Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stundenlöhne NEF
Immer diese Vergleiche von Äpfel mit Birnen. Ist dein handwerkender Bruder selbstständig? Bei wieviel Wochenstunden? Welche Art von Arbeit?
Die Studynurse ist angestellt, was bleibt Netto übrig?
Meine Sicht: NEF-Dienst = Bereitschaftsdienst. Lohn 1200/d, Arbeitszeit ca. 3h/d, Anwesenheit 24h. Keine SV-Beiträge. Außerdem muss ja jeder selbst wissen ob einem der Job Spaß macht. Für viele Notärzte ist das Geld nicht an erster Stelle.
Ein Kanaltaucher bekommt auch einen guten Stundenlohn, genauso wie Anlagenreiniger in der Chemie oder Fliesenleger, Dachecker etc. Willst du das machen?
Die NEF Diskussionen werden immer wieder von Nicht- oder Ex-Notärzten gekapert, die bestimmt Gründe dafür haben NEF-Dienste nicht zu machen bzw. nicht mehr zu machen. Da profiliert sich bspw. der Psychiatrie-OA um einem zu erzählen wie gut er verhandelt hat. Ein anderer vergleicht den Karrierejuristen auf dem Partner-Track oder den Schreibtischler im DAX-Konzern.
Für viele Notärzte ist das Geld nicht an erster Stelle.
Warum verdienen Profifußballer dann so viel Geld, Fußballspielen macht doch extrem viel Spaß. Das ist irgendwie ein schlechtes Argument.
Bender B. Rodriguez
09.05.2025, 06:48
Da profiliert sich bspw. der Psychiatrie-OA[...]
Ist meines Wissens ne OÄ... :-D
Warum verdienen Profifußballer dann so viel Geld, Fußballspielen macht doch extrem viel Spaß. Das ist irgendwie ein schlechtes Argument.
Verstehe den Vergleich nicht. Was glaubst Du denn, was der Durchschnittsprofi in Deutschland an Jahresgehalt bekommt? In der ersten Liga spielen etwa 500 Lizenzspieler Die meisten Profis können mit dem, was sie im Schnitt in 10 Jahre auf ihrem höchsten Niveau verdienen nicht ein Leben lang zehren. Unterhalb der 2 Liga , wo die meisten Profis arbeiten, verdient ein AT Oberarzt besser.
Das Geschlecht war mir nicht bekannt. Sorry.
Für viele Notärzte ist das Geld nicht an erster Stelle.
Warum verdienen Profifußballer dann so viel Geld, Fußballspielen macht doch extrem viel Spaß. Das ist irgendwie ein schlechtes Argument.
Wieso?
Für mich ist auch das Geld nicht an erster Stelle. Wäre es das würde es ja Sinn machen auch woanders als bei meiner Home-Base zu fahren. Ich verdiene als Notarzt bei einem 24h-Dienst irgendwo das was ich in 2 Tagen "Normal-Dienst" verdiene. Also in den 2 Tagen die ich mir fürs Notarztfahren frei nehme. Manchmal mehr, manchmal weniger. Ich mach also keinen großen Gewinn aber halt auch keinen großen Verlust. Warum mache ich es dann? Weil es Spaß macht, weil es Abwechslung bietet, weil ich es gern mach usw... Wenn ich deutlich weniger bekommen würde, würde ich vielleicht nicht mehr fahren, bei deutlich mehr würde ich vielleicht woanders auch noch fahren wollen. Für mich passt das so.
Ich meine lediglich, dass Spaß keine Begründung sein sollte, dass man solche Löhne als angemessen betrachtet.
Die ZB Notfallmedizin kann man nach 24 Monaten WB-Zeit bekommen. Das ist für Ärzte in diesem Ausbildungsstand eine sehr gute Möglichkeit für einen lukrativen Zuverdienst. Man übernimmt um 16.30 Uhr den Funk, fährt ein paar Einsätze, schläft auswärts und geht am nächsten Morgen wieder arbeiten. Wir brauchen jetzt keine Diskussion über die Einhaltung von Ruhezeiten führen. Es kam auch mal vor, dass ich Nächte durchgefahren bin, die kann ich aber in 8 Jahren Tätigkeit mit 2-3 Diensten/ Monat an einer Hand abzählen.
Außerdem finden viele die Tätigkeit sehr interessant. Man lernt sehr viel, lernt selbstständiges Arbeiten und Entscheidungen zu treffen. Die Tätigkeit auf dem NEF eröffnet auch Karrierechancen, wenn man das möchte ( Standortleitungen, verbessert Aussichten auf OA-Positionen, LNA, RTH etc.)
