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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zweitstudium Med und Nebenjob und Family



helime
04.03.2004, 13:37
Hi Leute

wer von euch hat Erfahrungen bzgl. obigen Thread ? Inwiefern läßt sich das vereinbaren ? Ich wede dieses Semester in Würzburg anfangen, bin 27 Jahre alt und stark verunsichert ob das alles machbar ist ?

Würde gerne eure Meinung UND Erfahrungen hören !

Danke
hel

Kay
04.03.2004, 17:04
Hi helime,

zu Deiner Frage möchte ich eine Bemerkung loswerden: warum überlegst Du Dir das Ganze nicht VOR Deiner Bewerbung bei der ZVS und der Annahme des Platzes? Ich zum Beispiel habe mich für dieses Semester beworben und habe meine ganzen Lebensumstände bereits darauf eingestellt, da ich mir sicher war, mit meiner Messzahl (4 plus Dienst) einen Platz zu erhalten, da diese Zahl bereits seit vielen Semestern ausgereicht hätte. Ich habe mir das Ganze sehr sehr lange überlegt, alles geplant, mir eine gute Finanzierungsmöglichkeit und im letzten halben Jahr ein finanzielles Polster erarbeitet. Jetzt bin ich ganz knapp an einem Platz vorbeigeschlittert, (es befinden sich 10 Leute vor mir) und bin am Boden zerstört. Und dass, obwohl ich KEINE Zweifel habe, ob ich es machen soll oder nicht. Von einer Freundin, die selbst ein Zweitstudium Medizin begonnen hatte, habe ich gehört, dass so viele Mit-Zweitstudenten, mit denen sie Kontakt hatte, aus Finanzierungs- und Zeitgründen nach kurzer Zeit wieder aufgehört haben. Aber alle schreiben sich mal ein, um den Platz auf jeden Fall mitzunehmen. Lasst den Platz doch denen, die sich sicher sind und wartet mit der Bewerbung (und vor allem mit der Annahme des Platzes, bis ihr Euch wirklich sicher seid! Denn wenn ihr den Platz mal "vorsichtshalber" belegt, haben Leute wie ich keine Chance, im Nachrückverfahren doch reinzukommen. Nimm mir bitte nicht übel, dass ich das hier so sage, aber man bekommt hier im Forum immer wieder mit, dass einer einen Studienplatz annimmt, aber nicht nutzt oder nutzen kann. Und viele Leute, die wirklich und unbedingt wollen und können, scheitern genau daran, dass dieser Platz im ersten Semester als besetzt gebucht ist!
:-meinung
Gruß Kay

helime
04.03.2004, 17:13
Da hast du leider recht, bloss ist unser "Fehlverhalten" wohl nur zu menschlich

Kay
04.03.2004, 17:32
Mag sein, dass Du es als "nur zu menschlich" empfindest. Ich aber finde es einfach nur in höchstem Maße unmoralisch. Denn: jeder kann sich in die Leute hineinversetzen, die nicht rein kommen, obwohl sie sofort wollten und könnten. Wer da bewusst einen Platz besetzt, obwohl er sich völlig unsicher ist, ob er ihn zum Abschluss eines Medizinstudiums nutzt (nutzen kann), handelt - mit Blick auf die, die weiter in der Schlange stehen müssen - wohl eher ausgesprochen UNmenschlich.

:-meinung

Kay

Kay
04.03.2004, 17:53
Übrigens, da Du formulierst "unser Fehlverhalten" und Dich hinter dem Plural versteckst: ich meine nicht die, die sich einfach verschätzen oder bei denen unvorhersehbare Umstände entstehen, aufgrund derer sie das Zweitstudium doch nicht durchführen können. Ich meine mit unmoralisch die, die sich der bloss theoretischen Nutzbarkeit ihres Studienplatzes bewusst sind und ihn trotzdem annehmen...

Kay

helime
04.03.2004, 17:59
noch habe ich ihn ja nicht angenommen und wenn das so bleibt kommt er wieder in den grossen Topf für die Nachrücker

UND WENN ICH IHN ANTRETE DANN ZIEHE ICH ES DURCH WEIL ICH einen doch hochdotierten Job (Single, 2300 euro netto) aufgebe !!!!

