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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mismatch Bettenkapazitäten durch Reform



Oblivion97
30.10.2025, 19:46
Hallo zusammen,

(sorry wenn es schon einen vergleichbaren Thread gibt, habe auf Anhieb keinen gefunden). Ich arbeite in der Neuro in einem Maximalversorger (keine Uni) in einer Metropolregion mit 6 weiteren Neuros im Umkreis von 30km. Da diese Anzahl an Kliniken offenbar nicht den Bedarf der Region deckt, übernehmen wir aus Kapazitätsgründen regelmäßig Patienten aus anderen Häusern. Aus schlichtem Bettenmangel sind diese immer häufiger gezwungen, ihre Stroke-Unit bei der Leitstelle abzumelden. Aber auch Patienten mit einer elektiven Einweisung nehmen oft den Umweg zu uns in Kauf, weil die nächstgelegene Klinik Wartezeiten von 3 Monaten hat.

Kurzum müssen wir schon jetzt und perspektivisch noch viel mehr die Einzugsgebiete anderer Neurologien mitversorgen. Aber auch wir starten häufig mit nur 5-10 freien Betten im gesamten Haus in den Nachtdienst, auf die sich natürlich alle Abteilungen stürzen. Eigentlich wäre es nur logisch, für den Notfall immer 2-3 Betten frei zu halten. Unsere Geschäftsführung setzt stattdessen (mit viel Nachdruck) eine hohe Bettenauslastung durch, in der Reserven nicht vorgesehen sind.

Seit mehrere kleine Häuser der Region geschlossen bzw zu Ambulanzzentren umgebaut werden, vergeht kein Nachtdienst, in dem ich nicht um Übernahme gebeten werde. Ich frage mich immer häufiger, was mit den Patienten passiert ist, die ich ablehnen musste. Soweit ich weiß, ist in näherer Zeit nicht geplant, unsere Bettenanzahl geschweige denn das Personal aufzustocken. Ironischerweise sind sogar Assistentenstellen gestrichen worden.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wenn ja, wie löst eure Klinik das Problem? Mir fallen eigentlich nur 2 Lösungen ein: neue Stationen bauen und Personalschlüssel erhöhen oder auf alles elektive verzichten. Soweit ich weiß gibt es sogar Neurologien, die ausschließlich aus der ZNA Patienten aufnehmen.