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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erfahrungen mit unterstützenden Therapieprodukten in der Reha?



susi323
16.07.2025, 13:24
Hallo zusammen,

ich arbeite als Reha-Ärztin in einer orthopädischen Einrichtung und wollte mal in die Runde fragen, welche unterstützenden Therapieprodukte ihr in der Nachbehandlung (z.B. nach Kreuzband, Achillessehnen, Schulter-OPs etc.) einsetzt. Wir haben immer wieder Patienten, die mit relativ instabilen Hand- und Sprunggelenken in die Reha kommen, und ich habe den Eindruck, dass ein gezielter Einsatz von Bandagen und Kompressionshilfen den Heilungsverlauf positiv beeinflussen kann, natürlich nur begleitend zur aktiven Therapie.
Mich würde interessieren:
Nutzt ihr solche Hilfsmittel regelmäßig?
Wenn ja, eher als kurzfristige Unterstützung oder auch längerfristig bei chronischen Beschwerden?
Oder seht ihr das eher kritisch, weil die Eigenmuskulatur sich „verwöhnt“?

Freue mich auf eure Meinungen!

Viele Grüße

Heerestorte
17.07.2025, 18:39
Kritisch. Diese klassischen Bauerfeind Orthesen empfehlen wir maximal drei Wochen am Stück zu tragen.

Manchmal empfehlen wir sie aber auch zu gewissen Tätigkeiten, ist aber eher unüblich.

Was haben denn deine Patienten für Verletzungen hinter sich, wenn sie mit instabilen Handgelenken oder Sprunggelenken auftauchen?

morgoth
17.07.2025, 22:23
In der psychosomatischen Reha gehört mindestens eine Schiene zur Pflichtausstattung.
Das chronische Schmerzsyndrom sieht man sonst so schlecht.

Heerestorte
18.07.2025, 08:44
In der psychosomatischen Reha gehört mindestens eine Schiene zur Pflichtausstattung.
Das chronische Schmerzsyndrom sieht man sonst so schlecht.
:-)) :-))

Anne1970
20.07.2025, 06:39
In der psychosomatischen Reha gehört mindestens eine Schiene zur Pflichtausstattung.
Das chronische Schmerzsyndrom sieht man sonst so schlecht.

:grins:

Nilani
01.08.2025, 11:57
In meiner letzten Reha-Klinik (Rheuma) haben unsere Ergotherapeuten sogar Schienen und Orthesen für die Hände und Finger selbst gebaut (3-Punkt-Schienen, Ulnar-Deviationsscshienen, HG-Schienen, für Daumen, auch mal sowas wie eine Epispange). Die waren dann ja auch direkt angepasst an die Pat. In dieser und auch der letzten Klinik haben wir zumindest mal Rücken- oder Kniebandagen verordnet, in der Rheumaklinik konnten sie die vorher ausprobieren und testen. Auf jeden Fall mit Schulung und den Hinweisen, dass sie nicht dauerhaft getragen werden, sondern eben nur bei Belastung und über kürzere Zeiten. Meist bekommen die Pat. das ja vorher schon draußen verordnet. Also es ist jetzt nicht bei wahnsinnig vielen Patienten, sondern gezielt da, wo wir das Gefühl haben, es könnte helfen. Wir arbeiten auch mit einem Sanitätshaus zusammen, das 1-2x/Woche vorbei kommt (in der aktuellen Klinik halt auch viel AHB mit Hüft- und Knie-TEP mit entsprechendem Versorgungsbedarf)

Anne1970
02.08.2025, 01:53
Off topic: Hallo Nilani, schön wieder von dir zu lesen :-)

susi323
26.08.2025, 12:08
Danke danke danke für eure Antworten. Privat war viel los und ich hab komplett vergessen, hier mal wieder reinzuschauen. Umso schöner, dass eure Antworten auf mich gewartet haben. Kurz zu meinen Patienten: Unsere Patienten kommen häufig nach Kreuzband-OPs, Achillessehnen-Operationen oder Schultereingriffen (das kommt mir dominant vor). Dazu haben wir immer wieder Patienten mit instabilen Hand- oder Sprunggelenken, z. B. nach mehrfachen Distorsionen oder Bänderverletzungen, die noch nicht komplett muskulär stabilisiert sind.. Gerade da finde ich es dann doch recht interessant, wie man durch gezielten Einsatz von Bandagen oder Kompressionshilfen die Stabilität eben unterstützt, ohne (!) die Eigenmuskulatur zu stark zu entlasten.

Danke auch liebe Nilani! Das finde ich ja richtig toll. Vielleicht denke ich darüber mal nach.

Nutzt ihr in euren Einrichtungen auch Stoßwellentherapie?

usual
29.08.2025, 15:18
Spannendes Thema hier! Ich arbeite seit gut zehn Jahren in einer Praxis mit orthopädischem Schwerpunkt und bin zusätzlich in einer BG-Ambulanz tätig. Stoßwellentherapie setzen wir relativ häufig ein, vor allem bei chronischen Sehnenansatzbeschwerden (Tennis-/Golferellenbogen, Plantarfasziitis, Kalkschulter) oder auch mal bei verzögerter Frakturheilung.

Gerade in der Reha-Phase nach OPs eher selten, weil da oft erstmal Gewebeheilung und Belastungsaufbau im Vordergrund stehen. Da sind wir mit zu früher Stoßwelle vorsichtig, um die Strukturen nicht unnötig zu stressen. Bei deinen genannten Fällen (Kreuzband, Achillessehne, Schulter) würde ich Stoßwelle höchstens ergänzend und erst später einsetzen – wenn die Patienten stabiler sind und gezielter an Belastungsschmerzen gearbeitet werden soll.