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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fähigkeiten nach 1 Jahr Anästhesie



yannik_ains
24.09.2025, 10:33
Ich bin seit knapp über einem Jahr als Weiterbildungsassistent in der Anästhesie, leider in einem sehr schlechten Krankenhaus. Mein Tätigkeitsfeld sind hauptsächlich Prämedikationsgespräche, Aufklärungen, ASA 1-Narkosen und Saalauslösungen. Praktische Fertigkeiten habe ich quasi null, ich bin bei vielen Sachen noch unroutiniert und unsicher.
Leider haben mehrere Gespräche nichts an meiner Situation geändert, ein Oberarzt hat mir mehrfach ins Gesicht gesagt, dass ich ein "Äffchen" bin und meine einzige Aufgabe ist, keine Kosten zu verursachen.
Ich hatte eine neue Stelle in Aussicht, die wurde mir aber kurzfristig abgesagt, da der neue Arbeitgeber einen Einstellungsstopp verhängt hat. Habe mich auch parallel an anderen Kliniken beworben, da aber nur Absagen oder gar keine Antwort bekommen. In einer Klinik habe ich zwei Tage hospitiert, lief gefühlt gut, als die Chefin dann aber hörte, dass ich kaum Erfahrung und Fähigkeiten mitbringe, hat sie die Augen hochgezogen und eine Woche später bekam ich die Absage.
Ein Problem ist da sicher auch, dass ich schon 14 Fremdmonate habe und damit tarifvertraglich schon fast anderthalb Stufen höher bin.
Für die Selbsteinordnung: Welche Fähigkeiten kann man von einem durchschnittlichen Anästhesisten am Ende des 1. WBJs erwarten? Vor allem in Bezug auf praktische Techniken (Regionalanästhesie, Katheterverfahren, Ultraschall usw.?)
Langsam habe ich immer mehr das Gefühl, dass ich in einer beruflichen Sackgasse stecke und die Fachrichtung noch mal wechseln muss.

tomcat2007
24.09.2025, 19:47
Hallo Yannik, hatte gerade schon fast eine komplette Antwort verfasst zur üblichen Ausbildung in der Anästhesie, Anstellungschancen im Allgemeinen etc.
Dann habe ich mal in deine vorherigen Posts und Kommentare geschaut. Offenbar bist du schon seit fast einem Jahr sehr unzufrieden mit deiner Stelle und familienbedingt örtlich gebunden. Gerade den Post mit dem "Abschiedsgeschenk" finde ich sehr bedenklich. Offenbar hegst du einen massiven Groll gegen deinen aktuellen Arbeitgeber. Wie berechtigt das ist, kann und möchte ich nicht beurteilen, denn ich habe hier nur Einsicht in deine Sicht der Dinge. Durch solche malignen Gedankengänge wird sich deine Situation aber sicherlich nicht ändern.
Allgemein herrscht in der Anästhesie noch eine ziemlich arbeitnehmerfreundliche Stellensituation. Wie sieht es denn mit Diensten an deiner aktuellen (Außen-)Klinik aus? Gibts nur Beleger und keine stationären Betten oder Notfallversorgung? Eine Intensivstation? An allen Häusern, die ich bisher kennenlernte, war der Arbeitgeber immer interessiert, die Assistenten schnell diensttauglich zu bekommen. Wenn die von dir genannte Qualifikation zutrifft, stimme ich dir zu, dass das nach einem Jahr mau ist. Trotzdem wirst du als männlicher Muttersprachler mit etwas mehr Flexibilität auch eine Stelle an einem maximalversorgenden Haus bekommen, wo du jede Menge wirst lernen können, solange du nicht aneckst und die OÄ merken, dass man dir Entsprechendes zutrauen kann.

Mein Eindruck ist, dass du dich hier einfach nochmal auskotzen möchtest. Viel Schlaues oder Neues von außen beitragen wird hier keiner können. Entweder, deine Lebenssituation hat sich so geändert, dass du dich breiter bewerben kannst. Dann mach es lieber gestern als heute. Oder du bist immer noch ortsgebunden. Dann musst du ggf. mehr Pendelzeit in Kauf nehmen, Das Fach wechseln oder dich mit den aktuellen Umständen arrangieren. Was für dich der beste Weg ist, musst du selbst wissen.