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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : trotz Berührungsängste in der Geri starten?



Pollito
20.02.2025, 17:56
Hallo allerseits,

ich habe ein Stellenangebot bekommen in der Inneren Medizin m. S. Geriatrie. Ich freue mich natürlich über jedes Stellenangebot, da hier in der Großstadt diese wirklich rar sind. Ich würde später gerne in die Humangenetik gehen, möchte aber vorher das klinische Jahr absolvieren, mir aber auch andere Optionen offenhalten. Aufgrund dessen wollte ich die Innere für eine gewisse Zeit in einem kleinen Haus absolvieren, wo ich nicht allzu lange pendeln muss. Gerne hätte ich lieber Pädiatrie, Gyn oder vielleicht sogar Radio gemacht, aber es gibt einfach keine freien Stellen.

Tatsächlich mag ich die Innere Medizin auch ganz gerne, v. a. die Rheuma, Endo, Nephro. Aber ich muss doch sagen, dass mir kurz vor einem möglichen Vertragsabschluss das Herz ein wenig in die Hose rutscht. Ich habe mit Geri tatsächlich nicht allzu viel am Hut bzw. keine Erfahrungen in dem Fach. Und ehrlich gesagt habe ich gewisse "Berührungsängste" im Umgang mit Älteren. Ein Fokus liegt auch auf der Palli und Demenzerkrankungen. Ich weiß nicht, ob ich damit umgehen kann. Ich hatte zwar bereits einen Hospitationstag, aber der war recht kurz.

Wenn ich andere Optionen hätte, würde ich eher diese wählen. Aber offensichtlich ist es sehr schwer in den favorisierten Fächern einen Job zu finden.

Eine kleine Alternative wäre die NUK. Da müsste ich aber eine Weile pendeln und da bin ich mir unschlüssig bzgl. des Umgangs mit radioaktiven Stoffen. :-((

Mich würde interessieren, ob hier Jemand in der Geri oder vielleicht sogar NUK arbeitet und mir so erzählen kann, wie der Arbeitsablauf ist. Könnt ihr empfehlen trotz meiner Bedenken dort zu arbeiten?

Viele Grüße

StuartProwerFaktor
20.02.2025, 18:07
Geri ist zusammen mit Rheuma sicher das beste Fach um 1 Jahr "abzusitzen". Vorteilhaft in der Geri ist auch, dass du eine breite innere Medizin machst (die haben ja alle möglichen Erkrankungen). Andererseits ist der Stresslevel eher geringer als in anderen internistischen Fächern, da weniger Akutmedizin dabei ist und die Leute halt 2 Wochen da sind und man entsprechend Zeit hat z.B. die Briefe zu schreiben. Man muss dann noch bei den Geriatrien etwas differenzieren: So gibt es welche, wo z.T. auch Leute ohne jedwedes Rehapotential landen und fit fürs Pflegeheim gemacht werden und solche, wo du tatsächlich mit den meisten Patienten noch reden kannst. Arbeitsalltag sind Aufnahmen, was halt so anfällt, Visite, Papierkram - die meisten Geriater die ich kenne, kommen pünktlich raus.

Mistermeo
20.02.2025, 18:31
Hey, ich arbeite in der Nuk. Kann ich uneingeschränkt empfehlen. Super interessantes Fach mit wirklich sehr sehr guten Arbeitsbedingungen. Ich gehe jeden Tag pünktlich aus der Klinik und habe nicht den stressigsten Tag. Die größten Berührungspunkte habe ich in der Schilddrüsenambulanz mit Patienten, das kann nervig sein, aber ist auch schnell vorbei.
Beim Umgang mit radioaktiven Stoffen musst du dir keine Sorgen machen. Das ist zum einen nicht schwierig und zum anderen weitgehend unbedenklich, solang du nicht deinen Kaffee damit befüllst.
Natürlich unterscheiden sich die Arbeitsbedingungen aber von Klinik zu Klinik. Großer Bonus: zumindest ich habe nur Rufdienste, in denen ich nie angerufen werde und sonst immer freie Wochenenden und schlafe immer im eigenen Bett.

_calendula_
20.02.2025, 18:53
Ohne die Näheres zu kennen: klingt für mich nach zwei guten Optionen, um in einer beliebten Großstadt das klinische Jahr zu absolvieren.
Geriatrische Patienten hast du in jeder internistischen Abteilung. Der Unterschied ist, dass du in ein einer Geri Zeit hast für sie.

davo
21.02.2025, 05:35
Eben - Innere Medizin ohne ältere Menschen ist wie Weihnachten ohne Baum.

Und wenn du dir Sorgen bzgl. Palliativmedizin und Demenz machst, dann vergiss bitte nicht, dass du in der Humangenetik mit etlichen extrem schwierigen Situationen zu tun haben wirst - Chorea Huntington, Down-Syndrom, uvm.

Oder ganz allgemein gesagt: Medizin hat mit Krankheiten und mit kranken Menschen zu tun.

Wenn man bemerkt, dass man immer wieder, aus den verschiedensten Gründen, eine recht große Ängstlichkeit hat, sich immer wieder große Sorgen macht wegen vieler verschiedener Themen, dann wärs wahrscheinlich ganz klug, das mal therapeutisch anzugehen.

Heerestorte
21.02.2025, 06:25
Oder ganz allgemein gesagt: Medizin hat mit Krankheiten und mit kranken Menschen zu tun.



Außer die Betriebsmediziner! Die haben, wie sie so schön sagen, Probanden/ Kunden/ Klienten :-))