Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welche Fachrichtung würdet im Nachhinein wählen ?
Mich würde interessieren, welche Fachrichtung ihr (im Nachhinein) wählen würdet und warum. Ich bin selber im PJ und immer noch unschlüssig was es letztendlich werden soll.
LG
aschenputtel1977
04.08.2025, 13:38
Immer wieder Pädiatrie, nie was anderes. Ich hatte kurz noch Auge und Derma überlegt, bei ersterem hat mich eine Chalazion-OP geheilt ("doppelt ektropionieren und dann nehmen wir den scharfen Löffel" würg) und dann bei Derma die venerischen Krankheiten... außerdem sind und waren da die Stellen rar.
Auch wieder Gefäßchirurgie. Völlig unterschätztes Fachgebiet. Man kann sooo viel selbst machen und läuft nicht dauernd irgendwelchen Leuten hinterher. Extrem abwechslungsreich. Und Chirurgie ist sowieso super.
Kommt aber auch auf den Menschen an. Ich mag es wenn ich mich mit einer Sache beschäftigen und die gut und konzentriert abschließen kann und dennoch im Team arbeite. Also OPs oder Interventionen. Und wenn ich mir einfach die Zeit nehmen kann so lange ich eben brauche. Die Anästhesie weiß es dass es lang dauert und alle anderen auch. Also hab ich die Zeit. Und kann das Beste rausholen für meinen Patienten. Und nicht dieses krass durchgetaktete wie es bei einer Sprechstunde im 5 Minuten-Takt läuft...
Rahmspinat
04.08.2025, 14:44
Würde wieder Innere machen, bloß würde ich direkt in der Nephrologie anfangen. Tolles Fach.
_calendula_
04.08.2025, 18:19
Wieder Innere mit Schwerpunkt, und WB-Zeit in der Anästhesie.
Alternativ: ein Laborfach mit klinischer WB-Zeit in der Inneren.
Warum? WB-Zeit in der Anästhesie ist für den klinischen Alltag in der Inneren viel wert, und war für mich auch eine schöne Zeit.
Meine Wahl für das endgültige Fach ist sicher stark geprägt von einer Neigung zum Abstrakten. Für mich ist die Fächerwahl auch davon abhängig, wen man eventuell als Vorbild kennenlernt, oder ob es ein Team gibt in dem man sich wohlfühlt und viel lernt, und auch davon, ob man ein Lieblingsorgan für sich entdeckt hat.
Möglichkeit, dass man sich familiären und anderen Gegebenheiten des Lebens anpasst, hat man in der Inneren und im Labor. Von der Work/Life Balance habe ich die Entscheidung für ein internistisches Fach aber nicht abhängig gemacht.
Chirurgin bin ich einfach nicht.
Bonnerin
04.08.2025, 19:04
Ich würde letztlich wieder Labor machen. Also das Fach, das mich im Studium eigentlich auch schon am meisten interessiert hat, ich aber wegen der damals geltenden WBO ausgeschlossen hatte.
Heerestorte
04.08.2025, 21:00
Je nach Arbeitsbedingungen Arbeitsmedizin oder doch wieder Unfallchirurgie :-))
Unfallchirurgie hat, wie auch andere chirurgische Fächer, alles zu bieten, was man sich wünschen kann, vor allem Vielfalt. Junge, alte, kranke, verunfallte, akute, chronisch leidende Patienten. Man kann operativ, konservativ arbeiten. Arbeit in der Ambulanz, OP, Station, Notaufnahme, Schockraum. Oft schnelle Erfolge bzw man sieht direkt die Früchte der Arbeit (gute und schlechte).
Mal näht man eine kleine Schnittwunde und 10min später steht man im Schockraum beim polytraumatisierten Patienten. Chirurgische Intensivmedizin ist auch möglich, aber eher selten. Das Fach hat viel Arbeitsbelastung und irgendwie überproportional oft Chefs, die im letzten Jahrtausend stehen geblieben sind.
Niederlassung gut möglich, ebenso der Verbleib in der Klinik auf ewig.
Die Gesellschaft wird immer älter und das merkt man auch auf den unfallchirurgischen Peripherstationen.
Alles in allem ein super spannendes und abwechslungsreiches Fach, welches aber auch mit einer hohen Arbeitsbelastung einhergeht. Aber eher was für Leute, die handwerklich geschickt sind und sich nicht scheuen, auch mal Entscheidungen schnell zu treffen :-D
Vielen Dank für eure Empfehlungen und Gedanken. Ich finde es sehr spannend zu erfahren, warum ihr eure jeweilige Fachrichtung gewählt habt. Ich hatte das Glück, während des Praktischen Jahres viel in anderen Fachbereichen hospitieren zu dürfen (ein Luxus!), und habe feststellen müssen, dass der Wohlfühlfaktor nicht unbedingt vom Fach, sondern zum großen Anteil vom Team abhängt. Ich finde es daher super schwer, ein Fach zu finden, das unabhängig vom Team für einen funktioniert.
Nach langem Abwägen habe ich die Auswahl auf drei Fächer eingegrenzt, die aber unterschiedlicher nicht sein könnten (Innere Medizin, Dermatologie, Plastische Chirurgie).
In der Inneren ist es super schwer, eine Stelle zu finden, bei der die Rahmenbedingungen einigermaßen passen. Ich hatte ein Vorstellungsgespräch in der Dermatologie in einer Klinik; ob es eine Stelle gibt, entscheidet sich im November. Die Wegstrecke wäre pro Fahrt eine Stunde über die Landstraße (ein Umzug ist aktuell leider nicht möglich) und die Klinik zahlt etwas weniger als Tarif, dafür ist die Dienstbelastung sehr niedrig. Generell sieht es in der Derma mit Stellen eher schlecht aus.
In der Plastischen Chirurgie ist es ähnlich schwer wie in der Dermatologie. Viele Kliniken, wo ich angefragt habe, verlangen einen Common Trunk in der Allgemeinchirurgie/ Viszeralchirugie/ Orthopädie (wo ich mich langfristig gar nicht sehe). Es besteht eben die Gefahr, dass man in der Plastischen Chirurgie keine Stelle bekommt und dann in einer Sepezialsierung hängen bleibt, das man eigentlich gar nicht ausüben möchte.
Irgendwie komme ich aktuell mit meiner Planung bzw. Entscheidung nicht weiter. Bewerbungen, Hospitationen und Vorstellungsgespräche habe ich schon weggeschickt bzw. absolviert und soweit hat es zwischenmenschlich überall gepasst. Aber ich habe überall nur das gleiche zu hören bekommen, dass sie noch nicht wissen, ob für das nächste Jahr Assistenzarztstellen oder Gelder ( KH Reform etc.) verfügbar sind. Das ist wirklich frustrierend.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.