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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Notaufnahme nach 3 Monaten



Nudelsalat20
18.09.2025, 13:28
Ich habe vor 2 Monaten anfangen zu arbeiten. Es ist ein relativ großes Haus.
Vorgestern wurde mir mitgeteilt, dass ich bald in die Notaufnahme eingeteilt werde. Ist das normal so früh?

Bussard
18.09.2025, 13:37
Welche Fachrichtung? Was heißt "bald"? Dienstplan bis einschließlich November müsste ja schon draußen sein in der Regel.

Bekommst du eine Einarbeitung in der Notaufnahme? Hast du immer einen erfahrenen Ansprechpartner als Backup oder sollst du schon nächsten Monat alleine Nachtdienste in der Notaufnahme machen?

Nudelsalat20
18.09.2025, 13:56
Es hieß Anfang November. Kriegen den Dienstplan immer für den nächsten Monat... Und oft muss man auch einspringen wegen vieler Krankheitsfälle bei Diensten .man kann also schlecht planen.

Ich habe noch keine Nachtdienste in der Notaufnahme gemacht und auch allgemein noch gar keine Nachtdienste. Nur Tagesdienste, aber auf Station. Und ehrlich gesagt find ich es zu früh. Aber wirklich anprangern möchte ich das auch nicht weil ich nicht will dass das ein schlechtes Bild auf mich wirft.

Bussard
18.09.2025, 15:47
Es hieß Anfang November. Kriegen den Dienstplan immer für den nächsten Monat... Und oft muss man auch einspringen wegen vieler Krankheitsfälle bei Diensten .man kann also schlecht planen.

Ich habe noch keine Nachtdienste in der Notaufnahme gemacht und auch allgemein noch gar keine Nachtdienste. Nur Tagesdienste, aber auf Station. Und ehrlich gesagt find ich es zu früh. Aber wirklich anprangern möchte ich das auch nicht weil ich nicht will dass das ein schlechtes Bild auf mich wirft.

Ich weiß nicht, welche Fachrichtung du machst. Ich spreche jetzt mal für die Innere Medizin. Prinzipiell wäre es natürlich schon sinnvoll, sich erstmal auf der Normalstation einzuleben. Andererseits bereitet dich die Normalstation auch nicht wirklich auf die Notaufnahme vor. Umgekehrt hilft dir das Notfallmanagement, das du in der Notaufnahme lernst, auch in Normalstationsdiensten. Ich weiß nicht, wie die Einarbeitung bei euch in der Notaufnahme gestaltet ist, aber wenn du immer einen erfahrenen Ansprechpartner hast, und nicht gleich alleine Dienste machen musst, kannst du sicherlich auch von einer frühen Notaufnahmerotation profitieren.

nie
18.09.2025, 17:18
In meiner Klinik rotieren auch viele Internisten bereits im 1. WBJ in die Notaufnahme. Ich bin damals mit 9 Monaten Berufserfahrung in die Notaufnahme, hatte aber auch Kollegen die nach 3 oder 4 Monaten kamen. Die Neurologen hier starten sogar oft direkt in der Notaufnahme.

Hier hat man aber halt auch Oberärzte und erfahrene Kollegen als Ansprechpartner und es ist auch mindestens 18 Stunden (oft auch länger) am Tag ein Oberarzt vor Ort und die kommen auch niederschwellig nachts rein. Zumindest zu meiner Zeit hat man alle seine Patienten oberärztlich besprochen. Dann kann man als junger Assistent in der Notaufnahme sehr viel lernen. Ich habe in der Zeit ein breites internistisches Basiswissen aufgebaut, viel über (Differential-)Diagnostik gelernt und auch ein bisschen über den internistischen Tellerand schauen können weil ja auch Patienten mit Gynäkologischen, urologischen, neurologischen, chirurgischen oder HNO-Problemen manchmal in den internistischen Notaufnahmen landen.

Bussard
18.09.2025, 21:29
Ja, ergänzend kann ich hinzufügen, dass bei uns die Internisten in der Regel nach 6-12 Monaten Berufserfahrung in die Notaufnahme rotieren. Es gibt auch Kliniken, in denen man zuerst auf die Intensiv rotiert und dann erst in die Notaufnahme. Was sinnvoller ist, kann ich schlecht beurteilen, kommt sicherlich auch auf die Ausgestaltung vor Ort an. Ganz grundsätzlich denke ich aber, dass man von frühen Rotationen in die Notaufnahme und auf die Intensivstation eher profitiert, weil man anschließend doch viel entspannter durch die Dienste geht, wenn man das alles mal gesehen hat.