Deshalb finde ich es unsinnig, wenn Kollegen, die nichts mit dem Notarztwesen zu tun haben, mit ihrem Stundenlohn prahlen. Irgendwann kommt man in Lohnbereiche, wo man das nicht mehr möchte. Für meine fachspezifischen Vertretungsdienste bekomme ich auch 120-150€/h ohne Nachtarbeit und nur fürs Händeschütteln. Trotzdem ist es für mich bisher immer eine nette Abwechslung gewesen.
Wer Lust hat, kann für 80€/h Stunde auch auf den Boden knien und Fliesen legen. Ich glaube nicht, dass der Schlüsselnotdienst eine besondere Ausbildung benötigt. Bekommt man mit Einarbeitung auch als bewegungslegasthenische/r Internist/in oder Psychiater/in hin.
Und wer eine Inselbegabung für Bälle treten hat, kann das natürlich auch zu Geld machen
dadüdada123
11.05.2025, 08:47
Die ZB Notfallmedizin kann man nach 24 Monaten WB-Zeit bekommen. Das ist für Ärzte in diesem Ausbildungsstand eine sehr gute Möglichkeit für einen lukrativen Zuverdienst. Man übernimmt um 16.30 Uhr den Funk, fährt ein paar Einsätze, schläft auswärts und geht am nächsten Morgen wieder arbeiten. Wir brauchen jetzt keine Diskussion über die Einhaltung von Ruhezeiten führen. Es kam auch mal vor, dass ich Nächte durchgefahren bin, die kann ich aber in 8 Jahren Tätigkeit mit 2-3 Diensten/ Monat an einer Hand abzählen.
Außerdem finden viele die Tätigkeit sehr interessant. Man lernt sehr viel, lernt selbstständiges Arbeiten und Entscheidungen zu treffen. Die Tätigkeit auf dem NEF eröffnet auch Karrierechancen, wenn man das möchte ( Standortleitungen, verbessert Aussichten auf OA-Positionen, LNA, RTH etc.)
Deshalb finde ich es unsinnig, wenn Kollegen, die nichts mit dem Notarztwesen zu tun haben, mit ihrem Stundenlohn prahlen. Irgendwann kommt man in Lohnbereiche, wo man das nicht mehr möchte. Für meine fachspezifischen Vertretungsdienste bekomme ich auch 120-150€/h ohne Nachtarbeit und nur fürs Händeschütteln. Trotzdem ist es für mich bisher immer eine nette Abwechslung gewesen.
Wer Lust hat, kann für 80€/h Stunde auch auf den Boden knien und Fliesen legen. Ich glaube nicht, dass der Schlüsselnotdienst eine besondere Ausbildung benötigt. Bekommt man mit Einarbeitung auch als bewegungslegasthenische/r Internist/in oder Psychiater/in hin.
Und wer eine Inselbegabung für Bälle treten hat, kann das natürlich auch zu Geld machen
Jetzt wird mir klar, wer die schlecht bezahlten Dienste übernimmt und es sich wahrscheinlich in Zukunft nicht ändert. Mit der Einstellung bleibt natürlich alles beim Alten.
Ein Pilot würde den Vogel zeigen und niemals in ein Flugzeug steigen mit der Argumentation. ("Wieso macht doch Spaß und man sieht die Welt")
Alles Gute
Also angesichts der niedrigen Qualifikationsanforderungen und im Schnitt sehr mittelmäßigen Arbeitsbelastung von einer "schlechten Bezahlung" zu sprechen halte ich für maßlos.
Wenn ich als Anästhesist für eine 12 Betten ITS, Schockraum, Kreißsaal und einen kleinen Assistenten im OP allein verantwortlich bin im Dienst für 38 Euro brutto die Stunde und bei dem die Arbeitsbelastung regelmäßig hoch ist, dann können wir da gern drüber diskutieren.
Gott sei Dank wird in der Regel ja niemand gezwungen, freiberufliche NEF-Dienste zu übernehmen.
Heerestorte
13.05.2025, 08:52
Der Vergleich sollte nicht die Kliniktätigkeit sein, sondern, dass mindestens 8 Jahre Ausbildung (Studium + 24 Monate Klinik) vorhanden sein müssen um überhaupt die NA Qualifikation zu haben. Das sollte die Grundlage für die Vergütung sein, nicht die miese Bezahlung in der Klinik.
