunisten geflohen und hier her gekommen. Und jetzt lebe ich selbst in einem Land, wo Sozialisten regieren und einem am liebsten 90% wegnehmen würden 😂

ehem-user-19-05-2025-1430
15.01.2025, 09:29
Keine Sorge. Ich hasse Rot-Grün genauso wie du. Meine Eltern sind in den 80ern vor den Kommunisten geflohen und hier her gekommen. Und jetzt lebe ich selbst in einem Land, wo Sozialisten regieren und einem am liebsten 90% wegnehmen würden ��

hängst du zu viel auf truthsocial rum? Deutschland ist im oberen Mittelfeld bzgl der Abgaben auf Einkommen und ein niedrigst bis nicht-steuerland auf erbschaft und vermögen im internationalen vergleich. Das ist Neoliberalismus in seiner Reinform. Reagonomics, Thaterchismus und Birne Kohl sei dank. Also das ist wirklich quark sowas zu lesen....

Kackbratze
15.01.2025, 12:39
Dann muss Statista sich irgendwie irren.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/185987/umfrage/steuer-und-sozialabgaben-nach-laendern/

Tweety8008
15.01.2025, 14:48
hängst du zu viel auf truthsocial rum? Deutschland ist im oberen Mittelfeld bzgl der Abgaben auf Einkommen und ein niedrigst bis nicht-steuerland auf erbschaft und vermögen im internationalen vergleich. Das ist Neoliberalismus in seiner Reinform. Reagonomics, Thaterchismus und Birne Kohl sei dank. Also das ist wirklich quark sowas zu lesen....

Beim ersteren erzählst du leider Schwachsinn.
Quelle: s. Kackbratze
Quelle: s. Graphen hier, https://www.reddit.com/r/Finanzen/comments/1hnkv4a/abgabenlaststatistik_2025_vorl%C3%A4ufig/

Beim letzteren stimme ich dir zu. Ist aber Themaverfehlung. Es ging nämlich vorher nur um Einkommen, nicht Vermögen. Zwei unterschiedliche Paar Schuhe.

Arrokoth
15.01.2025, 16:20
Und nicht vergessen, dass diese Zahl stark nach unten geschönt ist, da ein Teil der Sozialabgaben formal von den Arbeitgebern "bezahlt" wird und das Einkommen auf der Ausgabenseite noch einmal besteuert wird (Umsatzsteuer).

ehem-user-19-05-2025-1430
15.01.2025, 18:38
Dann muss Statista sich irgendwie irren.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/185987/umfrage/steuer-und-sozialabgaben-nach-laendern/

ja die statistik ist meiner meinerung nach gaslightning.

neoliberale thinktanks progagieren seit langem derartige statistiken/aussagen im sinne von lobbyarbeit für die wohlhabenden. es werden äpfel mit birnen verglichen: bei der usa fehlen komplett die kosten für gesundheitsvorsorge im vergleich zb, rente ist auch privatsache etc, ist in der angabe zu deutschland beides drin. zudme keine beachtung von indirekten steuern. desweiteren werden immer single gutverdiener rangezogen im vergleich, bei ehepaaren insbesondere durch splitting in deutschland einzigarte steuerentlastung im internationel vergleich usw.

wens interessiert: https://steuermythen.de/mythen/mythos-5/

Nicht falsch verstehen, ich denke auch das Maß am erträglichen ist erreicht und man sollte Arbeit entlasten...aber macht trotzdem keinen Sinn die Falschwarheit deutschland erhebe eine einzigarte abgabenlast zu propagieren um damit intellektuell die abschaffung unseres sozialstaats dem weg zu ebnen... arbeit entlasten aber gegenfinanziert durch abgaben auf kapital....irgendwo muss das geld herkommen.


Und nicht vergessen, dass diese Zahl stark nach unten geschönt ist, da ein Teil der Sozialabgaben formal von den Arbeitgebern "bezahlt" wird und das Einkommen auf der Ausgabenseite noch einmal besteuert wird (Umsatzsteuer).

nein die arbeitgeberanteile sind da bereits eingerechnet....die soziolgen und Wirtschaftswissenschaftler sind nicht doof...

rafiki
16.01.2025, 04:22
....die soziolgen und Wirtschaftswissenschaftler sind nicht doof...

...aber manche Mediziner. Zum Fremdschämen.

DrSkywalker
16.01.2025, 05:47
wens interessiert: https://steuermythen.de/mythen/mythos-5/


Kleine Anmerkung :
Betreiber der Seite ist ein Abgeordneter der Rentner und Bürgergeld Partei SPD.

ehem-user-19-05-2025-1430
16.01.2025, 07:17
Kleine Anmerkung :
Betreiber der Seite ist ein Abgeordneter der Rentner und Bürgergeld Partei SPD.

Die Zugehörigkeit zur SPD wie ebenso zur bspw. Union als historisch gesehen klassische Volksparteien, und im Establishment noch immer stark vertreten, ist für mich jetzt nicht per se diskreditierend. Eine BEtrachtung nicht aus dem Blickwinkel "wie kann ich die Steuern statistisch hoch ausschauen lassen um Steuererleichteurngen für die wohlhabenden politisch durchzubringen" ist vielleicht mal erfrischend. Mal ein anderen Blickwinkel um aus dieser neoklassisschen Blase rauszukommen. Niemand ist ideologisierter als jemand der von sich behauptet es nicht zu sein.

ehem-user-19-05-2025-1430
16.01.2025, 07:47
...aber manche Mediziner. Zum Fremdschämen.