StuartProwerFaktor
18.09.2025, 22:18
Ist schon früh. Kommt aber auch drauf an, wie die Supervision so ist. Sofern diese gegeben ist oder zumindest bei Bedarf zuverlässig abrufbar ist, geht das schon klar.
Bei mir gab es praktisch keine Supervision, die Patienten wurden aber auf Station meist noch vom OA gesehen, außer sie wurden erst spät (ab 15 Uhr aufgenommen). Es fehlt einem halt Erfahrung im Erkennen von atypischen Verläufen, Erkrankungen eher anderer Fachrichtungen, die in die eigene triagiert werden und auch das Erkennen gefährlicher Verläufe. Auch Grundfähigkeiten wie Ultraschall kann man nach wenigen Monaten eigentlich nicht drauf haben.

Nudelsalat20
18.09.2025, 23:06
Ich habe die Sorge dass ich was übersehe und dann meine Approbation verliere. Ich habe ja grad erst angefangen. Und das wäre echt schade bei so vielen Jahren die man ins Studium gesteckt hat

anignu
18.09.2025, 23:19
Sorge ist unbegründet.

In unserer Notaufnahme kommt es auch immer wieder vor dass WBAs, die Allgemeinmedizin machen wollen, als blutige Anfänger in der Notaufnahme anfangen. Also mit 0 Minuten Erfahrung nach der Approbation. Und das klappt auch. Weil die Struktur das her gibt. Insofern kann man dies nicht pauschal sagen. Wenn du jeden einzelnen Patienten mit einem Fach- oder Oberarzt durchsprechen kannst (und du entsprechend dokumentierst "dixit OA irgendwer), was soll dir denn dann passieren?

nie
19.09.2025, 06:07
Man auch auf Station Sachen übersehen :-nix Und so schnell verliert man seine Approbation dann auch wieder nicht. Ich hab schon Fehler gesehen, die weit über das hinaus gingen, was man sich als Berufsanfänger so als Fehler vorstellen kann und die meistens davon hatten (leider) wenig bis gar keine Konsequenz. Bis zum Verlust der Approbation muss man sich schon richtig heftige Dinge leisten.


Ich fand übrigens die Reihenfolge erst Notaufnahme, dann Intensiv für mich persönlich besser. Subjektiv hab ich in der Notaufnahme mehr Dinge gelernt, die auf der Intensiv hilfreich waren als umgekehrt. Und während ich in der frühen Notaufnahmerotation viel gelernt hab, fand ich meine erste Intensivrotation etwas zu früh. Ich war nochmal ein halbes Jahr auf der Intensiv als ich schon kurz vor der Facharztprüfung stand und habe das erst realisiert, wie viel ich damals bei der ersten Rotation nicht gesehen und verstanden habe. Obwohl ich sogar in der ersten Rotation, laut den Oberärzten, ganz gut gemacht habe. Und da auch gesehen, wie viel die jungen Kollegen mit wenig Berufserfahrung (trotz Einarbeitung und Supervision) nicht sehen und verstehen. Nicht weil sie alle blöd sind sondern weil ihnen einfach die Erfahrung und der klinische Blick fehlt. Aber irgendwann muss mal auch mal anfangen und man lernt das auch alles nicht wenn man Ewigkeiten auf der Normalstation abschimmelt.

StuartProwerFaktor
19.09.2025, 06:58
Ich habe die Sorge dass ich was übersehe und dann meine Approbation verliere. Ich habe ja grad erst angefangen. Und das wäre echt schade bei so vielen Jahren die man ins Studium gesteckt hat

Wir sind ja hier nicht in den USA. In Deutschland haben Fehler eher wenig Konsequenzen, außer man verärgert die Falschen.

Haffi
19.09.2025, 09:49
Bei uns in der Inneren war es üblich, nach 2-3 Wochen in die ZNA zu rotieren. Dort eine Woche unter "Anleitung" und danach Dienste

Nudelsalat20
19.09.2025, 18:03
Vielen Dank für eure Antworten. Das entspannt mich etwas... Ich bin eigentlich mit meiner "Betreuung" soweit zufrieden. Ich hoffe dass das nicht abbricht sobald es auf die NA geht