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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Facharztweiterbildung ambulant / Hund mit in Praxis



DieF?chsin
13.04.2026, 22:13
Hallo,
ich wollte mich mal nach euren Erfahrungen bzgl Hundmitnahme in Praxis während der Facharztweiterbildung erkundigen.
Überlege aktuell nach der Pflichtzeit im stationären Bereich den Internisten ambulant fertig zu machen. Ich habe eine Hündin und würde sie während der restlichen ambulanten Weiterbildung gerne mit in die Praxis nehme. Habe es mittlerweile schon von unterschiedlichen Praxen (z.B. Schmerzmedizin, Allgemeinmedizin) gehört, dass die Ärzte ihre Hunde dabei haben.
Habt ihr Erfahrungen damit wie das in der Weiterbildung gehandhabt wird? Wie habt ihr das im Einstellungsgespräch angesprochen und wie gut funktioniert es in der Praxis.
Grüße ��

anignu
13.04.2026, 22:55
Ist überhaupt kein Problem. Ich hab meine Kinder auch jeden Tag und dauernd in der Arbeit dabei. Ich mein die sitzen dann im Arztzimmer und spielen friedlich am Handy oder liegen schlafend in ihren kleinen Bettchen. Hin und wieder ein bissl Aufmerksamkeit das passt schon.

Relaxometrie
14.04.2026, 00:22
Ich habe mein Terrarium mit Klapperschlangen und Kröten immer mit in die Praxis genommen, da es mir dort sicherer aufgehoben zu sein schien. Wer weiß, was sonst zu Hause während meiner Abwesenheit mit den Tieren passiert wäre.

StuartProwerFaktor
14.04.2026, 07:07
Mein alter Hausarzt hatte auch immer seinen Hund in der Praxis, warum auch nicht?

Bender B. Rodriguez
14.04.2026, 07:52
Ich stelle mir nen Hund in der Praxis schwierig vor. Ich finde, man riecht Hunde einfach und es ist kein angenehmer Geruch. Außerdem sind viele Menschen allergisch gegen Tierhaare. Als Patient würde ich es nicht gut finden, aber das ist sicherlich Geschmackssache.

Ich denke, die Auswahl an hausärztlichen Arbeitgebern, die das befürworten, dürfte eher klein sein. Vielleicht findest du eine Praxis in der es schon Hunde gibt, weil der Arbeitgeber Hundebesitzer ist?

Ich weiß nicht, ob es ggf. auch hygienische Bedenken geben kann und was die Gewerbeaufsicht zu sowas sagt.

anignu
14.04.2026, 08:29
Mein alter Hausarzt hatte auch immer seinen Hund in der Praxis, warum auch nicht?
Warum nicht? Wenn das mein Angestellter machen würde?
- aus hygienischen Gründen
- weil es Patienten gibt mit Angst/Allergie/Aversion etc. gegen Hunde
- weil es Patienten ablenkt, die Patienten aus Interesse/Höflichkeit Fragen zum Hund stellen und das aufhält -> der Laden soll laufen
- weil es den AN ablenkt wenn der sich den ganzen Tag doch immer wieder mit dem Hund beschäftigt statt zu arbeiten -> der Laden soll laufen
usw...

Meiner Meinung nach haben Hunde in einer Praxis grundsätzlich nichts verloren. Nur weil jemand das macht ist das noch kein Grund das zu befürworten. Eine Ausnahme gibt es für mich von dieser Regel nur wenn der Hund auch in irgendeiner Art einen therapeutischen Zweck hat.

DieF?chsin
14.04.2026, 08:41
Ich wollte jetzt hier keine Grundsatzdiskussion auslösen. Es gibt mittlerweile ja zum Glück wissenschaftliche Erkenntnisse darüber wie gut Hunde dem Menschen tun und was für positive Effekte z.B Bürohunde für das Arbeitsklima und die Effektivität der Mitarbeiter haben.
Selbst in unserer Lehrpraxis im Studium für Allgemeinmedizin hatten beide Praxisinhaber ihre Hunde dabei. Das hygienische Problem seh ich nicht, wenn der Hund in seinem Körbchen liegt. Mal davon abgesehen, dass wir einen Assistenzhund ja auch überall rein lassen, es mittlerweile zum Glück vielerorts Patientenbesuchshunde gibt und wir ja nicht von der KMT-Station sprechen.

