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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Personalabteilung macht Probleme mit Zweitjob



Eva91
18.11.2024, 20:03
Ich habe ein Problem mit meiner Personalabteilung. Vielleicht hatte jemand schon mal etwas ähnliches und kann mir weiterhelfen ;-)
Ich bin als Assistenzärztin in einer Klinik nach VKA-Tarif in Vollzeit angestellt inkl. "opt-out" über 56 Stunden. Ich mache hier ca. 5-6 Dienste im Monat. Seit ein paar Monaten mache ich noch 1-2 Dienste an einer anderen Klinik und schaue natürlich, dass ich dadurch nicht länger als 24 Stunden am Stück arbeite und die Ruhezeiten einhalte. Die Dienste hier sind sehr entspannt und machen mir auch echt Spaß. Die Nebentätigkeit habe ich vor Beginn bei meiner Personalabteilung angemeldet und anschließend damit gestartet. Nachdem ich erst eine Weile gar nichts gehört hatte, kam nun nach einigem Überlegungen der Personalabteilung die Aussage, dass ich damit im Mittel über die 56 Stunden pro Woche komme, wobei in die 56 Stunden nur die Tage eingerechnet worden sind, in denen ich keinen Urlaub / keine Fortbildung / keine AU oder dergleichen hatte.
Meine Fragen sind nun: Ist das rechtens? Werden auf die 56 Std./Woche im opt-out überhaupt auch etwaige Nebentätigkeiten angerechnet, sprich ist es ein valides Argument mir dadurch die Nebentätigkeit nicht zu bewilligen? Ist es korrekt, dass für diese Durchschnittsberechnung nur die Tage im Jahr herangezogen werden, in denen man nicht Urlaub oder dergleichen hatte? Im Tarifvertrag sind zwei opt-out Varianten beschrieben - eine mit 56 Stunden und eine mit 66 Stunden, wobei letztere durch "Tarifvertrag nach Landesebene" vereinbart werden könnte. Die Variante mit den 66 Stunden würde das Problem lösen. Ist es realistisch, das an einem kommunalen Haus zu bekommen? Hat da jemand mal Erfahrung mit gesammelt?
Ich weiß, dass das vermutlich etwas unpopulär ist, gerne mehr Dienste zu machen, aber für mich passt es so im Moment prima, und ich würde mich sehr freuen, wenn ich es weiter so machen kann.
Hab ihr Ideen, wie ich damit gut umgehen kann?
Vielen Dank vorab :)

crossie
19.11.2024, 10:26
Aus meiner Sicht macht es einen Unterschied, ob der Zweitjob freiberuflich oder angestellt ist. Ersteres fiele nicht unters Arbeitszeitgesetz, letzteres schon.
Ich würde so oder so einfach schriftlich versichern, das Arbeitszeitgesetz und alle anderen einschlägigen Rechtsnormen konsequent einzuhalten.

Eva91
21.11.2024, 13:22
Es sind beides angestellte Tätigkeiten...

Wenn man die Stunden zusammenrechnet, wären es wohl knapp mehr als 56 Stunden/Woche im Mittel über die letzten 6 Monate (solange die Urlaubstage etc außen vor bleiben). Ein Mitarbeiter der Personalabteilung war auch bei "Unterschreiben Sie uns halt, dass Sie das selbst im Blick haben mit den Stunden und wie viel Sie dann tatsächlich arbeiten, ist mir auch egal", aber die Dame, die es zu entscheiden hat, scheint da leider nicht so entspannt zu sein.... Da ich den Zweitjob gerne machen wollen würde, suche ich daher noch nach Möglichkeiten, die Tätigkeit dennoch bewilligt zu bekommen. Hat noch jemand eine Idee? Stimmt es zum Beispiel, dass nur die Anwesenheitstage in dem 6 Monats Zeitraum für die Ermittlung der durchschnittlichen Stundenzahl? Oder kann man die Stundenzahl im Opt-out hochsetzen lassen?

herschus
22.11.2024, 11:31
Sprich noch einmal das Thema mit der Personalabteilung an und erkläre, dass du die Ruhezeiten und Belastungsgrenzen einhältst. Frage aktiv, welche Voraussetzungen für die Genehmigung erfüllt sein müssen, und biete Lösungen an, z. B. regelmäßige Nachweise über die Einhaltung von Arbeitszeiten und Pausen. Falls du keine Einigung erzielst, wäre eine Beratung bei deinem Betriebsrat oder einer ärztlichen Berufsvertretung hilfreich. Auch Arbeitsrechtler können helfen.

Brutus
22.11.2024, 15:43
Teilzeit ist eine Option?
Wenn Du statt Vollzeit 80-90% TZ arbeitest, hat sich das Problem erledigt...
LG

FirebirdUSA
22.11.2024, 19:51
Der gesetzliche Urlaubsanspruch darf tatsächlich nicht mit eingerechnet werden, das ist korrekt.

Eva91
24.11.2024, 20:53
Ich werde nächste Woche noch mal das Gespräch mit der Personalabteilung suchen und versuchen aktiv zu erfragen, was sie benötigen, um die Nebentätigkeit zu bewilligen. Teilzeit würde das Problem in der Tat lösen, ich möchte aber gerne weiter Vollzeit arbeiten, auch um die Weiterbildungszeit nicht zu verlängern.
Hat von euch jemand Erfahrung damit, den opt-out Vertrag auf >56 Stunden zu erweitern? Im TVÄ-VKA steht hierzu: "Durch Tarifvertrag auf Landesebene kann in begründeten Einzelfällen eine durchschnittliche wöchentliche Höchstarbeitszeit von bis zu 66 Stunden vereinbart werden." Weiß einer von euch, was mit "Tarifvertrag auf Landesebene" gemeint ist? Ich finde hierzu irgendwie leider nichts oder bin zu doof. Ich arbeite in NRW, falls das von Relevanz sein sollte.

herschus
27.11.2024, 20:09
Letztendlich können als juristische Laien viel spekulieren. Doch auf hoher See und vor Gericht... Ihr wisst schon. Jedenfalls solltest du dich an einen Arbeitsrechtler wenden. Zum Beispiel hier: hier stand ein Werbelink. Die werden dir eine rechtssichere Auskunft erteilen können.