Der Vergleich sollte nicht die Kliniktätigkeit sein, sondern, dass mindestens 8 Jahre Ausbildung (Studium + 24 Monate Klinik) vorhanden sein müssen um überhaupt die NA Qualifikation zu haben. Das sollte die Grundlage für die Vergütung sein, nicht die miese Bezahlung in der Klinik.
Ich sehe es genau aus der anderen Perspektive: so geringe Anforderungen an eine selbständige ärztliche Tätigkeit wie in der außerklinischen Notfallmedizin wird wohl in keinem anderen ärztlichen Bereich gefordert. Es ist ja nicht mal Facharztstandard gefordert. Und ich habe eben nochmal in der WBO meiner Ärztekammer nachgelesen: mittlerweile reichen sogar schon 24 Monate als Assi in der Anästhesie, das ist aus meiner Sicht viel zu wenig. Und das sage ich als Anästhesist!
Aus meiner Sicht kann man (und muss man eigentlich) gern über eine deutlich höhere Qualifikation und vor allem verpflichtende regelmäßige Weiterbildung sprechen, gern auch in einem Facharzt für Notfallmedizin. Dann wiederum kann man auch über die Vergütung sprechen.
dadüdada123
13.05.2025, 14:07
Wenn die Pflege oder die GDL so argumentieren würde...
Verstehe nicht, wie man für weniger Geld argumentieren kann. Kognitive Dissonanz?
Aus meiner Sicht kann man (und muss man eigentlich) gern über eine deutlich höhere Qualifikation und vor allem verpflichtende regelmäßige Weiterbildung sprechen, gern auch in einem Facharzt für Notfallmedizin. Dann wiederum kann man auch über die Vergütung sprechen.
Aber das gibt es doch schon. Muss nur umgesetzt werden.
Teilnahme am Rettungsdienst: Zusatzbezeichnung Notfallmedizin + die geforderten Nachweise über jährliche Fortbildungen, etc.
:-nix
Jukka666
13.05.2025, 21:15
Wenn die Pflege oder die GDL so argumentieren würde...
Verstehe nicht, wie man für weniger Geld argumentieren kann. Kognitive Dissonanz?
Sehe ich genauso!
Nur Notärzte können sogar von sich selbst sagen, dass sie "unterqualifiziert" und "überbezahlt" sind für die "geringen" Anforderungen...und gleichzeitig sich dagegen wehren, von Notfallsanitätern wegrationalisiert zu werden und bei xyz-Einsatzmeldungen nicht mehr angefordert zu werden.
Entweder man steht für seinen Wert ein oder lässt das mit der NA-Tätigkeit.
Wenn die Pflegekräfte argumentieren würden: "naja, mit Realschulabschluss und 3 Jährchen Ausbildung kann man schon Pflege machen, ich brauch keine Tariferhöhung, ist super bezahlt für das bisschen Arbeit..." gut Nacht...
Jukka666
13.05.2025, 21:20
Ich sehe es genau aus der anderen Perspektive: so geringe Anforderungen an eine selbständige ärztliche Tätigkeit wie in der außerklinischen Notfallmedizin wird wohl in keinem anderen ärztlichen Bereich gefordert. Es ist ja nicht mal Facharztstandard gefordert. Und ich habe eben nochmal in der WBO meiner Ärztekammer nachgelesen: mittlerweile reichen sogar schon 24 Monate als Assi in der Anästhesie, das ist aus meiner Sicht viel zu wenig. Und das sage ich als Anästhesist!
Aus meiner Sicht kann man (und muss man eigentlich) gern über eine deutlich höhere Qualifikation und vor allem verpflichtende regelmäßige Weiterbildung sprechen, gern auch in einem Facharzt für Notfallmedizin. Dann wiederum kann man auch über die Vergütung sprechen.
Teils teils kann ich dir zustimmen und widersprechen:
1. Ja, ich finde auch, Notärzte müssten verpflichtend viel mehr Fortbildungen nachweisen, ähnlich wie die Notfallsanitäter, aber am besten beide Gruppen die gleichen Kurse: alle 2 Jahre ALS/ACLS-Provider und -Refresher, jährliche Notfalltrainings, und einen Traumakurs. Und xyz-CME-Punkte in soundso viel Jahren (ähnlich wie zB in Bayern). Aber nur CME-Punkte reicht nicht finde ich. Zertifizierte Kursformate und gute Skilltrainings.
