Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kündigung nach wenigen Wochen?
uj68oken
15.04.2025, 19:05
Hey,
habe vor 1,5 Monaten meine erste Stelle in der Chirurgie angetreten und merke dass alle Gründe weshalb ich in die Chirurgie wollte verflogen sind. Ja, ich war einfach zu blauäugig. Ich sehe mich weder langfristig an dieser Klinik, noch in diesem Fach.
Kann man es bringen nach 1-2 Monaten zu kündigen? Hat da jemand Erfahrungen, wie das so bei euch im Team aufgenommen wurde?
Klar wird das Thema bei nachfolgenden Bewerbungen, aber verbaut man sich damit die Zukunft? Sollte man einige Monate durchbeißen? Fühle mich allerdings auch schlecht, mich dienstfit machen zu lassen, um dann zu gehen.
Hoffe, ihr habt etwas Input für mich..
Feuerblick
15.04.2025, 20:56
Warum sollte das ein Problem sein? Wenn es nicht passt, passt es nicht. Und ehrlich: Zwei Monate würde ich einfach bei der nächsten Bewerbung unter den Tisch fallen lassen.
Weißt du schon, in welche Richtung es gehen soll? Hast du schon was neues? Wenn ja, dann go for it.
Wenn es überhaupt gar nicht mehr geht, dann sofort raus. Ansonsten durchbeißen, denn 3 bzw. 6 Monate sind für andere Fächer anrechenbar, du sammelst klinische Erfahrung und als Dienstreifer bist du für andere Stellen wertvoller. Schlechtes Gewissen zu haben, ist überflüssig.
Jukka666
16.04.2025, 06:46
Hey,
habe vor 1,5 Monaten meine erste Stelle in der Chirurgie angetreten und merke dass alle Gründe weshalb ich in die Chirurgie wollte verflogen sind. Ja, ich war einfach zu blauäugig. Ich sehe mich weder langfristig an dieser Klinik, noch in diesem Fach.
Kann man es bringen nach 1-2 Monaten zu kündigen? Hat da jemand Erfahrungen, wie das so bei euch im Team aufgenommen wurde?
Klar wird das Thema bei nachfolgenden Bewerbungen, aber verbaut man sich damit die Zukunft? Sollte man einige Monate durchbeißen? Fühle mich allerdings auch schlecht, mich dienstfit machen zu lassen, um dann zu gehen.
Hoffe, ihr habt etwas Input für mich..
Darf ich fragen, was die Gründe da sind?
Ich selbst wollte auch mein Leben lang in die Chirurgie, war auch in der Chirurgie und bin jetzt nicht mehr in der Chirurgie. Und die Gründe waren nicht nur die Chirurgie selbst, sondern die Perspektive, der Arbeitsalltag, Und der Wechsel in ein anderes Fach.
Mir ging es aber am Anfang ganz genauso: am Anfang stürzt alles wie ein Kartenhaus über einen zusammen, man braucht aber ein bis zwei Erfolgserlebnisse, die einen dann über die ersten sechs Monate tragen. Danach wurde es deutlich besser.
Wäre das bei dir völlig ausgeschlossen?
uj68oken
16.04.2025, 08:45
Richtung weiss ich, bewerbe mich gerade. Aber kann ja auch schlecht ständig krank machen für Vorstellungsgespräche..
uj68oken
16.04.2025, 08:47
Darf ich fragen, was die Gründe da sind?
Ich selbst wollte auch mein Leben lang in die Chirurgie, war auch in der Chirurgie und bin jetzt nicht mehr in der Chirurgie. Und die Gründe waren nicht nur die Chirurgie selbst, sondern die Perspektive, der Arbeitsalltag, Und der Wechsel in ein anderes Fach.
Mir ging es aber am Anfang ganz genauso: am Anfang stürzt alles wie ein Kartenhaus über einen zusammen, man braucht aber ein bis zwei Erfolgserlebnisse, die einen dann über die ersten sechs Monate tragen. Danach wurde es deutlich besser.
Wäre das bei dir völlig ausgeschlossen?
