Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : TK Chef warnt vor GKV Beitrag von 20%
Tweety8008
22.11.2025, 22:13
https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/krankenkassen-beitraege-sparpaket-100.html
Ohne Worte …
Relaxometrie
22.11.2025, 22:41
Solange keine lösungsorientierte, gesellschaftliche Diskussion zur Begrenzung der Krankenkassenleistungen erfolgt und Politiker im Wahlkampf lügen, durch Koalitionsbildung dann jede sinnvolle Handlung blockiert wird, Politiker am Anfang der Legislaturperiode wenig auf die Reihe bekommen, im Verlauf keinen Ar$ch in der Hose haben, Dinge zu ändern und dann wieder in den Wahlkampf eintreten und somit erstmal wieder völlig handlungsunfähig werden, werden die Kassenbeiträge immer weiter steigen.
Nefazodon
23.11.2025, 11:38
Wenn man ehrlich ist, ist das Krankenversicherungssystem wie es jetzt ist kostentechnisch gesehen ein Fass ohne Boden.
Das kann nicht mehr ewig so funktionieren.
Aber notwendige Reformen werden schmerzhaft sein und die Versorgungsqualität spürbar einschränken.
Und es stellt sich die Frage, wer mutig genug sein wird, das den Wählern mitzuteilen....
Tweety8008
23.11.2025, 12:48
Viel schlimmer finde ich das Rentensystem.
150 Mrd aus Steuergeldern gehen da rein (und ein kleiner Teil auch von mir), aber ich werde nie davon profitieren….
Bender B. Rodriguez
23.11.2025, 13:03
Es muss ja glücklicherweise nur noch die aktuelle Rentnergeneration zu den bisherigen Bedingungen abgesichert werden. Ab 2040 werden die Renten dann massiv gekürzt bzw. auf Grundsicherung reduziert. Dann werden sich auch die steuerlichen Zuschüsse weniger.
Analog kann's dann auch in der GKV sein. Aktuelle Generation bekommt auch bei fortgeschrittener Demenz und metastasiertem Karzinom noch maximale Intensiv- und Chemotherapie, ab 2040 heißt es dann keine TEP und keine ITS ab 70.
Nefazodon
23.11.2025, 13:03
Im Prinzip kannst Du meinen vorhergehenden Post, der auf das Krankenversicherungssystem bezogen war, nehmen und auf das Rentensystem übertragen. Es gilt für beide Systeme.
Ich befürchte, die fetten Jahre sind vorbei....
Die gesetzliche Krankenversicherung existiert seit 1883, die Rentenversicherung seit 1889. Beide sind großartige Errungenschaften. Damals galten allerdings ganz andere Rahmenbedingungen.
Ich befürchte, das System, wie wir es heute kennen, wird so in der Zukunft nicht mehr funktionieren (können). Mir macht das ehrlich gesagt große Sorgen:-((
Tweety8008
23.11.2025, 13:52
Gesetzliche Rente:
Otto Bismarck hat die Rentenversicherung damals als Kapitalgedecktes Investment eingeführt (semi-ähnlich zu den erfolgreichen 401k und Roth IRA System der USA): https://de.wikipedia.org/wiki/Kapitaldeckungsverfahren
Konrad Adenauer hat daraus erst das dämliche Umlageverfahren für die aktuellen Rentner gemacht.
Wie gesagt, viel schlimmer finde ich, dass die gesetzliche Rente, die “nur” 85% der arbeitenden Menschen in Deutschland absichert, trotzdem von 100% der Steuerzahler mitfinanziert wird. Aber solange Leute Ü65 oder Ü75 das gleiche Wahlrecht haben wie U30/U40, wird sich auch nichts ändern.
KV:
Solange die Ärzte weiterhin stationär (und da entstehen ja die meisten Kosten) operieren können und es immer bezahlt wird nach Diagnose, wird sich auch nichts ändern.
Meine PKV hat mir zum 01.01.2026 den Beitrag erhöht von 609EUR auf 688EUR im Monat… auch nicht spaßig. 2020 waren es noch 420EUR. Bin aktuell Mitte 30 nur als Referenz.
Edit: Prozentual zum GKV Maximalbeitrag als Kinderloser habe ich 2020 aber 57% gezahlt und 2026 nun 55%.
