Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zweitjob melden?
Hallo zusammen,
ich habe einen zweiten Job (eigene Firma wo ich angestellt bin). Bisher (alter) Arbeitgeber super kleine Klinik ging das ganz gut weil ich das auch von anfang an gesagt habe und die mich auch gebraucht haben also hat das gepasst.
Jetzt werde ich an ne Uni wechseln und den Job dort zu kriegen war nicht leicht. Jetzt bin ich mir nicht ganz sicher wie ich das approachen soll in einem so großen Haus. Wenn ich das einfach in der Personalabteilung kläre, kriegt das der Chef mit? Also was wäre hier das schlauste?
Man ist der "neue" man will nicht unbedigt da irgendwelche Probleme machen, oder man sagt einfach nix und meldet das ganze einfach nebenbei nach 6 Monaten Probezeit?
Danke Gruß!
escitalopram
02.11.2024, 12:35
Also, bei mir in der Uni (Süddeutschland) musste man jedenfalls die Nebenbeschäftigung schriftlich anzeigen (war, wenn ich mich nicht täusche, Teil der "Willkommensmappe") - an den genauen Wortlaut erinnere ich mich nicht mehr, es gab aber ein 2-seitiges Formular - innerhalb einer Woche hatte ich die schriftliche "Erlaubnis", diese fortzuführen. Ehrlich gesagt glaube ich, dass es den Chef eh nicht interessiert - es lief bei mir alles über die Perso. Klar darf der Nebenjob jetzt nicht mit deiner Hauptbeschäftigung an der Uni kollidieren, aber sonst dürfte es problemlos passen. Lies mal im Internet die genaue Lage nach, aber grundlos darf man dir die Nebenbeschäftigung nicht verbieten - es sei denn, diese kollidiert eindeutig mit deinem Hauptjob (z.B. gleichzeitige Präsenz an zwei verschiedenen Orten oder du arbeitest nachts durch und kommst übermüdet in die Klinik etc.).
Guck mal in deinen Tarifvertrag, da steht drin, was Du machen/anzeigen musst. "Schwarz" würde ich es grad in der Probezeit nicht machen. Also kann man machen aber das ist riskant. Ich kann mir aber besonders an der Uni nicht vorstellen, dass das irgendwem interessiert (wenn's nicht Grad Konkurrenz ist).
Lakemond
03.11.2024, 12:24
Wie wird man bei "eigener Firma" angestellt?
Das machen z.B. viele Leute, die mit Wertpapieren oder mit Immobilien handeln, so. Kann viele steuerliche Vorteile mit sich bringen und einen, wenn man die Unternehmsstruktur intelligent gestaltet, auch vor vielen Risiken schützen.
FirebirdUSA
03.11.2024, 21:57
Wie wird man bei "eigener Firma" angestellt?
Z.B. GmbH gründen, begrenzt die Haftung und man kann sich selbst als Gesxhäftsführer einstellen...
Uniklinik ist ÖD, da bist Du verpflichtet, das bei der Einstellung anzugeben, soweit ich weiß.
Kackbratze
04.11.2024, 06:23
Solange es nicht mit der eigenlichen Arbeit kollidiert, geht es problemlos durch. Erst wenn ein Interessenskonflikt oder eine Verschiebung der Arbeitszeit ohne Meldung erfolgt, wird es Ärger geben. Und vorallem, wenn Du die Tätigkeit nicht vorher angezeigt hast.
Im öffentlichen Dienst musst du diverse Dokumente zur Compliance unterschreiben, dazu gehört auch die Anzeige von Nebentätigkeiten. Das nicht zu tun kann ein Kündigungsgrund sein.
Z.B. GmbH gründen, begrenzt die Haftung und man kann sich selbst als Gesxhäftsführer einstellen...
Nicht nur das. Je nach Steuerstruktur kann man sich manche Gelder als "Einkommen" und andere Gelder als "Einkünfte aus Kapitalerträgen" auszahlen lassen, jeweils mit unterschiedlichen Freibeträgen, Höhen und Konsequenzen für Sozialversicherungsbeiträge etc.
Noch komplexer wird es dann mit Stiftungen, Holdings etc., das wird dann auch interessant wenn es ans Vererben geht. Da steig ich dann aber auch nicht mehr durch. Aber es gibt durchaus Dinge die Sinn machen können. Nicht umsonst gibt es diese urban legend dass 80% der Steuerliteratur auf deutsch ist.
Aber zurück: Ja, man muss einen Zweitjob melden. Ist das so ein großes Problem? Es gibt eh fast keine Möglichkeiten für den AG das abzulehnen.
Tweety8008
13.11.2024, 20:27
Bissl offtopic, Pharma-Mitarbeiter hier:
Immer wenn ich mit Fachärzten Beratungs-/Referentenverträge abschließe (z.B. Durchführung einer Studie, AdBoard, andere Tätigkeiten), muss ich alleine schon wegen meiner Firma im Vertrag eine "Dienstherrengenehmigung" mit einbauen, die sich der angestellte Klinikarzt beim "Dienstherren" (PS: ekelhaft veralteter Begriff) einholen muss. Da meine Firma Mitglied beim VFA ist, halten wir uns auch sehr genau an den FSA-Kodex und ich habe sehr strenge Kollegen in der Compliance bei mir, die diese Verträge sehr genau überprüfen. Keine DHG -> kein Vertrag -> keine Bezahlung.
Gefühlt 80% meiner Ärzte sind auch Kasperl und holen die DHGs kaum ein oder verspätet oder versuchen sie zu umgehen (weil sie kein Bock haben ihren eigenen Arbeitgeber zu kontaktieren). Ist immer ein Graus für mich.
Alle Zahlungen müssen dann am Jahresende (teilanonymisiert) gemeldet werden. Wenn wir da etwas verbocken, können wir von der Konkurrenz abgemahnt oder vom Staatsanwalt besucht werden.
Und ja, manche Klinikverwaltungen sind extrem streng und spielen nicht immer mit bzw. Ich hatte schon Fälle, wo die Klinik dem Facharzt gestattet hat mit uns zusammen zuarbeiten, wollte aber dann das ganze Geld aufs eigene Konto einsacken.
Angestellt sein ist einfach Mist als Mediziner, zumindest in Deutschland.
Deshalb arbeite ich lieber mit Schweizer Ärzten oder US Ärzten. Denn da ist es nicht die Verantwortung unserer Firma .... oder niedergelassenen Ärzten (aber die machen ja keine Studien).
Ich nehme also an, die Firma wo TE arbeitet ist kein deutsches pharmazeutisches Unternehmen?
herschus
29.11.2024, 20:44
Hier wird das eigentlich schön übersichtlich zusammengefasst: hier stand ein Werbelink. Es ist gut, wenn man seine Rechte kennt und einfordert.
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