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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : F25 Tag 3 - A88/B105 - Atemnot



Unregistriert
10.04.2025, 16:05
In Zusammenschau mit dem Auskultationsbefund (Knisterrasseln) und den pleuralen Verkalkungen im CT dürfte es sich eher um eine Asbestose (Berufserkrankung) halten als um eine einfache Lungenfibrose. Zumal auf dem CT an sich keine Anzeichen einer Lungenfibrose zu sehen sind.

Unregistriert
10.04.2025, 16:14
Ich denke auch, dass es sich hier um ein Pleuramesotheliom oder zumindest eine Asbestose handelt. Allerdings denke ich, dass hier dann eher der "Zustand nach einer spezifischen Pleuritis" die Antwort der Wahl ist. Der Kontakt mit Asbest kann ja durchaus auch außerhalb des beruflichen Umfelds stattfinden. Demgegenüber spielt denke ich die asbestverursachte spezifische Pleuritis bei der Entstehung des Pleuramesothelioms eine große Rolle.

Unregistriert
10.04.2025, 16:15
Eine der klassischen Nebenwirkungen von Amiodaron wäre aber die Lungenfibrose.

Unregistriert
10.04.2025, 16:20
Aber nur weil er Amiodaron nimmt, hat er nicht automatisch eine Lungenfibrose. So, wie nicht jeder der Asbest einatmet, automatisch ein Pleuramesotheliom bekommt.

Unregistriert
10.04.2025, 16:28
Also die Berufserkrankung (Asbestose etc.) fällt aus, weil wir gar nicht wissen was er mal gearbeitet hat oder? wenn er fröhlich Förster war oder Eisverkäufer, Autohändler....dann kein Asbestkontakt

Unregistriert
10.04.2025, 16:35
Schön ist auch, dass bis auf die Angaben im Falltext explizit nichts anderes „anamnestisch erwähnenswert“ ist. Asbestexposition also fraglich, hab es aber trotzdem genommen (die BK).

pregabalino
10.04.2025, 19:06
Naja, wenn laut Anamnese sonst nichts "erwähnenswert" ist, dann sind für mich Abest und Berufskrankheit soweit raus und es bleibt nur Amiodaron-Fibrose als einziger gegebener Anhaltspunkt. Alles andere wäre Spekulation über die gegebenen Angaben hinaus.

Unregistriert
10.04.2025, 19:15
Aber man sieht doch eindeutig Pleuraplaques, oder was soll das sonst sein?

Unregistriert
10.04.2025, 19:49
Was heißt hier Spekulation? Das auf dem CT ist mMn ein Pleuramesotheliom aber keine Fibrose, oder siehst Du das anders auf dem Bild. Ich bin auhc kein Radiologe...

Ghazaal
10.04.2025, 20:36
Ja und außerdem steht eindeutig als Auskultatorischer Befund: "Knisterrasseln!" DAS IST EINDEUTIG Lungenfibrose!!!

Valeaves
10.04.2025, 21:30
Aber was ist das dann da an der Pleura?

Schlaeppy
11.04.2025, 06:41
Ja, die Pleuraverdichtungen springen einem direkt ins Auge, während ich ne Fibrose in dem CT jetzt nicht so super eindeutig erkennen kann.

LaraPieps
11.04.2025, 07:27
In dem CT ist eindeutig keine Fibrose zu erkennen. Was man aber erkennen kann sind die Pleuraplaques! Da wir nicht wissen, was er für einen Beruf hatte, fällt die Antwort Berufserkrankung raus. Da die Pleuraplaques für gewöhnlich nach einer Pleuritis (hier vermutlich spezifisch die Asbestpleuritis) auftreten, wäre das für mich die gesuchte Antwort. Schön, dass er Amiodaron einnimmt, aber die Lungenfibrose kann man mit dem CT sicher ausschließen!
PS: Bei einem Pleuramesotheliom kommt es in der Auskultation auch zu Knisterrasseln. Genaueres dazu bei Amboss...

Duke Nukem
11.04.2025, 09:43
Ich habe in meinen Vorlesungsunterlagen nachgeguckt und zumindest was von meiner Uni gefunden, wo sehr ähnliche CT Bilder mit den charakteristischen "Pleura Plaques" am Rand als Mesotheliom erklärt sind. Ich finde aber spontan bei Amboss kein Beispielbild.