Bender B. Rodriguez
14.04.2026, 09:34
Es gibt mittlerweile ja zum Glück wissenschaftliche Erkenntnisse darüber wie gut Hunde dem Menschen tun und was für positive Effekte z.B Bürohunde für das Arbeitsklima und die Effektivität der Mitarbeiter haben.

Bestimmt placebokontrolliert/doppelverblindet, nicht wahr? ;)

Selbst wenn es Studien über positive Aspekte auf Menschen gibt, kann man die nicht für allgemeingültig erklären.

Ich mag Hunde in meiner Umgebung nicht besonders. Weil ich allergisch bin und den Geruch und das Gesabber eklig finde. Und ich bin vermutlich nicht der einzige.

Das bedeutet, wenn es einen Hund gibt, wird es Menschen geben, die sich daran stören. Wenn es keinen gibt, wird das niemanden stören. Warum sollte ein Arbeitgeber sich ein potenzielles Problem ins Haus holen, wenn er nicht gerade selbst Hundeliebhaber ist und ein entsprechendes Modell betreibt?

Was für Antworten bzw. Erfahrungsberichte wünscht du dir darüber hinaus für diese Nischenfrage?

Feuerblick
14.04.2026, 10:09
Musst du am Ende mit dem Praxisinhaber klären, ABER wäre ich dieser, würde ich „nein“ sagen. Ich liebe Hunde, aber wie bereits aufgeworfen
- gibt es Menschen mit schweren Allergien (hab ich in meinem Freundeskreis)
- gibt es Menschen mit Angst vor Hunden
- ist es hygienisch gesehen fragwürdig, weil der Hund eben nicht die ganze Zeit in seinem Körbchen liegt.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Gesundheits- und Gewerbeaufsichtsamt von Hunden in Arztpraxen begeistert wären.
Im Büro mag das anders sein, denn da hat man keinen oder wenig Publikumsverkehr.

DieF?chsin
14.04.2026, 10:21
https://www.zwp-online.info/zwpnews/dental-news/branchenmeldungen/hui-oder-pfui-hunde-in-der-arztpraxis-das-sagt-der-experte

Wie gesagt ich wollte keine Grundsatzdebatte auslösen. Mir geht es primär um die Erfahrungsberichte von Kolleg*innen, die ihre Hunde mit in die Praxis nehmen.

Der verlinkte Beitrag ist bereits aus 2019.
Das Fazit des Artikels:
Wie hier dargestellt, wird das von Hunden ausgehende Hygienerisiko oft überschätzt. Ein paar einfache Hygienemaßnahmen reichen aus, um die hauptsächlich übertragenen Erreger (Hautpilze, potenziell pathogene Darmbakterien, Ektoparasiten) fernzuhalten. Artgerechter Umgang und gute Pflege einschließlich Impfung und tierärztlicher Überwachung senken das Risiko vor allem im Setting „Arztpraxis“ auf das normale bevölkerungsübliche, das wir alle tragen müssen, wenn wir am Leben teilhaben wollen.

Bender B. Rodriguez
14.04.2026, 11:14
Das bedeutet, der Praxisinhaber kann sich entscheiden, ob er Maßnahmen treffen will, um Hygienerisiken auf das übliche Maß zu reduzieren. Oder einfach nichts macht und auf den Hund verzichtet. Bzgl. Hygiene hat er dann das gleiche Ergebnis.

Ich weiß, was ich tun würde.

StuartProwerFaktor
14.04.2026, 11:36
Hunde sind kein relevantes Hygienerisiko. Selbst Immunsupprimierten wird nicht dazu geraten, einen bestehenden Hund abzuschaffen.
Ich glaube es kommt immer auch ein wenig auf den Kontext an, auf dem Land vermutlich unkritischer als in einer Beamtenstadt. Wenn der Hund eher klein ist und irgendwo unterm Tisch pennt wohl unproblematisch (schon öfter so gesehen). Ist das so ein riesen Sabber-Vieh, was dann ggf. noch kläfft ... besser lassen.

Bender B. Rodriguez
14.04.2026, 13:25
Ich bin auf das Fazit des verlinkten Artikels eingegangen.

Nichts tun ist erstmal einfach als irgendetwas tun, auch wenn es nur wenig ist.

Differenzierung zwischen den Hundearten ist natürlich wesentlich. Das stimmt.