StuartProwerFaktor
23.11.2025, 15:17
Das wird auch noch weiterhin immer teurer werden. Helfen kann da nur konsequente Digitalisierung (gegen alle Widerstände), welche den Namen auch verdient hat, die Limitation von Maßnahmen bei Hochbetagten und bestimmten Krankheiten (z.B. wie in GB) und vielleicht sowas wie ein Primärarztsystem. Sowas würde mir spontan einfallen. Alles andere bisher ist eher Flickschusterei.
Viel schlimmer finde ich das Rentensystem.
150 Mrd aus Steuergeldern gehen da rein (und ein kleiner Teil auch von mir), aber ich werde nie davon profitieren….
Genausowenig profitieren da die (meisten) regulär in der GRV versicherten Angestellen.
Der Zuschuss ist nämlich für die versicherungsfremden Leistungen (z.B. die aktuell diskutierte Mütterrente) gedacht. Tatsächlich schätzt man sogar, dass der Zuschuss um ca. 40 Milliarden € zu gering ist, die von den GRV-Versicherten querfinanziert werden müssen.
Insofern sparen wir sogar indirekt etwas Geld, weil unser Steueranteil in den GRV-Zuschuss eigentlich noch größer sein müsste.
Gleiches Problem in der GKV. Dadurch das der Bundeszuschuss für Aufstocker, Bürgergeldempfänger, Flüchtlinge zu gering ist, müssen diese durch Beitragszahler mitfinanziert werden.
Der Zusatzbeitrag könnte sofort sinken statt weiter zu steigen, wenn der Bundeszuschuss kostendeckend wäre.
Tweety8008
23.11.2025, 16:01
Ich finde es lustig, wie du von “Sparen” schreibst, während 150 Mrd EUR Steuergeld jährlich in der DRV versenkt werden.
Das ist wie meine Freundin, die einen Sale bei Versace sieht und sich die Handtasche für 2000EUR kaufen will, weil sie ja da so viel sparen würde.
Ich finde es lustig, wie du von “Sparen” schreibst, während 150 Mrd EUR Steuergeld jährlich in der DRV versenkt werden.
Das ist wie meine Freundin, die einen Sale bei Versace sieht und sich die Handtasche für 2000EUR kaufen will, weil sie ja da so viel sparen würde.
Das hängt davon ab, was du unter "Versenken" versteht. Wenn du der Meinung bist, man hätte die Rentner im Osten nach der Wende einfach verhungern lassen sollen (haben schließlich nie eingezahlt) oder man sollte Erziehungszeiten nicht positiv für die Rente bewerten, dann kann man es tatsächlich so sehen.
Falls man aber grundsätzlich der Meinung ist, das es die Aufgabe einer modernen Gesellschaft ist, diese Ausgleichzahlungen zu tätigen, dann sind es eben 190 Mrd die dafür notwendig sind.
Dann ist es durchaus vorteilhaft für uns, dass wir uns nur an den 150 Mrd beteiligen müssen, während ein GRV-Versicherter die komplette Last der 190 Mrd zu tragen hat.
Mit meinem Beitrag wollte ich nur das häufige Missverständnis aufräumen, dass der Staat die gesetzlichen Renten bezuschussen würde. Das ist eben falsch, er zahlt nur (rechnerisch sogar zu wenig) für Leistungen, die eigentlich gar nicht in die gesetzliche Rente gehören würden.
Tweety8008
23.11.2025, 18:11
Das hängt davon ab, was du unter "Versenken" versteht. Wenn du der Meinung bist, man hätte die Rentner im Osten nach der Wende einfach verhungern lassen sollen (haben schließlich nie eingezahlt) oder man sollte Erziehungszeiten nicht positiv für die Rente bewerten, dann kann man es tatsächlich so sehen.
Falls man aber grundsätzlich der Meinung ist, das es die Aufgabe einer modernen Gesellschaft ist, diese Ausgleichzahlungen zu tätigen, dann sind es eben 190 Mrd die dafür notwendig sind.
Dann ist es durchaus vorteilhaft für uns, dass wir uns nur an den 150 Mrd beteiligen müssen, während ein GRV-Versicherter die komplette Last der 190 Mrd zu tragen hat.
Mit meinem Beitrag wollte ich nur das häufige Missverständnis aufräumen, dass der Staat die gesetzlichen Renten bezuschussen würde. Das ist eben falsch, er zahlt nur (rechnerisch sogar zu wenig) für Leistungen, die eigentlich gar nicht in die gesetzliche Rente gehören würden.
Deine politischen und finanziellen Vorstellung sind ja des Wahnsinns.
Aber schön, dass du die Mütterrente vom Söder so unterstützt!
