PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Haftpflicht und Regressversicherung als Angestellter



Sealwolf
25.04.2026, 11:30
Hallo liebe Foristen!

Ich unterliege als angestellter Arzt im MVZ dem TV Ärzte VKA. Trotzdem frage ich mich, ob eine eigene Regressversicherung (grobe FAhrlässigkeit etc.) sinnvoll ist. Auch eine eigene Berufshaftpflicht würde mich interessieren; ich hab schonmal einen Anlauf unternommen, bin aber an einem großen Anbieter (nenne mal keine Namen) abgeprallt: Anfrage war nach der Haftpflicht, wurde dann mit Beratung und Verkaufsgesprächen bezüglich vieler weiterer Versicherungen überhäuft und hab`s dann ganz gelassen.

Was habt Ihr so? Gibt es Tipps?

Grüße! Schönes Wochenende!

S.

Nefazodon
25.04.2026, 23:48
Berufshaftpflicht ist eigentlich unkompliziert, da meines Wissens alle Ärztekammern einen Gruppenvertrag mit einem bestimmten Anbieter geschlossen haben. Ist in der Regel auch sehr günstig, für angestellte Ärzte, da die Risiken überschaubar sind. Klar nutzen die Versicherungsanbieter das primär als Lockangebote für Verkaufsgespräche. Aber muss man ja nicht drauf eingehen.

In einem ersten Schritt würde ich dir jedoch empfehlen, einmal deinen Arbeitgeber zu bitten, dir die Versicherungsbedingungen seines Versicherers zukommen zu lassen. Das kann ganz erhellend sein. Dann weißt Du nämlich, ob Fahrlässigkeit oder grobe Fahrlässigkeit versichert ist, wie die Deckungssummen sind, und was mögliche Deckungslücken sind.

Letztlich würde ich eine eigene Haftpflich als Restrisikoversicherung aber immer empfehlen, einfach, weil sie so billig ist.

Bei der Regressversicherung bin ich mir nicht ganz so sicher. Auch hier würde ich ggf. den AG fragen, wie Regresse im MVZ geregelt sind.

Ich glaube der Marburger Bund bietet eine Berufshaftpflicht mit Regressschutz an. Dafür muss man aber natürlich Mitglied sein. Und die genauen Bedingungen kenne ich da auch nicht.

Sealwolf
26.04.2026, 16:21
ok, danke für die Info. Tatsächlich wurde so eine Frage von meinem AG quasi abgewunken mit "wir sind gut versichert, machen Sie sich keine Sorgen". Ich forsch mal nach.
Tatsächlich wäre die ergänzende Haftpflicht (als angestellter Arzt) damals gar nicht so billig gewesen; ich denke sowas wie 70 Euro/Monat..?
Naja, ich hab damals den Vertreter / Verkäufer mehrmals explizit einfach nach einem Vorschlag für eine Versicherung gefragt; der hat mich dann penetrant immer wieder in sein Büro eingeladen, mich geduzt und immer wieder betont, dass ich mich privat versichern soll etc. pp. Irgendwann hab ich den Kontakt dann abgebrochen. Ich wollte gar keinen Berater, hatt intial einfach die Versicherung angeschrieben mit der Frage: Bin FA, angestellt, will für Restrisiken eine eigene Berufshaftpflicht. An dem penetranten "Berater" kam man gar nicht vorbei.

Sealwolf
26.04.2026, 16:23
Wo wir grad bei dem Thema sind, vielleicht weiß das hier auch wer: Gerade wird eine Freundin, die sich niederlassen will, vom gleichen Verein "beraten". Natürlich rät man ihr für die Nierlassung zu 1000 und 1er Versicherung, man hat ihr gesagt, dass eine BU verpflichtend sei zur Niederlassung. Ohne bekäme man gar keinen Sitz. Stimmt das? Falls ja, wäre mein weiterer Weg easy: Ich hab keine BU und kriege auch (wegen Vorekrankungen) keine mehr. Ist das wirklich so?

anignu
26.04.2026, 16:40
Nein, natürlich ist das nicht so. Der Sitz selbst ist unabhängig von Versicherungen.

Das Problem ist nur dass manche Banken dir zur Finanzierung des Sitzes keinen Kredit ohne bestimmte Versicherungen geben weil sonst das Ausfallrisiko so hoch wäre. Also braucht man manchmal z.B. eine Risikolebensversicherung oder eben eine BU. Ein Freund von mir hat diesbezüglich aber nur eine Risikolebensversicherung gebraucht...