2. Nein, 2 Jahre Anästhesie ist nicht "wenig": Vollzeit Tag ein Tag aus Anästhesie im OP zu machen ist eine Million Mal mehr Patientenversorgung, strukturiertes Arbeiten, Pharmakologie, invasive Techniken, Airwaymanagement als jeder andere im Rettungswesen jemals machen wird: Notfallsanitäter, Internisten oder sonst wer.
Wenn dann natürlich noch Intensiverfahrung oder Notaufnahme dazu kommt, natürlich noch besser.
Das argumentiere ich immer gerne, wenn mancher NFS mit dem Argument daher kommt: "man muss als NA nichts können und jeder kann und null Erfahrung und so"....von wegen! Richtige Patientenkontakte haben Rettungsdienstler teils gar nicht, auch nicht in 3 Jahren Ausbildung. V.a. nicht Follow ups, Patientenverläufe oder richtige Komplikationen gesehen. Die schnuppern teilweise nur wochenweise irgendwo rein.
Also: eigenes Licht nicht unter den Scheffel stellen, sondern stolz sein! :-) Besser kann es natürlich immer sein.
Komm lasst mich mit diesen sauteuren "paar Buchstaben"-Kursen in Ruhe. Das ist elendige Geldscheffelei und vor allem mit dem regelmäßigem Ausfrischen einfach nur teuer. Wenn man das macht muss es sich auf der anderen Seite wieder rentieren indem man die Vergütung anhebt, ansonsten ist es ein Draufzahlgeschäft.
Und von mir aus in Herrgottsnamen, dann erzählt mir halt der NFS dass man als Notarzt nichts können muss und ich weniger Erfahrung hab als er. Und jetzt? Lass sie doch. Solche Leute müssen mit ihrem Verhalten kompensieren dass sie weniger verdienen. Und wahrscheinlich hat er auch mehr Erfahrung. Ist ja nur gut für mich. Und ich hab dafür den NA-Schein, übernehm die Verantwortung und verdien das meiste Geld.
dadüdada123
25.05.2025, 13:17
Zurück zum Thema : Gibt es noch weitere Eindrücke zu meiner eingangs gestellten Frage?
Dass manche gerne weniger verdienen würden, da man ja weniger arbeitet als in der schlecht bezahlten Klinik, habe ich verstanden.
Ums kurz zu machen: ich glaube aktuell nicht dass sich bald viel ändern wird. Es ist grad so viel Umbruch in so vielen Richtungen, da wird sich beim Notarztwesen nicht auch noch grundlegend was ändern.
Komm lasst mich mit diesen sauteuren "paar Buchstaben"-Kursen in Ruhe. Das ist elendige Geldscheffelei und vor allem mit dem regelmäßigem Ausfrischen einfach nur teuer. Wenn man das macht muss es sich auf der anderen Seite wieder rentieren indem man die Vergütung anhebt, ansonsten ist es ein Draufzahlgeschäft.
Was würdest du als Alternative zu den Buchstaben-Kursen empfehlen zur Vorbereitung als Internist auf traumatologische Notfälle und Kinderreanimation im Notarztdienst?
Wahrscheinlich gibt es aktuell nicht zu viele Alternativen.
Mich stört vor allem dieses regelmäßige Auffrischen alle paar Jahre für elendig hohe Kosten. So lange man noch in der Klinik ist, zahlt das oft der AG. Ansonsten muss es sich eben rentieren.
"Traumatologische Notfälle" würde ich sagen lernt man im Notarzt-Kurs eh schon gut. Was willst du denn für ein Niveau erreichen? Das das eines unfallchirurgischen Oberarztes würdig ist oder das das für die Notarzt-Versorgung ausreicht. Und Kinderreanimation, schwieriges Thema, sollte man üben aber vor allem hoffen dass man es nie selbst erlebt und großzügig nachfordern.
Ich persönlich hab von den NaSim-Kursen viel Gutes gehört. Klar, günstig sind die auch nicht.
Nochmal: meine Kritik bei diesen sauteuren "paar Buchstaben"-Kursen ist nicht dass die nicht gut wären. Mich stört nur dass man bei erzwungenem Auffrischen und hohen Kosten des Auffrischens einfach extrem hohe Kosten entstehen ohne dass für mich ein großer Mehrwert rumkommt. Lasst die Leute gern EINMAL entscheiden ob sie Kurse machen wollen. Aber dann isses auch gut. Oder zahlt die Kurse bzw. gegenfinanziert sie.
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