Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arbeitsvertrag: Befristung auf 5 Jahre Weiterbildungszeit trotz Teilzeit?
Caramel3009
24.02.2026, 15:10
Hallo alle zusammen,
ich habe meinen Arbeitsvertrag für meine baldige Stelle als Assitenzärztin der Inneren Medizinbekommen - der Vertrag ist befristet auf 5 Jahre. Mit der darunterstehenden Begründung, dass das die Dauer der Weiterbildung ist.
Allerdings ist es eine Teilzeitstelle mit 80 %, daher dauert die Weiterbildung natürlich dementsprechend länger. Ist dort bei Erstellung des Vertrags ein Fehler passiert oder ist es üblich, dass die Befristung trotzdem bei der Regel-Weiterbildungszeit liegt?
Bender B. Rodriguez
24.02.2026, 15:51
Ohne Grund darf ein Arbeitsvertrag maximal auf zwei Jahre befristet sein.
In deinem Fall liegt ein Sachgrund vor, nämlich die Weiterbildung.
Bei einer 80%-Stelle müsste die Frist also eigentlich länger sein. Vermutlich wurde da einfach die gleiche Zeit genommen wie immer, was dann ein Fehler wäre.
Inwieweit das aber üblich ist, kann ich nicht sagen.
TaraTamm
26.02.2026, 18:24
Zu meiner Weiterbildungszeit hätt ich gesagt: Sei einfach so gut und zuverlässig, dass sie dich eh verlängern.
Aber heutzutage würd ich drum bitten, die Befristungszeit anzupassen. Nicht dass sie in 5 Jahren einen Optimus statt dir einstellen. Laut Musk sind die schon in 3 Jahren besser als jeder Chirurg 🙄
Speranza100
26.02.2026, 19:52
Ich würde auch auf jeden Fall darum bitten (v.a. wenn es dein Wunsch ist), den Vertrag anzupassen, bzw ersteinmal "verwundert" nachfragen, wie es dazu kommt und ob eine Anpassung möglich ist.
Ich vermute auch, dass einfach der Standard gemacht wurde ohne nachzudenken,
wobei bei mir die Verträge immer in der JAhreszahl richtig waren (vieles andere immer mal wieder nicht...) betreffend der benötigten Weiterbildungszeit oder sogar darüber hinaus.
Bevor du dich später ärgerst frag lieber einmal nach.
Im besten Fall wäre es ein Formfehler und führte dadurch zu einem unbefristeten Vertrag, könnte man einen entsprechenden MB-Anwalt mal fragen.
Ein Arzt in Weiterbildung mit dem Ziel der Weiterbildung wird wohl niemals unbefristet beschäftigt werden können
Bender B. Rodriguez
05.03.2026, 04:01
Ich bin unbefristet und in (zweiter) Weiterbildung. Aber ist wohl wirklich ne Ausnahme.
Wir hatten gerade einen ähnlichen Fall, dass ein Weiterbildungsvertrag nicht korrekt aufgesetzt war und somit die Befristung ungültig war.
detysnow
05.03.2026, 17:42
Ein Arzt in Weiterbildung mit dem Ziel der Weiterbildung wird wohl niemals unbefristet beschäftigt werden können
Naja doch, vor allem in kleinen Häusern mit etwas Personalnot gibt es das schon. An großen Kliniken und vor allem Uni-Kliniken (wo man dank Wissenschaftszeitgesetz sogar der Oberärzte gerne befristet) gibt es das aber tatsächlich faktisch nicht.
Naja, die Befristung ist ja für beide Seiten. ;-)
Ich möchte den Chef oder Personaler sehen, der nach 5 (!) Jahren Ausbildung einen (Fast-) Facharzt gehen lässt, und sich stattdessen einen neuen Anfänger ins Haus holt. Die Realität sieht doch mittlerweile an den meisten Häusern so aus, dass man eh kein Personal mehr findet und das vorhandene nach allen Regeln der Kunst pampern müsste. Dass das oftmals noch anders ist und manche Personaler und Chefs die Realität nur mit dem Hammer kapieren sei mal dahingestellt...
Ich kann dir diese Chefs bzw. Klinikverwaltungen zeigen. In meiner alten Klinik zählt nur einsparen, einsparen, einsparen. Wozu ein Facharztgehalt zahlen wenn man stattdessen ein Gehalt für einen Anfänger zahlen kann?
Sowas wie Erfahrung und Skills mögen in der Anästhesie vielleicht relevant sein aber vielen internistischen Kliniken ist es völlig egal, was sie Leute können, die auf Station rumschimmeln. In meiner alten Abteilung wurden sämtliche (Fast)Fachärzte weggeekelt bzw. die Verträge nach dem Facharzt nicht verlängert und ausschließlich Berufsanfänger neu eingestellt… dass der Laden jetzt hinten und vorne nicht mehr läuft, geschenkt…..
Arrokoth
07.03.2026, 10:09
Klingt nach strukturschwacher Region oder unbeliebtem Fach. Dass die "meisten" Häuser kein Personal finden und Assistenzärzte pampern würden, scheint mir eine etwas aus der Zeit gefallene Vorstellung zu sein. So ziemlich überall hört man seit einigen Jahren, dass der Arbeitsmarkt sehr rau geworden ist und die Stellensuche frustriert. Deckt sich auch mit meiner Erfahrung.
Wenn die Oberarztstellen gesättigt sind, hat ein Haus doch kein Interesse daran, einen teuren Facharzt zu halten, der eigentlich OA-Ambitionen hat, aber nur die Arbeit eines Assistenzarztes macht. In meiner letzten Klinik wurde ein frischer Facharzt auch rausgeekelt und dann ganz flugs ein ehemaliger PJ als Ersatz eingestellt.
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