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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arzt im Medizincontrolling



Sherlock16
23.02.2026, 06:25
Guten Morgen zusammen, mich würde interessieren, ob wir hier Ärzte haben, die im Controlling gelandet sind und wenn ja:

1. wie findet ihr es?
2. wie ist das Gehalt? Die Arbeitszeiten?
3. wie seid ihr da rein gekommen, welche Weiterbildung?

Ich freue mich sehr über eure Erfahrungen und Tipps :)

anignu
24.02.2026, 12:04
Ich kann für einen Kollegen sagen dass der sehr zufrieden ist weil er raus ist aus den ganzen Diensten. Gehalt ist bei ihm das ärztliche Gehalt nach Tarif. Das hatten wir mal diskutiert weil ich gemeint hatte warum nicht TVÖD statt TVÄ VKA weil er ja nix mehr Ärztliches macht, aber er sagte mir irgendwas von wegen "die Vereinigung der ärztlichen Medizincontroller (wie auch immer die heißt) hätte eine Stellungnahme abgegeben dass die ärztlichen Medizincontroller auch nach TVÄ bezahlt werden müssten". Und rein kam er als Assistenzarzt kurz vorm Facharzt in der Chirurgie weil er früher immer in den MDK-Sitzungen saß (ja, damals war es noch MDK) und einfach gefragt wurde als die Kollegin die das für die Gesamtklinik gemacht hat in den Ruhestand ging. Seinen Facharzt hat er dann noch gemacht und nach 5 Jahren hat er OA-Bezahlung bekommen.

Zusammenfassung für den einen Kollegen: er mag es und ist da sehr zufrieden, Gehalt ist bei ihm TVÄ VKA als OA aber halt ohne Dienste, Arbeitszeiten sind sehr gut weil echte 40h und ein wenig Gleitzeit, und reingekommen ist er zufällig.

TaraTamm
25.02.2026, 13:57
OA Gehalt als Medizincontroller am Schreibtisch ist schon krass. Dann auch noch tarifgebunden mir regelmäßigen Erhöhungen. Würd ich auch einsteigen zu den Konditionen.

anignu
25.02.2026, 23:09
Mei, auf der anderen Seite erwirtschaftet er sicherlich auch ziemlich viel. Wenn ich mir überleg wie man verschiedene Dinge unterschiedlich verschlüsseln kann und damit manchmal so richtig viel Kohle rausholt... Und für Diskussionen mit der Krankenkasse hat er halt auch deutlich mehr Hintergrundwissen als ein angelernter Controller.

Ich find das sinnvoll. In meiner letzten Klinik durfte ich als fortgeschrittener Assistenzarzt mich um die Diskussionen mit den Kassen kümmern. Da kann ich garantieren dass mein Fokus nicht das Einlesen in sämtliche Details und Begründungen war, ich hatte ja vor allem Patienten zu versorgen und operieren zu lernen. In der jetzigen Klinik kümmert sich auch eine Ärztin darum. Das macht sehr viele Dinge sehr viel entspannter und vom Gefühl her macht die das auch richtig gut.

Ich denke immer man muss an den richtigen Stellen sparen oder Geld ausgeben. Ein guter Medizincontroller kann so viel erwirtschaften, das macht so viel Sinn sich da jemand Gutes zu leisten. Da gibt es so viele andere Stellen in der Verwaltung...

Ergänzung: und was man auch sagen muss, er leitet ja den Bereich auch in gewisser Weise. Also hat Verwaltungsfachleute/Controller unter sich die er beaufsichtigt etc.. Vergleiche TVÄ VKA "Oberärztin/ Oberarzt ist diejenige Ärztin/ derjenige Arzt, der/ dem die medizinische Verantwortung für selbstständige Teil- oder Funktionsbereiche der Klinik bzw. Abteilung vom Arbeitgeber ausdrücklich übertragen worden ist.".

TaraTamm
26.02.2026, 12:17
Da geb ich dir vollkommen recht. Wollte nicht missgünstig klingen. Ist gut, dass das so gut bezahlt ist. Hätte ich nur einfach nicht erwartet. Die meisten nicht klinischen ärztlichen Tätigkeiten sind ja leider nicht so gut bezahlt.

Würde mir das jemand so anbieten, würde ich die Stelle vermutlich wirklich auch annehmen. Jedenfalls lieber als noch mal als Oberärztin zu arbeiten. Und klingt auch besser als Medizinischer Dienst.