Um was für nen Hund handelt es sich? Goldie? Labrador?

Annaly
14.04.2026, 15:36
Hey, ich kann da was zu erzählen, zwar nicht vom eigenen Hund, aber ein ehemaliger Chef von mir hat seinen Hund relativ oft mit in die Praxis genommen.
Als Einschränkung muss ich aber sagen: er war nicht im eigentlichen "Praxisbereich", sondern im hinteren Bereich von Büro/Aufenthaltsraum/Personaltoiletten/Umkleide, wo kein Publikumsverkehr/Patienten hinkamen und zwei Türen zu überwinden gewesen wären, um vom Flur zum Hund zu gelangen. Er lag da dann entspannt in seinem Körbchen während der Sprechstundenzeit und wir haben alle (MFAs, Chef und ich) zwischendurch mal nach ihm gesehen wenn man eh zur Toilette musste und sich dann auch ein paar Minuten mit ihm beschäftigt.
Der war so wirklich nach außen nicht zu bemerken. Allerdings auch schon älter, gut erzogen, nie gebellt und wie gesagt oft dabei in den Räumlichkeiten und von uns Angestellten war niemand allergisch oder ängstlich (wurde vorher immer bei allen neuen, auch Praktikantinnen, ohne Druck abgefragt). Geruch bei Regen war klar mal mehr, aber in dem Raum haben unsere Regenjacken und nassen Schuhe dann eh auch vor sich hin gemieft.

Ich hatte dann genau auch wegen der Hygiene den Chef gefragt, weil ich das für die Zukunft einfach mal gut zu wissen finde (Tier krank, muss vielleicht regelmäßiger beobachtet werden, aber man kann wegen Selbstständigkeit nicht einfach mal "krank" machen) - er hatte wohl damals bei einer Begehung seiner OP Räume (nicht da vor Ort, sondern in einem KH angemietet) die entsprechende Person gefragt und dann nach einer Begehung der Praxisräume die Aussage bekommen, sei kein Thema, da nicht in den Patientenzimmern und die Praxis keine invasiven Tätigkeiten vornimmt und auch auf normale Hygiene hingewiesen (also Hände waschen/Desinfizieren nach Kontakt analog zum Toilettengang)

Ich denke, möglich ist es sicherlich, ABER als angestellte Ärztin, dann auch noch in Weiterbildung, würde ich glaub ich das Ganze irgendwie erst im Laufe der Zeit mal ansprechen, wenn klar ist, wie die allgemeine Meinung zu so was ist und man mit seinen Vorgesetzten gut sprechen kann. Außer da läuft/laufen schon Hunde herum, dann könnte man dies vielleicht im Laufe von Verhandlungsgesprächen mal andeuten. Ich würde es ehrlich gesagt erst machen, wenn du nicht mehr von dem Goodwill deiner Vorgesetzten abhängig bist und dann selbst bei den Ämtern das Ganze auch schriftlich abgesegnet bekommst.

FirebirdUSA
17.04.2026, 16:53
Quelle: IWW Institut https://share.google/eOhb8jaUPo3LOjB6q

Da geht es um Zahnarztpraxen

Zilia
24.04.2026, 11:49
Falsches Studium. In einer Tierarztpraxis wäre das eher kein Problem.

Sealwolf
30.04.2026, 10:26
Falsches Studium. In einer Tierarztpraxis wäre das eher kein Problem.

Ich denke, gerade da würde es Chaos stiften, hätte der Tierarzt seinen eigenen Hund mit im Sprechzimmer :-)

Hier bei uns wurde gerade jemand eingestellt, der nur mit Hund (allerdings "Therapiehund") kommen wollte. Da Ärzte stark gesucht sind, ist man der Person entgegengekommen. Wir sind ein MVZ, es gab Einsprüche (Kollegen mit Angst, mit Allergie etc.) - nun bekommt der Hund seinen eigenen Eingang gebaut und ein abgetrenntes Sprechzimmer, in den allgemeinen Bereich darf er nicht.

Feuerblick
01.05.2026, 08:00
Och, meine Tierärztinnen haben ihren Hund immer vorn im Wartezimmer. Manchmal sogar einen weiteren im Untersuchungszimmer. Sind gut sozialisierte Tiere, die kaum aus der Ruhe zu bringen sind. Und sie bleiben einfach da liegen, wo sie abgelegt werden. Geht also schon.