Relaxometrie
23.11.2025, 18:25
Mit meinem Beitrag wollte ich nur das häufige Missverständnis aufräumen, dass der Staat die gesetzlichen Renten bezuschussen würde. Das ist eben falsch, er zahlt nur (rechnerisch sogar zu wenig) für Leistungen, die eigentlich gar nicht in die gesetzliche Rente gehören würden.
Wie kann man sich dieses gesamte Finanzdrama, welches Deutschland sich leistet, nur so schönrechnen? Der Generationenvertrag funktioniert mit jahr(zehnt)elanger Ansage nicht mehr und die mathematischen Fakten liegen für jeden daran Interessierten auf dem Tisch. Es traut sich nur kein Politiker da ran, weil...........siehe mein erstes Posting.
Relaxometrie
23.11.2025, 18:38
Ich befürchte, die fetten Jahre sind vorbei....
Auf jeden Fall. Das ist meiner Meinung nach aber schon seit Jahren klar. Und zwar nicht nur, weil wir, was die Sozialsysteme angeht, völlig über unsere Verhältnisse leben, sondern auch, weil andere Länder agiler sind.
Ich vermute, dass wir die Kosten, die durch unsere Rundum-Sorglos-Vollkasko-Mentalität entstehen, auf Dauer nicht tragen können werden, da wir dann international nicht mehr konkurrenzfähig sind. Ich sage nicht, dass ich das schön finde, aber so wird es meiner Meinung nach kommen. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall/ viele Urlaubstage/ viele Feiertage/ diverse soziale Absicherungen/ Gerichtsprozesse, wenn man nicht bekommt, was man möchte/ Leistungen für viele Menschen, die nie in die Sozialsysteme eingezahlt haben: wenn wir diese Kosten auf die von uns exportierten Waren aufschlagen, müssen wir wohl bald feststellen, dass z.B. China die Dinge einfach schneller und günstiger produziert.
Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm wurde kürzlich zitiert mit: "Im Jahr 2029 wird der gesamte Staatsetat für Soziales, Zinsen und Verteidigung nötig sein." Ferdinand von Schirach hat kürzlich wohl gesagt (ich habe es nicht live gehört, aber einen Artikel über die Talkshow gelesen), dass 50% der Verwaltungsrichter mit Asylverfahren beschäftigt seien.
Wir wollen es in allen Bereichen 110%ig machen und die Welt retten. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.
Wie kann man sich dieses gesamte Finanzdrama, welches Deutschland sich leistet, nur so schönrechnen? Der Generationenvertrag funktioniert mit jahr(zehnt)elanger Ansage nicht mehr und die mathematischen Fakten liegen für jeden daran Interessierten auf dem Tisch. Es traut sich nur kein Politiker da ran, weil...........siehe mein erstes Posting.
Irgendwie scheint mein ursprünglicher Beitrag etwas falsch verstanden zu werden. Ich muss mir gar nix schön rechnen und noch weniger finde ich das aktuelle System sinnvoll oder tragfähig.
Ich halbe lediglich begründet, warum die Aussage "Bäh, meine Steuergelde fließen in die GRV obwohl ich ja gar keine Rente daraus bekomme" eben AFD-Stammtisch-Niveau ist und die tatsächlichen Begebenheiten eben komplizierter sind.
Der Generationenvertrag funktioniert mit jahr(zehnt)elanger Ansage nicht mehr und die mathematischen Fakten liegen für jeden daran Interessierten auf dem Tisch. Es traut sich nur kein Politiker da ran, weil...........siehe mein erstes Posting.
Natürlich braucht es (einschneidende) Änderungen, aber hast du spontan ein Alternativsystem, dass sowohl die Interessen der kommenden als auch die der aktuellen Renter berücksichtigt? Auch der genauere Blick ins Ausland ist oft ernüchtern weil selbst die Systeme, die immer als Vorbild genannt werden so langsam Probleme bekommen.
Auch sollte man vorsichtig sein, was man sich wünscht. Denn wenn es irgendwann mal relevante Änderungen gibt, dürfte es extrem Wahrscheinlich sein, dass sich die Situation für uns Ärzte (Versorgungswerkmitglieder) eher verschlechtern wird.
LasseReinböng
23.11.2025, 19:07
Das demographische Problem sieht in Europa doch sehr ähnlich aus, die Subventions- und Umverteilungsphantasien sind gefühlt jedoch bei uns kaum zu toppen.
