Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Konventionelle Intubation vs VL gestützte ITn?
Hallo,liebe Forumsmitglieder!
Ich habe schon immer konventionell intubiert,weil das in meinem ersten Haus so üblich war,Nur bei erwartet schwierigem.Atrmweg habe ich das VL benutzt und soweit hat alles gut geklappt. Vor kurzem dachte ich,dass ich zur Abwechslung öfters das Video nehme und dann musste ich feststellen dass es mir nicht so leicht fällt,den Tubus zu platzieren. Ich habe gute Sicht, Tubus ist mit Führungsstab versehen,rutscht aber immer Richtung Ösophagus.
Habt ihr , außer Üben,Tipps?
Danke euch und viele Grüße
LasseReinböng
23.10.2025, 16:55
Es hilft häufig, den Tubus wie einen Hockey-Schläger (Stichwort „hockey stick“) zu formen und ihn eher seitlich vom Mundwinkel einzuführen. Ansonsten kann auch eine Intubationshilfe wie z.B. ein Cook-Stab helfen, über den man den Tubus fädeln kann.
Manchmal ist auch eine nasale Intubation die Lösung, das würde ich aber eher zuletzt probieren, weil man hin und wieder schon Blutungen verursacht und dann hat man wirklich ein Problem.
Der Thread ist fast Gedankenübertragung, ich wollte ihn allerdings in Bezug auf schwierige Intubation bei Doppelllumentubus erstellen.
Der DLT lässt sich ja nun nicht einfach so verformen bzw. würde dann auch nicht mehr optimal sitzen… bleibt ja eigentlich dann nur der Cook-Stab ( und hinterher Prednisolon) oder wie seht ihr das?
Hattet ihr schon die Situation, daß der Eingriff dann nicht stattfinden konnte, weil der Patient sich nicht via DLT intubieren ließ?
Coginder
24.10.2025, 08:17
Der DLT lässt sich ja nun nicht einfach so verformen bzw. würde dann auch nicht mehr optimal sitzen… bleibt ja eigentlich dann nur der Cook-Stab ( und hinterher Prednisolon) oder wie seht ihr das?
Hattet ihr schon die Situation, daß der Eingriff dann nicht stattfinden konnte, weil der Patient sich nicht via DLT intubieren ließ?
Bietet sich vor traumatischer DLT-Intubation nicht auch ein Bronchusblocker an?
Das denke ich auch,dass man sich einen Beonchus Blocker zunutze machen kann,wenn sich der DLT nicht platzieren lässt. Was den normalen Tubus betrifft,denke ich dass es bei mir daran liegt dass ich den Tubus eher in der Mitte halte und nicht am proximalen Ende. Durch Koppbewegungen kann man dann die Richtung sehr gut beeinflussen.ich werde es in den nächsten Tagen trainieren. Habe auch vor,DLT mit VL zu platzieren.
LasseReinböng
27.10.2025, 19:05
Ja, Tubus weiter hinten anfassen ist sowieso immer besser. Mir fiel noch ein: ein BURP kann auch hilfreich sein beim VL. Denkt man manchmal bei der Videolaryngoskopie nicht dran, weil man ja die Stimmritze meistens gut sieht. Der BURP kann aber trotzdem zur erfolgreichen Intubation verhelfen, indem man den Kehlkopf in Richtung Tubusspitze bewegt.
Bronchusblocker… ok, habe ich noch nie in der Hand gehabt und kenne es nur aus dem Lehrbuch aber guter Hinweis.
Mir hilft folgendes: Die Tubusspitze ist eher flexibel, insbesondere beim Doppellumentubus. Oft endet der Führungsstab aber einen halben bis ganzen Zentimeter vor der Tubusspitze. Dann knickt die Tubusspitze quasi auf dem letzten Millimeter in die falsche Richtung ab. Deshalb Führungsstab so vorbiegen, dass er fast bündig mit der Tubusspitze liegt. Natürlich aufgrund der Verletzungsgefahr aufpassen, dass er nicht darüber hinaussteht.