Was genau empfindest du zum fremdschämen? Wenn jemand bzgl. fiskalpolitische und sozialpolitische Themen eine andere Meinung hat? Wenn jemand Steuererleichterungen durch Abbau des Sozialstaates (nicht durch Umschichtung der Finanzierung oder Schulden, was auch per se nur Steuerschulden der Bürger sind) kritisch sieht? oder vielleicht versteh ich dich auf falsch ;)

Tweety8008
16.01.2025, 08:24
Und nicht vergessen, dass diese Zahl stark nach unten geschönt ist, da ein Teil der Sozialabgaben formal von den Arbeitgebern "bezahlt" wird und das Einkommen auf der Ausgabenseite noch einmal besteuert wird (Umsatzsteuer).

Eben. Deshalb ist der Reddit Post ganz gut. Da hat der User das "Arbeitgeber-Brutto" genommen, nicht das Arbeitnehmer-Brutto, was ihr in euren Arbeitsverträgen drinstehen habt.

(1) Die Bruttogehälter in Deutschland (AG-Brutto) sind sehr hoch im OECD/EU Gebiet.
(2) Nur das AN-Brutto ist viel niedriger nach RV/AV/KV/BG.
(3) Und das AN-Netto dann nochmals niedriger wegen RV/AV/KV/Einkommensteuer.

Der Durchschnittsdeutsche sieht halt nur den Unterschied zwischen (2) und (3) und nicht (1) und (3). Ein Trick der sozialdemokratischen Politik.

Nur selbstständige oder Leute wie ich (PKV und Ärzteversorgung) sehen die wahren Kosten zwischen (1) und (3).

LG

Tweety8008
16.01.2025, 08:29
Wenn jemand Steuererleichterungen ... kritisch sieht?

Ich persönlich sehe es kritisch, wenn Leute der Bevölkerung nicht mehr Geld in der Brieftasche lassen wollen. Das hat was von Bevormundung. Staat und Behörden sollen besser mit dem Geld der Bürger umgehen ...?

Ich würde mir sehr gerne Schweizer Steuerverhältnisse hier wünschen.

Ein ganz abstruses Beispiel: Bei uns in der Firma gibt es ab und zu Aktienoptionen als zusätzliches Bruttogehalt. In Deutschland muss ich diese ganz normal mit 42% ESt + 5.5% Soli versteuern als Einkommen. In der Schweiz 200km entfernt zahlen die Kollegen in meiner Firma unter 5%, weil es Langzeitinvestments sind. Selbst wenn das in DE als Kapitalerträge (25% + Soli) wäre, wäre die Schweiz viel günstiger.

Unser Firma verschickt bei den Aktienprogramm immer große Newsletter mit den Steuertabellen. Da ist es immer zum Heulen, wenn man sieht, dass in Deutschland am meisten weggenommen wird.

ehem-user-19-05-2025-1430
16.01.2025, 09:01
Eben. Deshalb ist der Reddit Post ganz gut. Da hat der User das "Arbeitgeber-Brutto" genommen, nicht das Arbeitnehmer-Brutto, was ihr in euren Arbeitsverträgen drinstehen habt.

(1) Die Bruttogehälter in Deutschland (AG-Brutto) sind sehr hoch im OECD/EU Gebiet.
(2) Nur das AN-Brutto ist viel niedriger nach RV/AV/KV/BG.
(3) Und das AN-Netto dann nochmals niedriger wegen RV/AV/KV/Einkommensteuer.

Der Durchschnittsdeutsche sieht halt nur den Unterschied zwischen (2) und (3) und nicht (1) und (3). Ein Trick der sozialdemokratischen Politik.

Nur selbstständige oder Leute wie ich (PKV und Ärzteversorgung) sehen die wahren Kosten zwischen (1) und (3).

LG

Jetzt drehen wir uns im Kreis. Natürlich ist Netto weniger als Brutto. Es ist deutlich niedriger als in extremen Niedrsteuerländern wie der Schweiz aber nicht deutlich niedriger als in den meisten anderen westlichen INdustriestaaten. Siehe bspw mein vorheriger Post.

Den Redditpost finde ich auch interessant, der Skandal ist ja dass die bestverdienen weniger steuern zahlen also eher pro steuererhöhung für die bestverdienenden :P

Ich hab kein problem 250k zu verdienen im jahr als hausarzt, aber dann über die steuern schimpfen wenn man eh auf der sonnenseite des lebens steht... leben und leben lassen... irgendwie ist uns das verloren gegangen...

Tweety8008
16.01.2025, 09:07
Den Redditpost finde ich auch interessant, der Skandal ist ja dass die bestverdienen weniger steuern zahlen also eher pro steuererhöhung für die bestverdienenden :P

Die "Besserverdienenden" haben aber ja auch alle vorherigen Einkommensgruppen (zB 60-120k) durchlaufen und versteuert.

amroamro
16.01.2025, 13:02
Also ich bin im 1.WBJ. Nach Facharzt habe ich so viele Alternativen zu DE mit viel besserer Bezahlung, Bedingungen. Bin gespannt wenn viele Kollegen auswandern, wie man es hier lösen will