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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tipps für (stationären) Berufsstart als Alleinerziehender?



Pollito
23.04.2025, 10:10
Hallo allerseits,

ich benötige für mein Wunschfach ein klinisches Jahr und bin gerade ziemlich verzweifelt. Ich habe letztes Jahr meinen Abschluss gemacht und nun schon seit Wochen auf der Suche nach einer passenden Stelle. Ich wohne in einem Ballungsgebiet, wo es für mich als Berufsanfänger echt schwierig ist in den Beruf zu starten. Ich könnte mir einen Start gut in der Inneren vorstellen, jedoch sind Bereitschaftsdienste bzw. Nachtdienste nicht organisierbar, da ich alleinerziehend bin. Insofern kommt ja eigentlich nur ein ambulanter Start infrage. Jedoch wird man hier erst genommen, wenn man stationäre Erfahrung gesammelt hat... ein Teufelskreis. Ich könnte mir auch gut einen Start in einem diagnostischen Fach vorstellen, aber auch da mangelt es entweder an Erfahrung oder an der Fachkunde oder, oder, oder...

Meine Frage wäre, ob Jemand irgendeinen Tipp hat, wie man starten kann. Gibt es denn eine stationäre Ausbildung ohne Bereitschaftsdienste, Nachtdienste etc.? Kann man sowas einfach bei den Arbeitgebern erfragen? Wahrscheinlich ist das schon ein K. O-Kriterium.

Ich hatte auch erst überlegt so etwas wie Prüfarzt zu machen oder im ÖD zu arbeiten, aber mir ist die ärztliche Weiterbildung schon sehr wichtig.

Hat Jemand vielleicht einen Rat, was ich in meiner Situation noch tun kann? Ein Umzug kommt aktuell leider auch nicht infrage.

LG

rafiki
23.04.2025, 10:29
In der Reha-Medizin, insbesondere der PSM wird immer gesucht, auch ohne Dienste.

Ida96
23.04.2025, 10:35
Spontan hätte ich auch gesagt, Reha oder bei uns zb gab es auch in der Kinder und Jugendpsychiatrie keine Dienste, da die von der Klink fur Psychiatrie mit abgedeckt wurde, das wird aber wahrscheinlich überall anders sein.

Sosylos
23.04.2025, 12:02
Die Frage ist, was willst du aus dem stationären Jahr mitnehmen an Wissen und Skills für deinen weiteren Berufsweg.

hebdo
23.04.2025, 12:25
Schau dir mal die Strahlentherapie an. Dort gibt es oft keine Nachtdienste für die Assistenten, man lernt etwas Innere und es zählt zur Patientenversorgung

Ida96
23.04.2025, 12:39
Schau dir mal die Strahlentherapie an. Dort gibt es oft keine Nachtdienste für die Assistenten, man lernt etwas Innere und es zählt zur Patientenversorgung

Inwiefern lernt man da Innere? (Wirklich nur aus Interesse, habe keine Ahnung von Strahlentherapie)

HeleneeneleH
23.04.2025, 14:38
Hab in einer Allgemeinmedizinpraxis angefangen. Das ging mit guter Einarbeitung und guter Betreuung (!) problemlos.
Einfach mal umhören in Praxen.

PS: Für den Berufsstart in der Praxis wird man hier meist zerfleischt - kann sich bitte jeder, den es in den Fingern juckt, sparen! :)

NitroBacter
23.04.2025, 16:22
Inwiefern lernt man da Innere? (Wirklich nur aus Interesse, habe keine Ahnung von Strahlentherapie)

Wenn es eine große Therapiestation gibt, liegen dort viele schwerkranke Patienten mit allen möglichen internistischen Begleiterkankungen die es auch mitzubehandeln gilt. Vor allem Herz- und Niereninsuff bei System- und Chemotherapie mit der zugehörigen Supportivbehandlung. Bei uns war die Abteilung ausgegliedert, also haben wir selbst Dienste gemacht und waren erstmal auf uns gestellt, da räumlich getrennt auch nicht unmittelbar für Konsile ereichbar. War extrem lehrreich.

Pollito
22.05.2025, 07:59
Ich danke euch allen für eure Tipps. Bisher habe ich leider noch nichts passendes gefunden, aber eventuell bestünde die Option für eine Stelle in einer radiologischen Praxis. Jedoch mache ich mir als sog. "Overthinker" :-oopss wieder mal ziemlich viele Gedanken. Das Fach passt nun nicht wirklich zu meiner Wunschfacharztausbildung (Humangenetik), aber hierfür benötige ich nun mal ein Jahr in der UPV. Und eine passendere Stelle finde ich aber aktuell nun mal leider nicht, obwohl ich täglich weitersuche. Ich meine, würde mir diese potenzielle Stelle wirklich etwas bringen? Wenn es nach der Ärztekammer geht, sicherlich schon, aber wie sieht es in der Realität aus? Hätte man mit einem Jahr ambulante Radio denn überhaupt eine realistische Chance auf einen Platz in der HG?