Könntest du das noch genauer erklären? Ich kann es mir nicht genau vorstellen was du meinst...
Relaxometrie
28.10.2025, 21:55
Jetzt mal ehrlich: was gibt es da nicht zu verstehen? Ich habe Caros Ausführung sogar als nicht-Anästhesistin verstanden.
Das ist jetzt wieder so eine Situation wo ich mir eine "Schnellkommentar"-Funktion wünschen würde wie bei WhatsApp. Also wo man bei rrssmed eine "facepalm" dranhängen kann und bei Relaxometrie einen Daumen nach oben oder tränen-lachenden Smiley ;-)
Das ist wieder so eine Situation, wo man mit einer Schnellkommentarfunktion eine Auszeichnung verleihen könnte wie etwa ein goldenes Skalpell für besonders treffend platzierte, chirurgische Seitenhiebe nach den Schwächen anderer, obwohl die Fragestellung gar nicht chirurgisch war. Interdisziplinäre hochgeschätzt und völlig verdient!
On topic: Häufig scheitert die Intubation beim VL daran, dass der Spatel stark gekrümmt ist (z.B. CMAC/DBlade), der in Spatelform gebogene Führungsstab diese Krümmung aber während des Intubationsversuchs aber wieder verliert, weil das Material des FS zu weich ist. Abhilfe schaffen kann folgendes:
-Führungsstab aus etwas festerem Material verwenden, distales Ende bis fast an Tubusspitze einführen, mit Spatelkrümmung abgleichen, zunächst seitlich einführen (konkave Form des Tubus zeigt nach rechts), wenn die Spitze im VL sichtbar wird, Drehung des Tubus um 90 Grad gegen Uhrzeigersinn (konkave Form zeigt nach vorne). Durch Kippbewegungen Navigation der Spitze an die Glottis. Glottispassage häufig durch leichte Drehbewegung erleichtert.
-Vorgeboger Führungsstab aus hartem, nicht biegbarem Material, der die Spatelform bereits ab Werk abbildet.
-Wenn beides nicht vorhanden: Zunächst Platzierung Intubationskatheter (z.B. Frowa), dessen distales Ende man sich wie einen Führungsstab in Spatelform vorgebogen hat, unter VL-Sicht in Trachea, dann Tubus über Katheter einführen, wiederum leichte Drehbewegung bei Glottispassage. Geht auch mit DLT gut.
-Generell kann es gerade bei stark gekrümmtem Spatel helfen, die Glottis nicht komplett im Sinne von CL1 einzustellen, sondern die Spatelspitze bewusst ein Stückchen weniger tief einzuführen. Man sieht dann etwa CL2, der Winkel zwischen Spatelspitze und Trachealwand wird aber reduziert und die Tubusspitze bleibt bei Glottispassage weniger wahrscheinlich an der Wand der Trachea hängen.
Okeyyy,ich bin leider kein Muttersprachler, deswegen habe ich es mir erlaubt,nach einer Erläuterung zu ragen. Es tut mir echt leid,dass ich den Frieden gestört habe. Soweit ich verstanden habe, müssen Tubus und Führungsstab sehr eng aneinander liegen?
Ich habe es in den letzten Tagen mehrmals mit VL probiert und es klappt eigentlich. Ich denke ,dass es sogar einfacher ist,wenn der Tubus am distalen Ende nicht sehr gekrümmt ist sondern eher gerade.
Vielleicht eine Frage der Übung,wir viele andere Dinge. Wie gesagt,ich mache es sonst immer konventionell,aber es schadet nicht,sich auch an etwas anderem zu versuchen. Wer weiß wann sich ein schwieriger Atemweg bietet.
LasseReinböng
01.11.2025, 11:53
@Paradoc: das Problem, daß die gebogene Tubusspitze des DLT dann nicht mehr richtig in den linken Hauptbronchus „passt“, sobald du die Stimmbandebene passiert und den Tubus um 90 Grad nach links gedreht hast, hattest du bisher also nicht ? Das wäre ja mein Bedenken.
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