Coxex
11.04.2025, 11:34
Asbestose ist nicht diagnostizierbar, weil wir keinerlei Hinweise auf Kontakt mit Asbest haben. Falls das am Ende die richtige Lösung sein sollte, ist das definitiv anfechtbar, weil dann keine der Lösungen plausibel ist. Worauf die hinauswollten ist reine Spekulation.

Ich denke hier eher auch, dass das IMPP auf eine Fibrose rauswollte und der Asbestkontakt eine Falle war, da die Befunde am ehesten darauf ansprechen (wobei eine Fibrose auch nicht auszuschließen ist, es könnte auch eine atypische Fibrose sein, da können sich auch Plaques bilden). Hier muss man einfach auf die offiziellen Antworten warten und ggf. direkt anfechten - allerdings nur falls es sich um eine Asbestose handeln sollte, da diese aus dem Gesamtbild einfach nicht eruierbar ist, da uns die für die Diagnose wichtigste Info fehlt - nähmlich der Kontakt mit Asbest.

Duke Nukem
11.04.2025, 14:30
Asbestose ist nicht diagnostizierbar, weil wir keinerlei Hinweise auf Kontakt mit Asbest haben. Falls das am Ende die richtige Lösung sein sollte, ist das definitiv anfechtbar, weil dann keine der Lösungen plausibel ist. Worauf die hinauswollten ist reine Spekulation.

Ich verstehe ja, was Du meinst. Allerdings ist das so eine Geschichte, wo ein 80-jähriger Patient neu auftaucht. Da kann man realistisch nicht erwarten, dass der einem die passende Anamnese liefert. Demgegenüber hast Du einen zumindest objektiven CT Befund und musst das bei Verdacht auf eine Berufskrankheit entsprechend explorieren bzw. offiziell als V.a. BK anzeigen.

Ich weiss es auch nicht besser als Du, aber würde hier die Antwort mit der BK nicht aussschliessen.

Coxex
15.04.2025, 22:18
Ich verstehe ja, was Du meinst. Allerdings ist das so eine Geschichte, wo ein 80-jähriger Patient neu auftaucht. Da kann man realistisch nicht erwarten, dass der einem die passende Anamnese liefert. Demgegenüber hast Du einen zumindest objektiven CT Befund und musst das bei Verdacht auf eine Berufskrankheit entsprechend explorieren bzw. offiziell als V.a. BK anzeigen.

Ich weiss es auch nicht besser als Du, aber würde hier die Antwort mit der BK nicht aussschliessen.

Was man aber hier noch dazu sagen muss, bzw. mir jetzt nochmal aufgefallen ist: Die Antwortmöglichkeit sagt lediglich Berufskrankheit, nicht Asbestose.

Eine Asbestose ist aber nicht zwingend eine Berufskrankheit. Alles ziemlich schwammig...

bs23
16.04.2025, 10:23
Außerdem wissen wir nicht welchen Beruf er ausgeübt hat und ob das überhaupt eine versicherte Tätigkeit war. Darauf gibt es aber keine Hinweise in der Angabe.
Bei Thieme steht auch, dass die Asbestose zu einer basal betonten Lungenfibrose führt, also wäre die Lungenfibrose als Antwort zumindest nicht ganz falsch.

Aber wenn niemand angefochten hat, wird vermutlich die Berufskrankheit richtig gewertet werden.

Coxex
16.04.2025, 13:21
Außerdem wissen wir nicht welchen Beruf er ausgeübt hat und ob das überhaupt eine versicherte Tätigkeit war. Darauf gibt es aber keine Hinweise in der Angabe.
Bei Thieme steht auch, dass die Asbestose zu einer basal betonten Lungenfibrose führt, also wäre die Lungenfibrose als Antwort zumindest nicht ganz falsch.

Aber wenn niemand angefochten hat, wird vermutlich die Berufskrankheit richtig gewertet werden.

Laut Amboss-Plug-In bei ChatGPT:

Radiologisch: Bild kann an Pleuraplaques erinnern, ist aber nicht eindeutig pathognomonisch.

Klinisch/anamnestisch: Ohne Asbestexposition und mit Amiodarontherapie ist eine Amiodaron-induzierte Lungenfibrose viel wahrscheinlicher als eine Asbestose.

Differenzialdiagnostisch: Die Pleuraveränderungen könnten sekundär im Rahmen einer fibrosierenden Lungenerkrankung auftreten und nicht primär asbestbedingt sein.