Wie kann man sich dieses gesamte Finanzdrama, welches Deutschland sich leistet, nur so schönrechnen? Der Generationenvertrag funktioniert mit jahr(zehnt)elanger Ansage nicht mehr und die mathematischen Fakten liegen für jeden daran Interessierten auf dem Tisch. Es traut sich nur kein Politiker da ran, weil...........siehe mein erstes Posting.
Und sowohl deinen ersten Post, als auch diesen hier kann ich nur unterstützen!
Deine politischen und finanziellen Vorstellung sind ja des Wahnsinns.
Weißt du was "Netiquette" ist?
Aber schön, dass du die Mütterrente vom Söder so unterstützt!
Das hat Gendra zwar nie gesagt, aber interessant was du anderen unterstellst.
Und ja mei, das ist eine Maßnahme von vielen. Die grundsätzliche Idee, dass es im Interesse eines Staates ist eine Mutterschaft zu fördern finde ich grundsätzlich nicht schlecht. Wenn du jetzt noch eine Vorstellung davon hättest wie grottenschlecht die Kinderbetreuung in Bayern funktioniert, dann würdest du die Intention von Söder verstehen. Die eigenen Wähler mit Geldgeschenken ruhig zu halten weil man bei anderen Bereichen wie der Kinderbetreuung völlig versagt hat... Politik halt.
Unter https://rentenupdate.drv-bund.de/DE/1_Archiv/Archiv/2023/01_Bundesmittel_und_zuschuesse.html kannst du dir übrigens anschauen wie hoch die Zuschüsse sind. Und davon sind die "allgemeinen Zuschüsse" am Höchsten. Auch mal interessant. Das grundsätzliche Problem der Rentenversicherung ist also um MEILEN größer als das Geschenk an die Mütter.
Apropos Geschenk an die Mütter: jede Partei überlegt sich halt welche Geschenke sie an ihre Wähler verteilt oder welche Änderungen sie verhindert.
Und nicht falsch verstehen. Ich unterstütze die Mütterrente nicht! Ich würde mir sinnvolle Kinderbetreuungszeiten wünschen, dann könnten meine Frau und ich insgesamt mehr arbeiten. Da wäre mMn das Geld besser aufgehoben. Und wir würden mehr Steuern zahlen und mehr in die Rentenkassen einzahlen was der Rentenkasse wieder hilft usw...
Auch sollte man vorsichtig sein, was man sich wünscht. Denn wenn es irgendwann mal relevante Änderungen gibt, dürfte es extrem Wahrscheinlich sein, dass sich die Situation für uns Ärzte (Versorgungswerkmitglieder) eher verschlechtern wird.
Ich hab in manchen Punkten sehr klare Vorstellungen was ich mir wünsche:
- große Änderungen bei den Beamten. Vor allem erstmal Lehrer raus. Dann dass Beamte auch und grundsätzlich in die Rentenkassen einzahlen und dort raus auch ihr Geld bekommen. Nicht ein extra-System bei dem ein Beamter Pension bekommt die so krass viel höher sein kann als ALLES was ein Angestellter erreichen kann.
- Private Kassen kastrieren. JEDER soll einfach mal eine Pflichtversicherung in der GKV bekommen und die Beamten gern eine Zusatzversicherung bei den Privatkassen. Selbständige auch in der GKV und wer will kann sich gerne zusätzlich versichern. Dieses "ich spare als Junger und versuche dann kurz vor knapp noch in die GKV zu wechseln" kotzt mich an. Und dass der Staat da so viel in die PKV für die Beamten reinbuttert versteh ich auch nicht während er gleichzeitig die GKV querfinanziert.
usw... ich würd mir da schon viele Dinge wünschen. Auch DRV im Allgemeinen. Dass da viel mehr Leute einzahlen müssten.
Aber das sind ja alles die großen Dinge, das eigentliche Thema war dieses "GKV wird auf 20% steigen". Und ja, das glaube ich auch. Die Kosten steigen, die Politik dreht an Stellschrauben. Ich weiß noch nicht ob die Krankenhausstrukturreform so viel ändern wird. Vor allem weil Bayern als Flächenland dann ja wahrscheinlich doch wieder sagen wird "och, wir brauchen doch alle Leistungsgruppen in allen Krankenhäusern wie früher auch". Ich hab da nicht so viel Hoffnung auf große Änderungen.
Hybrid-DRGs ändern was. Ändern sogar teils viel. Aber nicht alles daran ist sinnvoll und gut. Das wäre ein eigenes großes Thema...
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