also: keep cool

Luccas
04.03.2004, 18:20
Daß nicht jeder, der sich einschreibt, letztlich das Studium beendet, ist bereits bei der Platzzahl eingerechnet. Würden 100 % der Anfänger das Studium abschließen, dann wäre die Absolventenzahl viel zu groß. Folglich müßte in diesem Fall die Zahl der Plätze entsprechend reduziert werden. Wir haben in Deutschland ohnehin mit 10.000 Plätzen pro Jahr bereits viel zu viele, wenn man bedenkt, daß z.B. die dreimal so große USA gerade mal etwa 16.000 Pläze pro Jahr anbietet. Ansich müßte die Platzzahl massiv reduziert werden, was aber im Moment wohl eher nicht politisch durchsetzbar ist. Auf jeden Fall ist es eine Unverschämtheit, hier Leute deshalb anzugreifen, nur weil sie einen Studienplatz annehmen, wo sie nicht sicher sind das Studium auch zu beenden. Es hat jeder das Recht, ein Studium anzufangen und auch wieder aufzugeben. Dieses ewige Gejammer irgendwelcher frustrierten Dauerwarter, die sich bei einem solchen Thema wie diesem hier völlig deplaziert einmischen, nervt ziemlich.

Kay
04.03.2004, 19:18
Luccas, Du hast anscheinend überhaupt nicht begriffen, worum es geht. Es geht nicht um ein von Dir als erkannt geglaubtes Wohl der Allgemeinheit, dass in niedrigen Absolventenzahlen besteht, sondern um individuelle Schicksale. Und für Leute, die auf einen Studienplatz warten, und sich sicher sind, dass sie das Studium durchführen (können) und die völlig vorbereitet darauf sind, ist es ganz schön hart, wenn andere, die sich noch nicht einmal hinsichtlich des „OB“ ihres Studiums sicher sind, die Studienplätze einfach mal so besetzen und dann im 2. oder 3. Semester wieder aufhören. Und zum Allgemeinwohl und Deinem politischen Informationsgrad: Du hast hoffentlich mitbekommen, dass wir auf einen Ärztemangel zusteuern? Und woher nimmst Du das Wissen, mit dem Du mich als „Dauerwarter“ bezeichnest? Ich habe inzwischen schon länger verfolgt, dass Du hier in jedem der Foren zu allem Deinen mit Halbwissen gar-nierten Senf abgibst und mein Tipp an Dich lautet: schreib erst wieder, wenn Du die für ei-nen Medizinstudenten erforderliche persönliche Mindestreife erreicht hast.
Gruß
Kay

abcd
04.03.2004, 19:59
Also ich denke hier geht es darum, dass einer gerne Medizin studieren möchte - verunsichert sein aufgrund der Lebensumstände ist da doch sicher erlaubt.
Wo sind denn die, die in ähnlichen Situationen studieren und von ihren Erfahrungen berichten und ein wenig Mut machen können??

Gruß Britta

Luccas
04.03.2004, 20:01
Wenn Du Zweitstudienbewerber bist, dann hast Du doch mit Wartezeit garnichts zu tun. Dann tut sich aber ein anderer Aspekt auf. Nämlich, daß Du bereits ein Studium machen dürftest und es somit ziemlich vermessen ist, daß Du Dich darüber aufregst, nicht sofort einen Platz zu kriegen. Da kannst Du doch wirklich froh sein, wenn es Dir überhaupt erlaubt wird, ein zweites Studium zu absolvieren.
Und noch etwas: Ich lasse mir von Dir sicher nicht verbieten, hier meine Meinung zu äußern, nur weil sie Dir nicht gefällt.

Kay
04.03.2004, 20:12
Luccas, falls Du es nicht bemerkt hast: es geht hier ausschließlich um Zweitstudienbewerber. Helime ist eine Zweitstudienbewerberin genau wie ich ein Zweitstudienbewerber bin. Für Zweitstudienbewerber gibt es eine feste Quote von 3 %, so dass diese nur untereinander, nicht aber mit Erststudienbewerbern "konkurrieren". Da beide Bewerber hier schon studiert haben, greift Deine "Argumentation" nicht. Im übrigen will ich Dir nicht den Mund verbieten, sondern Dir lediglich anraten, nachzudenken, bevor Du losschreibst.

Luccas
04.03.2004, 20:23
Das ist mir schon klar, daß ihr beide Zweitstudienbewerber seid und nur untereinander konkurriert. Aus diesem Grunde könnt Ihr beide auch froh sein, daß Ihr nocheinmal studieren dürft. Und deshalb ist es ziemlich anmaßend von Dir, Dich in irgendeiner Weise darüber aufzuregen, daß Du keinen Platz bekommen hast. Sei doch froh, daß Du überhaupt die Chance dazu kriegst.

