Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arbeiten in der Pharmakovigilanz/Arzneimittelsicherheit
ehemaligBenutzer_2026-08-03
25.07.2026, 11:49
Kennt sich jemand mit dem Thema aus bzw. arbeitet jemand aus dem Forum in diesem Bereich und hat Ratschläge?
Habe nach langer Zeit erfolgloser Bewerbungen für meine zwei Lieblingsfächer Augenheilkunde und Radiologie (in meinem gesamten Bundesland nur Absagen, ca. 100 Bewerbungen) angefangen, bei einer kleinen Firma in der Pharmakovigilanz zu arbeiten. Arbeitsbedingungen sind super, 100% Home-Office, Wochenenden immer frei, sehr entspannt.
Der Haken: geringe Entwicklungsmöglichkeiten in Karriere und Gehalt bei dieser Firma, verdiene 62k brutto, wird anscheinend auch so bleiben für 1-2 Jahre.
An die Leute die in dem Bereich arbeiten, wie stehen die Chancen für einen Wechsel nach 1-2 Jahren zu IQVIA/Böhringer/Parexel/Novo Nordisk/Roche/Novartis usw. ? Ich habe aber einen schlechten Lebenslauf, habe mehrere Jahre über Regelstudienzeit hinaus gebraucht, Noten sind nur ausreichend, keine Promotion.
Wäre sehr dankbar für eure Hilfe! :)
Nefazodon
25.07.2026, 14:45
Hallo ...,
erstmal herzlichen Glückwunsch zur Stelle! Seit wann arbeitest Du dort?
Was deine Chancen auf einen Wechsel zu einer der größeren Pharmafirmen angeht, möchte ich das wiederholen, was ich in dem anderen Thread von Dir bereits geschrieben habe: Das kann dir Niemand vorhersagen, da es von vielen Faktoren abhängt unter anderem auch von der aktuellen Wirtschaftslage und auch der konkreten wirtschaftlichen Situation der einzelnen Unternehmen.
Wenn Du bei einigen der großen Firmen anfangen möchtest, solltest Du dir bewusst sein, dass das wahrscheinlich eine gewisse Mobilität von dir erfordert.
Roche und Novartis haben ihren Hauptsitz ja bekanntlich in der Schweiz. Natürlich gibt es auch größere deutsche Niederlassungen, aber ob die bei dir in der Nähe liegen?
Um deinen Lebenslauf würd ich mir an deiner Stelle keine Sorgen machen. Der ist, wie er ist und Du kannst ihn eh nicht ändern. Ich glaube aber, niemand interessiert sich für die Noten im Studium. Wichtiger ist deine Arbeitserfahrung, und die erste Stelle hast Du jetzt ja!
Ein Knackpunkt für eine weitere Karriere in der Pharmaindustrie könnte aber die fehlende Promotion sein.
Kannst Du die Zeit nutzen um dich bei deinem jetzigen Arbeitgeber weiterzuqualifizieren und vielleicht eine Promotion anfangen oder die Facharztausbildung für klinische Pharmakologie?
So oder so, was die Bewerbungen angeht, bleibt dir aus meiner Sicht nur, es in 1-2 Jahren einfach zu versuchen. Deine Ausgangsposition dürfte mit 1-2 Jahren Berufserfahrung in einem relevanten Bereich jedenfalls besser sein, als sie es jetzt war, bei der ersten Stellensuche.
ehemaligBenutzer_2026-08-03
26.07.2026, 13:01
Danke dir :) es schadet aber nicht, paar Einblicke und Tipps zu bekommen von Leuten die in dem Bereich schon arbeiten. Kann nicht sein dass wir keine einzige Person im Forum haben die in dem Bereich arbeitet/Erfahrungen hat.
StuartProwerFaktor
02.08.2026, 12:58
Warum hast du dich nicht auf z.B. Innere, Chirurgie oder so beworben um Arbeitserfahrung zu sammeln und dann in die Wunschstelle zu rutschen? Ich wage mal zu behaupten, dass man mit 1-2 Jahren Erfahrung in den genannten Fächern, die einen medizinisch jetzt auch nicht dümmer machen, sicherlich wesentlich leichter dort eine Stelle bekommt.
Weil es nicht entspannend ist, man an den Wochenenden arbeiten muss und vor allem nicht im Homeoffice geht.
ehemaligBenutzer_2026-08-03
02.08.2026, 20:00
Weil es nicht entspannend ist, man an den Wochenenden arbeiten muss und vor allem nicht im Homeoffice geht.