Ähnliche Gründe tatsächlich. Dachte immer ich möchte Chirurg werden, Famus und Pj danach ausgerichtet, aber mit dem Berufsstart kam irgendwie die Erkenntnis. Ich mag OPs aber ich will nicht jeden Tag operieren, ich will kein Chirurg sein. Sowohl aus Perspektive, Balance als auch fachlich und persönlich. Bin auch eher Theoretiker als Praktiker, das habe ich mir jetzt eingestanden und fühlt sich auch gut an, zu wissen dass man kein Chirurg mehr werden/sein muss.
StuartProwerFaktor
16.04.2025, 09:01
Zumindest 6 Monate würde ich auch voll machen, allein schon wegen der Erfahrung. Wenn sich das aber mit einer potentiell neuen Stelle beißen sollte oder du wirklich 100% sicher bist, dass dir das null Nutzen bringt: dann sofort raus.
TaraTamm
16.04.2025, 18:55
Wenn es überhaupt gar nicht mehr geht, dann sofort raus. Ansonsten durchbeißen, denn 3 bzw. 6 Monate sind für andere Fächer anrechenbar, du sammelst klinische Erfahrung und als Dienstreifer bist du für andere Stellen wertvoller. Schlechtes Gewissen zu haben, ist überflüssig.
An der Anrechenbarkeit würd ichs nicht festmachen. Die Weiterbildungszeit ist eh in den meisten Fachrichtungen imo eher knapp bemessen. Ein halbes Jahr anrechnen und in nem anderen Fach dann nach 4 1/2 Jahren zum FA anmelden? Kann man machen, machen aber viele zurecht dann doch nicht. Ist oft angenehmer als WBA noch ein Jahr erfahrung zu sammeln statt als Rekordzeit-FA mit halbgaren Kenntnissen.
Immer diese Extreme!
Das Leben verläuft doch anders. Manche Leute haben nach 4 Jahren schon mehr Wissen + Können als man das von einem Facharzt erwartet, andere sind nach 10 Jahren noch nicht so weit. Wer seine Sachen in minimaler Kürze durchziehen will, kann es oft schon irgendwie schaffen, manchmal gibt einem das Leben auch gewisse Wünsche vor. Also dass jeder einzelne Monat wichtig ist um diesen verf... Schein "Facharzt" endlich zu haben um danach was auch immer machen zu können. Wir sind hier schließlich in Deutschland! Es zählt das was man auf dem Papier hat!
Ich mag OPs aber ich will nicht jeden Tag operieren, ich will kein Chirurg sein. Sowohl aus Perspektive, Balance als auch fachlich und persönlich. Bin auch eher Theoretiker als Praktiker, das habe ich mir jetzt eingestanden und fühlt sich auch gut an, zu wissen dass man kein Chirurg mehr werden/sein muss.
Ich glaub das Wichtigste ist dieses "ich will kein Chirurg sein". Je nach chirurgischem Fach oder Neigung kann man auch mehr theoretisch arbeiten oder eben praktisch und sich seine Perspektive auch selbst wählen. Ich seh mich persönlich halt sehr stark als Chirurg. Da wächst man aber auch rein.
Und du brauchst nicht glauben dass ich als Chirurg den ganzen Tag nur im OP steh. Die reine OP-Zeit ist sicherlich nicht mal die Hälfte meiner Arbeit. Da kommen noch die Besprechungen, die Abstimmungen mit anderen Fachrichtungen, die Konsile, die Sprechstunde etc. dazu. Und wenn du mein Fach erstmal durchdringst verstehst du dass da viel mehr auch Theorie dahinter steckt als die meisten Leute glauben...
Ich habe vor 19 Jahren in der Inneren angefangen und nach 6 Wochen ohne neue Stelle gekündigt, weil es furchtbar war. Ist mir nie auf die Füße gefallen. Aber hilft ein Einzelbericht?
origamifalter
18.04.2025, 07:53
Wenn du direkt von Anfang an merkst, dass es nicht passt, würde ich sofort kündigen. Außer du brauchst das Geld, deine erst mit nahtlosen Übergang in die neue Stelle.
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