Kay
04.03.2004, 20:55
Gottseidank haben das nicht je nach Laune mal mit moralischen, wirtschaftlichen oder juristischen Aspekten argumentierende Menschen wie Du zu entscheiden, sondern den Maßstab setzt das Grundrecht der Berufsfreiheit, was in diesem freien Land jedem ermöglicht, seinen Beruf so oft er nur möchte zu wechseln. Selbstverständlich im Rahmen der Kapazitäten, aber die sind ja mit der 3 %-Marke berücksichtigt. Zudem zahlen Zweitstudenten ca. 600 Euro pro Semester als Gegenleistung und müssen sich komplett selbst finanzieren. Deshalb bin ich nicht "froh" nur aus dem Grund, "dass ich überhaupt noch mal studieren darf", denn das ist mein gutes Recht, weil ich die Konsequenzen davon in Kauf nehme. Lediglich "froh sein" über eine abstrakt gegebene Möglichkeit, wie Du es verlangst, nützt gar nichts, wenn man nicht konkret von ihr Gebrauch machen kann.

Vandroiy
05.03.2004, 13:57
Ich habe den Eindruck,daß Helime sich das ganze sicher schon überlegt hat;das muß man einfach,wenn man aus der Berufstätigkeit heraus die Entscheidung trifft,noch ein Studium anzufangen.
Wahrscheinlich wollte er jetzt nur noch ein paar Erfahrungen von Leuten hören,denen es ähnlich geht,und einfach nochmal eine Absicherung.
Ich war vor einem halben Jahr in ähnlicher Situation,hatte mir auch vorher alles lange und gründlich überlegt,und ich hatte auch fest vor,den Platz anzunehmen.Trotzdem habe ich mich immer gefreut,wenn ich von Erfahrungen anderer gelesen habe,bei denen es ähnlich war,denn auch wenn man den Platz annimmt und es durchziehen will,bleibt am Anfang etwas Unsicherheit - jedenfalls war es bei mir so. Ich nehme einfach mal an,daß Helime sich momentan genauso fühlt ;-)
Also zu Deiner Frage: Ich habe das erste Semester ganz gut herumbekommen,bin auch 27,habe auch Familie (zwar keine Kinder,aber genug anderes um die Ohren),und arbeite auch noch nebenher (25 % im Krankenhaus).Chemie hat mir schon etwas Probleme gemacht,einfach weil ich dort wirklich keine Vorkenntnisse mehr hatte,aber ich hab den Schein trotzdem :-)
Und mir gefällt es wirklich gut an der Uni,ich bereue meine Entscheidung bisher nicht.
Ich wünsch Dir viel Glück und einen guten Start!

Cosma
05.03.2004, 14:20
Hallo !

Vielleicht kann ich helmine ja etwas antworten was ein bisschen mehr zum Thema beiträgt als das, was Kay hier von sich gibt.

Aaaalso:

Ich kenne Deine Umstände ja nicht.
Aber sicher hast Du Dir Gedanken gemacht über Finanzierung, Betreuung etc.
Kannst Du ein bisschen konkreter Fragen ?

Das Ganze hängt nämlich wirklich sehr an Dir und an den Umständen.

Ich sehe und erlebe es selbst so:
Kleine Kinder leiden schnell darunter, wenn Mama ständig wegen Prüfungen gestresst ist. Und Prüfungen sind ständig.
Hängt jetzt natürlich wieder sehr davon ab wiesehr Dich was stresst, wieviele Freiräume Du hast etc.

Aber wenn es so ist, dass Du alleinerziehend kleine Kinder hast UND nebenbei arbeiten musst, dann hätte ich schon bedenken.

Es gibt gerade in der Vorklinik Semester, da haben schon nicht-Eltern keine Freizeit mehr.

Ich selber studiere seitdem die Kids da sind reduziert, das geht ganz gut (von so üblen Zeiten wie Physikum mal abgesehen, das war der Horror)

Es kommt eben auf die Umstände an.

Liebe Grüsse

Cosma

helime
05.03.2004, 14:24
Hallo Vandroiy,

danke für den einzigen Beitag der nicht Off-Topic ist.

Kannst du mir sagen wie deinen finanziellen Planungen aussehen ? Arbeitest du bereits jetzt halbtags oder erst nach dem Physikum ? Ist deine Partnerin berufstätig ?

Im Moment habe ich ein finanzielles Polster angespart (50000 euro) weiss aber net wielange das reicht und wie ich dann z.b. mit den steigenden Kosten umgehen kann (ab 30 freiwillige Krankenversicherung, ...)


Was hast du vorher gemacht ? sind in deinem umfeld auch alle der meinung du seist verrückt ... bei mir ist dass der fall !

Gruss
hel

P.s.: Übrigens bin ich keine frau sondern ein mann

Cosma
05.03.2004, 14:39
Hallo Herr Helmine,

etwas verwirrend, Dein Nic *gg

Da lag ich dann mit meinen Vermutungen : alleinerziehnde Mutter von Kleinen Kindern gibt sich Uni und Jobstress wohl etwas daneben.