Die Frage war an mich gerichtet, nicht an dich. :)
Du bist nicht mein Pressesprecher. Und nein, deine Antwort trifft nicht zu.
ehemaligBenutzer_2026-08-03
02.08.2026, 20:07
Warum hast du dich nicht auf z.B. Innere, Chirurgie oder so beworben um Arbeitserfahrung zu sammeln und dann in die Wunschstelle zu rutschen? Ich wage mal zu behaupten, dass man mit 1-2 Jahren Erfahrung in den genannten Fächern, die einen medizinisch jetzt auch nicht dümmer machen, sicherlich wesentlich leichter dort eine Stelle bekommt.
Ich beantworte gerne deine Frage :)
Ich war einfach nicht der Überzeugung, dass 1-2 Jahre Innere oder Chirurgie mir helfen würden bei einer späteren Bewerbung in der Augenheilkunde (oder alternativ Radiologie), ich habe mich langsam damit abgefunden, dass meine Noten und Lebenslauf mich schlicht unattraktiv gemacht haben für Augenheilkunde, wohl für immer, so resigniert das klingen mag 😓
Und als Hausarzt oder Oberarzt für Innere sehe ich mich in Zukunft einfach nicht.
Relaxometrie
02.08.2026, 21:11
Ich war einfach nicht der Überzeugung, dass 1-2 Jahre Innere oder Chirurgie mir helfen würden bei einer späteren Bewerbung in der Augenheilkunde (oder alternativ Radiologie), ich habe mich langsam damit abgefunden, dass meine Noten und Lebenslauf mich schlicht unattraktiv gemacht haben für Augenheilkunde, wohl für immer
Das klingt insgesamt so, als ob Du Gründe dafür finden wollen würdest, nicht in Deinen Wunschfächern zu landen, anstatt lösungsorientiert zu handeln. Natürlich hätte Dich eine klinische Tätigkeit in einem anderen Fach attraktiver für eine Stelle in Deinen Wunschfächern gemacht.
StuartProwerFaktor
02.08.2026, 21:18
Ich beantworte gerne deine Frage :)
Ich war einfach nicht der Überzeugung, dass 1-2 Jahre Innere oder Chirurgie mir helfen würden bei einer späteren Bewerbung in der Augenheilkunde (oder alternativ Radiologie), ich habe mich langsam damit abgefunden, dass meine Noten und Lebenslauf mich schlicht unattraktiv gemacht haben für Augenheilkunde, wohl für immer, so resigniert das klingen mag ��
Und als Hausarzt oder Oberarzt für Innere sehe ich mich in Zukunft einfach nicht.
Da irrst du aber wirklich. Mit etwas klinischer Erfahrung, ist das doch ein riesiges Argument dich zu nehmen. Gerade Chirurgie - Radiologie ist eine gute "Kombination". Auge ist jetzt schwieriger, aber auch da könnte man z.B. vorher in der Klinik anheuern, in der es auch Auge gibt. Allein das du die Klinik und das EDV-System schon kennst ist eine Menge wert. Deinen Arbeitgeber interessiert nur deine schnellstmögliche Verwendbarkeit an der Front und nicht irgendeinen Käse wie Promotion oder Noten. Versteh es nur als Anregung meinerseits.
ehemaligBenutzer_2026-08-03
03.08.2026, 02:09
Da irrst du aber wirklich. Mit etwas klinischer Erfahrung, ist das doch ein riesiges Argument dich zu nehmen. Gerade Chirurgie - Radiologie ist eine gute "Kombination". Auge ist jetzt schwieriger, aber auch da könnte man z.B. vorher in der Klinik anheuern, in der es auch Auge gibt. Allein das du die Klinik und das EDV-System schon kennst ist eine Menge wert. Deinen Arbeitgeber interessiert nur deine schnellstmögliche Verwendbarkeit an der Front und nicht irgendeinen Käse wie Promotion oder Noten. Versteh es nur als Anregung meinerseits.
Es liegt definitiv an meinen Noten und Studiendauer. In meinem gesamten Bundesland (viele Unikliniken und Maximalversorger mit Augenkliniken und MVZs) nur Absagen, da hilft nichts mehr. Auf die Noten und Studiendauer wird wohl ein großer Wert gelegt. Einige meiner Bekannten waren keine Überflieger, hatten aber halt einen halbwegs passablen Lebenslauf (z.B. Note 3 und in Regelstudienzeit fertig) und die bekamen eine Stelle in Augenheilkunde ohne Probleme oder lange zu warten. Promotion ist ein netter Bonus, aber in meiner Situation hilft sie wohl nur begrenzt.
Deinen Lebenslauf kannst du nicht mehr ändern, durchaus aber die Einstellung, die möglicherweise zu der mangelhaften Leistung beigetragen hat oder sogar wesentlich für sie war. Falls du das nicht tust, sieht es eher schlecht aus für deinen weiteren Weg und du kannst das bejammern. Übrigens dürften es auch kaum möglich sein, so in die von dir favorisierten internationalen Firmen zu kommen.
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