Minga30
22.05.2025, 11:10
Huhu ! Ich hatte gerade an ein SPZ (sozialpadiätrisches Zentrum) gedacht. Eigentlich werden doch dort Kinder mit komplexen teils genetischen Erkrankungen betreut ? So wie ich bei meinen Freundinnen mitbekomme auch mit guten Arbeitszeiten. Würde das vielleicht gehen ?

Viele Grüße :)

Pollito
22.05.2025, 17:20
Hey,

ja, daran hatte ich auch schon gedacht, aber leider ist das auch nicht möglich. Entweder fehlt die Weiterbildungsbefugnis oder es hapert an meiner fehlenden Doktorarbeit. Es ist so frustrierend. Ich habe auch mittlerweile schon bei verschiedenen Hausärzten/Pädiatern angefragt, aber da fehlt es auch an der Weiterbildungsbefugnis oder die wollen Jemand, der bereits in der Klinik gearbeitet hat. Ich würde ja auch in einer Klinik arbeiten, aber eben ohne die Nachtdienste. Ich habe zwar auch schon dort einige Gespräche/Hospitiationen hinter mir, aber am Ende hat man sich immer für einen anderen Kollegen entschieden (war dann häufig wohl der 2. Platz), meistens aus solchen Gründen wie fehlende Berufserfahrung oder Doktorarbeit, Teilzeit .... wie ein Teufelskreis...

DA1994
22.05.2025, 18:40
Bei uns (Uniklinik Innere) hat man in den ersten 1-2 Jahren überhaupt keine Nacht- oder Bereitschaftsdienste, höchstens mal ein Wochenende vormittags Visitendienst.

rafiki
22.05.2025, 19:12
...oder es hapert an meiner fehlenden Doktorarbeit.

Du willst ohne Doktorarbeit wirklich in die Humangenetik?

Pollito
23.05.2025, 06:43
Bei uns (Uniklinik Innere) hat man in den ersten 1-2 Jahren überhaupt keine Nacht- oder Bereitschaftsdienste, höchstens mal ein Wochenende vormittags Visitendienst.

An der hiesigen Uniklinik kann man leider nur in Vollzeit starten, zumindest anfänglich, was für mich aber nicht realisierbar ist. Aber danke für den Tipp. Ich werde weitersuchen.



Du willst ohne Doktorarbeit wirklich in die Humangenetik?

Offensichtlich :-wand
1. nur weil ich aktuell keine vorweisen kann, bedeutet das ja nicht zwangsweise, dass ich nicht daran arbeite...
2. abgesehen davon, kenne ich durchaus Kollegen, die auch ohne DT als FA für HG arbeiten
3. Inwiefern hat deine Frage mit dem eigentlichen Thema zu tun?

rafiki
23.05.2025, 18:14
Du musst dir doch nicht selbst weh tun aus Ärger über eine Frage, so wichtig ist es nun auch wieder nicht...

Anne1970
23.05.2025, 19:39
Möglicherweise wäre Psychosomatik interessant für dich und deine Situation?

Dooly
23.05.2025, 21:20
Ich meine, würde mir diese potenzielle Stelle wirklich etwas bringen? Wenn es nach der Ärztekammer geht, sicherlich schon, aber wie sieht es in der Realität aus? Hätte man mit einem Jahr ambulante Radio denn überhaupt eine realistische Chance auf einen Platz in der HG?Jedenfalls werden die Chancen dadurch nicht schlechter. Im Gegensatz dazu schon, wenn du irgendwann mal „schwer vermittelbar“-Vibes bekommst, wenn du irgendwann ein Jahr lang gar nichts angefangen hast, sich Bedingungen nicht ändern usw. Die Chancen auf das Nischenfach werden kaum durch das Fremdjahr tangiert und wenn man ganz ehrlich ist, kann es auch sein, dass du nie die Wunschstelle bekommst, selbst wenn du ein absolut perfekt passendes Fremdjahr machen würdest, denn dann gibt es ja noch weitere, viel wichtigere, Aspekte, die ein Profil für ein Fach im speziellen oder eine Stelle im allgemeinen attraktiver machen würden. Ich würd an deiner Stelle tatsächlich eher zusehen schnell anzufangen. Und die DÄT beobachten, denn das Fremdjahr wird sicher in der Zukunft nur noch optional werden, d. h. ich würde mich an deiner Stelle auch primär im Wunschfach bewerben und ansonsten nehmen, was möglich ist.