Wie auch immer - gute Entscheidungen,

lieber Gruss

Cosma

marzipan
24.03.2004, 10:21
hallo helime,

wir haben drei kinder, studieren beide, abeiten nebenher und sind sehr glücklich damit! (aber auch glücklich dass bald Kohle kommt wenn ich fertig bin).
Kinder und Job sind kein Grund sich abschrecken zu lassen! Und wenn es dein Zweitstudium ist bist du mit dem universitären Gehabe ja vertraut. Das Studium an sich ist sicher locker zu schaffen und überfordert einen nicht. wir hatten ein Kind als wir angefangen haben, und jetzt ist unsere kleinste bereits 3 1/2.
und sind beide in der Regelstudienzeit, also nicht langsamer als andere. Leider ist das Geld immer das leidige Thema, aber das geht irgendwie immer.
Viel Glück!
Und zu Kay kann ich nur sagen, Pech gehabt. Nicht nur du hast Probleme und Sorgen. Mach dir noch ein schönes halbes Jahr, reise um die welt und fang dann an. Das Studium läuft nicht davon und so schön wie im Studium wird´s nie wieder.
Helime, Viel Erfolg!
Grüße
Jörg

Chandler
04.04.2004, 04:33
Hi Helime,
alles Frage der Motivation und der Begabung.
Ich persönlich habe 2 Kindern, bin alleinerziehend, arbeite 50% auf einer Intensivstation, habe alle Scheinchen bei ersten Versuch erworben, und überlege ob ich ein Nebenfach demnächst noch belegen soll. So zum Spaß um meine Horizonten zu erweitern.
Das Studium macht Spaß und strengt mich kaum so sehr wie Vollzeitjob auf Intensiv.
Heute bin ich wirklich froh, dass ich es gewagt habe. Trotz vielen sehr entmutigenden Reaktionen meiner Mitmenschen.
Ich sage nur:
Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.
Es gibt Leben vor dem Tod.
Und du bist nicht alleine, es gibt mehr von der Sorte hier.
Du muss nur wissen, was Du willst.
Bye
Chandler :-top

Nenana
09.04.2004, 19:33
hi Helime,
eigentlich wollte ich nur mal reinschauen,was sich neues tut in der Medi-learn Zeitschrift, aber Deine Frage und der begonnene Dialog mit Kay fand ich dann doch sehr amüsant-Kay sieht das sicherlich anders.
Nun aber zu Deiner Fage:

Wenn Du dieses Fach wirklich studieren möchtest und Du das Gefühl hast, es gibt nichts Schöneres für Dich , als die Vorstellung als Arzt zu arbeiten, dann Tu es ! - Ohne große Fragen !!!
Denn auf Fragen gibt es immer die verschiedenartigsten Meinungen. In Dir selbst liegt die Antwort, ob Du es schaffen wirst.

Ich bin in Deiner Situation und muß sagen, es geht.
Das Lernen ist manchmal nicht so einfach, vor allem weil eben fam.-soziale Verpflichtungen einen gefangen nehmen und Zeit rauben. Hier ist ein gutes Zeitmanagement gefragt und Geduld mit Dir selbst, vor allem im Vergleich mit jüngeren Studenten, den Du meines Erachtens nicht anstreben solltest.
Die Arbeit in der Klinik gibt mir immer wieder die Bestätigung, es richtig, was ich mache und macht mir irre viel Spaß.
Und wenn dann die Prüfungen bestanden sind und ein wenig semesterfreie Zeit für mich da ist, bin ich einfach nur happy, daß alles so gut gelaufen ist.
Die ersten 4 Semester habe ich nicht gearbeitet und vom meinen Rücklagen gelebt und erst wieder in der Vorbereitungsphase fürs Physikum begonnen. Ich kann nur sagen, ich mußte lernen, die Zeit besser zu organisieren und auf Spontanität zu verzichten, was mir echt schwer fiel und auch heute noch schwer fällt. Dafür habe ich heute den Eindruck, daß ich intensiver lebe und freue mich , es gewagt zu haben.

Und abschließend nochmal zu Dir Kay:
Man kann sich vorher viele Gedanken machen, wie es denn denn sein wird, aber wie die Situation dann für einen selbst wirklich ist, erfährt man erst, wenn man in ihr steckt ! Und das Helime kurz davor Zweifel packen , halte ich für ein gesundes Warnsystem eines reflektierenden Menschen !


Also : Viel, viel Glück und Mut ! Du packst das !!!

:-top