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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie richtig für das mündliche Physikum lernen?



FluidAcanthaceae5
05.05.2025, 22:45
Ich bereite mich aktuell auf meinen zweiten Versuch des mündlichen Physikums vor und habe das Gefühl, dass ich den „richtigen Dreh“ beim Lernen immer noch nicht gefunden habe.

Ich bin Überzieherin und damit schon länger raus aus dem Unialltag, das schriftliche Physikum habe ich aber inzwischen bestanden. Mein Hauptproblem ist aktuell die Überforderung durch die große Menge an Uni-Materialien (Vorlesungen, Seminare, Praktika).

Beim ersten Versuch habe ich hauptsächlich mit via medici gelernt. Damit kam ich im Semester gut zurecht, weil mir die Inhalte dort strukturierter und verständlicher erscheinen als bei Amboss. Mein Plan war eigentlich:

Erst mit via medici ein stabiles Grundgerüst aufbauen

Und erst danach gezielt die uniinternen Materialien ergänzend durchgehen

In der Realität kam ich aber schon mit via medici allein zeitlich nicht hinterher. Als dann die Prüfer bekanntgegeben wurden, wurde mir klar, dass mein Fundament wackelig war – und dass die Prüfer sehr prüfungsnahe Fragen aus Uni-Vorlesungen und Seminaren gestellt haben. Ich konnte dieses Wissen in der Kürze der Zeit nicht ausreichend aufarbeiten.

Viele haben mir geraten, erst bei Bekanntgabe der Prüfer gezielt in die VLs und Seminare reinzuschauen. Für mich hat sich das aber nicht bewährt, weil es zeitlich einfach nicht geklappt hat.

In meiner Idealvorstellung würde ich gerne via medici als roten Faden nehmen und parallel dazu die Uni-Materialien einbauen – aber ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass das in der Praxis schnell zu viel wird.

Ohne via medici fehlt mir jedoch eine klare Struktur. Der Lernplan gibt mir Orientierung, und für viele Uni-Vorlesungen brauche ich einfach einen guten Textinput als Einstieg, bevor ich mit Skripten oder Folien arbeiten kann. Fachliteratur möchte ich nur punktuell einsetzen, wenn via medici inhaltlich nicht ausreicht – sonst verliere ich mich in zu vielen Details.

Ein zusätzliches Problem: Die Inhalte von via medici und die Menge an Uni-Materialien korrelieren oft nicht. Zum Beispiel: Ein Lerntag zu Zellphysiologie bei via medici umfasst ein Lerntag (ca. 15 Artikel) – in der Uni habe ich dazu aber über 20 Vorlesungen und 4 Seminare.

Ich tue mir deshalb extrem schwer mit der Planung und Zeiteinteilung.

Meine Fragen an euch:

- Wie würdet ihr den Lernplan zeitlich aufbauen, wenn ihr Anatomie, Biochemie, Physiologie und Histologie als mündliche Prüfungsfächer habt? Die Prüfung ist ab Mitte August 2025.

- Wie kann ich via medici sinnvoll als roten Faden nutzen und trotzdem die relevanten Uni-Inhalte rechtzeitig und effizient einbauen?

- Wie kann ich das Wissen nachhaltig erlernen? (mit Anki habe ich oft das Problem, dass die Wiederholungen irgendwann zu viel wurden; Ankiphil finde ich für eher das Schriftliche aufgrund des Fokus auf IMPP Fakten hilfreich) und die Anfertigung von Karten nimmt zu viel Zeit ein (habe es schon ausprobiert) -> kennt ihr gute Decks für die Fächer?

Vielen Dank schon mal für Eure Tipps!

davo
07.05.2025, 05:42
Es klingt ganz grundsätzlich so, als würdest du VIEL zu viel machen wollen.

Das Ziel ist NICHT, dass du jedes Detail rezitieren kannst. Das Ziel ist, dass du die Grundlagen der wichtigsten Themen beherrschst. Mehr nicht.

Was war denn konkret beim ersten Antritt das Problem?

FluidAcanthaceae5
07.05.2025, 20:46
Vielen Dank für deine Nachricht!
Mein Problem war, dass ich mit dem Via Medici-Lernplan zu viel Zeit verloren habe, da ich zu dem Zeitpunkt keine Alternative für mich gefunden hatte und nur mit vorgefertigten oder selbst erstellten Anki-Karten gelernt habe. Das reine Lesen fiel mir schwer, da ich mir Inhalte auf diese Weise nicht nachhaltig einprägen konnte.
Die Anki-Methode hat mir zwar grundsätzlich geholfen, war aber sehr zeitintensiv. Dadurch habe ich es nicht geschafft, den Stoff systematisch zu wiederholen oder die Uni-Materialien rechtzeitig vor der Prüferbekanntgabe durchzugehen.
Nach der Bekanntgabe musste ich dann relativ viele Seminare, Praktika und Vorlesungen nacharbeiten, weil der Prüfer viele Inhalte daraus abgefragt hat.
Seitdem bin ich sehr stark auf die Uni-Materialien fokussiert, merke aber zunehmend, wie viel Zeit das kostet. Ich frage mich daher, ob es nicht sinnvoller wäre, wieder auf meine bewährten Lernplattformen zurückzugreifen und zunächst sicherzustellen, dass ich die Grundlagen beherrsche, bevor ich mich gezielt mit spezifischen Inhalten aus den Uni-Unterlagen beschäftige.

Nilani
09.05.2025, 11:12
Hm, ich bin aus der Vorklinik ja ewig raus, bei uns gab es gerade mal die ML-Skripte. Aber eigentlich hab ich tatsächlich vorwiegend mit Kurzlehrbüchern und ggf. Vorlesungsunterlagen gearbeitet, also themenweise zusammen genutzt. Wie davo sagte, wichtig ist ein solides Grundwissen und das hab ich aus den Kurzlehrbüchern. BC musste ich wiederholen, da konnte ich am Ende auch die Duale Reihe auswendig. Konkretere Vorbereitung dann tatsächlich nach Bekanntgabe der Prüfer. Da hab ich mir halt die VL und Seminarunterlagen angeschaut, v.a. dann anhand der Prüfungsprotokolle. Mit den Büchern hab ich auch während der Semester gearbeitet, also man wusste ungefähr, welche Kapitel man vielleicht nicht so braucht und welche auf jeden Fall.